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Eduard Mörike: Mystik und Märchen in seiner Lyrik

Title: Eduard Mörike: Mystik und Märchen in seiner Lyrik

Seminar Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Annette Sandner (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In den letzten Jahrzehnten erfährt die Fiktionalität, Geschichten über Mystisches und Märchenhaftes, sozusagen eine Renaissance. Kobolde und Elfen, Fabelwesen und Phantastisches sind modern, kein Genre von Buch über Film oder Computerspielen ist nicht erfasst von Monstern, Geistern oder Traumwelten. Aber dieses Phänomen ist keine Erfindung der Neuzeit oder Hollywoods. Schon Jahrhunderte, sogar Jahrtausende halten sich Göttersagen, Mythen und anderes, ja früher bestimmten sie sogar das Leben der Menschen mehr als heutzutage, wo derartiges meist nur noch der Unterhaltung dient. Die klassischen Grimmmärchen haben ebenfalls bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts die gleichnamigen Brüder zusammengetragen, sie haben sie keinesfalls erst zu diesem Zeitpunkt erfunden 1. Eduard Mörike hatte persönlich, als auch als Dichter eine besondere Vorliebe für Märchen, zu seinen bekanntesten sind zum Beispiel „Das Stuttgarter Hutzelmännlein“ zu zählen, in dem die Geschenke eines Kobolds an den Schustergesellen Seppe eine wichtige Rolle spielen 2 , auch seine Märchennovelle „Der Schatz“ kann hier erwähnt werden. In seinem bekannten Roman „Maler Nolten“ führt Mörike eine ganze Welt phantastischer Wesen und Geschichten ein, die Trauminsel Orplid, die er gemeinsam mit seinem Freund Ludwig Amandus Bauer erdichtet hat, und die von Kobolden, Elfen und Göttern bevölkert ist (vgl. Müller S.11). Aber nicht nur im prosaischen Bereich, auch in der Lyrik taucht bei Mörike immer wieder das Motiv des Märchenhaften, Mystischen auf. „Die Geister am Mummelsee“, der „Gesang Weylas“ oder sein „Elfenlied“ seien hier nur als Beispiele zu nennen. Mörikes Vorliebe für Märchen, die er nicht mit vielen seiner Kollegen und Freunden teilte, brachte ihm von deren Seite jedoch nicht viel Lob entgegen. Man war der Meinung, Mörike solle sich ernsthafteren Stoffen widmen, Politisches aufgreifen. Auf dieses Problem und Mörikes Umgang mit ihm gegenüber geäußerten Vorwürfen soll in dieser Arbeit zunächst genauer eingegangen werden. Im speziellen werden dabei Briefwechsel zwischen ihm und seinen beiden Freunden David Friedrich Strauß und Friedrich Theodor Vischer als Grundlage dienen. Im weiteren Teil der Arbeit werden die mystischen Motive in Mörikes lyrischem Werk betrachtet. Dabei wird im Genaueren die Ballade „Schiffer- und Nixen-Märchen“ behandelt werden, aus der märchenhafte Motive und Bedeutung herauszuarbeiten sind, und ein Interpretationsversuch vorgestellt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Eduard Mörikes märchenhaftes Werk

3. Märchenthematik in Mörikes Lyrik

2.1. Exkurs: Mörike zwischen Märchenwelt und Dichterkritik

2.2. Götter, Geister und Elfen in Mörikes Lyrik

2.2.1. „Gesang Weylas“

2.2.2. „Die Geister am Mummelsee“

2.2.3. „Elfenlied“

2.3. Das Schiffer- und Nixen-Märchen

2.3.1. Das Element Wasser

2.3.2. Rolle der Magie

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von mystischen und märchenhaften Motiven im lyrischen Werk von Eduard Mörike. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Mörike trotz zeitgenössischer Kritik an seinem Hang zum Phantastischen festhielt und welche Funktionen diese Motive in seinen Gedichten erfüllen.

  • Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kritik an Mörikes Märchenthematik.
  • Analyse des Orplid-Zyklus anhand von "Gesang Weylas", "Die Geister am Mummelsee" und "Elfenlied".
  • Interpretation des Zyklus "Schiffer- und Nixen-Märchen" hinsichtlich ihrer Symbolik.
  • Untersuchung der Rolle des Wassers als mystisches und bedrohliches Element.
  • Reflexion über die Funktion der Magie in der literarischen Gestaltung.

