Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Musicology - Miscellaneous

Grundlagen der Mehrstimmigkeit an den Beispielen der Musica et Scolica enchiriadis und der Lehre des Guido von Arezzo

Title: Grundlagen der Mehrstimmigkeit an den Beispielen der Musica et Scolica enchiriadis und der Lehre des Guido von Arezzo

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kathrin Heidenreich (Author)

Musicology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Bereits im Arbeitstitel "Grundlagen der Mehrstimmigkeit an den Beispielen der Musica et Scolica enchiriadis und der Lehre des Guido von Arezzo" wird erkennbar, dass die Herausbildung der Mehrstimmigkeit Bücherbände füllt und hier nur Grundlegendes wieder gegeben werden kann. In der vorliegenden Arbeit soll anhand der Hauptschlagworte Organum, Musica et Scolica enchiriadis, Dasia-Notation, der Lehre Guido von Arezzos (990-1035) und anhand eines Exkurses über das Hexachordsystem der Einblick in die Entstehung der Mehrstimmigkeit erleichtert werden. Die mehrfache Bedeutung und Verwendung des Begriffs Organum spielt bis in das ausgehende Mittelalter eine Schlüsselrolle und ist bisher musikhistorisch schwer darzulegen.
Sprache und Musik wurden zunächst mündlich überliefert. Die Notation von Musik ist vergleichbar mit der Schrift, die aus dem kleinsten Element unseres Alphabets, des Buchstabens, besteht. Der Wunsch bzw. das Bedürfnis, Musik greifbar und in schriftlicher Form fassbar zu machen, ist unter anderem dem Mönch und Musiktheoretiker Guido von Arezzo gelungen. Durch seine Solmisationstechnik wird ein Verfahren eingeführt, das nicht nur das Vom-Blatt-Singen ermöglicht, sondern der Musik mathematische Regeln zuordnet. Eine weitere Notationsform, die sich entwickelt, ist die Dasia-Notation. Sie wird in dem anonymen musik-pädagogischen Traktat Musica et Scolica enchiriadis erklärt.
Durch das Niederschreiben von Musik in den sich auf vielfältigster Weise ausgebildeten Notationsformen bricht für die abendländische Musikentwicklung eine neue Zeit an. Dank der Sängerschulen und Lehrsystemen, beispielsweise dem Hexachordsystem, verbreiten Musiktheoretiker wie Guido von Arezzo, Johannes Affligmensis (um 1100), Jacobus Leodiensis von Lüttich (1260-1330) oder Johannes de Muris (1290-1361) die mehrstimmige Musik außerhalb der Klostermauern. Das "Machen von Musik" ist an jedem Ort möglich und Musikstücke bleiben mit Hilfe der Notationssysteme für die Nachwelt erhalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Organum

II.1. Terminologie

II.2. Die Bedeutung in der Bibel, im antiken Sprachgebrauch und in der mittelalterlichen Musiklehre

III. Die Musica und Scolica enchiriadis - Ansätze der Organumlehre

IV. Die Dasia-Notation

IV.1. Terminologie und Ursprung

IV.2. Die Tonordnung

IV.3. Die Darstellungsweise der Dasia-Notation

IV.4. Das Ende der Dasia-Notation

IV.5. Probleme im praktischen Umgang mit dem Organum

V. Guido von Arezzo (990-1035) - Praxis und Lehre

V.1. Zur Person

V.2. Musikgeschichtliche Bedeutung

V.3. Musik- und Gesangslehre

V.4. Sichtweise auf die Mehrstimmigkeit

VI. Exkurs: Das Hexachordsystem

VI.1. Terminologie

VI.2. Das System

VI.3. Vergleiche zu Guido von Arezzos Lehre

VII. Abschluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit gibt einen strukturierten Einblick in die Anfänge der abendländischen Mehrstimmigkeit. Dabei steht die Untersuchung der theoretischen Grundlagen und praktischen Notationsversuche des frühen Mittelalters im Zentrum, um die Entwicklung der Musik von einer rein mündlichen Überlieferung hin zu einer schriftlich fixierbaren und nach Regeln strukturierten Kunstform nachzuvollziehen.

  • Historische und etymologische Herleitung des Begriffs Organum.
  • Analyse der Ansätze zur Organumlehre in der Musica und Scolica enchiriadis.
  • Funktionsweise und historische Bedeutung der Dasia-Notation.
  • Biografische und musiktheoretische Einordnung von Guido von Arezzo.
  • Struktur und Bedeutung des mittelalterlichen Hexachordsystems.

