„Der hungrige Riese“ (Hirn 2005), so bezeichnet das Manager Magazin in einem aktuellen Artikel China, das aufgrund seines großen Öldurstes Ängste auf dem Ölmarkt hervorruft, denn „(d)ie steigende Nachfrage aus China wird die Ölpreise immer weiter nach oben treiben“ (ebenda). Den Grund für diesen Durst sehen die Medien eindeutig in der wirtschaftlichen Entwicklung und der damit anziehenden Nachfrage nach Öl. Diese wird angeblich hervorgerufen durch die
fortschreitende Industrialisierung und eines ungebremsten Wachstums der Zahl privater Pkw (Mathies 2004: 189). Außerdem zeichnet sich ab, dass China zum Global Player auf dem Ölmarkt aufsteigen wird, denn „China hat mittlerweile Japan als größten Ölimporteur nach den USA abgelöst“ (Matthies 2004: 189).
Durch den nachfragebedingten Preisdruck und die steigende Bedeutung Chinas,
befürchtet die Weltwirtschaft eine starke Belastung der Weltkonjunktur. Deshalb wird jede Aktivität Chinas auf dem Ölmarkt mit größtem Interesse verfolgt. Hierbei stellt sich jedoch eine Frage: Handelt es sich bei diesen Befürchtungen und Ängsten tatsächlich um nachweisbare, empirisch belegbare Vorgänge, oder stellen diese Aussagen lediglich subjektive Einschätzungen dar?
Dieser Frage gilt es nun auf den Grund zu gehen. Zunächst soll eine Abgrenzung
des Untersuchungsgebietes stattfinden. Dabei soll besonders darauf geachtet
werden den Markt für Öl eng einzugrenzen. Hierbei soll vor allem herausgestellt werden, wie sich der Rohölmarkt im Einzelnen zusammensetzt und was es dabei zu beachten gibt. Danach soll die derzeitige Lage am Ölmarkt genauer untersucht werden. Schwerpunkt soll dabei die Analyse der Angebots- und Nachfrageseite unter expliziter Berücksichtigung Chinas sein. Anschließend soll Chinas zukünftige Ölnachfrage genau untersucht werden. Dabei soll zunächst die große Abhängigkeit Chinas vom globalen Ölmarkt herausgearbeitet werden. Danach soll durch eine Prognose die Nachfrageentwicklung in China genauer betrachtet werden. Daraufhin
werden Einwände gegen diese Prognose aufgezeigt und diskutiert. Abschließend soll aufgrund der Untersuchungsergebnisse ein klareres Bild über die Zusammenhänge vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Ölmarkt und die Weltkonjunktur
2. Rohöl - kein homogenes Gut
3. Der heutige Ölmarkt in der Analyse
3.1. Anbieter auf dem Ölmarkt
3.2. Nachfrager auf dem Ölmarkt
4. Chinas zukünftige Rolle bei der Ölnachfrage
4.1. Chinas Abhängigkeit vom globalen Ölmarkt
4.2. Wie wird sich Chinas Ölnachfrage in Zukunft entwickeln?
4.3. Kritikpunkte an der prognostizierten Entwicklung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle Chinas als Akteur am globalen Ölmarkt, um zu klären, ob die Befürchtungen hinsichtlich eines durch China verursachten Preisdrucks empirisch belegbar sind oder auf subjektiven Einschätzungen basieren. Ziel ist es, die Angebots- und Nachfragestrukturen zu analysieren und eine fundierte Einschätzung zur zukünftigen Ölnachfrageentwicklung des Landes zu treffen.
- Analyse der globalen Angebots- und Nachfragestrukturen für Rohöl
- Untersuchung der Abhängigkeit Chinas von globalen Rohölimporten
- Prognose der zukünftigen Ölnachfrageentwicklung in China
- Kritische Würdigung der Prognosemodelle und Identifikation potenzieller Substituierbarkeit
Auszug aus dem Buch
1. Der Ölmarkt und die Weltkonjunktur
„Der hungrige Riese“ (Hirn 2005), so bezeichnet das Manager Magazin in einem aktuellen Artikel China, das aufgrund seines großen Öldurstes Ängste auf dem Ölmarkt hervorruft, denn „(d)ie steigende Nachfrage aus China wird die Ölpreise immer weiter nach oben treiben“ (ebenda). Den Grund für diesen Durst sehen die Medien eindeutig in der wirtschaftlichen Entwicklung und der damit anziehenden Nachfrage nach Öl. Diese wird angeblich hervorgerufen durch die fortschreitende Industrialisierung und eines ungebremsten Wachstums der Zahl privater Pkw (Mathies 2004: 189).
Außerdem zeichnet sich ab, dass China zum Global Player auf dem Ölmarkt aufsteigen wird, denn „China hat mittlerweile Japan als größten Ölimporteur nach den USA abgelöst“ (Matthies 2004: 189).
