Cicero, Caesars Nachfolger und das zweite Triumvirat


Essay, 2002

4 Seiten


Leseprobe

Cicero, Caesars Nachfolger und das zweite Triumvirat

Einleitung

Im ständig voranschreitenden Untergang der römischen Republik sollte auf die Diktaturen Sullas und Caesars noch eine weitere autoritäre Ordnung folgen, die des Augustus. Doch welche Rolle spielte ein Mann wie Cicero, ein Politiker, der wohl überzeugter als manch anderer in der damaligen Zeit von den Ideen des Gemeinwesens war, wie der Freiheit, der Toleranz und der Gerechtigkeit[1], ein Mann, der für die Re-Etablierung der Senatsherrschaft eintrat, in dieser Zeit, und wie ist das schließlich entstandene 2. Triumvirat zu bewerten? Diese Fragen möchte ich versuchen, anhand des Quellentextes Cicero 46 von Plutarch[2] und anderer Literatur zu beantworten.

Der historische Kontext – Zeit und Situation

Der griechische Popularphilosoph und Biograph Plutarch[3] beschreibt in Kapitel 46 seiner Ausführungen über Cicero[4] die Zeit nach der Ermordung Caesars 44 v. Chr., speziell die zweite Hälfte des Jahres 43 v. Chr.; der „Tyrann“ war also tot, ermordet worden, und auf die Bildfläche trat nun ein junger Mann, Octavius, der sich als zivilrechtlicher und politischer Erbe Caesars zu erkennen gab und sich nun ebenfalls Caesar[5] nannte[6]. Unter Umgehung sämtlicher Grundsätze des cursus honorum, der Ämterlaufbahn, wurde es ihm bereits im Alter von 19 Jahren ermöglicht, zur Konsulwürde zu gelangen. Maßgebliche Beteiligung daran ist seinem Förderer Cicero, der sich durch die anfängliche Opposition zu Marcus Antonius einspannen ließ, zuzuschreiben. Doch Caesar setzte auf Versöhnung mit seinen Gegnern[7].

Der Weg der Triumvirn zur Macht

Ende Oktober des Jahres 43 v. Chr. trafen sich Caesar, Marcus Antonius und Marcus Lepidus bei Bononia, um die politischen Verhältnisse Roms unter sich zu klären. Anders ausgedrückt: Sie teilten die Macht über das römische Imperium unter sich auf. Im November wurden die drei also förmlich zu den triumviri rei publicae constituendae, ein „Dreimännerkollegium zur Wiederherstellung des Staates“, faktisch mit diktatorischen Vollmachten. Diese nutzten sie, um sich erst einmal aller Gegner zu entledigen. Dabei griffen sie auch auf die von Sulla geprägte „Institution“ der Proskriptionen zurück[8].

[...]


[1] Büchner, Karl, Art. Cicero, in: Der kleine Pauly, Band 1, München 1979, Sp. 1184 - 1185

[2] Plutarch, Cicero 46, in: Plutarch, Große Griechen und Römer, hrsg. v. Walter Brüegg, Zürich 1957

[3] Ziegler, Konrat, Art. Plutarchos, in: Der kleine Pauly, Band 4, München 1979

[4] vgl. Anm. 2, S. 1

[5] Im Hinblick auf die im vorliegenden Quellentext benutzen Bezeichnungen verwende auch ich im Folgenden den Namen Caesar für Augustus

[6] Hanslik, Rudolf, Art. Augustus, in: Der kleine Pauly, Band 1, München 1979, Sp. 745 - 746

[7] Hanslik, Art. Augustus, wie Anm. 6; Plutarch, Cicero 46, wie Anm. 2

[8] Hanslik, Art. Augustus, wie Anm. 6; Plutarch, Cicero 46, wie Anm. 2; Vretska, Helmuth, Art. Tresviri, in: Der kleine Pauly, Band 5, München 1979, Sp. 939; vgl auch: Christ, Karl, Krise und Untergang der römischen Republik, 4. Auflage, Darmstadt 2000

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Details

Titel
Cicero, Caesars Nachfolger und das zweite Triumvirat
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar Politische Partizipation
Autor
Jahr
2002
Seiten
4
Katalognummer
V65393
ISBN (eBook)
9783638579711
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Essay über Cicero und die Triumvirate
Schlagworte
Cicero, Caesars, Nachfolger, Triumvirat, Proseminar, Politische, Partizipation
Arbeit zitieren
Roman Möhlmann (Autor), 2002, Cicero, Caesars Nachfolger und das zweite Triumvirat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65393

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