In der Literatur sind zahlreiche Definitionen von Controlling zu finden. Nach Friedl beinhaltet das Controlling sowohl die zielorientierte Koordination von Führungsentscheidungen durch die Umsetzung von Koordinationskonzepten als auch die Versorgung der Unternehmensführung mit entscheidungsrelevanten Informationen.[1] Bereits anhand dieser Definition, aber auch anhand anderer hier nicht aufgeführter Definitionen wird deutlich, dass Controlling weit mehr darstellt als nur eine reine Kontrollfunktion.[2] Im Rahmen dieser Arbeit wird diese Tatsache weiter verdeutlicht in dem auf das zum operativen Controlling zugehörige Erlöscontrolling eingegangen wird.[3]
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Aussagekraft von Ansätzen der Erlöskontrolle. Es stellen sich zunächst die Fragen: Was ist die Erlöskontrolle, was sind ihre wesentlichen Bestandteile, aus welchen Gründen wird die Erlöskontrolle benötigt und welchen Anforderungen muss diese genügen? Die Beantwortung dieser Fragen liefert die Grundlage für die anschließende Beschreibung der existierenden Ansätze der Erlöskontrolle, die im Folgenden nach traditionellen und funktionalen Ansätzen unterteilt werden; in der neueren Literatur erfolgt eine äquivalente Unterscheidung von Symptomanalyse und Ursachenanalyse.[4]
Das Erlöscontrolling und folglich damit auch die Erlöskontrolle wird in der Literatur als Stiefkind des Rechnungswesens und des Controllings dargestellt.[5] Es heißt u. a. bei Stelling, dass die Erlöskontrolle nahezu kaum verbreitet ist und eine unzureichende theoretische Fundierung besitzt.[6] Witt und Witt sprechen davon, dass die Erlösseite im Gegensatz zur Kostenseite bisher nur sehr mangelhaft behandelt worden ist. Danach kann eine Übernahme der Erlösabweichungsanalyse aus der Kostenrechnung nur bedingt erfolgen. Statt dessen wird eine Abweichungsanalyse benötigt, die in der Lage ist die für die Erlösseite spezifischen Abweichungseinflüsse aufzuzeigen.[7]
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[1] Vgl. Friedl (2000), S. 218.[2] Vgl. Betz (1996), S. 1.
[3] Vgl. Stelling (1998), S. 5
[4] Vgl. Witt & Witt (1992), S. 64, 75, Witt (1992b), S. 75, 78 und Albers (1989a), S. 637.
[5] Vgl. ebd., S. 51 und Albers (1989a), S. 637.
[6] Vgl. Stelling (1998), S. 5.
[7] Vgl. Witt & Witt (1992), S. 50.
Inhaltsverzeichnis
- A. Problemstellung
- B. Grundlagen der Erlöskontrolle
- I. Kennzeichnung der Erlöskontrolle
- II. Darstellung des Kontrollprozesses
- 1. Stufen des Kontrollprozesses
- 2. Überblick über Abweichungsanalysemethoden
- 3. Abweichungsursachen
- III. Anforderungen an die Ansätze der Erlöskontrolle
- C. Aussagekraft der Ansätze der Erlöskontrolle
- I. Analyse des traditionellen Ansatzes
- 1. Darstellung des traditionellen Ansatzes
- 2. Beurteilung des traditionellen Ansatzes
- II. Analyse des funktionalen Ansatzes
- 1. Darstellung des funktionalen Ansatzes
- 2. Beurteilung des funktionalen Ansatzes
- I. Analyse des traditionellen Ansatzes
- D. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Aussagekraft verschiedener Ansätze der Erlöskontrolle im operativen Controlling. Es werden die wesentlichen Bestandteile der Erlöskontrolle, ihre Notwendigkeit und die Anforderungen an ihre Umsetzung beleuchtet. Die Arbeit analysiert anschließend zwei gängige Ansätze: den traditionellen Ansatz und den funktionalen Ansatz.
- Kennzeichnung und Bestandteile der Erlöskontrolle
- Der Kontrollprozess und seine Stufen
- Anforderungen an Ansätze der Erlöskontrolle
- Analyse und Beurteilung des traditionellen Ansatzes
- Analyse und Beurteilung des funktionalen Ansatzes
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Problematik der Erlöskontrolle. Sie beleuchtet die Bedeutung der Erlöskontrolle im Kontext des operativen Controllings und stellt die Notwendigkeit einer detaillierten Betrachtung der Erlösseite im Vergleich zur Kostenseite heraus. Anschließend werden die Grundlagen der Erlöskontrolle dargestellt, wobei der Fokus auf deren Kennzeichnung, den Kontrollprozess und den Anforderungen an die Ansätze liegt. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der Analyse der Aussagekraft von zwei gängigen Ansätzen der Erlöskontrolle: dem traditionellen und dem funktionalen Ansatz. Jeder Ansatz wird sowohl in seiner Darstellung als auch in seiner Beurteilung beleuchtet, um deren Stärken und Schwächen aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Erlöskontrolle, operatives Controlling, traditioneller Ansatz, funktionaler Ansatz, Abweichungsanalyse, Wirtschaftlichkeitskontrolle, Erlösplanung, Erlössteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Erlöskontrolle im Controlling?
Die Erlöskontrolle ist Teil des operativen Controllings und dient der Überwachung der Erlösentwicklung sowie der Analyse von Abweichungen zwischen Plan- und Ist-Werten.
Warum wird die Erlöskontrolle oft als "Stiefkind" bezeichnet?
In der Literatur wird sie oft vernachlässigt, da der Fokus meist auf der Kostenseite liegt. Die theoretische Fundierung der Erlösseite gilt im Vergleich als unzureichend.
Was ist der Unterschied zwischen dem traditionellen und dem funktionalen Ansatz?
Der traditionelle Ansatz (Symptomanalyse) konzentriert sich auf die reine Feststellung von Abweichungen, während der funktionale Ansatz (Ursachenanalyse) tiefergehende Einblicke in die spezifischen Abweichungseinflüsse bietet.
Welche Anforderungen müssen Ansätze der Erlöskontrolle erfüllen?
Sie müssen entscheidungsrelevante Informationen liefern, spezifische Erlösabweichungen aufzeigen können und eine koordinierende Funktion für Führungsentscheidungen wahrnehmen.
Welche Stufen umfasst der Kontrollprozess?
Der Prozess beinhaltet die Erfassung der Ist-Werte, den Vergleich mit Plan-Werten, die Identifikation von Abweichungsursachen und die Einleitung von Steuerungsmaßnahmen.
- Quote paper
- Silja Schröder (Author), 2002, Aussagekraft der Ansätze der Erlöskontrolle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6556