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Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien

Title: Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Manuel Wätjen (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Summary Excerpt Details

This paper tries to explore how social networks can be conceptualized in a constructivist manner. Theoretical ideas are drawn from relational constructivism following Harrison White and Niklas Luhmann’s systems theory, which I will compare within the first section of this paper. I will show that networks consist of relations, which have to be modelled as social structures that are different from communication, and can be seen as consisting of mutual expectations about social processes, therefore describing the probability of communication taking place. Knots in networks can be described as persons and evolve in the context and as a part of social structures. Finally, a closer look will be taken to how net-works are embedded in modern societies. The last section tries to reformulate classical insights regarding social networks from a systems theory point of view.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitendes zur Empirie und Theorie sozialer Netzwerke

2. Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien

2.1. Grundintentionen konstruktivistischer Gesellschaftstheorien: Luhmann vs. White

2.1.1. Kommunikation und Kontingenz

2.1.2. Die Lösung doppelter Kontingenz durch reflexive Zurechnungen

2.1.3. Die Makrostrukturen der modernen Gesellschaft

2.1.4. Identitäten und Personen im Kontext der modernen Gesellschaft

2.2. Theorie sozialer Netzwerke

2.2.1. Relationen in Netzwerken

2.2.2. Knoten in Netzwerken

2.2.3. Netzwerke in der (modernen) Gesellschaft

2.3. Systemtheorie sozialer Netzwerke

2.3.1. Netzwerke als Systeme?

2.3.2. Offene oder geschlossene Netzwerke?

2.3.3. Netzwerke als reflexive Adressenkombination

2.3.4. Strong ties, Weak ties und Small worlds systemtheoretisch interpretiert

3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzeptualisierbarkeit sozialer Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien, insbesondere unter Rückgriff auf Niklas Luhmanns Systemtheorie und Harrison C. Whites relationalen Konstruktivismus.

  • Vergleich der Grundannahmen von Luhmann und White bezüglich Sozialität und Kommunikation.
  • Konzeptualisierung von Relationen und Knoten innerhalb sozialer Netzwerke als soziale Strukturen.
  • Analyse von Netzwerken als spezifische Strukturphänomene der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft.
  • Systemtheoretische Interpretation bekannter netzwerktheoretischer Konzepte wie "strong ties", "weak ties" und "small worlds".

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Kommunikation und Kontingenz

Gesellschaft besteht nach Luhmann aus nichts anderem als aus Kommunikation und stellt sich aus der Sicht eines Beobachters als Summe beobachtbarer Mitteilungen dar. Kommunikation ist nach Luhmann die Einheit dreier Selektionen, sie kommt dann zustande, wenn Information ausgewählt wird, mitgeteilt wird und Anschluss findet, in dem die Differenz zwischen Information und Mitteilung beobachtet und als wahrgenommene Kommunikationsofferte zum Anknüpfungspunkt weiterer Kommunikation werden kann (vgl. Luhmann 1987: 196). Damit impliziert Luhmann einen relativ voraussetzungsarmen Kommunikationsbegriff, der nicht auf die sinngemäße Übertragung von Informationen oder ein irgendwie geartetes Einverständnis zwischen den Kommunikationspartner setzt, sondern die bloße Wahrnehmung eines Mitteilungsverhaltens und ihre Zurechnung zu einer Mitteilungsinstanz zum Kristallisationspunkt von Sozialität macht.

Zustande kommt Kommunikation in Situationen der doppelten Kontingenz. Dabei handelt es sich um Situationen der Anwesenheit zweier Personen, die sich wechselseitig wahrnehmen und einander als mit freiem Willen ausgestattet betrachten, wenn die beobachteten Systeme „in spezifischer Weise erlebt und behandelt werden: nämlich als unendlich offene, in ihrem Grunde dem fremden Zugriff entzogenen Möglichkeiten der Selbstbestimmung.“ (Luhmann 1987: 152). Die wechselseitige erfahrbare Unterstellung dieser Unbestimmtheit konstituiert doppelte Kontingenz und setzt Unsicherheit und Orientierungssuche an den Anfang von Sozialität. Die Lösung dieses Problems setzt die Stabilisierung von Erwartungen voraus, sodass durch die Entstehung von Erwartungen Strukturen als Orientierungspunkte entstehen, die sich als Ausgangspunkte für Zurechnungen und Selektionen bewähren und Kommunikation in Gang setzen (vgl. Luhmann 1987: 415).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitendes zur Empirie und Theorie sozialer Netzwerke: Einführung in die Problematik der theoretischen Konzeptualisierung sozialer Netzwerke und Zielsetzung der Arbeit.

2. Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien: Untersuchung der gemeinsamen theoretischen Grundlagen bei Luhmann und White.

2.1. Grundintentionen konstruktivistischer Gesellschaftstheorien: Luhmann vs. White: Vergleich der Ansätze zur Kommunikation und gesellschaftlichen Strukturierung.

