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Die metalinguistische Debatte von Jäger, Bierwisch, Grewendorf: Sprache zwischen Struktur und Funktion

Title: Die metalinguistische Debatte von Jäger, Bierwisch, Grewendorf: Sprache zwischen Struktur und Funktion

Research Paper (undergraduate) , 2004 , 20 Pages , Grade: 5-6 (CH)

Autor:in: Matthias Hofer (Author), Flurin Casura (Author)

German Studies - Linguistics
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Abstract
Der Text behandelt eine metalinguistische Debatte, „die [im Grunde bereits /MH] seit Beginn des 19. Jahrhunderts die Geschichte der Linguistik durchzogen hat“ (Jäger 1993a: 77), die „Jäger-Bierwisch-Grewendorf-Debatte“. Der Disput wird zwischen Funktionalisten und Strukturalisten (Mead vs. Chomsky) geführt. Er geht der Frage nach dem Untersuchungsgegenstand der Linguistik nach. In einem ersten Teil soll die Debatte zwischen Ludwig Jäger – er tritt auf als vehementer Verteidiger von funktionsorientierten Theorien – auf der einen sowie Manfred Bierwisch und Günther Grewendorf – zwei generativen Grammatikern – auf der anderen Seite vorgestellt werden. In einem zweiten Teil wird zu beiden Positionen kritisch Stellung genommen, wobei mittels prak¬tischer Beispiele versucht wird, die Leistungsfähigkeit und die Art und Weise der beiden Herange¬hensweisen an das Phänomen Sprache deutlich zu machen. Am Ende wird versucht eine Synthese zu formulieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Jäger-Bierwisch-Grewendorf-Debatte

2.1. Zur Einführung: Struktur vs. Funktion?

2.2. Was immer Sprachwissenschaft auch sein mag. Die Position Ludwig Jägers

2.2.1. Ludwig Jägers Kritik

2.2.2. Ludwig Jägers Plädoyer

2.2.3. Anmerkungen zu Ludwig Jäger

2.3. Die strukturalistischen Antworten

2.3.1. Manfred Bierwisch: Ludwig Jägers Kampf mit den Windmühlen

2.3.2. Günther Grewendorfs Antwort

2.3.3. Zur „Luxussuite des Kognitivismus“

2.4. Jäger reloaded: Chomsky’s problem. Anmerkungen zu den Strukturalisten

3. Funktion und Struktur

3.1. Theoretische Überlegungen

3.2. Beispiele

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die metawissenschaftliche Debatte zwischen Ludwig Jäger (Funktionalismus) und den Vertretern der generativen Grammatik, Manfred Bierwisch und Günther Grewendorf. Ziel ist es, die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Erkenntnisobjekt Sprache kritisch gegenüberzustellen und zu reflektieren, inwiefern strukturalistische und funktionalistische Paradigmen zur Beschreibung sprachlicher Phänomene beitragen können.

  • Gegenüberstellung von strukturalistischen und funktionalistischen Sprachtheorien.
  • Analyse der metawissenschaftlichen Kritik von Ludwig Jäger an der Chomsky-Linguistik.
  • Diskussion des wissenschaftstheoretischen Modus operandi in der Linguistik.
  • Kritische Würdigung der Modularitätsthese und der kognitionswissenschaftlichen Ausrichtung.
  • Anwendung beider Paradigmen auf konkrete syntaktische Beispiele.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Ludwig Jägers Kritik

Zu Beginn seines Aufsatzes postuliert Jäger einen „Grundgegensatz“ zwischen „strukturorientierten“ und „funktionsorientierten“ Sprachtheorien. Jäger spricht von „Chomsky-Theorien“ beziehungsweise „Mead-Theorien“2. Während erstere einen „systematischen Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion der Sprache“ ablehnen, postulieren die „Mead-Theorien“ genau diesen Zusammenhang (Jäger 1993a: 78). Die „Chomsky-Theorien“ nehmen eine „wesentliche konzeptuelle Unterscheidung“ vor „zwischen (1) der Sprache als einem bestimmten kognitiven System, als einem Wissen-System (system of knowledge), das im mind/brain inkorporiert ist […] und (2) verschiedenen Prozessierungs-Systemen des mind/brain, die in der einen oder anderen Weise auf das Wissens-System zugreifen“ (Jäger 1993a: 78, nach Chomsky 1990: 632).

