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Die Brunnenschale von St.Ulrich

Title: Die Brunnenschale von St.Ulrich

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Christopher Bünte (Author)

Art - Sculpture / Plastics
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Summary Excerpt Details

Die Bearbeitung des Beckens von St. Ulrich beginnt 1873 mit dem ersten Jahrgang der heimatgeschichtlichen ReiheSchau-ins-Land.Darin veröffentlicht ein nicht näher genannter Autor („H. H.“) einen dreiseitigen Text über den „Springbrunnen zu St. Ulrich“. Obwohl sich der Text an ein interessiertes Laienpublikum wendet, beschäftigen den Autoren bereits spannende Fragen hinsichtlich Funktion, Herkunft und Aufstellungsort des Beckens. Die Antworten auf diese Fragen lässt der Autor offen.
Fast ein Vierteljahrhundert später führt Franz Xaver Kraus das Becken von St. Ulrich im zweiten Band seiner Geschichte der christlichen Kunst an. Das Werk erscheint 1897 und enthält einen Abschnitt über Taufsteine. Kraus versucht dort, eine Entwicklungslinie dieser sakralen Ausstattungsstücke zu entwickeln. Dabei unterstellt er (ohne seine Behauptung näher zu begründen), dass es sich bei dem Becken um einen Taufstein handele und das es eine „grosse Verwandtschaft mit demjenigen von Chiavenna“ habe.
Wenige Jahre später (1904) erscheint von Franz Xaver Kraus eine ausführliche Bearbeitung des Beckens in Die Kunstdenkmäler des Grossherzugtums Baden.Nach einer eingehenden Beschreibung deutet der Autor die Komposition der Figuren- und Tierfriese als Darstellung des Weltgerichts. Er hält das Becken anscheinend für kein sonderlich ungewöhnliches Kunstwerk, denn er verweist auf zahlreiche ähnliche Objekte in Italien, Frankreich und England. Zeitlich ordnet er das Becken dem 11. Jahrhundert zu. Kraus nimmt weiter an, dass das Becken nicht aus der Region stammt, sondern von anderswo in den Breisgau transportiert wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Dokumentation

I. Literaturbericht

II. Text- und Bildquellen

III. Beschreibung

IV. Aufstellungsort

V. Datierung

VI. Funktion

B. Typen-, Motiv-, Funktions- und Stilgeschichte sowie ikonographische Fragen

I. Typen- und Motivgeschichte

II. Funktionsgeschichte

III. Stilgeschichte

IV. Ikonographie

C. Ideengeschichte

I. Auftraggeber

II. Landschaft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das kunsthistorisch schwer einzuordnende „Becken von St. Ulrich“ im Schwarzwald, mit dem primären Ziel, dessen ursprüngliche Funktion, Datierung und Herkunft anhand der vorhandenen Quellenlage und stilistischer Vergleiche kritisch zu analysieren.

  • Forschungsgeschichte und Literaturkritik zum Becken
  • Stilgeschichtliche Einordnung im Kontext romanischer Plastik
  • Ikonographische Deutung der Figuren- und Tierfriese
  • Kontroverse Diskussion: Taufstein vs. Brunnen
  • Ideengeschichtliche Herleitung der Auftraggeberschaft

Auszug aus dem Buch

III. Beschreibung

Das Becken von St. Ulrich im Schwarzwald ist rundförmig und besitzt einen Durchmesser von 259 cm. Die Außenwand ist 72 cm hoch und fällt senkrecht ab, so dass das Becken in seiner äußeren Form einem sehr flachen Zylinder entspricht, nicht unähnlich einem liegenden Rad oder einer liegenden Münze. Solche Vergleiche sollen jedoch nicht über die beachtliche Größe des Objekts hinwegtäuschen. Schätzungsweise wiegt das Becken aus rotem Sandstein acht Tonnen. Die Außenwand ist reich verziert: Insgesamt drei Reliefbänder ziehen sich rund um das Becken.

Das unterste Band ist schmal, ungefähr ein Fünftel der Außenwand breit und sehr verwittert. Einige Darstellungen von Fabelwesen sind noch zu erkennen, zum Beispiel ein Drache.

Das mittlere Reliefband nimmt den größten Teil der Außenwand ein, nämlich circa drei Fünftel der Fläche. Unter Arkaden finden sich hier Darstellungen der zwölf Apostel und von zwölf Propheten. Erstere sind mit Büchern gekennzeichnet, letztere mit Schriftrollen und anderen Attributen. Die Arkadenreihe mit den Aposteln und Propheten wird an zwei direkt gegenüberliegenden Punkten unterbrochen.

