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Hongkong Neo-Noir. Narrative und ästhetische Kennzeichen des Film Noir am Beispiel von John Woos "The Killer"

Title: Hongkong Neo-Noir. Narrative und ästhetische Kennzeichen des Film Noir am Beispiel von John Woos "The Killer"

Thesis (M.A.) , 2006 , 138 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jürgen Overheid (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Die Schatten des klassischen Film Noir sind lang - und das nicht nur in einer zeitlichen, sondern auch in einer räumlichen Dimension. In der Zeit nach Orson Welles Epitaph TOUCH OF EVIL hatte der Neo-Noir den Weg angetreten, das reiche Erbe des klassischen Film Noir an narrativen und stilistischen Konventionen fortzuführen, und konnte sich auf seinem langen Weg von einem nationalen zu einem internationalen Phänomen entwickeln. Da sich die filmwissenschaftlichen Diskurse über das Noir-Phänomen bislang ausschließlich auf die amerikanische und europäische Filmlandschaft bezogen haben, ist eine analytische Auseinandersetzung mit dem asiatischen Kino bisher ausgeblieben. Dass sein „universal appeal“ aber auch vor dem Hongkong-Kino keinen Halt machte, verdeutlicht und analysiert die Arbeit anhand einer detaillierten und aufschlussreichen Filmanalyse von John Woos kantonesischem Meisterwerk THE KILLER. Der Autor nimmt dabei zunächst Rekurs auf den klassischen Film Noir und gibt einen ausführlichen Überblick über die Komplexität und Vielschichtigkeit seiner Erscheinungsformen sowie die damit verbundenen Definitionsprobleme für die Filmwissenschaft. Zudem werden die entstehungsgeschichtlichen Kontextbedingungen und die damit verbundenen Einflussnahmen auf seine einzigartige Erscheinungsform behandelt. Dabei werden sowohl soziokulturelle und gesellschaftspolitische Einflüsse als auch filmhistorische und literarische Beeinflussungen aufgezeigt, die seine narrativen und ästhetischen Verfahrensweisen sowie seine charakteristischen Figurentypen nachhaltig prägten. Daneben wird der visuelle Stil des Film Noir ebenso beleuchtet, wie die vielfältigen und Wesensbestimmenden narrativen Strukturelemente und die charakteristischen Handlungsmotive. Darüber hinaus verfolgt der Autor die Metamorphose eines nicht einvernehmlich klassifizierbaren Phänomens zu einem allgemein anerkannten Genre Neo-Noir und zeigt in einem Exkurs zur Selbstreflexivität im Neo-Noir-Film das postmoderne Zitatenspiel des neuen Genres auf. Ausgehend von dieser etablierten Analysegrundlage folgt die fundierte Auseinandersetzung zu John Woos Film THE KILLER, die durch zahlreiche Abbildungen, ein ausführliches Sequenzprotokoll und eine umfangreiche Literaturliste abgerundet wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 EINFÜHRUNG

