„Die Arbeit mit filmischem Material gibt dem Geschichtsunterricht eine andere Qualität, die Schülerinnen und Schüler zu schätzen wissen und die ihnen wesentliche Erkenntnisse - auch über den Geschichtsunterricht hinaus - vermittelt.“ Allerdings müssen die Schülerinnen und Schüler zunächst lernen, dass Geschichtsstunden mit Ausschnitten aus Filmen auch Arbeit bedeutet! Und gerade diese Tatsache fordert eine Menge an Interesse bei Schülern, nicht nur sich vom Film „berieseln“ zu lassen, sondern konstruktiv mit diesem zu arbeiten und neue Kenntnisse zu erwerben, welche durch konstruktives Arbeiten mit dem Medium Film erreicht werden kann. Deswegen wird die folgende Arbeit eine kurze Abhandlung zum Umgang mit dem Amateurfilm im Geschichtsunterricht mit dem Schwerpunkt des Einsatzes im Unterricht des Geschichtsunterrichts sein. Es sollen sowohl die theoretischen Voraussetzungen besprochen werden sowie 2 praktische Beispiele für Einsätze von Amateurfilmen im Geschichtsunterricht. Dabei werden die 2 Filmbeispiele kurz besprochen sowie einige Unterrichtsformen unter Einsatz des Filmes erläutert. Mit der Arbeit werden die positiven Ansätze für Unterricht mit dem Medium Film und im besonderen Fall des Amateurfilms kritisch dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Filmische Quellen und Darstellungen im Unterricht
2.1 Die Typen historischer Filmquellen
3 Die Genese des Amateurfilmes
3.1 Ein kurzer Abriss zur Geschichte der Amateurfotografie
3.2 Die Geschichte des Amateurfilmes
3.3 Der Amateurfilm heute
4 Beispiele zum Einsatz von Amateurfilmen im Schulunterricht
4.1 Clemens August von Galen
4.1.1 Biografische Eckdaten von Clemens August von Galen
4.1.2 Zwei Sichtweisen
4.1.3 Aussagen zum Amateurfilm
4.2 „Das 3. Reich in Farbe“ – Hintergrund der Filme und deren Aussagen
5 Der Einsatz von Amateurfilmen in der Geschichtsstunde
5.1 Einordnung in den Lehrplan des Geschichtsunterrichts in der Mittelschule
5.2 Verschiedene Methoden zum Unterrichtseinsatz
5.2.1 Amateurfilme und Dokumentationen im Stationslernen
5.2.2 Amateurfilme und Dokumentationen in der Gruppenarbeit
5.2.3 Amateurfilme als Ansatz für eine Projektarbeit
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den didaktisch sinnvollen Einsatz von Amateurfilmen im Geschichtsunterricht, um Schülern einen kritischen und konstruktiven Umgang mit historischen Medien zu vermitteln. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie diese speziellen Filmdokumente in den Unterricht integriert werden können, um das historische Bewusstsein zu schärfen und die Schüler zur aktiven Quellenanalyse zu motivieren.
- Theoretische Grundlagen und Typologie historischer Filmquellen
- Historische Entwicklung des Amateurfilms
- Praktische Fallbeispiele für den Unterricht (Clemens August von Galen, "Das 3. Reich in Farbe")
- Methodische Ansätze: Stationslernen, Gruppenarbeit und Projektarbeit
- Kritische Reflexion der Vermittlungskompetenzen im Geschichtsunterricht
Auszug aus dem Buch
4.1.3 Aussagen zum Amateurfilm
Der Amateurfilm war vom 05.08.1943 und zeigte den noch damaligen Bischof Clemens August von Galen in Greven. Es ist gut dargestellt, wie die Bevölkerung hinter ihm stand. Es sind keinerlei Hakenkreuze oder ähnliche Symbole des 3.Reiches bei diesem Umzug zu sehen, auch sind nur wenige Polizisten vor Ort.
