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Mit Bildern argumentieren und suggerieren: Verfahren der Absicherung von Bewertungen in den Printmedien und im Fernsehen

Title: Mit Bildern argumentieren und suggerieren: Verfahren der Absicherung von Bewertungen in den Printmedien und im Fernsehen

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janine Wergin (Author)

Politics - Miscellaneous
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Gegenüber der traditionellen Buch- und Zeitungskultur erscheint die heutige Medienöffentlichkeit als „bildlastig“, wenn nicht als „bilddominiert“. Sie wird gemäß Werner Holly beherrscht vom „Bildmedium“ Fernsehen und einer optisch immer aufwändiger gestalteten (Boulevard-)Presse. Bilder dienen zur Stützung von Bewertungen. Diese Arbeit führt anhand von Beispielen aus den Printmedien und dem Fernsehen vor, wie in den Massenmedien mit Bildern argumentiert und suggeriert wird. Die Analyse verdeutlicht, dass die Redewendung „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ nicht zutrifft, wenn es um einen Vergleich der möglichen Absicherungsverfahren von Bewertungen in Sprache und Bild geht. Die Kraft der Bilder zeigt sich vor allem bei irrationalen, suggestiven Verfahren. Bei rationalen, argumentativen Verfahren weist das Bild deutliche Defizite gegenüber der Sprache auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Untersuchungsgegenstand

2. Allgemeine Typologisierung

3. Das Verhältnis zwischen Bild und Text

4. Absicherungsverfahren für Bewertungen in der Dimension des Bildes

4.1 Bildmotivik

4.2. Bildtechnik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Verfahren, mit denen Printmedien und das Fernsehen Bilder nutzen, um Bewertungen in der Berichterstattung zu stützen oder zu suggerieren. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie die visuelle Dimension zur Absicherung von Aussagen eingesetzt wird und inwiefern sie sich von sprachlichen Argumentationsverfahren unterscheidet.

  • Typologie argumentativer und suggestiver Stützverfahren
  • Wechselverhältnis zwischen Bild und Text
  • Einfluss der Bildmotivik auf die Rezeption
  • Suggestive Potenziale der Bildtechnik
  • Vergleich der argumentativen Kraft von Sprache und Bild

Auszug aus dem Buch

4.2. Bildtechnik

Bildtechniken haben zwar keine argumentative, aber eine suggestive Potenz. Alle Techniken sind polyfunktional. Diejenigen, die sich für die jeweiligen Verfahrenstypen zur Absicherung von Bewertungen besonders gut eignen, werden im Folgenden vorgeführt.

Mit Hilfe der Kamerabewegung kann eine Analogie hergestellt werden. Die Bewertung, die eine drängende, in Panik befindliche Menge von einer bedrohlichen Situation hat, kann dadurch verstärkt werden, dass der Kameramann mitdrängt und die Kamera analog zur Bewegung der Menge mitschwankt. Zu den bekanntesten Fotographien des Zweiten Weltkriegs gehören Robert Capas unscharfe, verwackelte Aufnahmen von der Landung der alliierten Streitkräfte in der Normandie. Die mangelnde Schärfe der erstmals im US Magazin Life veröffentlichten Aufnahmen suggeriert Bewegung und Gefahr.

Sympathiewerte sind auch abhängig von der Perspektive, aus der eine Person fotografiert oder gefilmt wird. Ober- und Untersicht (= Vogel- und Froschperspektive) eignen sich, um eine bestimmte psychologische Bedeutung zu vermitteln. So kann eine erhöhte Kameraposition Unterlegenheit und Schwäche suggerieren und umgekehrt ein niedriger Standpunkt Macht und Stärke der gezeigten Person nahe legen. Ein großes Kinn wirkt von unten aufgenommen besonders brutal. Welch erhebliche suggestive Potenz Kamerawinkeln zugeschrieben wird, zeigt sich am Beispiel der Bundestagswahl 1976: Nachdem Helmut Kohl knapp gegen Helmut Schmidt verloren hatte, warf die CDU dem Fernsehen vor, Kohl vor der Wahl durch ungünstige Kameraperspektiven, sichtbare Mikrofone vor dem Gesicht des Kandidaten und fehlenden Applaus in Misskredit gebracht zu haben. Die Medien hätten die Wahl entschieden, hieß es. Die Studie, auf die sich diese Bewertung stützte, ist umstritten und inzwischen weitgehend widerlegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Untersuchungsgegenstand: Einleitung in die bildgeprägte Medienlandschaft und Definition der zentralen Fragestellung bezüglich der Stützung von Bewertungen durch Bilder.