1.2 AUFBAU

2. WAS IST FILM NOIR?

2.1 ERSTE ANNÄHERUNGEN

2.2 BEGRIFFSGENESE

2.3 GENRE, STIL UND/ODER BEWEGUNG?

3. DIE WURZELN DES FILM NOIR

3.1 HISTORISCHE EINFLÜSSE

3.2 LITERARISCHE EINFLÜSSE

3.3 FILMISCHE EINFLÜSSE

4. DIE PROTAGONISTEN IM FILM NOIR

4.1 MÄNNLICHE PROTAGONISTEN

4.2 WEIBLICHE PROTAGONISTEN

5. DER VISUELLE STIL DES FILM NOIR

5.1 LOW-KEY VS. HIGH-KEY

5.2 SCHATTEN UND SILHOUETTEN

5.3 EXPRESSIVE KAMERAPOSITIONEN

6. DIE NARRATIVEN STRUKTUREN DES FILM NOIR

6.1 VOICE-OVER UND RÜCKBLENDE ALS GESTÄNDNIS

6.2 INVESTIGATIVE RÜCKBLENDEN UND VOICE-OVER

6.3 DAS ENDE DES HAPPY-ENDS

6.4 DIE AUDITIVE EBENE

7. DIE HANDLUNGSMOTIVE DES FILM NOIR

7.1 DER HANDLUNGSORT

7.2 DIE DARSTELLUNG VON GEWALT

7.3 DOPPELGÄNGER, SPIEGEL UND PORTRÄTS

8. VOM FILM NOIR ZUM NEO-NOIR

8.1 DIE ENTWICKLUNGSPHASEN DES KLASSISCHEN FILM NOIR

8.1.1 ROMANTIK (1941-CA.1946)

8.1.2 ENTFREMDUNG (1944 – 1949)

8.1.3 OBSESSION (1949 -1958)

8.2 FILM NOIR WIRD GENRE

8.3 DIE ENTWICKLUNGSPHASEN DES NEO-NOIR

8.3.1 NOSTALGIE (1960ER UND 70ER)

8.3.2 RENAISSANCE (1980ER)

8.3.3 IRONIE (1990ER) UND EXZESS (AB 2000)

9. JOHN WOOS THE KILLER: EIN HONGKONG NEO-NOIR

9.1 BIOGRAPHIE UND WERKBESCHREIBUNG VON JOHN WOO

9.2 EXKURS: SELBSTREFLEXIVITÄT IM NEO-NOIR

9.3 SELBSTREFLEXIVITÄT UND INTERTEXTUALITÄT IN THE KILLER

9.4 PROTAGONISTEN IN THE KILLER

9.5 VISUALITÄT IN THE KILLER

9.6 NARRATIVE STRUKTUREN IN THE KILLER

9.7 HANDLUNGSMOTIVE IN THE KILLER

10. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die Magisterarbeit untersucht die Übertragbarkeit der narrativen und ästhetischen Merkmale des amerikanischen Film Noir auf das Hongkong-Kino der späten 80er Jahre. Anhand der detaillierten Analyse von John Woos Meisterwerk „The Killer“ wird aufgezeigt, wie klassische Noir-Konventionen in einem anderen soziokulturellen Kontext neu interpretiert und als hybrider „Neo-Noir“ transformiert werden.

  • Evolution des Film Noir vom klassischen US-Kino zum modernen internationalen Phänomen
  • Stilistische Analyse (Lichtsetzung, Kamerapositionen) und narrative Strukturen (Rückblenden, Voice-Over)
  • Die Rolle der zentralen Protagonisten (Antiheld, Femme Fatale, Erlöserfigur)
  • Wechselwirkung zwischen filmischen Traditionen und lokalen Einflüssen (chinesische Oper, Triaden-Einfluss)
  • Selbstreflexivität und Intertextualität als Kennzeichen des zeitgenössischen Neo-Noir

Auszug aus dem Buch

3.3 Filmische Einflüsse

Während sich die Einflüsse der hard boiled school of fiction auf die Dialoge, die Erzählstruktur und die Charakterzeichnung der Protagonisten des Film Noir auswirkten, reichten die Wurzeln seiner visuellen Topoi bis zum deutschen expressionistischen Film der 20er Jahre zurück. Filme wie DER STUDENT VON PRAG (Henrik Galeen, 1926), DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM (Carl Boese/Paul Wegener, 1920), DAS CABINET DES DR. CALIGARI (Robert Wiene, 1920) und M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (Fritz Lang, 1930/31) hatten einen wichtigen Einfluss auf die visuellen Ausdrucksformen der Schwarzen Serie. Nach der Machtübernahme Hitlers im März 1933 zog es unzählige Filmschaffende aus Deutschland und Österreich in die USA. Viele von ihnen fanden ihr Filmexil in Hollywood und brachten ihren künstlerischen Hintergrund mit in ihre (amerikanischen) Filme ein, wodurch sie den Charakter des Film Noir entscheidend prägten:

Die Exilanten arbeiteten besonders im Film noir und den B-Pictures aller Genres. Dabei konnten und mussten sie ihre künstlerische Prägung nicht verleugnen, sondern brachten sie teils bewusst, teils unbewusst in die amerikanischen Filme ein und verbanden sie mit noch frischen und sozialen und kulturellen Erfahrungen.

Hollywood kam nun in Kontakt mit den Charakteristika des deutschen Expressionismus, der mit der Uraufführung von Robert Wienes stilprägenden Werk DAS CABINET DES DR. CALIGARI bereits im Februar 1920 das deutsche Kino erfasst hatte. Der Expressionismus, der zwischen 1910 und 1929 das künstlerische und geistige Klima in Deutschland bestimmte, richtete sich gegen den mimetischen Charakter des Naturalismus und die Darstellung der äußeren Erscheinung der Dinge des Impressionismus. Sein Augenmerk lag nicht mehr auf der Abbildung einer rationalen Wirklichkeit, sondern richtete den Blick auf das Innere des Menschen: seine subjektiven Empfindungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Führt in die zeitliche und räumliche Ausbreitung des Film Noir von den 40er Jahren in Amerika bis zum Hongkong-Kino der 80er Jahre ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung.

2. WAS IST FILM NOIR?: Beleuchtet die Komplexität und Entstehungsgeschichte des Begriffs und diskutiert, ob er als Genre, Stil oder filmische Bewegung klassifiziert werden kann.

