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Zentrale Fehlhörigkeit und LRS

Title: Zentrale Fehlhörigkeit und LRS

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: LN

Autor:in: Claudia Becker (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Von Beginn unseres Daseins umgeben uns Geräusche und Klänge. Unsere auditive Wahrnehmungsfähigkeit erweitert und differenziert sich immer mehr. Geräusche nehmen wir unbewußt oder bewußt wahr, wir filtern, strukturieren oder blenden aus, wie es die persönliche Situation erfordert.
Die Sprache gehört zu den spezifisch menschlichsten auditiven Reizen. In unserer Gesellschaft war der Spracherwerb kulturell nie zuvor so wichtig wie heute. (Olbrich, 25)
Seh- und Hörfähigkeit, Sprachverständnis, kognitive Bedingungen wie das Wahrnehmen und Verarbeiten von Reizen, motorische Koordinationsfähigkeit für den Schreibvorgang, Konzentrationsfähigkeit usw. sind Grundbedingungen für den Erwerb des Lese- Rechtschreib-Prozesses. (Ramacher-Faasen, 11)
Mit den im Hörbereich angesiedelten Ursachen eines verzögerten Aufbaues von Laut- und Schriftsprache befaßt sich die internationale Dysphasie- und Dyslexie-Forschung schon seit geraumer Zeit. Seit Juni 1993 liegt der Berichtsband eines Symposiums an der New York Acadamy of Science vom 12.- 15.09.1992 vor. Darin wird nachgewiesen, daß die zeitliche Verarbeitung von Sinnesreizen, und zwar vor allem in der zentralen Hörverarbeitung, eine wesentliche Ursache eines verzögerten Aufbaues von Laut- und Schriftsprache ist.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Symptomatik

2.1 von LRS

2.2 von zentraler Fehlhörigkeit

2.2.1 Teilfunktionen der zentralen Hörverarbeitung

3. Anatomie und Funktionen der Hörbahn nach Matzker, Keidel und Galambos

4. Diagnose/Testverfahren/Therapie

4.1 Diagnose auditiver Störungen bei Sprachauffälligkeiten...

4.2 Dichotischer Lateralisations-Test von Ernst Neukomm

4.3 Grundzüge eines mehrdimensional methoden- integrierten Konzepts zur (Früh-)Diagnostik und Förderung

4.4 Therapieverfahren bei die zentrale Fehlhörigkeit mit Auswirkung auf die Lese- Rechtschreib- schwäche

4.5 Teilfunktionsorientiertes Therapiekonzept zur auditiv- zentralen Verarbeitungsstörung nach Lauer

5. Untersuchungen zur

5.1 Fehlhörigkeit und Sprachentwicklungsstörungen

5.2 Fehlhörigkeit und Lese- Rechtschreibschwäche

6. Fallbeispiel

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen zentralen Hörverarbeitungsstörungen und der Entstehung von Lese-Rechtschreibschwäche (LRS). Ziel ist es, neurobiologische und funktionale Ursachen zu beleuchten sowie diagnostische und therapeutische Ansätze aufzuzeigen, die über rein schriftsprachbezogene Förderung hinausgehen.

  • Grundlagen der zentralen Hörverarbeitung und deren Anatomie.
  • Symptomatik der LRS im Kontext auditiver Wahrnehmungsprobleme.
  • Diagnostische Verfahren zur Identifikation auditiver Teilleistungsstörungen.
  • Therapeutische Konzepte wie das Ordnungsschwellen-Training und das Training der Hemisphären-Koordination.
  • Die Auswirkungen der Fehlhörigkeit auf das kindliche Verhalten und die soziale Entwicklung.

Auszug aus dem Buch

4.4 Therapieverfahren bei der zentrale Fehlhörigkeit mit Auswirkung auf die Lese- Rechtschreib- schwäche

Das Therapieverfahren mit der Zielsetzung der Verbesserung der Ordnungsschwelle und der Wahrnehmungs-Trennschärfe wurde hauptsächlich im häuslichen Bereich eingesetzt, jedoch nun weitgehend auch schon in Praxen von Ärtzen, Ergotherapeuten, Logopäden, Sprachheiltherapeuten und Legasthenietherapeuten. Es besteht aus zwei prinzipiell auch getrennt einsetzbaren, vorzugsweise aber zu kombinierenden Einzelabläufen: dem Ordnungsschwellen-Training und dem Training der Hemisphären-Koordination.

