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Etappen der Berufsgeschichte im Journalismus

Title: Etappen der Berufsgeschichte im Journalismus

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Franzi Roth (Author)

Communications - Media History
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Der Durchschnittsjournalist ist männlich, 37 Jahre alt, zufrieden mit seinem Beruf. Er sieht sich als Informationsvermittlers, sein Publikum als aufgeschlossen, informiert, politisch interessiert und kritisch-anspruchsvoll. Politisch bevorzugt er die SPD, orientiert sich an „Der Spiegel“, „Süddeutsche Zeitung“ sowie „Tagesthemen“ und „Tagesschau“. Er arbeitet 46 Stunden in der Woche und hat ein Volontariat absolviert. Diese kurze Charakterisierung zeigt, inwieweit der Beruf Journalist Gegenstand der Forschung ist, in welchen Facetten er analysiert und kategorisiert wurde. Umso erstaunlicher ist es, wie wenig die Berufsgeschichte des Journalismus mit in die Forschung einbezogen wurde. Das Forschungsdefizit macht Walter Hömberg deutlich: „Es gibt eine Geschichte des Tabaks und der elektrischen Beleuchtung, eine Geschichte der deutschen Treppe und der Technischen Überwachungs-Vereine, eine Geschichte der Armenfürsorge und eine Geschichte der Bienenzucht (…). Es gibt die Geschichte vieler Berufe: der Richter und Rechtsgelehrten, der Kaufleute und Handelsherren, der Ärzte und Lehrer, der Prostituierten und Privatdozenten. Es gibt keine Geschichte der Journalisten.“2Tatsächlich datiert das bis heute ausschlaggebende Werk zur Berufsgeschichte zurück ins Jahr 1928. Hierbei handelt es sich um die Dissertation von Dieter Paul Baumert: „Die Entstehung des deutschen Journalismus in sozialgeschichtlicher Betrachtung“. Ein Hauptgrund dafür liegt sicher darin, dass der Beruf Journalist nicht rechtlich geschützt ist und so die Entstehung eines eigenständigen Berufszweiges schwer nachzuvollziehen ist. Trotz dieser Schwierigkeiten wird in dieser Hausarbeit die Berufsgeschichte der Journalisten nachgezeichnet. Zunächst werden die Hauptfunktionen des Journalismus kurz dargestellt, um einordnen zu können, warum ab einem bestimmten Zeitpunkt vom Journalistenberuf gesprochen werden kann. Anschließend werden die vier Phasen der Berufsentwicklung nach Baumert charakterisiert. Erweitert wird diese Aufzählung durch die Phase des redaktionstechnischen Journalismus nach Pürer. Abgeschlossen wird die Darstellung der Berufsgeschichte mit einer Darstellung der derzeitigen Innovationen im Journalismus. Am Ende dieser Arbeit soll nach einer kurzen Zusammenfassung dann die Frage nach zukünftigen Trend und Tendenzen stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktionen des Journalismus

3. Phasen des Journalismus

3.1. Präjournalistische Phase

3.2. Phase des korrespondierenden Journalismus

3.3. Phase des schriftstellerischen Journalismus

3.4. Phase des redaktionellen Journalismus

3.5. Phase des redaktionstechnischen Journalismus (nach Pürer)

4. Innovationen im Journalismus

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zeichnet die historische Entwicklung des Journalistenberufs nach, um die Etappen der Berufsgeschichte einzuordnen und die heutige Relevanz von Veränderungen im Mediensystem zu bewerten. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie sich die berufliche Identität und Arbeitsweise von den Anfängen bis in die Gegenwart gewandelt haben.

  • Historische Phasen der Berufsentwicklung nach Baumert
  • Funktionale Differenzierung journalistischer Arbeit
  • Professionalisierung und Verberuflichung im 19. Jahrhundert
  • Einfluss technischer Neuerungen auf das Berufsbild
  • Aktuelle Innovationen und Trends im Online-Journalismus

Auszug aus dem Buch

3.1 PRÄJOURNALISTISCHE PHASE

Die erste Phase der berufshistorischen Entwicklung, die nach Baumert etwa das Mittelalter und die frühe Neuzeit umfasst, lässt sich nicht als eigentliche Phase des Journalismus, wie wir ihn heute verstehen, bezeichnen. Denn zu dieser Zeit existierte weder ein ganzheitliches Berufsbild noch ein Selbstverständnis der Journalisten Zudem fehlten die Medien in unserem Sinne.