2.1.1. Kommunikation und Kontingenz: Darstellung der systemtheoretischen und konstruktivistischen Definition von Kommunikation als Lösung des Problems der doppelten Kontingenz.

2.1.2. Die Lösung doppelter Kontingenz durch reflexive Zurechnungen: Analyse, wie sich durch wechselseitige Erwartungen stabile soziale Strukturen bilden.

2.1.3. Die Makrostrukturen der modernen Gesellschaft: Vergleich der funktionalen Differenzierung bei Luhmann mit der sozialdimensionalen Strukturierung bei White.

2.1.4. Identitäten und Personen im Kontext der modernen Gesellschaft: Untersuchung der Konstruktion von Identität als soziale Instanz und als "Knoten" in der Kommunikation.

2.2. Theorie sozialer Netzwerke: Übertragung der systemtheoretischen Konzepte auf die Analyse sozialer Netzwerke.

2.2.1. Relationen in Netzwerken: Definition von Netzwerk-Relationen als soziale Strukturen bzw. Erwartungsstrukturen.

2.2.2. Knoten in Netzwerken: Konzeptualisierung der Knoten als Personen, die als Zurechnungspunkte für Kommunikation fungieren.

2.2.3. Netzwerke in der (modernen) Gesellschaft: Erörterung der Frage, inwiefern soziale Netzwerke ein Spezifikum der modernen Gesellschaft darstellen.

2.3. Systemtheorie sozialer Netzwerke: Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen einer systemtheoretischen Netzwerkanalyse.

2.3.1. Netzwerke als Systeme?: Kritische Auseinandersetzung mit der Einordnung von Netzwerken als soziale Systeme.

2.3.2. Offene oder geschlossene Netzwerke?: Untersuchung der Systemgrenzen und der kollektiven Identität von Netzwerkstrukturen am Beispiel von Gangs.

2.3.3. Netzwerke als reflexive Adressenkombination: Analyse der Rolle multipler Inklusionen für die reflexive Adressenkombination.

2.3.4. Strong ties, Weak ties und Small worlds systemtheoretisch interpretiert: Systemtheoretische Neuinterpretation klassischer netzwerktheoretischer Phänomene.

3. Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der zukünftigen Bedeutung sozialer Netzwerke.

Schlüsselwörter

Soziale Netzwerke, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Harrison White, Konstruktivismus, Soziale Strukturen, Kommunikation, Doppelte Kontingenz, Identität, Person, Multiple Inklusion, Reflexivität, Relationen, Strong Ties, Weak Ties.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie soziale Netzwerke theoretisch aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien, namentlich der Systemtheorie von Niklas Luhmann und dem relationalen Konstruktivismus von Harrison C. White, beschrieben und konzeptualisiert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Natur der sozialen Beziehung, die Rolle von Kommunikation, die Konstruktion von Identität und Personen in modernen Gesellschaften sowie die systemtheoretische Einordnung von Netzwerkphänomenen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die "theorietechnische Basis" für eine angemessene theoretische Konzeptualisierung sozialer Netzwerke zu legen und bekannte empirische Phänomene aus der Netzwerkforschung systemtheoretisch zu reformulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die zentrale Begriffe und Konzepte der genannten Soziologen vergleicht, auf die Fragestellung anwendet und durch eine systemtheoretische Perspektive neu interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung grundlegender soziologischer Annahmen (Kommunikation, Kontingenz), eine Theorie sozialer Netzwerke (Relationen, Knoten) und eine spezifische Systemtheorie sozialer Netzwerke (Netzwerk-System-Differenz, Small Worlds).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Soziale Netzwerke, Systemtheorie, Konstruktivismus, Kommunikation, Doppelte Kontingenz, Identität, Person, Multiple Inklusion und Reflexivität.

Warum betrachtet die Arbeit Netzwerke als Produkte der modernen Gesellschaft?

Die Arbeit argumentiert, dass erst die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft die notwendigen Freiräume schafft, in denen Akteure ihre sozialen Beziehungen aktiv gestalten und Kontakte über traditionelle Klassen- und Schichtgrenzen hinweg knüpfen können.

Wie werden die klassischen Begriffe "Strong ties" und "Weak ties" systemtheoretisch eingeordnet?

Sie werden als sich in Interaktionen realisierende soziale Strukturen modelliert, wobei "strong ties" mit persönlicher Vertrautheit und Interaktionssystemen assoziiert werden, während "weak ties" als funktionsspezifisch begrenzte Rollenbeziehungen interpretiert werden.

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Details

Title
Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien
College
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Course
Soziale Netzwerke - Theorien und empirische Analysen
Grade
1,3
Author
Manuel Wätjen (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V65286
ISBN (eBook)
9783638578905
ISBN (Book)
9783656793700
Language
German
Tags
Soziale Netzwerke Perspektive Gesellschaftstheorien Soziale Netzwerke Theorien Analysen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Wätjen (Author), 2006, Soziale Netzwerke aus der Perspektive konstruktivistischer Gesellschaftstheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65286
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