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Die Rolle der Sprache bei Arndt und Fichte im deutschen Identifikationsprozess während der napoleonischen Besatzungszeit

Mit dem Wort zur Einheit

Título: Die Rolle der Sprache bei Arndt und Fichte im deutschen Identifikationsprozess während der napoleonischen Besatzungszeit

Trabajo , 2006 , 25 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Thomas Mrotzek (Autor)

Filología alemana - Literatura comparada
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Deutschland erlangte seine politische und geografische Einheit erst am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Weg dorthin war einerseits von Kriegen gegen andere europäische Staaten, andererseits vom Scheitern zahlreicher Einigungsversuche 1 gekennzeichnet. Bestrebungen, eine eigene Nation zu schaffen bzw. sich abzugrenzen, entstanden in jenen Staaten Europas, die von Napoleon besetzt wurden und überdies seit einigen hundert Jahren zersplittert waren. Zu jenen zählte auch das alte Reich. Nach dem Zusammenbruch Preußens 1806 erkannten die Reformer Preußens vom Stein und Hardenberg die Notwendigkeit einer Identifikation der Menschen mit ihrem Vaterland. Nur wenn Einigkeit und Zusammenhalt in der Bevölkerung vorherrschte, konnte gemeinsam gegen einen äußeren Feind vorgegangen werden. Das Fehlen dieser Geschlossenheit und das Nichtwissen, wofür eigentlich gekämpft werden sollte, war u. a. eine der Ursachen, warum Preußen, einen traditionellen Kabinettkrieg führend, 1806 gegen Napoleon unterlag - es fehlte eine Identität, mit welcher sich die Beherrschten identifizieren konnten. Diese sollte erst in den Folgejahren, zunächst künstlich durch staatliche Impulse, später in einem Prozess der Verselbstständigung, erreicht werden. Die Besatzung der deutschen Staaten und die damit verbundenen Kontributionszahlungen an Frankreich sowie die Bestrebungen der Regierenden, eine Identität zu stiften, führten dazu, dass ein Nationalgedanke in der deutschen Bevölkerung entstehen konnte. Forciert wurden derartige Tendenzen durch Schriftsteller und Publizisten wie Theodor Körner, Ernst-Moritz Arndt, Heinrich von Kleist sowie Ludwig Uhland und von Philosophen wie Fichte und Hegel, welche die Schaffung eines deutschen Nationalgefühles auf geistiger bzw. wissenschaftlicher Ebene nicht unwesentlich vorantrieben. Der deutschen Sprache kam in jener Debatte eine zentrale Position zu, galt sie doch zunächst als einziges Verbindungselement, das zwischen den verschiedenen Feudalstaaten und Völkern des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation vorhanden war. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Vorbetrachtungen

1.1 Zum historischen Entstehungskontext der betrachteten Texte

1.2 Grundbegriffe national vs. nationalistisch

2. Analyse der Ausführungen Arndts und Fichtes

2.1 Argumentationsstrukturen

2.2 Rolle der Sprache im Einheitsprozess

2.3 Zusammenhang von Sprache und Identität

2.4 Exkurs – Kleists „Germania“ in der deutschen Nationaldebatte

3. Diskussion

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Seminararbeit untersucht die Rolle der Sprache im deutschen Identifikationsprozess während der napoleonischen Besatzungszeit (1806–1814) am Beispiel der Schriften von Ernst-Moritz Arndt und Johann Gottlieb Fichte. Ziel ist es zu analysieren, wie beide Autoren das Medium Sprache zur Konstruktion eines nationalen Wir-Gefühls einsetzten und inwieweit ihre Argumentationen bereits nationalistische Tendenzen aufwiesen.

  • Historischer Entstehungskontext nach dem Zusammenbruch Preußens 1806
  • Abgrenzung der Begriffe „national“ und „nationalistisch“
  • Sprachkritik und Sprache als identitätsstiftendes Element
  • Vergleichende Analyse der Argumentationsstrukturen bei Arndt und Fichte
  • Die Funktion literarischer Werke, insbesondere Heinrich von Kleists „Germania“

Auszug aus dem Buch

2.1 Argumentationsstrukturen

In der Schrift Entwurf einer teutschen Gesellschaft analysiert Ernst-Moritz Arndt die deutsche Geschichte in groben Zügen. Historische Ursachen für „den Verfall der teutschen Art und des teutschen Reichs“ werden dargestellt. Arndt, in preußischen Diensten stehend, engagierte sich für die nationale Frage, welche im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Reformen rasch einen nationalen Überschuss erlebte. In diesem Kontext konzipiert Arndt zunächst in einem ersten Teil seines gesellschaftlichen Entwurfs ein nationales Selbstbild, das sich insbesondere von Frankreich abzugrenzen versucht. Parallel dazu entsteht ein Feindbild, das durch seinen bedrohenden Charakter, in der Person Napoleons, aber auch den egoistischen deutschen Fürsten, ein Nationalbewusstsein schafft. Durch die Erschaffung eines gemeinsamen Feindes, gekoppelt an eine lang andauernde, gemeinsame Leidensgeschichte, findet im ersten Teil die Definition von Identität und eine Abgrenzung vom Ausland statt.