Auszug aus dem Buch

2. Die Tonordnung

Die Dasia-Notation und deren Zeichen sind in der Musica in den ersten beiden Kapiteln aufgeführt. Auf Grund der schulischen Herangehensweise in der Scolica enchiriadis werden zunächst die Grundzeichen erklärt, später die übrigen Zeichen. Grundlage der Notation bilden vier Tonstufen, die durch die Intervalle Ganzton (tonus = t), Halbton (semitonus = s), Ganzton voneinander getrennt sind. Die Tonstufen werden nach den griechischen Namen der Kirchentonarten (toni) in aufsteigender Reihenfolge benannt: protos oder archoos, deuteros, tritos und tetrardus, das heißt erster, zweiter, dritter und vierter. Der Tonumfang beträgt achtzehn Töne, die jeweils in vier unverbundenen Tetrachorden eingefaßt sind. Jedes Tetrachord besitzt das Muster t-s-t. Nach dem vierten Tetrachord folgen zwei Zusatztöne, die Residui (h`, cis``). Der Verfasser bezeichnet das zweittiefste Tetrachord als Finalis (d, e, f, g). Die übrigen Tetrachorde werden nach ihrem räumlichen Verhältnis zum Finalis-Tetrachord als tief, höher, am höchsten benannt: Graves (G, A, B, c), Superiores (a, h, c`, d`), Excellentes (e`, fis`, g`, a`).

Weitere Eigenschaften der Dasia-Notation sind: der Halbton steht in der Mitte des Tetrachords, übermäßige Quarten ergeben sich zwischen B und h, f und fis, c und cis, alle Quinten sind rein und jeder Ton hat einen korrespondierenden Ton gleichen Namens um die Quinte und eine None über und/ oder unter sich. Das Grundgerüst des Systems bildet das Quintintervall, das heißt es enthält vier diastematische Töne im Quintabstand.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Aufbau der Arbeit, von den Grundlagen des Organums und der Musica enchiriadis bis hin zu Guidos Wirken und dem Hexachordsystem.

II. Das Organum: Dieses Kapitel erläutert den etymologischen Ursprung des Begriffs Organum und dessen vielfältige biblische und mittelalterliche Bedeutungen.

III. Die Musica und Scolica enchiriadis - Ansätze der Organumlehre: Hier werden die anonymen Traktate des 9. Jahrhunderts als wegweisende Lehrschriften für die frühe abendländische Mehrstimmigkeit vorgestellt.

IV. Die Dasia-Notation: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, Systematik und das Ende der Dasia-Notation sowie die damit verbundenen praktischen Herausforderungen für die Ausführung des Organums.

V. Guido von Arezzo (990-1035) - Praxis und Lehre: Diese Sektion widmet sich der Biografie, dem didaktischen Liniensystem und der musikgeschichtlichen Bedeutung des Theoretikers Guido von Arezzo.

VI. Exkurs: Das Hexachordsystem: Der Exkurs definiert die Struktur des Hexachords und setzt diese in Bezug zu Guidos affinitas-Konzept und seiner Neustrukturierung des Tonsystems.

VII. Abschluß: Das abschließende Kapitel reflektiert die fundamentale Rolle der schriftlichen Fixierung für den Fortschritt der abendländischen Musikgeschichte.

Schlüsselwörter

Mehrstimmigkeit, Organum, Musica enchiriadis, Dasia-Notation, Guido von Arezzo, Hexachordsystem, Musiktheorie, Notation, Micrologus, Solmisation, abendländische Musikgeschichte, Mittelalter, Vulgata, Septuaginta, Tonordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Grundlagen der frühen abendländischen Mehrstimmigkeit im Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des Organums, der historischen Dasia-Notation sowie der bahnbrechenden Lehre von Guido von Arezzo.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Übergang von mündlicher Tradition zu schriftlich fixierter Musik und die daraus resultierende methodische Entwicklung der Musiklehre darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine musikwissenschaftliche Literatur- und Quellenanalyse, die auf zentralen Traktaten des Mittelalters basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Organums, die spezifische Analyse der Dasia-Notation, die Würdigung Guidos von Arezzo und eine theoretische Betrachtung des Hexachordsystems.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Mehrstimmigkeit, Organum, Notation und Hexachord bilden den inhaltlichen Kern der Arbeit.

Warum war die Dasia-Notation langfristig nicht erfolgreich?

Sie war eher als Lehr- und Studienhilfe konzipiert und stellte für eine zunehmend komplexe, mehrstimmige Musikpraxis eine zu große Hürde dar.

Welche Bedeutung hat der Johannes-Hymnus Ut queant laxis für die Lehre?

Er diente als Ausgangsmaterial für die Entwicklung der Solmisationssilben (ut, re, mi, fa, sol, la), die Guido von Arezzo zur Strukturierung des Hexachords nutzte.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Grundlagen der Mehrstimmigkeit an den Beispielen der Musica et Scolica enchiriadis und der Lehre des Guido von Arezzo
College
Free University of Berlin  (Musikwissenschaftliches Seminar)
Grade
1,0
Author
Kathrin Heidenreich (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V65416
ISBN (eBook)
9783638579858
ISBN (Book)
9783638767729
Language
German
Tags
Grundlagen Mehrstimmigkeit Beispielen Musica Scolica Lehre Guido Arezzo
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Heidenreich (Author), 2004, Grundlagen der Mehrstimmigkeit an den Beispielen der Musica et Scolica enchiriadis und der Lehre des Guido von Arezzo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65416
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint