Welche Ähnlichkeiten lassen sich in Bezug auf die Rolle des Lehrers in der Montessori und der Waldorf-Pädagogik erkennen?


Hausarbeit, 2003
15 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Wer war Maria Montessori?
1.2 Wer war Rudolf Steiner?

2. Vorbereitete Umgebung
2.1 Maria Montessori
2.2 Rudolf Steiner

3. Rolle des Lehrers
3.1 Vergleich

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit habe ich mich mit den Grundgedanken Maria Montessoris sowie Rudolf Steiners und besonders mit den Analogien zwischen ihnen befasst.

Um den Einstieg in das Thema zu erleichtern, schildere ich am Anfang kurz die Biographien beider Pädagogen.

Den Schwerpunkt meiner Hausarbeit habe ich auf die Rolle des Lehrers gelegt.

Außerdem habe ich den Aspekt der vorbereiteten Umgebung berücksichtigt, in Hinblick auf die Sichtweisen von Steiner und Montessori.

Maria Montessori sowie Rudolf Steiner haben beide prägende Richtungen für die Pädagogik vorgegeben, beide werden als Reformpädagogen bezeichnet. Sie haben sich kritisch mit dem damaligen Bildungs- und Erziehungsbegriff auseinander gesetzt und neue Impulse gegeben.

Die individuellen Erfahrungen und Beobachtungen geben uns teilweise ein ganz neues Bild des Kindes. Sie vertreten beide den Standpunkt, dass die Pädagogik „vom Kinde aus“ erfolgen sollte.

Diese generellen Gemeinsamkeiten haben mein Interesse geweckt und waren der Auslöser für meine Themenauswahl. Einige Fragen beschäftigten mich.

Wie sehen Montessori und Steiner das Kind? Und was spielt der Lehrer für eine Rolle?

Bei Maria Montessori gibt es die vorbereitete Umgebung. Ist so etwas ähnliches auch in der Waldorfpädagogik vorhanden?

Zu beiden Persönlichkeiten sind viele interessante Bücher erschienen. Ich habe für meine Hausarbeit versucht die interessantesten Aspekte herauszufiltern und Antworten auf meine Fragen zu finden.

1.1 Wer war Maria Montessori?

Maria Montessori wurde am 31.08.1870 in Chiaravalle (Italien) geboren.

Zu ihrer Zeit berücksichtigten die Schulen weder eigene Interessen noch kritische Fragen der Schülerinnen. Die Frauen bekamen keine schulische oder gesellschaftliche Förderung. Früh entwickelte Maria Montessori deshalb ihren Wunsch nach möglichen Veränderungen.

Ihr Charakter war vor allem durch Eigenschaften wie Eigenwilligkeit, Hartnäckigkeit,

Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein geprägt. Aufgrund ihrem besonderen Interesse für Mathematik, ihrer Eigenschaften und der Unterstützung ihrer Mutter, setzte sie den Besuch einer technisch-wissenschaftlichen Schule durch. Ihr soziales Engagement (sie engagierte sich in ihrer Freizeit in der damals aufkommenden Frauenbewegung) und ihre Wissbegierde an der Biologie, lösten in ihr den Wunsch aus Ärztin zu werden. 1896 beendete sie erfolgreich ihr Studium und war die erste Ärztin in Italien.

Nach ihrem Studium arbeitete sie in einer Kinderabteilung, in der geistig behinderte Kinder behandelt wurden. Sie bemerkte bei den Kindern den Wunsch nach Beschäftigung. Um den Kindern zu helfen, las sie Bücher von Itard (1775-1838) und Séguin (1812-1880). Sie entwickelte die Grundgedanken beider Ärzte weiter und entwarf didaktisches Material für die Kinder, dass sie bald für den Gebrauch bei normalen Kindern ausbaute. Die Eingliederung der geistig behinderten Kinder in die Gesellschaft war für Maria Montessori ein wichtiger Aspekt, auch die Gründung von Sonderschulen zählte für sie dazu.