2. Allgemeine Typologisierung: Systematische Einführung in die von Josef Klein entwickelten argumentativen und suggestiven Verfahren der Bewertungsabsicherung.

3. Das Verhältnis zwischen Bild und Text: Analyse der theoretischen Grundlagen und der illustrierenden bzw. reziproken Funktionen von Bild und Text in den Massenmedien.

4. Absicherungsverfahren für Bewertungen in der Dimension des Bildes: Hauptteil, der die praktische Anwendung der Stützverfahren auf die Ebenen der Bildmotivik und Bildtechnik detailliert untersucht.

4.1 Bildmotivik: Untersuchung der argumentativen Möglichkeiten und Einschränkungen bei der Verwendung von Inhalten und Bildmotiven als Beweismittel.

4.2. Bildtechnik: Analyse der suggestiven Wirkungsweisen von Kameraperspektiven, Schnittrhythmus und Bildlayout zur Beeinflussung der Zuschauerwahrnehmung.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, die die hohe suggestive Kraft von Bildern gegenüber ihrer begrenzten rein argumentativen Stärke hervorhebt.

Schlüsselwörter

Medienanalyse, Politikvermittlung, Bildsprache, Bewertungsabsicherung, Bildmotivik, Bildtechnik, Suggestion, Argumentation, Fernsehen, Printmedien, Semiotik, Text-Bild-Verhältnis, Bildjournalismus, Glaubwürdigkeit, Mediale Inszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Medien (Print und TV) Bilder einsetzen, um Bewertungen von Ereignissen, Sachverhalten oder Personen zu stützen oder beim Rezipienten eine bestimmte Meinung zu suggerieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Absicherungsverfahren (argumentativ vs. suggestiv) sowie die spezifische Rolle der Bildgestaltung (Motivwahl und technische Umsetzung).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirksamkeit von Bildern als Stützmittel für Bewertungen zu analysieren und zu prüfen, inwiefern diese die redaktionelle Argumentation in Medienberichten beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Analyse der Typologie von Josef Klein und wendet diese exemplarisch auf aktuelle Beispiele aus der Medienberichterstattung an.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bildinhalten (Bildmotivik) und die technische Gestaltung (Kameraführung, Schnitt, Platzierung), um deren jeweils unterschiedliche Wirkmechanismen offenzulegen.

Welche Schlagworte charakterisieren den Inhalt am besten?

Die zentralen Konzepte sind Bildmotivik, Bildtechnik, suggestive Verfahren, mediale Inszenierung und das Text-Bild-Verhältnis.

Wie unterscheidet sich die Wirkung von Bild und Sprache bei der Argumentation?

Während Sprache rational und regelhaft argumentieren kann, verfügen Bilder primär über eine hohe suggestive Kraft, stoßen jedoch bei der Darstellung abstrakter Normen an ihre Grenzen.

Warum wird dem Fernsehen oft eine höhere Glaubwürdigkeit als Printmedien zugeschrieben?

Dies beruht auf der sogenannten "Illusion des Dabei-Seins", bei der bewegte Bilder eine subjektive Evidenz erzeugen, die beim Betrachter den Eindruck unmittelbarer Realität hervorruft.

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Details

Title
Mit Bildern argumentieren und suggerieren: Verfahren der Absicherung von Bewertungen in den Printmedien und im Fernsehen
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
HS Theorie und Analyse politischer Argumentation
Grade
1,0
Author
Janine Wergin (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V65590
ISBN (eBook)
9783638581165
ISBN (Book)
9783638816328
Language
German
Tags
Bildern Verfahren Absicherung Bewertungen Printmedien Fernsehen Theorie Analyse Argumentation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Wergin (Author), 2006, Mit Bildern argumentieren und suggerieren: Verfahren der Absicherung von Bewertungen in den Printmedien und im Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65590
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