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Das Ende der Ära Adenauer 1959-1963 - Der lange Abschied

Title: Das Ende der Ära Adenauer 1959-1963 - Der lange Abschied

Seminar Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Florian Rühmann (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

Bei der Bundestagswahl am 15. September 1957 erreichte die CDU/CSU 50,2% der abgegebenen Zweitstimmen und verteidigte damit ihre absolute Mehrheit im Bundestag. Nach diesem grandiosen Wahlsieg bestand kein Zweifel darin, dass der bereits 81-jährige Konrad Adenauer erneut als Bundeskanzler vereidigt werden würde. Doch trotz seiner enormen Popularität und ungebrochenen Vitalität verlor Adenauer innerhalb dieser so selbstbewusst begonnenen dritten Legislaturperiode zunehmend an Autorität. Es zeigte sich immer deutlicher, dass der Bundeskanzler mit diesem Wahltriumph seinen Zenit erreicht hatte.

In der vorliegenden Arbeit werden exemplarisch fünf krisenhafte Ereignisse der letzten Kanzlerjahre dargelegt und die Bewältigungsstrategien Adenauers untersucht. Anhand der Präsidentschaftskrise 1959, dem Bau der Berliner Mauer 1961, der Regierungsbildung 1961, der Spiegel-Affäre 1962 sowie der Nachfolgediskussion und dem Rücktritt 1963 werden Verfehlungen Adenauers aufgezeigt, welche zu dessen Autoritätsverlust beigetragen haben. Darüber hinaus sollen Erklärungen für das jeweilige spezifische Agieren Adenauers während der einzelnen Krisen gefunden werden. Trugen möglicherweise auch Altersgründe zur wachsenden Führungsschwäche des Kanzlers bei? Wäre die 1959 anvisierte Lösung, Adenauer zum Bundespräsidenten zu wählen, die richtige gewesen? Was veranlasste Adenauer, seinen Rücktritt immer weiter hinauszuschieben? Wurde Adenauer letztlich von seiner eigenen Partei aus dem Amt gedrängt?

Ausgehend von der Bundestagswahl 1957 wird in einem ersten Schritt kurz die Situation zu Beginn der dritten Kanzlerschaft Adenauers nachgezeichnet. Um die Stimmungslage, vor deren Hintergrund sich die zugespitzte Entwicklung 1959 bis 1963 vollzog, besser nachempfinden zu können, werden vorab erste innen- und außenpolitische Krisen aufgezeigt. Im zweiten Schritt stehen dann die bereits genannten krisenhaften Geschehnisse der letzten Kanzlerjahre Adenauers im Mittelpunkt der Untersuchungen. Ziel ist es, die letzten Jahre der Kanzlerschaft Adenauers im Hinblick auf dessen stetigen Machtverlust zu untersuchen und sowohl die Gründe als auch die Wirkung seines Handelns während der einzelnen Krisen herauszustellen. Abschließend soll die Frage diskutiert werden, ob Adenauer den Zeitpunkt für seinen Rücktritt mit Bedacht wählte, oder ob dieser günstigere Augenblicke für sein Ausscheiden als Bundeskanzler verstreichen ließ.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ausgangslage – Bundeskanzler Adenauer auf dem Zenit seiner Macht

2.1 Erste innenpolitische Krisen

2.2 Erste außenpolitische Krisen

3. Von einer Krise in die nächste – Adenauers letzte Jahre als Bundeskanzler

3.1 Präsidentschaftskrise 1959

3.2 Bau der Berliner Mauer 1961

3.3 Regierungsbildung 1961

3.4 Spiegel-Affäre 1962

3.5 Nachfolgediskussion und Rücktritt 1963

4. Der zu lange Abschied? (Schlussbetrachtung)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch fünf krisenhafte Ereignisse in den letzten Jahren der Kanzlerschaft Konrad Adenauers (1959-1963), um die Gründe für seinen stetigen Machtverlust und seine Bewältigungsstrategien zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit altersbedingte Führungsschwäche, persönliche Fehlentscheidungen und ein Mangel an rechtzeitiger Nachfolgeplanung zur Erosion seiner Autorität beitrugen und ob sein Rücktritt schließlich unausweichlich war.

  • Analyse der Präsidentschaftskrise 1959 als Wendepunkt der Ära Adenauer.
  • Untersuchung des krisenhaften Krisenmanagements beim Bau der Berliner Mauer 1961.
  • Bewertung der schwierigen Regierungsbildung 1961 und der innerparteilichen Nachfolgedebatte.
  • Darstellung der Spiegel-Affäre 1962 als Höhepunkt des Autoritätsverlusts.
  • Reflexion über Adenauers Politikstil und das Ende seiner Kanzlerschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1 Präsidentschaftskrise 1959

Die zweite Amtszeit des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss endete im Herbst 1959. Obgleich das Grundgesetz eine erneute Wiederwahl ausschloss, wurden sowohl vonseiten der Regierung als auch der Opposition Stimmen laut, die sich für eine entsprechende Änderung der Verfassung aussprachen. Es war nicht zuletzt Heuss selbst, der solchen Überlegungen einen Riegel vorschob und entgegnete, eine dritte Kandidatur wäre „eine glatte Verlegenheitslösung und [...] ein Armutszeugnis für die deutsche Demokratie, die [...] sich auf einen Wechsel der Individualitäten“ einrichten müsse. Gerade im Ausland könne eine Grundgesetzänderung nur um seinetwillen kaum nachvollzogen werden. Als die SPD am 12. Februar 1959 mit Carlo Schmid einen eigenen Kandidaten präsentierte, war diese Lösung ohnehin hinfällig, da ohne die Stimmen der Sozialdemokraten eine entsprechende Änderung des Grundgesetzes nicht länger realistisch war.

