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Meilensteine - Wichtige Konzepte in der Wirtschaftstheorie: Screening

Titel: Meilensteine - Wichtige Konzepte in der Wirtschaftstheorie: Screening

Seminararbeit , 2005 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christoph Looschelders (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einer der Meilensteine der modernen Mikroökonomischen Wirtschaftstheorie ist das von Joseph E. Stiglitz und Michael Rothschild begründete Konzept des „Screening“, welches in ihrem Aufsatz „Equilibrium in Competitive Insurance Markets: An Essay on the Economics of Imperfect Information“ erstmals für Aufsehen sorgte.

Gegenstand des Screening ist die mikroökonomische Betrachtung einer ungleichen Verteilung von Informationen zwischen den betreffenden Marktteilnehmern. Man spricht hier auch von Asymmetrischer Informationsverteilung oder „Imperfect Information“.

Beim Screening (engl. = Sortieren, Aussieben, Selektion) bieten die schlecht informierten Wirtschaftssubjekte den gut informierten Wirtschaftssubjekten unterschiedliche Verträge an. Diese Verträge sind so ausgestaltet, dass es für die verschiedenen Typen der besser informierten Marktseite nutzenmaximal ist, jeweils einen bestimmten Vertrag anzunehmen. Gerade durch die Wahl dieses konkreten Vertrages geben sie dem Anbieter gegenüber ihren Typ preis. Die dadurch möglich werdende Unterscheidung zwischen den verschiedenen Typen bezeichnet man in der mikroökonomischen Theorie als „Screening“. Synonym spricht man auch von „self selection“, da sich die unterschiedlichen Typen eben durch die Entscheidung für einen bestimmten nutzenmaximierenden Vertrag sozusagen selbst „enttarnen“.

In Abschnitt 2 werden verschiedene grundlegende Konzepte der Asymmetrische Information kurz dargestellt und in Abschnitt 3 werden vier praktische Anwendungsbeispiele für das Screening in der Wirtschaft vorgestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

2.1 Asymmetrische Information

2.2 Screening und Signaling

3 Praktische Anwendungsbeispiele für das Screening

3.1 Anwendungsbeispiel: Screening von Arbeitnehmern

3.2 Anwendungsbeispiel: Versicherungsmarkt

3.3 Anwendungsbeispiel: Kfz-Versicherung

3.4 Anwendungsbeispiel: Deutsches Bausparkassensystem

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der theoretischen Durchdringung und praktischen Veranschaulichung des mikroökonomischen Konzepts des "Screening", um zu erklären, wie Informationsasymmetrien zwischen Marktteilnehmern durch gezielte Vertragsgestaltung überwunden werden können.

  • Grundlagen asymmetrischer Information
  • Unterscheidung zwischen Screening und Signaling
  • Theorie des Screenings im Arbeitsmarkt
  • Mechanismen des Screenings im Versicherungssektor
  • Anwendung von Screening-Verfahren im deutschen Bausparkassensystem

Auszug aus dem Buch

3.1 Anwendungsbeispiel: Screening von Arbeitnehmern

In Stiglitz Screening-Modell aus seinem früheren Aufsatz „The Theory of Screening, Education and the Distribution of Income“ sortieren („screenen“) die Arbeitgeber die potentiellen Arbeitnehmer, die Bewerber, in verschiedene Produktivitätskategorien und treffen Entscheidungen über ihre Bezahlung. Jeder Bewerber, also jeder potentielle Arbeitnehmer, hat eine bestimmte Eigenschaft θ, die direkt auf seine Produktivität hinweist. Es gibt höchstproduktive bis geringstproduktive Arbeitnehmer mit vielen Zwischenstufen. Mit den verschiedenen Produktivitätsgrößen sind auch verschiedene Gehaltshöhen verbunden: Je produktiver ein Arbeitnehmer ist, desto mehr Gehalt erhält er von seinem Arbeitgeber.

Die Problemstellung dabei ist, die Arbeitnehmer mit einer höheren Produktivität von denen mit einer niedrigeren Produktivität sicher unterscheiden zu können. Im Gegensatz zu den Arbeitgebern sind den Arbeitnehmern selbst ihre Typen bekannt. Sie wissen also genau, ob sie hochproduktiv oder geringproduktiv sind, die Arbeitgeber wissen dies jedoch nicht. Demnach handelt es sich also um ein Problem mit asymmetrischer Informationsverteilung.

