'Sulla - Bundesgenossenkrieg, Proskription und Diktatur' - Eine Kurzbiographie


Referat (Ausarbeitung), 2002

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sullas frühe „Auftritte“

3. Sulla im Bundesgenossenkrieg

4. Roms neuer Feind im Osten

5. Sullas Marsch auf Rom
5.1. Die vorausgehende innenpolitische Situation
5.2. Sullas Entscheidungen

6. Cinna und Marius

7. Sullas Kampf gegen das „Pontische Reich“

8. Sullas Weg zur Macht
8.1. Invasion
8.2. Endspiel

9. Diktator Sulla
9.1. Das Amt
9.2. Die „Restauration“ – Sullas Reformen
9.2.1. Die Entmachtung des Volkstribunats
9.2.2. Zutritt ab 30
9.2.3. Wachstum
9.2.4. Angst vor den Provinzen
9.3. Reformwille und Wahrheit
9.4. Requiem

10. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lucius Cornelius Sulla, später bekannt als römischer Staatsmann und exzellenter Feldherr, begann seine Karriere im römischen Heer als Quästor, und niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, welch bedeutungsvolle Rolle dieser gebildete, blond-blauäugige und im Umgang mit Menschen äußerst begabte, aber auch skrupellose Mann noch für Rom und die Römer haben sollte[1]. Nach blutigsten bürgerkriegsartigen Umschwüngen erinnerte er sich an das antiquierte Amt des Diktators, doch benutzte er es tatsächlich, um Roms Staatswesen zu reformieren und damit zu retten? Oder ebnete er nur den Weg für eine weitere Ära, in der Feldherren die Herrschaft des Weltreichs an sich reißen konnten? Ich möchte versuchen, dies anhand eines chronologischen Überblicks seines Lebens und seines Wirkens zu analysieren.

2. Sullas frühe „Auftritte“

Geboren wurde Lucius Cornelius Sulla 138 v. Chr.; obwohl Angehöriger des bis dahin kaum hervorgetretenen Geschlechts der Cornelier, wuchs er anfangs unter eher ärmlichen Verhältnissen auf, bis ihm eine Erbschaft großes Vermögen und damit die Möglichkeit zu einer politischen Karriere bescherte.

Das erste bedeutende Ereignis in seiner Karriere war der Jugurthinische Krieg, den Rom gegen Numidien führte. Sulla diente seit 107 vor Chr. als Quästor unter Konsul Marius, und wahrscheinlich geht der Verrat an Jugurtha und dessen Auslieferung maßgeblich auf listige Verhandlungen zurück, die Sulla mit Jugurthas Unterfeldherren und dessen Schwiegervater Bocchus von Mauretanien führte. Darauf folgte dann 105 v. Chr. auch Roms Sieg in diesem Krieg. In den Jahren 104 bis 101 v. Chr. kämpfte Sulla, z.T. erneut unter Marius, in den Feldzügen gegen die Germanenstämme. Am Ende dieser Auseinandersetzungen werden die Teutonen, Kimbern und Ambronen vernichtend geschlagen. Im Jahre 97 v. Chr. wurde Sulla Prätor (später Proprätor) der Provinz Cilicien in Kleinasien[2]. Schon hier zeichnet sich langsam ab, dass die „ Partei“ der Optimaten, also der Nobilität, ihn mehr und mehr unterstützt, auch als potentiellen „Gegenspieler“ Marius´ und damit der Popularen.