3. DIE WURZELN DES FILM NOIR: Analysiert die historischen, literarischen und filmischen Einflüsse, die die charakteristischen Merkmale und die düstere Grundstimmung des Film Noir geformt haben.

4. DIE PROTAGONISTEN IM FILM NOIR: Untersucht die archetypischen Figuren des Noir, insbesondere männliche Antihelden und die ambivalenten Frauenrollen wie die femme fatale.

5. DER VISUELLE STIL DES FILM NOIR: Beschreibt die formale Gestaltung durch Low-Key-Beleuchtung, Chiaroscuro sowie Schatten und Silhouetten als Ausdrucksmittel psychischer Deformationen.

6. DIE NARRATIVEN STRUKTUREN DES FILM NOIR: Analysiert den Einsatz von Voice-Over und Rückblenden sowie den Bruch mit dem klassischen Happy-End als Strategien der Desorientierung.

7. DIE HANDLUNGSMOTIVE DES FILM NOIR: Behandelt die Inszenierung der urbanen Großstadt, die Darstellung expressiver Gewalt und die symbolische Nutzung von Spiegeln und Doppelgängern.

8. VOM FILM NOIR ZUM NEO-NOIR: Verfolgt die Evolution des Genres durch verschiedene Entwicklungsphasen bis zum modernen, selbstreflexiven Neo-Noir.

9. JOHN WOOS THE KILLER: EIN HONGKONG NEO-NOIR: Führt eine detaillierte Fallstudie von John Woos Werk durch, unter Einbeziehung biographischer Kontexte, visueller und narrativer Analysen.

10. SCHLUSSBETRACHTUNG: Fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die erfolgreiche Adaption von Noir-Verfahrensweisen im Hongkong-Kino durch John Woo.

Schlüsselwörter

Film Noir, Neo-Noir, Hongkong-Kino, John Woo, The Killer, Femme Fatale, Expressionismus, Hard-Boiled School, Noir-Ästhetik, Narrative Strukturen, Doppelgänger, Genretheorie, Selbstreflexivität, Gewaltdarstellung, Fatalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Übertragung der klassischen Merkmale des amerikanischen Film Noir auf das Hongkong-Kino der späten 1980er Jahre anhand von John Woos Film „The Killer“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die visuelle Ästhetik, narrative Strukturen, die Charakterisierung der Noir-Protagonisten (wie der Femme Fatale) sowie der Einfluss historischer und literarischer Vorbilder auf den Neo-Noir.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass John Woos Werk trotz kultureller Unterschiede eine kohärente Weiterführung der Noir-Tradition darstellt und als hybrider Neo-Noir klassifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die Theorieansätze (z.B. von Paul Schrader, Janey Place) mit einer detaillierten Analyse von Filmsequenzen und Symboliken kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Grundlagen des Film Noir und eine anschließende detaillierte Hauptuntersuchung von „The Killer“ bezüglich dessen visueller, narrativer und motivischer Ausgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neo-Noir, Femme Fatale, Hard-Boiled, Noir-Ästhetik, Selbstreflexivität, Doppelgänger und Hongkong-Kino.

Inwiefern beeinflusste die chinesische Oper den Film „The Killer“?

Die Arbeit zeigt auf, dass John Woo die Ästhetik und Choreographie der chinesischen Oper, insbesondere die Stilisierung von Bewegungen, nutzte, um die „Todesballette“ und Kampfszenen seines Films eine eigene Dynamik und Kunstform zu verleihen.

Welche Rolle spielt das Motiv der Kirche im Film „The Killer“?

Die Kirche fungiert sowohl als Ort der Ruhe und des spirituellen Rückzugs für den Protagonisten Jeffrey als auch als schicksalhafter Ort des finalen Showdowns, der die moralische Ambivalenz des Killers verdeutlicht.

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Details

Title
Hongkong Neo-Noir. Narrative und ästhetische Kennzeichen des Film Noir am Beispiel von John Woos "The Killer"
College
University of Bonn  (nstitut für Kommunikationswissenschaft (IfK-Bonn))
Grade
1,0
Author
Jürgen Overheid (Author)
Publication Year
2006
Pages
138
Catalog Number
V65350
ISBN (eBook)
9783638579445
ISBN (Book)
9783638710749
Language
German
Tags
Hongkong Neo-Noir Narrative Kennzeichen Film Noir Beispiel John Woos Killer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jürgen Overheid (Author), 2006, Hongkong Neo-Noir. Narrative und ästhetische Kennzeichen des Film Noir am Beispiel von John Woos "The Killer", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65350
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