Neben einer scharfen Argumentation gegen Frankreich (…) Frankreich könne es allenfalls mit einer verbündeten Welt aufnehmen (…); (…) daß (sic!) man nach französischer Weise rauben, plündern, und sengen und brennen sollte, (…) stellt Arndt drei Hauptursachen heraus, warum es um das deutsche Volk so schlecht steht: (…) weil sie kein in Einheit zusammenhängendes Volk sind, weil sie keine Fürsprecher und Vertreter haben, und weil sie das Eigene verachten und mit dem Fremden buhlen (…). Der letzte der angesprochenen Punkte ist aus sprachgeschichtlicher Sicht am interessantesten, impliziert dieser doch den Vorbildcharakter anderer Sprachen. Da seine Argumentation aus zwei Teilen besteht, wird auf den Aspekt der Sprache erst spät eingegangen. Der Leser wird im ersten Teil durch eine Schwarz-Weißargumentation zunächst auf das Deutsche eingeschworen. Die Rückbesinnung auf die eigene Geschichte (…) die Wiederaufsuchung des Eigenthümlichen (sic!) und Volksthümlichen (sic!), die Sehnsucht nach dem Alten (…) sowie eine einseitige Kritik an Frankreich kennzeichnet nahezu die gesamten Ausführungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbetrachtungen: Dieses Kapitel erläutert den historischen Hintergrund der napoleonischen Besatzung und definiert die theoretischen Differenzen zwischen den Begriffen „national“ und „nationalistisch“.

2. Analyse der Ausführungen Arndts und Fichtes: Das Hauptkapitel untersucht die Argumentationsweisen der beiden Autoren, ihre spezifische Sicht auf Sprache als identitätsstiftendes Band sowie den Stellenwert von Kleists Lyrik innerhalb der Nationaldebatte.

3. Diskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, wobei besonders die politische Instrumentalisierung der Schriften im späteren Zeitverlauf sowie der Übergang von nationalen zu nationalistischen Zügen im Vordergrund stehen.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Arndt und Fichte durch ihre sprachbezogenen Entwürfe maßgeblich zur Etablierung eines deutschen Nationalbewusstseins beitrugen, wobei Arndts Position durch eine deutlichere Abwertung des Fremden gekennzeichnet ist.

Schlüsselwörter

Ernst-Moritz Arndt, Johann Gottlieb Fichte, Sprachnationalismus, Befreiungskriege, Napoleonische Besatzung, Nationale Identität, Preußische Reformen, Deutschtum, Sprachkritik, Heinrich von Kleist, Germania, Patriotismus, Nationalismus, Identitätsstiftung, Kollektives Bewusstsein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle der deutschen Sprache in den publizistischen und philosophischen Schriften von Ernst-Moritz Arndt und Johann Gottlieb Fichte während der napoleonischen Ära zwischen 1806 und 1814.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind der Zusammenhang von Sprache und Identität, die Konstruktion eines nationalen Feindbildes (Frankreich) sowie die theoretische Fundierung eines deutschen Nationalbewusstseins.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Arndt und Fichte die Sprache als Medium zur Schaffung eines Zusammengehörigkeitsgefühls nutzten und ob sich darin nationalistische Argumentationsmuster identifizieren lassen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine historisch-sprachwissenschaftliche Analyse, um die Quellen in ihrem zeitgenössischen Entstehungskontext zu verorten und die Argumentationsstrukturen vergleichend gegenüberzustellen.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert, wie beide Autoren historische Gegebenheiten und das Sprachargument zur Abgrenzung gegenüber dem Fremden und zur Stärkung der innerdeutschen Einheit einsetzen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nationalidentität, Sprachnationalismus, Befreiungskriege, nationale Erziehung und das Wir-Gefühl geprägt.

Wie unterscheidet sich Arndts Argumentation von der Fichtes?

Arndt agiert politisch-historisch und konfrontativ, mit starkem Fokus auf die direkte Tilgung fremder Einflüsse. Fichte hingegen wählt einen eher philosophischen, theoretischen Ansatz zur Begründung eines Urkollektivs durch die Sprache.

Welche Rolle spielt Kleist in dieser Untersuchung?

Kleists Ode „Germania an ihre Kinder“ dient als Exkurs, um zu zeigen, wie die Lyrik dieser Zeit durch raue Kriegsmetaphorik das Sprachargument einsetzte, um zum aktiven Widerstand aufzurufen.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Rolle der Sprache bei Arndt und Fichte im deutschen Identifikationsprozess während der napoleonischen Besatzungszeit
Subtítulo
Mit dem Wort zur Einheit
Universidad
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Deutsche Philologie)
Calificación
1,0
Autor
Thomas Mrotzek (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
25
No. de catálogo
V65480
ISBN (Ebook)
9783638580373
ISBN (Libro)
9783656469131
Idioma
Alemán
Etiqueta
Arndt Fichte Sprachgeschichte Napoleon Einheit Rolle der Sprache Identifikation Identifikationsprozess Befreiungskriege Sprachkritik Sprache Ernst Moritz Arndt Geschichte Nationalismus deutsche Einheit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Mrotzek (Autor), 2006, Die Rolle der Sprache bei Arndt und Fichte im deutschen Identifikationsprozess während der napoleonischen Besatzungszeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65480
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