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Frauen in der Nachkriegszeit

Title: Frauen in der Nachkriegszeit

Term Paper , 2002 , 11 Pages

Autor:in: Andre Steege (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich unter sozialhistorischer Fragestellung mit der Situation von Frauen in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands in den Jahren nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges.
Die Verwendung des Begriffs "Zusammenbruchsgesellschaft" soll dabei auf den Prozesscharakter und die Fortsetzung schon vor Kriegsende begonnener sozialer Entwicklungen hinweisen. Am Übergang zwischen Krieg und Nachkrieg kreuzten sich zwei Tendenzen, die beide mit der Tatsache der Abwesenheit eines großen Teils der männlichen Bevölkerung - und zwar insbesondere der "leistungsfähigsten Altersgruppen zwischen 25 und 40 Jahren" - zu tun hatten, woraus eine ganz besondere Situation für die zurückgebliebenen Frauen entstand: Es handelt sich zum einen um den, in erster Linie ökonomischen Sachzwängen geschuldeten, Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland auf eine schier unermessliche Größenordnung während des Krieges und nach kurzer Phase des Rückgangs auch in den unmittelbaren Nachkriegsjahren.
Die zweite Tendenz hatte auch einen handfesten ökonomischen Hintergrund, nämlich den Bedeutungsanstieg der Familie, welche zugleich Stabilitätsrest in einer zusammengebrochenen politischen und wirtschaftlichen Gesamtordnung als auch wichtigste Instanz der Überlebensorganisation, und das Rückgrat der Familien bildeten zunächst vor allem die Frauen.
In dieser Arbeit möchte ich darstellen, wie sich diese beiden Tendenzen in der unmittelbaren Nachkriegszeit entwickelten. Die hier gewählte Gliederung entspricht dem Überblickscharakter. Zunächst stelle ich die europäischen und weltpolitischen Folgen des 2. Weltkrieges abrisshaft dar. Des weiteren skizziere ich die allgemeine soziale Ausgangslage, um dann im Hauptteil, in zwei getrennten Kapiteln, auf die Rolle der Berufstätigkeit und der Familie für Frauen einzugehen.
Hilfreich für die Erstellung der Hausarbeit waren mir das Buch "Deutschland nach 1945" von Walter Göbel, welches auch als sogenanntes "Abiturwissen" eingesetzt wird und zudem die angegebenen Quellen von Ruhl "Frauen in der Nachkriegszeit".
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Europäische und weltpolitische Folgen des 2. Weltkrieges

3. Die Situation im besiegten Deutschland (Ausgangslage)

4. Frauenerwerbstätigkeit

4.1. Quantitative Entwicklungen

4.2. Qualitative Entwicklungen

5. Frauen und Familie

6. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht unter sozialhistorischer Perspektive die Lebenssituation von Frauen in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der kriegsbedingten ökonomischen Sachzwänge, die einerseits den massiven Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit erzwangen und andererseits den Bedeutungsanstieg der Familie als zentrale Instanz der Überlebenssicherung begründeten.

  • Sozialhistorische Einordnung der "Zusammenbruchsgesellschaft" nach 1945.
  • Analyse der quantitativen und qualitativen Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit.
  • Untersuchung der Rolle der Frau innerhalb der familiären Strukturen und der Nachkriegsgesellschaft.
  • Bewertung der Auswirkungen von Arbeits- und Sozialgesetzen der Besatzungsbehörden auf Frauen.
  • Konfliktlinien zwischen Berufstätigkeit, Familienpflichten und gesellschaftlicher Emanzipation.

Auszug aus dem Buch

4.2. Qualitative Entwicklungen

Qualitativ gesehen bedeutete diese Entwicklung, dass Frauen praktisch in allen Berufsgruppen anzutreffen waren, ausgenommen körperlich besonders schwere (z.B. im Bergbau), äußerst gefährliche (z.B. Feuerwehr), bzw. jene, die eine spezielle Berufsausbildung verlangten (z.B. Ingenieurberufe). Letzteres aufgrund der Tatsache, dass Frauen bislang eine solche Laufbahn mit dem Hinweis auf angeblich fehlendes mathematisch- technisches Verständnis verwehrt worden war. Zwar gelang den Frauen der Einbruch in bisherige ausgesprochene Männerberufe, so in der Metallindustrie oder im Baugewerbe, in ihrer Masse waren sie jedoch, wie schon vor dem Kriegsausbruch, in typischen Frauenberufen tätig, also im Textilgewerbe, im Warenhandel, in der Verwaltung sowie in den häuslichen Diensten, wo es allerdings aufgrund der schwierigen Versorgungslage einen beträchtlichen Rückgang gab. Der einzige Bereich, in dem sich der Frauenanteil erheblich erhöhte, nämlich nahezu verdoppelte, war die Landwirtschaft. Hier war der Höhepunkt Mitte 1946, danach begann eine langsame aber stetige Abnahme durch die Abwanderung der Frauen in die Industriegebiete.