Auszug aus dem Buch

I. Vom Sieben-Nixen-Chor

Das erste Gedicht im Zyklus der „Schiffer- und Nixen-Märchen“ ist zugleich das längste und auch das komplizierteste. Denn „Vom Sieben-Nixen-Chor“ besteht eigentlich aus zwei Geschichten, einer Rahmen- und einer Binnenhandlung, die sich zum Ende des Gedichts, auf den letzten zwei Strophen, auflösen und zu einer Handlung verschmelzen.

Die Ballade erzählt in leichten, meist reimlosen Trochäen, die „spanische Trochäen“ genannt werden, „die zeitgenössische Autoren gerne für die Gestaltung exotischer Stoffe benutzen“ (vgl. Minder S.411). Hauptpersonen sind der Magier Drakone, „ein Mann von ernster Schöne“ (Mörike S.91), wie es heißt, und die Prinzessin Liligi. Sie, die fasziniert ist vom Wesen und Wissen des geheimnisvollen Magiers, lässt sich von ihm besonders gerne Kindermärchen erzählen.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Eduard Mörikes märchenhaftes Werk: Einleitender Überblick über die Bedeutung des Märchenhaften bei Mörike und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Vorwürfen, die sein Schaffen als unernst abtaten.

3. Märchenthematik in Mörikes Lyrik: Analyse der Behandlung märchenhafter Stoffe in der Lyrik, beginnend mit dem Widerstand gegen Dichterkritik und der Verteidigung seiner eigenen literarischen Linie.

2.1. Exkurs: Mörike zwischen Märchenwelt und Dichterkritik: Untersuchung der Briefwechsel mit Strauß und Vischer, die Mörike dazu drängen wollten, sich politischeren und ernsteren Themen zuzuwenden.

2.2. Götter, Geister und Elfen in Mörikes Lyrik: Detaillierte Betrachtung einzelner Gedichte wie dem "Gesang Weylas", "Die Geister am Mummelsee" und "Elfenlied" hinsichtlich ihrer phantastischen Figuren.

2.3. Das Schiffer- und Nixen-Märchen: Eingehende Interpretation des vierteiligen Gedichtzyklus, der sich durch das Leitmotiv des Wassers und die Darstellung erotisch-tödlicher Verlockungen auszeichnet.

3. Schluss: Zusammenfassende Reflexion, in der die Ernsthaftigkeit und Bedeutung von Mörikes Märchenwelt bekräftigt wird.

Schlüsselwörter

Eduard Mörike, Märchen, Lyrik, Mystik, Orplid, Schiffer- und Nixen-Märchen, Magie, Element Wasser, Dichterkritik, Phantastik, Symbolik, Literaturanalyse, Elfen, Geister, Traumland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Seminararbeit behandelt das Motiv des Märchenhaften und Mystischen im lyrischen Werk von Eduard Mörike und analysiert, wie er diese Elemente künstlerisch verarbeitete.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kritik, die Bedeutung der Trauminsel Orplid sowie der thematische Komplex der Schiffer- und Nixen-Balladen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Mörikes Hinwendung zum Märchen keine bloße Spielerei war, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Wünschen, Ängsten und der Magie der Phantasie.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Werk- und Motivinterpretation, gestützt durch Briefwechsel und Sekundärliteratur zur Einordnung des Kontextes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit Kritikern, die Analyse lyrischer Einzelbeispiele wie "Gesang Weylas" und die detaillierte Interpretation des "Schiffer- und Nixen-Märchen"-Zyklus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Eduard Mörike, Lyrik, Märchen, Magie, Wasser-Symbolik, Orplid, Mystik und literarische Selbstbehauptung.

Welche Rolle spielt der Magier Drakone in der Analyse?

Drakone wird als eine zentrale, zwiespältige Figur identifiziert, die durch Erzählkunst und Magie eine betörende, aber letztlich tödliche Wirkung ausübt.

Warum ist das Element Wasser so bedeutend für den untersuchten Zyklus?

Das Wasser fungiert im untersuchten Zyklus als lebenspendendes, aber zugleich unberechenbares und oft tödliches Element, das untrennbar mit den darin agierenden Nixen und Zauberfiguren verbunden ist.

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Details

Title
Eduard Mörike: Mystik und Märchen in seiner Lyrik
College
LMU Munich
Course
Proseminar: Mörike Lyrik
Grade
2,3
Author
Annette Sandner (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V65472
ISBN (eBook)
9783638580328
ISBN (Book)
9783656773283
Language
German
Tags
Eduard Mörike Mystik Märchen Lyrik Proseminar Mörike Lyrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annette Sandner (Author), 2006, Eduard Mörike: Mystik und Märchen in seiner Lyrik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65472
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