1907 eröffnete Montessori ihr erstes Kinderhaus, die ,,Casa dei Bambini“, in einem römischen Arbeiterviertel. Für sie stand die „[...] freiwillige Bewegung und Aktivierung der Sinne ohne zeitliche Begrenzung [...]“ (WALDSCHMIDT 2001, 25) im Vordergrund. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen erzieherischen Erfolge wurde die

,,Casa“ zur Attraktion, und weitere Kinderhäuser wurden nach diesem Modell in Rom und Mailand eingerichtet, später auch im Ausland (England, Australien und USA). Im nationalsozialistischen Deutschland wurde die Bewegung verboten und ihre Bücher verbrannt. Nach dem 2. Weltkrieg lebte das Interesse an den Montessori-Ideen wieder auf, es finden immer noch Kongresse und Ausbildungskurse für Lehrer statt.

Am 06.05.1952 starb Maria Montessori in Noordwijk aan Zee (Niederlande).

1.2 Wer war Rudolf Steiner?

Rudolf Steiner wurde am 27.02.1861 in Kraljevec (damaliges Ungarn) geboren.

Früh entwickelte Rudolf Steiner ein Interesse für Mathematik, Naturwissenschaften und Goethes Werke. Die Schwierigkeit für ihn bestand darin, dass Verhältnis zwischen physischer und geistiger Welt herzustellen. Ständig stellte er sich die Frage, „Wie kann das Denken für die Welt des Geistes aufgeschlossen werden?“ (MEYER 1961, 26)

Rudolf Steiner entdeckte schon in jungen Jahren seine hellseherischen Fähigkeiten. Er konnte verstorbene Menschenseelen wahrnehmen. Sein Denken stand stets im Widerspruch zu den Ansichten der Zeit, in der ein Konflikt zwischen Glauben und Erkennen herrschte. Aufgrund des damaligen stärker werdenden Materialismus, stieß er auf Ablehnung der anderen Menschen. Er wird als der Begründer der Anthroposophie* genannt.

1879 begann er sein Studium an der Technischen Hochschule in Wien.

Rudolf Steiner beschäftigte sich mit Büchern von Kant und Fichte und entwickelte ein philosophisches Erkenntnisstreben. Er arbeitete als Hauslehrer in der Familie Specht, wo er erste Erfahrungen im heilpädagogischen Bereich sammelte. 1891 promovierte er zum Doktor der Philosophie.

Er heiratete 1914 Marie von Sivers, nachdem seine erste Frau Anna Eunike 1912 verstarb. Ein Jahr später gründete er die Anthroposophische Gesellschaft.

In Stuttgart wird 1919 die erste Waldorfschule für die Kinder der Arbeiter der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik eröffnet.

Er ist in seinen letzten Jahren als Architekt, Künstler und Wissenschaftler aktiv.

Am 30.03.1925 stirbt Rudolf Steiner.

Es gibt inzwischen weltweit ca. 500 Waldorfschulen.

*Anthroposophie = Das Bedürfnis des Menschen, ein von Bewusstheit gestaltetes Verhältnis zur übersinnlichen Welt zu gewinnen.

2. Vorbereitete Umgebung

In vielen Schulen bemerkt man häufig, dass die Ausstattung der Räume überwiegend auf der Auffassung und Sichtweise der Erwachsenen beruht.

Aber ist es nicht viel wichtiger, dass die Kinder sich wohl fühlen und dementsprechend auch die Möbel und das Material an ihre Größe und Bedürfnisse ausgerichtet sind? Kann es denn sinnvoll sein, wenn die Kinder z.B. die Regale nicht erreichen können, weil diese viel zu hoch angesetzt sind?

Entscheidend ist auch der Lärmpegel, der in manchen Klassen herrscht. Beobachtungen zeigen, dass in einer lauten Umgebung die Kinder oft abgelenkt und unkonzentriert sind. Das erschwert die Aufnahme des Lernstoffes. Zusätzlich bestimmt auch das Miteinander der Kinder die Lernatmosphäre.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Welche Ähnlichkeiten lassen sich in Bezug auf die Rolle des Lehrers in der Montessori und der Waldorf-Pädagogik erkennen?
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Montessori-Pädagogik
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V65639
ISBN (eBook)
9783638581561
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Welche, Bezug, Rolle, Lehrers, Montessori, Waldorf-Pädagogik, Montessori-Pädagogik
Arbeit zitieren
Larissa Drewa (Autor), 2003, Welche Ähnlichkeiten lassen sich in Bezug auf die Rolle des Lehrers in der Montessori und der Waldorf-Pädagogik erkennen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65639

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