Ordnungsschwellen-Training: Da die Ordnungsschwelle eine wichtige Vorraussetzung in der zentralen Hörverarbeitung für eine Wahrnehmungs-Trennschärfe ist, bedarf es dazu eines eigens dafür entwickelten Gerätes. Das Trainieren der Ordnungschwelle geht von der patentierten Lehre aus, durch einen Synergy-Effekt zwischen der zentralen Seh- und Hörverarbeitung die zumeist schnellere visuelle Ordnungsschwelle der betroffenen Kinder zur Beschleunigung ihrer langsameren auditiven Ordnungsschwelle zu benutzen. Der Brain-Boy arbeitet anfänglich in gleicher Weise wie bei der Messung der Ordnungsschwelle. Mit zwei aufeinanderfolgenden Klicks wird die auditive Ordnungsschwelle festgestellt und mit zwei Lichblitzen die visuelle. Beim eigentlichen Training wird die auditive Ordnungsschwelle mit Hilfe der visuellen verbessert: Am Gerät wird die Option „Visuell und Auditiv“ eingeschalten. Das Kind nimmt nun den auditiven Sinnesreiz (zwei Klicks) synchron mit dem visuellen (zwei Lichtblitze) wahr. Bei vier zutreffenden Reaktionen verkürzt sich der Abstand zwischen den Reizen um 10 Millisekunden und verlängrt sich bei einer falschen Reaktion um den selben Betrag.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bedeutung der auditiven Wahrnehmung für den Spracherwerb und definiert die zentrale Hörverarbeitung als wesentlichen Faktor beim Lesen- und Schreibenlernen.

2. Definition und Symptomatik: Dieses Kapitel definiert LRS sowie zentrale Fehlhörigkeit und beschreibt die spezifischen Teilfunktionen der Hörverarbeitung sowie deren Störungsbilder.

3. Anatomie und Funktionen der Hörbahn nach Matzker, Keidel und Galambos: Es wird der komplexe Aufbau der Hörbahn von der Ohrmuschel bis zum Cortex sowie die Bedeutung der neuronalen Verschaltungen erläutert.

4. Diagnose/Testverfahren/Therapie: Das Kapitel stellt verschiedene diagnostische Checklisten und Tests vor und erläutert spezifische Therapieansätze zur Förderung der auditiven Ordnungsschwelle und Hemisphären-Koordination.

5. Untersuchungen zur: Hier werden empirische Studien präsentiert, die Zusammenhänge zwischen Fehlhörigkeit, Sprachentwicklungsstörungen und LRS statistisch belegen.

6. Fallbeispiel: Anhand des Falles "N." werden die praktischen Auswirkungen einer auditiven Verarbeitungsstörung auf das schulische und soziale Verhalten eines Kindes illustriert.

7. Schlussbemerkung: Das Fazit betont, dass Legasthenie nicht heilbar ist, aber durch multimodale Förderansätze die Voraussetzungen für Schriftspracherwerb und Kompensation verbessert werden können.

Schlüsselwörter

Zentrale Fehlhörigkeit, Lese-Rechtschreibschwäche, LRS, auditive Wahrnehmung, Ordnungsschwelle, Hemisphären-Koordination, Sprachverarbeitung, Hörbahn, Legasthenie, auditive Differenzierung, Brain-Boy, Sprachverständnis, Teilleistungsschwäche, Wahrnehmungs-Trennschärfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Zusammenhängen zwischen zentralen Hörverarbeitungsstörungen und der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) bei Kindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Anatomie der Hörbahn, die klinische Symptomatik der zentralen Fehlhörigkeit, diagnostische Messverfahren und spezifische therapeutische Interventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Förderung der auditiven Wahrnehmung und der Hemisphären-Koordination die Voraussetzungen für das Erlernen von Lesen und Schreiben verbessert werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Forschungsberichte und verknüpft diese mit einer qualitativen Analyse von Fallbeispielen und erprobten therapeutischen Diagnoseinstrumenten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der neuronalen Hörbahnen, die Beschreibung von Testverfahren (z.B. dichotischer Test) sowie detaillierte Trainingskonzepte wie das Ordnungsschwellen-Training.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind zentrale Fehlhörigkeit, Lese-Rechtschreibschwäche, auditive Ordnungsschwelle, Hemisphären-Koordination und Wahrnehmungs-Trennschärfe.

Was bedeutet der "Party-Effekt" im Kontext der Arbeit?

Der Party-Effekt beschreibt die Fähigkeit, eine bestimmte Stimme aus einem Hintergrund von Störgeräuschen herauszufiltern; bei zentral fehlhörigen Kindern ist diese Fähigkeit oft deutlich herabgesetzt.

Warum zeigen betroffene Kinder in der Einzelsituation oft bessere Leistungen als im Klassenverband?

In einer ruhigen Einzelsituation fallen die akustischen Störfaktoren weg, die im komplexen Umfeld eines Klassenzimmers die ohnehin belasteten Verarbeitungsspeicher des Kindes schnell überfordern und zu Verhaltensauffälligkeiten führen.

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Details

Title
Zentrale Fehlhörigkeit und LRS
College
University of Rostock  (ISER)
Course
Seminar: Zur Entwicklung und Beeinträchtigung des Schriftspracherwerbs und Möglichkeiten der Förderung
Grade
LN
Author
Claudia Becker (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V6539
ISBN (eBook)
9783638140829
Language
German
Tags
Zentrale Fehlhörigkeit Seminar Entwicklung Beeinträchtigung Schriftspracherwerbs Möglichkeiten Förderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Becker (Author), 2002, Zentrale Fehlhörigkeit und LRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6539
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