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Toleranz bei den Werken von Donald Judd

Title: Toleranz bei den Werken von Donald Judd

Seminar Paper , 2004 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christopher Bünte (Author)

Art - Installation / Action/Performance Art / Modern Art
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, wie sich die Werke von Donald Judd zu dem Grundwert der Toleranz verhalten. Ist dieses Thema zentral bei der Betrachtung der Werke des Künstlers? Oder ist es zu vernachlässigen? Inwiefern ist Donald Judd ein toleranter Mensch gewesen? Und findet sich etwas von seiner Grundhaltung in seinen Arbeiten wieder? Mit Hilfe dieser Fragen soll der philosophische Hintergrund näher beleuchtet werden, vor dem Donald Judds Arbeiten entstanden sind. Die Frage nach dem handwerklichen Anspruch seiner Tätigkeit als Künstler muss dabei vernachlässigt werden.
In erster Linie wird in der vorliegenden Arbeit Wert auf die eigenen Aussagen des Künstlers gelegt. In dieser Hinsicht spielen folgende Texte eine wichtige Rolle: Bruce Glaser: Fragen an Stella und Judd (1964), Donald Judd: Spezifische Objekte (1964), Aufzeichnung eines Gesprächs mit Donald Judd an der Ruhr-Universität Bochum (1990)und Donald Judd: Nie wieder Krieg (1991). Außerdem ist Thomas Kellein zu danken für die Publikation zur Ausstellung „Donald Judd. Das Frühwerk 1955-1968“, die bei der vorliegenden Arbeit eine große Hilfe war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.

2. Was ist Toleranz?

3. „The whole’s it.“

4. Galvanisiertes Eisen - Die Beschreibung einer Plastik.

5. Donald Judd und der Krieg.

6. Schlussbetrachtung.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den philosophischen Hintergrund der Kunst Donald Judds unter der spezifischen Fragestellung, inwiefern der Grundwert der Toleranz in seinem Werk sowie seinem künstlerischen Selbstverständnis eine Rolle spielt.

  • Philosophische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Toleranz.
  • Analyse der künstlerischen Ablehnung traditioneller europäischer Kompositionsprinzipien.
  • Untersuchung des Konzepts der "spezifischen Objekte" und der Einheit des Werks.
  • Kritische Betrachtung von Judds politischer Haltung, insbesondere in Bezug auf Krieg und soziale Verantwortung.
  • Die Vermittlung von Toleranz als erzieherische Funktion und sinnliche Erfahrung im Werk.

Auszug aus dem Buch

3. „The whole’s it.“

Bevor der Frage nachgegangen wird, inwieweit in den Werken von Donald Judd der Gedanke der Toleranz thematisiert wird, liegt es nahe, einen Blick darauf zu werfen, was Donald Judd selber zu seiner Arbeit gesagt hat. Dabei wird im folgenden Textabschnitt der Schwerpunkt weniger auf seine handwerklichen Arbeitsmethoden gelegt, sondern mehr auf die Idee und den philosophischen Hintergrund seiner Werke.

Zunächst ist festzustellen, dass Donald Judd gewisse Vorbehalte gegenüber der europäischen Kunst hat, die bis Anfang der 1960er Jahre enstanden war. In seinem Aufsatz Specific Objects, der 1964 im Arts Yearbook 8 veröffentlich wurde, spricht er von Unzulänglichkeiten und bezieht sich damit in erster Linie auf Malerei und Skulptur aus Europa. Er hält die europäische Kunst grundsätzlich für Kunst, die einem spezifischen Denksystem entspringt. Er sieht hinter den Ansprüchen von Balance, Komposition und relational art eine gewisse rationalistische Denkweise und Ordnung, von der er sich abwenden möchte. Schon ein Jahr vor der Veröffentlichung des Aufsatzes Specific Objects stellte Donald Judd diesen wichtigen Aspekt seines Denkens heraus, in einem für die Selbstfindung der Minimal Art bedeutsamen Radiointerview:

“[Mir gefallen] die Eigenschaften der bisherigen europäischen Kunst [nicht]. Das sind unzählig viele und komplexe, aber hauptsächlich würde ich sagen, dass sie mit einer Philosophie in Verbindung stehen – Rationalismus, rationalistische Philosophie.”