3. Sulla im Bundesgenossenkrieg

Von 91 bis 89/88 v. Chr. ereignete sich dann auf italienischem Boden der Bundesgenossenkrieg. Roms Bundesgenossen, die „ Italiker “, vorwiegend die Marser und die Samniten, erhoben sich gegen Roms Vorherrschaft aufgrund ihrer ungerechten Behandlung; Konfliktpotential hatte der Streit um die Vergabe des römischen Bürgerrechts an die Bundesgenossen schon immer[3] ; das „Faß zum überlaufen“ brachten sicherlich die Ermordungen von Politikern und Volkstribunen, die sich für die Sache der Bundesgenossen engagiert hatten. Der Aufstand begann mit der Ermordung vieler römischer Bürger, danach konnten die Bundesgenossen zwar noch einige Siege erringen, faktisch behielt Rom aber immer die Oberhand. Sulla schlug dann 89 v. Chr. die Aufständischen entscheidend, die dennoch durch die von hier an in Gang gesetzte teilweise Vergabe des römischen Bürgerrechts an sie einen moralischen Sieg erringen konnten. Ein Jahr darauf, 88 v. Chr., wurde Sulla dann Konsul.

4. Roms neuer Feind im Osten

Unterdessen erwuchs Rom in Kleinasien an der Schwarzmeerküste ein neuer Gegner: Mithridates VI. von Pontos, genannt „ Eupator “ ( = „als guter Vater“), der sich selbst als Herrscher, König und Feldherr in hellenistischer Tradition sah[4]. Sein „ Pontisches Reich “ war stabil, ausgedehnt, gerüstet, und, wohl aufgrund fehlender direkter Herrschaftsinteressen und der innenpolitischen Verwicklungen, von Rom zu lange ignoriert worden. 89 eroberte Mithridates fast ganz Kleinasien und ließ 88, im Jahr, als Sulla zum Konsul gewählt wurde, im Zuge seiner antirömischen Propaganda 80000 Römer und Italiker in Ephesos abschlachten. Erst jetzt erwachte Rom.

5. Sullas Marsch auf Rom

5.1. Die vorausgehende innenpolitische Situation

Anfangs bekam Sulla den Oberbefehl für den anstehenden Kampf gegen Mithridates. Aber chaotische innenpolitische Verwicklungen lähmten Rom und führten den Gegenschlag zu Beginn ad absurdum. Im Senat und in der Volksversammlung war ein heftiger Streit über die Modalitäten der Einschreibung der „ Neubürger “, also der Bundesgenossen, in die tribus entbrannt. Die Popularen stellten sich gegen das von den Optimaten entworfene Konzept, das vorsah, die Neubürger nur in sehr wenigen tribus ( = Verwaltungseinheiten) einzuschreiben, um vom Gesamtbild her immer noch eine Mehrheit haben zu können. Als die Optimaten den „Geschäftsstillstand“ erklärten, kam es zu Kämpfen auf dem Forum, und der popular gesinnte Volkstribun Sulpicius Rufus erinnerte sich an die Methoden des Tiberius Gracchus: Direkt über die Volksversammlung ließ er die Gesetze zur Aufnahme der Neubürger und die förmliche Übergabe des Oberkommandos von Sulla an den ebenfalls popular gesinnten Marius durchsetzen.

[...]


[1] WINKLER, Gerhard, Art. Sulla, in: Der kleine Pauly, Sp. 416

[2] Zu Sulla vor 88 v. Chr.: CHRIST, Karl, Krise und Untergang der römischen Republik, und WINKLER, Gerhard, Art. Sulla, in: Der kleine Pauly, Sp. 416 - 417

[3] MEDICUS, Dieter, Art. Civitas, in: Der kleine Pauly, Sp. 1198 f.

[4] VOLKMANN, Hans, Art. Mithridates, in: Der kleine Pauly, Sp. 1354 ff.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
'Sulla - Bundesgenossenkrieg, Proskription und Diktatur' - Eine Kurzbiographie
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar 'Politische Partizipation'
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V65395
ISBN (eBook)
9783638579735
ISBN (Buch)
9783638922388
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Kurzbiographie über Sulla mit Informationen zu seinen "Reformen".
Schlagworte
Sulla, Bundesgenossenkrieg, Proskription, Diktatur, Eine, Kurzbiographie, Proseminar, Partizipation“
Arbeit zitieren
Roman Möhlmann (Autor), 2002, 'Sulla - Bundesgenossenkrieg, Proskription und Diktatur' - Eine Kurzbiographie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65395

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