Angenommen, es wird kein Screening durchgeführt. Dann bekommt jeder Arbeitnehmer genau den Durchschnittslohn der Produktivität aller beteiligten Arbeitnehmer, denn diese ist einfach messbar. Es ist für den Arbeitgeber nur mit reiner Beobachtung und ohne Screening nicht möglich, die Arbeitnehmer nach ihrer Produktivität zu unterscheiden und so unterschiedliche Gehaltshöhen zu zahlen. Er nimmt also zur Berechnung der Gehälter eine durchschnittliche Produktivität (θ) an und zahlt allen das entsprechende Durchschnittsgehalt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Konzept des "Screening" ein, das als Meilenstein der Mikroökonomie gilt, um bei asymmetrischer Informationsverteilung zwischen Marktteilnehmern zu vermitteln.

2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Konzepte von asymmetrischer Information sowie die methodischen Unterschiede zwischen Screening und Signaling dargelegt.

3 Praktische Anwendungsbeispiele für das Screening: In diesem Hauptteil wird das Screening-Modell anhand des Arbeitsmarktes, des allgemeinen Versicherungsmarktes, der Kfz-Versicherung sowie des deutschen Bausparkassensystems konkret analysiert.

4 Fazit: Das Fazit bestätigt die hohe praktische Relevanz von Screening-Konzepten zur effizienten Informationsbeschaffung und Kostensenkung auf modernen Märkten.

Schlüsselwörter

Screening, Signaling, Asymmetrische Information, Imperfect Information, Mikroökonomie, Hidden Information, Adverse Selection, Arbeitsmarkt, Versicherungsmarkt, Bausparkassen, Produktivität, Vertragsgestaltung, Informationsdefizit, Marktteilnehmer, Gleichgewicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt das mikroökonomische Konzept des "Screening" als Methode zur Bewältigung von Informationsasymmetrien auf verschiedenen wirtschaftlichen Märkten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die theoretische Definition von Informationsasymmetrien, den Vergleich von Screening und Signaling sowie die praktische Anwendung in Finanz-, Versicherungs- und Arbeitsmärkten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine geschickte Ausgestaltung von Verträgen die schlechter informierte Marktseite den Typ der besser informierten Seite identifizieren und so Informationsdefizite ausgleichen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis mikroökonomischer Modelle, insbesondere unter Verwendung spieltheoretischer Ansätze, illustriert durch praktische Beispiele.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf vier spezifische Praxisbeispiele: das Stiglitz-Modell für Arbeitnehmer, den Versicherungsmarkt allgemein, die Kfz-Versicherung und das System der deutschen Bausparkassen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "Asymmetrische Information", "Screening", "Marktgleichgewicht", "Produktivität" und "Informationsbeschaffung" beschreiben.

Wie unterscheiden sich "gute" und "schlechte" Typen im Bausparkassen-Beispiel?

In diesem Modell werden "gute" Bausparer als pünktlich und zahlungssicher definiert, während "schlechte" Typen durch eine unzuverlässige Zahlungsmoral gekennzeichnet sind.

Warum ist das Screening für Bausparkassen von so großer Bedeutung?

Da Bausparkassen das Kapital ihrer Sparer nur in risikoarme Anlagen investieren dürfen, ist es für sie existenziell wichtig, die Zuverlässigkeit ihrer Kreditnehmer im Vorhinein einzuschätzen, um Kreditausfälle zu vermeiden.

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Details

Titel
Meilensteine - Wichtige Konzepte in der Wirtschaftstheorie: Screening
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Veranstaltung
„’Meilensteine’: Wichtige Konzepte in der Wirtschaftstheorie
Note
2,0
Autor
Christoph Looschelders (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V65240
ISBN (eBook)
9783638578585
ISBN (Buch)
9783638670500
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Meilensteine Wichtige Konzepte Wirtschaftstheorie Screening
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Looschelders (Autor:in), 2005, Meilensteine - Wichtige Konzepte in der Wirtschaftstheorie: Screening, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65240
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Leseprobe aus  23  Seiten
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