Einer der wichtigsten Ansatzpunkte, um Donald Judds Arbeiten zu verstehen, ist sein Anspruch, auf Komposition zu verzichten. In diesem Interview mit Donald Judd, Frank Stella und Bruce Glaser im Februar 1964 vermittelt Stella auf sehr unkonventionelle Weise, worum es vielen europäischen Malern geht:

„Ihre Grundidee ist die Balance. Man macht etwas in einer Ecke, und dann balanciert man es aus mit etwas in der anderen Ecke”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung.: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie sich der Grundwert Toleranz zum Werk von Donald Judd verhält und welche Quellen für die Untersuchung maßgeblich sind.

2. Was ist Toleranz?: Das Kapitel beleuchtet die etymologische und historische Entwicklung des Begriffs Toleranz sowie seine soziologische Bedeutung im Kontext menschlicher Beziehungen.

3. „The whole’s it.“: Hier wird der philosophische Ansatz Donald Judds erläutert, insbesondere seine Ablehnung kompositioneller Kunst zugunsten einer ganzheitlichen, objektiven Formensprache.

4. Galvanisiertes Eisen - Die Beschreibung einer Plastik.: Anhand eines konkreten Werks von 1965 wird verdeutlicht, wie Judd seine theoretischen Maximen von Einheit und Klarheit in die materielle Praxis umsetzt.

5. Donald Judd und der Krieg.: Das Kapitel analysiert Judds politische Stellungnahmen, insbesondere seinen Aufsatz „Nie wieder Krieg“, und setzt sein soziales Engagement in Bezug zu seinem künstlerischen Anspruch auf Klarheit.

6. Schlussbetrachtung.: Die Schlussbetrachtung führt die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Werk zwar selbst kein „tolerantes Objekt“ ist, aber die Fähigkeit zur Toleranz beim Betrachter einfordert und fördert.

Schlüsselwörter

Donald Judd, Minimal Art, Toleranz, Spezifische Objekte, Komposition, Einheit, Industriematerial, Kunstgeschichte, Relational Art, Wahrnehmung, Politisches Engagement, Ästhetik, Moderne Kunst, Philosophie, Objektivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen den Werken des Künstlers Donald Judd und dem abstrakten Grundwert der Toleranz.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Theorie der Minimal Art, die kunsthistorische Abgrenzung zur europäischen Komposition sowie die politische Philosophie des Künstlers.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie sich eine "tolerante Grundhaltung" oder philosophische Absichten des Künstlers in seinen als "spezifische Objekte" bezeichneten Werken manifestieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine kunstwissenschaftliche Textanalyse, die vorrangig auf die Primärtexte und Aussagen des Künstlers selbst zurückgreift.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden Judds theoretische Schriften analysiert, eine exemplarische Werkanalyse durchgeführt und seine politische Haltung kritisch beleuchtet.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit ist charakterisiert durch die Verknüpfung von ästhetischen Fragen der Formgestaltung mit ethischen Fragestellungen zum menschlichen Zusammenleben.

Welche Rolle spielt der Begriff "vertical stack" für das Verständnis von Judds Kunst?

Der "vertical stack" dient als konkretes Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie Judd durch mathematische Reihung die traditionelle Komposition überwindet und die Wahrnehmung des Ganzen in den Vordergrund rückt.

Warum bezieht der Autor den Aufsatz "Nie wieder Krieg" in die Analyse ein?

Dieser Text dient dazu, Donald Judd auch als politisch denkenden Menschen zu zeigen, um den Vorwurf zu entkräften, seine Kunst sei rein formalistisch und frei von menschlichem Hintergrund.

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Details

Title
Toleranz bei den Werken von Donald Judd
College
University of Freiburg  (Kunsthistorisches Seminar)
Course
Proseminar: Minimal Art
Grade
2,0
Author
Christopher Bünte (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V65298
ISBN (eBook)
9783638579018
Language
German
Tags
Toleranz Werken Donald Judd Proseminar Minimal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Bünte (Author), 2004, Toleranz bei den Werken von Donald Judd, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65298
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