An diesen zwei Stellen stellt das mittlere Band jeweils eine Figur in einer Mandorla heraus. Bei einer Figur handelt es sich um den sitzenden Jesus Christus. Er hat die linke Hand erhoben und hält in der Rechten ein geöffnetes Buch. Er ist umgeben mit den vier Evangelisten-Symbolen: links oben sitzt ein Engel (Matthäus), rechts oben ein Adler (Johannes), links unten ein Löwe (Markus) und rechts unten ein Stier (Lukas). Es handelt sich also um eine Maiestas domini. Im Gegensatz zu Christus ist die Figur auf der anderen Seite nicht exakt zu bestimmen. Sie sitzt ebenfalls in einer Mandorla und hat die Arme geöffnet. Es wurde vermutet, dass es sich um Maria oder eine weitere Christus Darstellung handelt (Kraus). Die rechte Hand ist leer, in der Linken befindet sich ein länglicher, kurzer Gegenstand, vielleicht ein Schlüssel oder eine Blume. Umrahmt ist die zweite Mandorla von zwei Figuren, die jeweils eine abgerollte Schriftrolle halten.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Dokumentation: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über den Forschungsstand seit 1873 und analysiert die relevanten Text- sowie Bildquellen.

B. Typen-, Motiv-, Funktions- und Stilgeschichte sowie ikonographische Fragen: Hier erfolgt eine kritische kunsthistorische Analyse der Form, der Ikonographie sowie der stilistischen Einordnung des Objekts in den Kontext romanischer Kunst.

C. Ideengeschichte: Dieses Kapitel erörtert spekulative Ansätze zur möglichen Auftraggeberschaft und zum geografischen Ursprung des Werkstücks.

Schlüsselwörter

Becken von St. Ulrich, Romanik, Bauskulptur, Taufstein, Brunnen, Schwarzwald, Ikonographie, Maiestas Domini, Reliefbänder, Kunstgeschichte, Sandstein, Mittelalter, Oberrhein, Apostel, Forschungskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Untersuchung eines rätselhaften, steinernen Beckens in St. Ulrich im Schwarzwald, das lange Zeit Gegenstand kunsthistorischer Debatten war.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Nutzungsgeschichte, die stilistische Einordnung im Vergleich zu anderen romanischen Werken und die Deutung der ikonographischen Reliefs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine kritische Aufarbeitung der ungeklärten Herkunft und der ursprünglichen Funktion des Beckens – insbesondere die Abwägung zwischen der Nutzung als Taufstein oder Brunnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine methodische Literaturanalyse kombiniert mit einer vergleichenden stilistischen und ikonographischen Untersuchung von zeitgenössischen Vergleichsobjekten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Dokumentation des Forschungsstandes, eine detaillierte Objektbeschreibung und eine tiefgehende Analyse der Typen-, Stil- und Funktionsgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind St. Ulrich, romanische Plastik, Ikonographie, Taufstein-Brunnen-Diskurs und Kunstdenkmäler des Mittelalters.

Warum wird die Funktion des Beckens als "Taufstein" in Frage gestellt?

Die Forschung hinterfragt diese klassische Interpretation, da ikonographische Bezüge zur Taufe fehlen und die historische Überlieferung (1742) das Objekt explizit als Brunnen bezeichnet.

Welche Rolle spielt der Steinbruch bei Emmendingen in der Argumentation?

Er dient als Gegenargument zur These, das Becken müsse aufgrund des Materials von weit her transportiert worden sein, da der entsprechende Sandstein regional verfügbar ist.

Welche Bedeutung hat die Inschrift auf dem Becken?

Die heute nicht mehr vollständig lesbare Inschrift wird als Beleg für die Verkündigung der christlichen Heilslehre gewertet, was die spirituelle Bedeutung der Anlage unterstreicht.

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Details

Title
Die Brunnenschale von St.Ulrich
College
University of Freiburg  (Kunsthistorisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Mittelalterliche Bauskulptur in Süddeutschland und der Schweiz
Grade
1,5
Author
Christopher Bünte (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V65299
ISBN (eBook)
9783638579025
ISBN (Book)
9783656812692
Language
German
Tags
Brunnenschale Ulrich Hauptseminar Mittelalterliche Bauskulptur Süddeutschland Schweiz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Bünte (Author), 2006, Die Brunnenschale von St.Ulrich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65299
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