Journalisten waren zu dieser Zeit noch sehr sporadisch tätig, eine hauptberufliche Tätigkeit gab es nicht. Eine vielleicht treffendere Berufsbezeichnung finden Pürer und Raabe mit dem Begriff „Nachrichtenüberbringer“. Diese Nachrichtenüberbringer fanden sich in wandernden Spielleuten, Dichtern und Sängern, die quasi nebenberuflich Nachrichten übermittelten. In diesem Zusammenhang spricht der Medienwissenschaftler Werner Faulstich auch von „Menschmedien“, die im Vergleich zu heutigen elektronischen Medien selbst Nachrichten überbringen und demnach primäre Medien sind. Festzuhalten ist hierbei aber, dass es sich nicht um rein interpersonale Kommunikation handelt – die Nachrichtenübermittler überbrachten schließlich nicht ihre persönlichen Informationen, sondern Nachrichten und Geschehnisse der Welt. Das heißt, diese Form der Nachrichtenübermittlung ist durchaus nicht unmedial einzustufen. Zu den Menschmedien, die vor allem im Mittelalter ihre Hochzeit hatten und bereits in der frühen Neuzeit in eine Krise gerieten, zählen für Faulstich beispielsweise Hofnarren, Epen- und Minnesänger oder Lehrer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Forschungsdefizit in der Geschichte des Journalismus und stellt das Ziel der Arbeit vor, die Phasen der Berufsentwicklung nachzuvollziehen.

2. Funktionen des Journalismus: Dieses Kapitel erläutert die funktionale Unterscheidung in Korrespondenz-, schriftstellerische und redaktionelle Aufgaben als Grundlage für die historische Einordnung.

3. Phasen des Journalismus: Hier werden die fünf Phasen der Berufsgeschichte – von der präjournalistischen Zeit bis zum redaktionstechnischen Journalismus – systematisch charakterisiert.

4. Innovationen im Journalismus: Dieser Abschnitt analysiert moderne Entwicklungen wie den Online-Journalismus, die Veränderung der Redaktionsstrukturen und den Einfluss digitaler Technik auf das Berufsbild.

5. Ausblick: Der Ausblick bewertet die dargestellten Entwicklungen kritisch und diskutiert die Ambivalenz zwischen Qualitätssicherung und ökonomischen Sparmaßnahmen.

Schlüsselwörter

Journalismus, Berufsgeschichte, Medienentwicklung, Professionalisierung, Redaktion, Korrespondent, Nachrichtenüberbringer, Pressegeschichte, Online-Journalismus, Berufsbild, Dieter Paul Baumert, Heinz Pürer, Pressefreiheit, Medienorganisation, Arbeitsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Journalistenberufs und analysiert, in welchen Etappen sich das heute bekannte Berufsbild herausgebildet hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Phasen der Berufsentwicklung nach Baumert, die funktionale Zerlegung journalistischer Arbeit und die Auswirkungen technischer Innovationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklungslinie des Berufs nachzuzeichnen und einzuordnen, ab welchem Zeitpunkt man von einem eigenständigen, professionalisierten Journalistenberuf sprechen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich primär auf eine historisch-analytische Auswertung publizistikwissenschaftlicher Standardwerke und Dissertationen zur Berufsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die fünf Phasen der Berufsentwicklung sowie eine Analyse aktueller Innovationen und struktureller Änderungen in den Redaktionen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Berufsgeschichte, Professionalisierung, Journalist, Funktionswandel, Redaktionsstruktur und Innovationswandel.

Warum wird die „präjournalistische Phase“ nicht als echte journalistische Phase bezeichnet?

Weil zu dieser Zeit noch kein ganzheitliches Berufsbild, kein journalistisches Selbstverständnis und keine modernen Medienstrukturen existierten.

Welche Rolle spielt die „Verschmelzung der Funktionen“ für die Professionalisierung?

Die Verschmelzung der korrespondierenden, schriftstellerischen und redaktionellen Tätigkeit in einer Person gilt als das entscheidende Kriterium für den Abschluss der beruflichen Ausdifferenzierung.

Wie bewertet die Arbeit die aktuelle Entwicklung der Ressortaufweichung?

Die Arbeit sieht dies ambivalent: Einerseits ermöglicht es mehr Teamarbeit und Leserfreundlichkeit, andererseits besteht die Gefahr, dass Sparmaßnahmen die Qualität der journalistischen Arbeit gefährden.

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Details

Title
Etappen der Berufsgeschichte im Journalismus
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
HS Journalismus als Beruf
Grade
1,3
Author
Franzi Roth (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V65277
ISBN (eBook)
9783638578844
ISBN (Book)
9783656809333
Language
German
Tags
Etappen Berufsgeschichte Journalismus Beruf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franzi Roth (Author), 2005, Etappen der Berufsgeschichte im Journalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65277
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