Gegenstand der linguistischen Untersuchung diesen Zuschnitts ist nun einzig das kognitive System. Die „Mead-Theorien“ hingegen betrachten Sprache mit Searle als ein „wesentlich auf Kommunikation ausgerichtetes System“ (Searle 1974: 436). Mit Mead führt Jäger an, dass der Geist ohne gesellschaftliche Umwelt nie hätte Ausdruck finden, ja überhaupt nicht hätte existieren können. Ebenso werden nach diesem Ansatz „Subjekt, Geist und Bewusstsein als Entitäten, die sich nur über (vor allem zeichenförmige) Entäusserungshandlungen zu konstituieren vermögen“, betrachtet (Jäger 1993a: 79). Überträgt man diesen Ansatz auf die Linguistik, so hat das zur Folge, dass das Augenmerk nicht hauptsächlich auf der Struktur sprachlicher Äusserungen liegt, sondern vielmehr die Anwendung der Sprache, die Interaktion von Sprechhandlungssubjekten, ins Zentrum tritt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Sprachbegriffs ein und definiert die zentralen gegensätzlichen Lager der Linguistik: Strukturalisten und Funktionalisten.

2. Die Jäger-Bierwisch-Grewendorf-Debatte: Dieses Kapitel stellt die metawissenschaftliche Auseinandersetzung dar, beleuchtet Jägers Kritik am kognitivistischen Mainstream sowie die Gegenpositionen von Bierwisch und Grewendorf.

3. Funktion und Struktur: Hier werden die theoretischen Überlegungen der Debatte zusammengeführt und anhand konkreter Beispiele auf die Anwendbarkeit beider Ansätze in der Praxis geprüft.

4. Schlusswort: Das Schlusswort plädiert für eine konstruktivistische Haltung in der Sprachwissenschaft und eine friedliche Koexistenz der verschiedenen Paradigmen.

Schlüsselwörter

Funktionalismus, Strukturalismus, Chomsky, Ludwig Jäger, Generative Grammatik, Mead-Theorien, Sprachtheorie, Linguistik, Kognitivismus, Sprachkompetenz, Performanz, Metawissenschaft, Kommunikation, Modularität, Syntax.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Debatte zwischen dem Funktionalisten Ludwig Jäger und den generativen Linguisten Manfred Bierwisch sowie Günther Grewendorf über das Wesen der Sprache und die Ziele der Linguistik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind der Gegensatz zwischen struktur- und funktionsorientierten Ansätzen, die wissenschaftstheoretische Begründung der Linguistik und die Rolle der Kognitionswissenschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Positionen der Debattierenden gegenüberzustellen und den Mehrwert einer konstruktivistischen Perspektive auf die linguistische Theoriebildung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische und metawissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Originalbeiträgen der Debattierenden sowie ergänzender linguistischer Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Jägers Kritik an der Chomsky-Linguistik, die Entgegnungen der Strukturalisten, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Jägers Duplik sowie die theoretische Reflexion anhand von konkreten Beispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Funktionalismus, Strukturalismus, Generative Grammatik, Kognitivismus, Sprachkompetenz und Metawissenschaft charakterisiert.

Inwiefern ist das „Chomsky’s problem“ für die Debatte relevant?

Jäger nutzt diesen Begriff, um die aus seiner Sicht defekte empirische Basis der Chomsky-Theorien und deren mangelnde Rechtfertigung im methodologischen Rahmen ihrer eigenen Kognitionstheorie zu kritisieren.

Welche Rolle spielt das Beispiel des „Savant Christopher“?

Grewendorf führt den Fall Christopher an, um die Modularitätsthese des Geistes zu stützen, da bei diesem trotz schwerer mentaler Behinderung eine ausgeprägte Sprachfähigkeit vorliegt, was die funktionale Sichtweise herausfordert.

Was ist Jägers zentrale Forderung an die Sprachwissenschaft?

Jäger fordert eine Selbstbesinnung der Disziplin, die Rückbesinnung auf historische Traditionen wie das Mead-Paradigma und eine stärkere Integration empirischer Felder wie der Evolutionsbiologie und Neurowissenschaften.

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Details

Title
Die metalinguistische Debatte von Jäger, Bierwisch, Grewendorf: Sprache zwischen Struktur und Funktion
College
University of Zurich  (Deutsches Seminar der Universität Zürich)
Course
Proseminar: Einführung in die Pragmatik
Grade
5-6 (CH)
Authors
Matthias Hofer (Author), Flurin Casura (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V65523
ISBN (eBook)
9783638580687
ISBN (Book)
9783638767750
Language
German
Tags
Debatte Jäger Bierwisch Grewendorf Sprache Struktur Funktion Proseminar Einführung Pragmatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Hofer (Author), Flurin Casura (Author), 2004, Die metalinguistische Debatte von Jäger, Bierwisch, Grewendorf: Sprache zwischen Struktur und Funktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65523
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