Um das Größenverhältnis zwischen den Anteilen verschiedener Berufsgruppen an der Frauenerwerbstätigkeit zu verdeutlichen, sei das Beispiel Düsseldorf angeführt: Ende 1946 waren dort etwa 56000 Frauen berufstätig. Davon arbeiteten 22600 in kaufmännischen Berufen, bei Verwaltungen und Behördendienststellen. 14000 waren Hausgehilfinnen, es folgen 3550 Arbeiterinnen der Textil- und Bekleidungsindustrie und 3100 Beschäftigte der gewerblichen Wirtschaft. 2600 weibliche Arbeitskräfte waren im Gaststättengewerbe tätig und in der eisen- und metallverarbeitenden Industrie wurden 160 Facharbeiterinnen registriert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die sozialhistorische Situation von Frauen in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Hintergrund der "Zusammenbruchsgesellschaft".

2. Europäische und weltpolitische Folgen des 2. Weltkrieges: Das Kapitel skizziert die globalen Veränderungen, einschließlich der wirtschaftlichen Folgen, der Grenzverschiebungen und der politischen Neuordnung durch die Entstehung des Ost-West-Gegensatzes.

3. Die Situation im besiegten Deutschland (Ausgangslage): Es wird die katastrophale Lage der "Stunde Null" beschrieben, die durch Zerstörung, Versorgungsengpässe, Flüchtlingsbewegungen und das Zusammenbrechen der Infrastruktur geprägt war.

4. Frauenerwerbstätigkeit: Die Analyse beleuchtet den massiven Anstieg der weiblichen Erwerbstätigkeit durch Kriegszwänge sowie die anschließende Entwicklung unter den neuen Rahmenbedingungen der Besatzungszeit.

4.1. Quantitative Entwicklungen: Fokus auf den dynamischen Anstieg und den späteren Rückgang der Beschäftigungszahlen von Frauen infolge der demobilisierenden Rahmenbedingungen nach der Kapitulation.

4.2. Qualitative Entwicklungen: Betrachtung der beruflichen Sektoren, in denen Frauen tätig waren, und die Tendenz, Frauen in Männerdomänen trotz Einbrüchen in untergeordnete Positionen zu verweisen.

5. Frauen und Familie: Untersuchung der Spannungsfelder zwischen Desorganisation durch die Kriegsfolgen und der anschließenden "Restabilisierung" der familiären Strukturen.

6. Schlussbemerkungen: Fazit zur Überlastung der Frauen im Kontext der Überlebensarbeit und der begrenzten Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Emanzipation in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Schlüsselwörter

Nachkriegszeit, Frauen, Deutschland, Frauenerwerbstätigkeit, Besatzungszonen, Sozialgeschichte, Zusammenbruchsgesellschaft, Stunde Null, Familie, Restabilisierung, Berufstätigkeit, Kriegsfolgen, Emanzipation, Versorgungsnot, Arbeitsrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Lebensumstände und die veränderte gesellschaftliche Rolle der Frau in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands in den Jahren direkt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit, der sozialen und wirtschaftlichen Ausgangslage (Stunde Null) sowie den Auswirkungen auf die Familienstruktur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kriegsbedingte ökonomische Zwänge einerseits die Erwerbsbiographien von Frauen prägten und andererseits die Familie als wichtigste Überlebensinstanz stabilisierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit wendet einen sozialhistorischen Ansatz an, der durch die Auswertung von Sekundärliteratur und Statistiken den Prozesscharakter der Nachkriegsgesellschaft nachzeichnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei zentrale Kapitel: Die Analyse der Frauenerwerbstätigkeit (quantitativ und qualitativ) sowie die Untersuchung der Rolle von Frauen innerhalb der Familie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nachkriegszeit, Frauenerwerbstätigkeit, Stunde Null, Restabilisierung, Familienstruktur und die sozioökonomische Notlage nach 1945.

Wie wirkten sich die neuen Arbeitsgesetze der Besatzungsmächte auf Frauen aus?

Die Gesetze führten zur Bestätigung arbeitsrechtlicher Einschränkungen und zu Eingriffen in die Rentenversorgung, was den ökonomischen Druck auf Frauen erhöhte, sich trotz familiärer Belastung erwerbstätig zu melden.

Warum kam es in der Nachkriegszeit zu einem Anstieg der Scheidungsziffern?

Die Scheidungsrate verdoppelte sich, bedingt durch lange Trennungszeiten, neue Bindungen während des Krieges und soziale Spannungen, da Ehemänner die durch den Krieg gestiegene Selbstständigkeit ihrer Frauen teilweise nicht akzeptieren konnten.

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Details

Title
Frauen in der Nachkriegszeit
College
University of Hannover  (Institut für Psychologie und Soziologie in den Erziehungswissenschaften)
Author
Andre Steege (Author)
Publication Year
2002
Pages
11
Catalog Number
V6535
ISBN (eBook)
9783638140782
Language
German
Tags
Frauenerwerbstätigkeit Frauen und Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andre Steege (Author), 2002, Frauen in der Nachkriegszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6535
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