This paper tries to explore how social networks can be conceptualized in a constructivist manner. Theoretical ideas are drawn from relational constructivism following Harrison White and Niklas Luhmann’s systems theory, which I will compare within the first section of this paper. I will show that networks consist of relations, which have to be modelled as social structures that are different from communication, and can be seen as consisting of mutual expectations about social processes, therefore describing the probability of communication taking place. Knots in networks can be described as persons and evolve in the context and as a part of social structures. Finally, a closer look will be taken to how net-works are embedded in modern societies. The last section tries to reformulate classical insights regarding social networks from a systems theory point of view.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitendes zur Empirie und Theorie sozialer Netzwerke
- Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien
- Grundintentionen konstruktivistischer Gesellschaftstheorien: Luhmann vs. White
- Kommunikation und Kontingenz
- Die Lösung doppelter Kontingenz durch reflexive Zurechnungen
- Die Makrostrukturen der modernen Gesellschaft
- Identitäten und Personen im Kontext der modernen Gesellschaft
- Theorie sozialer Netzwerke
- Relationen in Netzwerken
- Knoten in Netzwerken
- Netzwerke in der (modernen) Gesellschaft
- Systemtheorie sozialer Netzwerke
- Netzwerke als Systeme?
- Offene oder geschlossene Netzwerke?
- Netzwerke als reflexive Adressenkombination
- Strong ties, Weak ties und Small worlds systemtheoretisch interpretiert
- Grundintentionen konstruktivistischer Gesellschaftstheorien: Luhmann vs. White
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, wie soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien konzeptualisiert werden können. Dabei werden insbesondere die Systemtheorie von Niklas Luhmann und der relationale Konstruktivismus von Harrison C. White betrachtet. Die Arbeit zielt darauf ab, gemeinsame Grundideen dieser beiden Theorien zu identifizieren und auf ihre Unterschiede in Bezug auf die Unterscheidbarkeit sozialer Netzwerke von anderen Sozialformen der Gesellschaft einzugehen. Schließlich wird eine mögliche systemtheoretische Fassung sozialer Netzwerke skizziert.
- Konzeptualisierung sozialer Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien
- Vergleich der Grundideen von Niklas Luhmann und Harrison C. White
- Unterscheidung sozialer Netzwerke von anderen Sozialformen
- Systemtheoretische Fassung sozialer Netzwerke
- Relevanz von Netzwerken in der modernen Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel stellt die Relevanz von sozialen Netzwerken in der empirischen und theoretischen Soziologie dar. Es wird die Frage aufgeworfen, wie sich soziale Netzwerke in vorhandene soziologische Theorien integrieren lassen. Das zweite Kapitel befasst sich mit den Grundideen konstruktivistischer Gesellschaftstheorien, speziell mit den Theorien von Niklas Luhmann und Harrison White. Es werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Theorien hinsichtlich Kommunikation, Kontingenz und der Lösung doppelter Kontingenz durch reflexive Zurechnungen aufgezeigt. Im dritten Kapitel wird die Theorie sozialer Netzwerke aus der Perspektive des relationalen Konstruktivismus von Harrison White behandelt. Es werden die Konzepte von Relationen, Knoten und Netzwerken in der Gesellschaft diskutiert. Das vierte Kapitel beleuchtet soziale Netzwerke aus der systemtheoretischen Perspektive von Niklas Luhmann. Es werden Fragen nach Netzwerken als Systeme, offenen und geschlossenen Netzwerken sowie Netzwerken als reflexive Adressenkombination behandelt. Abschließend werden bekannte empirische Phänomene sozialer Netzwerke systemtheoretisch interpretiert.
Schlüsselwörter
Soziale Netzwerke, Konstruktivismus, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Harrison White, Kommunikation, Kontingenz, Relationen, Knoten, Netzwerke in der Gesellschaft, Strong ties, Weak ties, Small worlds.
Häufig gestellte Fragen
Wie werden soziale Netzwerke aus konstruktivistischer Sicht definiert?
Aus dieser Perspektive bestehen Netzwerke aus Relationen, die als soziale Strukturen modelliert werden. Sie basieren auf wechselseitigen Erwartungen über soziale Prozesse und beschreiben die Wahrscheinlichkeit von Kommunikation.
Was ist der Unterschied zwischen den Ansätzen von Luhmann und White?
Niklas Luhmann fokussiert auf die Systemtheorie und Kommunikation als Basiselement, während Harrison White den relationalen Konstruktivismus betont, bei dem Identitäten und Strukturen aus sozialen Interaktionen hervorgehen.
Was versteht man unter „Knoten“ in einem sozialen Netzwerk?
Knoten können als Personen oder Identitäten beschrieben werden, die sich innerhalb und als Teil der sozialen Strukturen des Netzwerks entwickeln.
Wie wird die „doppelte Kontingenz“ in der Systemtheorie gelöst?
Die Lösung erfolgt durch reflexive Zurechnungen und die Bildung von Strukturen, die Erwartungssicherheit schaffen und somit Kommunikation erst ermöglichen.
Was bedeuten „Strong Ties“ und „Weak Ties“ systemtheoretisch?
Diese Begriffe aus der Netzwerkforschung werden als unterschiedliche Qualitäten und Wahrscheinlichkeiten von Kommunikationsbeziehungen interpretiert, die verschiedene Funktionen für die Stabilität oder Flexibilität eines Netzwerks haben.
Können soziale Netzwerke als eigenständige Systeme betrachtet werden?
Die Arbeit untersucht, ob Netzwerke als geschlossene oder offene Systeme fungieren und schlägt eine systemtheoretische Fassung als reflexive Adressenkombination vor.
- Citation du texte
- Manuel Wätjen (Auteur), 2006, Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65286