Die CDU/CSU geriet damit unter Zugzwang gleichfalls eine Nominierung vorzunehmen, da Schmid auch für die FDP und konservative Kreise wählbar erschien. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten gestaltete sich jedoch als schwierig, da Adenauer – selbst Katholik – unbedingt einen Protestanten im Amt des Bundespräsidenten sehen wollte. Die beiden wichtigsten Staatsämter mit Personen der gleichen Konfession zu besetzen, widerstrebte Adenauer. In der Folge wurden intern die Namen des Fraktionsvorsitzenden Heinrich Krone und des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Kai-Uwe von Hassel genannt, jedoch kurz darauf wieder fallen gelassen.

Bei einer Besprechung im Kanzleramt am 24. Februar 1959 wurde schließlich Wirtschaftsminister Erhard als potentieller Kandidat ins Spiel gebracht. Adenauer war von dieser Idee äußerst angetan, da er in ihr die Möglichkeit sah, Erhard auf elegante Weise als Kanzler zu verhindern. Seine Nachfolge traute Adenauer dem Wirtschaftsminister nicht zu; zugleich wusste er jedoch um die enorme Popularität Erhards, so dass Adenauer der Gedanke mehr und mehr gefiel, diesen schlichtweg ‚fortzuloben’.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Ausgangslage nach dem Wahlsieg 1957 und definiert das Forschungsziel, die krisenhaften Ereignisse der letzten Kanzlerjahre Adenauers zu analysieren.

2. Die Ausgangslage – Bundeskanzler Adenauer auf dem Zenit seiner Macht: Dieses Kapitel beschreibt die politische Situation nach 1957, in der Adenauer trotz seines Erfolgs durch erste innen- und außenpolitische Herausforderungen an Autorität verlor.

3. Von einer Krise in die nächste – Adenauers letzte Jahre als Bundeskanzler: Der Hauptteil untersucht detailliert die fünf zentralen Krisen (Präsidentschaftskrise, Mauerbau, Regierungsbildung, Spiegel-Affäre, Rücktritt), die das Ende der Ära Adenauer einläuteten.

4. Der zu lange Abschied? (Schlussbetrachtung): Die Schlussbetrachtung resümiert die Gründe für den Autoritätsverlust und bewertet Adenauers Unfähigkeit, sich rechtzeitig aus der Politik zurückzuziehen, kritisch.

Schlüsselwörter

Konrad Adenauer, Ära Adenauer, Bundeskanzler, Präsidentschaftskrise, Berliner Mauer, Regierungsbildung, Spiegel-Affäre, Autoritätsverlust, Nachfolgediskussion, Ludwig Erhard, CDU/CSU, Deutschlandpolitik, Hallstein-Doktrin, Kanzlerdemokratie, politischer Rücktritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Endphase der Kanzlerschaft von Konrad Adenauer zwischen 1959 und 1963 und untersucht die Gründe für seinen schwindenden politischen Einfluss.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen der Machtverlust des Kanzlers, seine Auseinandersetzungen mit politischen Kontrahenten wie Ludwig Erhard sowie der Umgang mit verschiedenen innen- und außenpolitischen Krisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die krisenhaften Ereignisse der letzten Regierungsjahre zu analysieren und zu klären, warum Adenauer seine Nachfolge nicht rechtzeitig regeln konnte und warum er letztlich an Autorität in Partei und Bevölkerung verlor.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine historische Analyse auf Basis von Quellen wie Sitzungsprotokollen der CDU/CSU-Fraktion, Protokollen des CDU-Bundesvorstands sowie zeitgenössischer Fachliteratur durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert dargelegt?

Der Hauptteil behandelt chronologisch die Präsidentschaftskrise 1959, den Mauerbau 1961, die schwierige Regierungsbildung, die Spiegel-Affäre 1962 sowie die endgültige Nachfolgediskussion und den Rücktritt 1963.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Ära Adenauer, Kanzlerdemokratie, Machtverlust, Nachfolgeregelung und Autoritätsverlust.

Warum lehnte Adenauer Ludwig Erhard als seinen Nachfolger so beharrlich ab?

Adenauer hielt Erhard nicht für befähigt, das Amt des Bundeskanzlers adäquat auszuüben, und versuchte daher mehrfach, dessen Aufstieg zu verhindern oder durch andere Kandidaten zu umgehen.

Inwiefern beeinflusste die Spiegel-Affäre das Ende der Ära Adenauer?

Die Affäre offenbarte eine zunehmende Führungsschwäche des Kanzlers und seine Missachtung demokratischer Grundrechte, was den Druck auf ihn massiv erhöhte und letztlich zu seinem Rücktritt im Herbst 1963 beitrug.

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Details

Title
Das Ende der Ära Adenauer 1959-1963 - Der lange Abschied
College
University of Bonn  (Historisches Seminar)
Grade
1,7
Author
Florian Rühmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V65550
ISBN (eBook)
9783638580861
ISBN (Book)
9783638821162
Language
German
Tags
Konrad Adenauer Bundeskanzler Spiegel-Affäre Präsidentschaftskrise Rücktritt Machtverlust Ära 1959 1963
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Rühmann (Author), 2006, Das Ende der Ära Adenauer 1959-1963 - Der lange Abschied, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65550
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