Durch den nachfragebedingten Preisdruck und die steigende Bedeutung Chinas, befürchtet die Weltwirtschaft eine starke Belastung der Weltkonjunktur. Deshalb wird jede Aktivität Chinas auf dem Ölmarkt mit größtem Interesse verfolgt.
Hierbei stellt sich jedoch eine Frage: Handelt es sich bei diesen Befürchtungen und Ängsten tatsächlich um nachweisbare, empirisch belegbare Vorgänge, oder stellen diese Aussagen lediglich subjektive Einschätzungen dar?
Dieser Frage gilt es nun auf den Grund zu gehen. Zunächst soll eine Abgrenzung des Untersuchungsgebietes stattfinden. Dabei soll besonders darauf geachtet werden den Markt für Öl eng einzugrenzen. Hierbei soll vor allem herausgestellt werden, wie sich der Rohölmarkt im Einzelnen zusammensetzt und was es dabei zu beachten gibt. Danach soll die derzeitige Lage am Ölmarkt genauer untersucht werden. Schwerpunkt soll dabei die Analyse der Angebots- und Nachfrageseite unter expliziter Berücksichtigung Chinas sein. Anschließend soll Chinas zukünftige Ölnachfrage genau untersucht werden. Dabei soll zunächst die große Abhängigkeit Chinas vom globalen Ölmarkt herausgearbeitet werden. Danach soll durch eine Prognose die Nachfrageentwicklung in China genauer betrachtet werden. Daraufhin werden Einwände gegen diese Prognose aufgezeigt und diskutiert. Abschließend soll aufgrund der Untersuchungsergebnisse ein klareres Bild über die Zusammenhänge vorgestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Ölmarkt und die Weltkonjunktur: Einführung in die Thematik der wachsenden chinesischen Ölnachfrage und Formulierung der zentralen Forschungsfrage zur Objektivität der globalen Ängste.
2. Rohöl - kein homogenes Gut: Erläuterung der Komplexität des Rohölmarktes, da aufgrund unterschiedlicher Qualitäten und Herkunftsländer kein homogenes Gut vorliegt.
3. Der heutige Ölmarkt in der Analyse: Analyse der Angebots- und Nachfrageseite unter der Annahme, dass Länder die primären Akteure sind.
4. Chinas zukünftige Rolle bei der Ölnachfrage: Untersuchung der Importabhängigkeit Chinas und Diskussion der zukünftigen Nachfrageentwicklung anhand von Prognosen und kritischen Gegenszenarien.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass Chinas künftige Rolle bedeutsam bleibt, aber durch viele unvorhersehbare Faktoren beeinflusst wird.
Schlüsselwörter
Ölmarkt, Rohöl, Weltkonjunktur, China, Ölnachfrage, Importabhängigkeit, Rohölreserven, Preisbildung, Industriewachstum, Prognose, Substitution, Energieträger, Weltmarkt, Wirtschaftswachstum, Handelsdaten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle Chinas als aufstrebender Akteur auf dem globalen Ölmarkt und analysiert, inwieweit die Sorge vor einer Überhitzung der Märkte durch den chinesischen Energiebedarf wissenschaftlich haltbar ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Differenzierung von Rohölsorten, die Analyse der weltweiten Angebots- und Nachfragesituation sowie die spezifische Untersuchung der chinesischen Importabhängigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die tatsächlichen Einflussmöglichkeiten Chinas auf den Ölpreis zu bewerten und zu prüfen, ob die in den Medien verbreiteten Ängste durch objektive Daten gestützt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Analyse wirtschaftlicher Daten, dem Vergleich von Produktions- und Verbrauchsvolumina verschiedener Länder sowie der kritischen Diskussion existierender Prognosestudien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Marktanalyse aus Anbieter- und Nachfragersicht, eine detaillierte Untersuchung der chinesischen Importabhängigkeit und eine kritische Auseinandersetzung mit Nachfrageprognosen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Ölmarkt, Rohöl, Weltkonjunktur, China, Ölnachfrage, Importabhängigkeit, Rohölreserven, Preisbildung und Prognose.
Warum wird Rohöl in der Arbeit nicht als homogenes Gut betrachtet?
Aufgrund der Vielzahl verschiedener Rohölsorten, die sich durch Eigenschaften wie Dichte und Schwefelgehalt (leicht, schwer, süß, sauer) unterscheiden und unterschiedliche Marktpreise erzielen, ist eine pauschale Behandlung als „ein Gut“ ökonomisch ungenau.
Wie bewerten die Autoren die Rolle der Politik in Chinas Ölnachfrage?
Die Autoren weisen darauf hin, dass die chinesische Regierung durch regulatorische Maßnahmen wie Fahrverbote, Zulassungsbeschränkungen oder die Förderung alternativer Energien die Ölnachfrage aktiv steuern und somit den prognostizierten Trends entgegenwirken könnte.
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- Georg Grimm (Author), Florian Wildmoser (Author), 2006, Das Öl und die Weltwirtschaft - China - Schlüsselrolle am Ölmarkt der Zukunft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65328