Für den Betrachter ist es sehr schwer, eine zeitliche Einordnung des Filmes vor zu nehmen. Denn nur jemand, der die Hintergründe des Clemens August von Galen kennt, kann eine zeitliche Einordnung treffen. Auf Grund dieser Fakten ist der Film sehr schwierig als Einstieg in ein Thema zum Nationalsozialismus zu verwenden. Allerdings kann er sehr gut in das Thema „die Kirche im Nationalsozialismus“ eingesetzt werden. Besonders hohen Stellenwert hat dieser Film im Bezug auf die Heimatgeschichte. Wenn die Schule in der Unterrichtet wird, im Raum Münster steht, sollte Clemens August von Galen im Geschichtsunterricht behandelt werden. Und mit etwas Glück kann der Lehrer sogar noch Zeitzeugen zu dieser Gegebenheit ausfindig machen.
Mit diesem Thema werden die Schüler gefesselt und können zu einem selbständigen Arbeiten ermuntert werden. Allerdings muss beachtet werden, dass dieses Thema sehr zeitintensiv ist und gut vorbereitet werden sollte. So muss der Lehrer sehr viele Hintergrundinformationen zu diesem Thema haben. Anschließend kann mit einem der 3 Predigten gearbeitet werden. Ausführlicher wird dieses Thema unter Punkt 5 behandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, den Einsatz von Amateurfilmen konstruktiv in den Geschichtsunterricht zu integrieren.
2 Filmische Quellen und Darstellungen im Unterricht: Erläutert die Typologie historischer Filme und betont die Notwendigkeit, Schüler zur kritischen Medienanalyse anzuleiten.
3 Die Genese des Amateurfilmes: Skizziert die historische Entwicklung der Amateurfotografie und des Amateurfilms von den Anfängen bis zur modernen Technik.
4 Beispiele zum Einsatz von Amateurfilmen im Schulunterricht: Analysiert anhand von Fallbeispielen, wie spezifisches Filmmaterial zur historischen Aufarbeitung genutzt werden kann.
5 Der Einsatz von Amateurfilmen in der Geschichtsstunde: Zeigt konkrete methodische Vorgehensweisen wie Stationslernen oder Projektarbeit für den schulischen Einsatz auf.
6 Schlussbetrachtung: Fasst zusammen, dass Amateurfilme ein bereicherndes Medium darstellen, sofern sie punktuell und reflektiert eingesetzt werden.
Schlüsselwörter
Amateurfilm, Geschichtsunterricht, Quellenanalyse, Medienkompetenz, Nationalsozialismus, Clemens August von Galen, Filmdokumente, Stationslernen, Gruppenarbeit, Projektarbeit, historische Bildung, Zeitgeschichte, Dokumentarfilm, Heimatgeschichte, Schulpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den didaktischen Möglichkeiten und Herausforderungen, Amateurfilme als historische Quelle in den Geschichtsunterricht zu integrieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Analyse historischer Filmtypen, die Geschichte des Amateurfilms sowie deren methodische Einbindung in den Unterrichtsalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Amateurfilme als Medium genutzt werden können, um bei Schülern ein kritisches Geschichtsbewusstsein und die Fähigkeit zur aktiven Quellenarbeit zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine fachdidaktische Analyse, kombiniert mit historischen Kontextualisierungen und der Evaluation gängiger Unterrichtsmethoden wie dem Stationslernen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medienhistorische Einordnung, zwei praktische Unterrichtsbeispiele zu NS-Themen sowie eine methodische Abhandlung über verschiedene Lehrmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Amateurfilm, Geschichtsunterricht, Quellenanalyse, Medienkompetenz und didaktische Vermittlung.
Warum eignet sich der Film über Clemens August von Galen besonders für den Unterricht?
Er ermöglicht es, lokale Heimatgeschichte mit nationalsozialistischer Zeitgeschichte zu verknüpfen, erfordert jedoch eine gute inhaltliche Vorbereitung durch den Lehrkörper.
Welche Rolle spielt die "Das 3. Reich in Farbe" Dokumentation?
Sie dient als Beispiel, wie farbige Amateuraufnahmen eine besondere Wirkung auf Schüler ausüben und als Ausgangspunkt für die Untersuchung des Alltags in der NS-Zeit dienen können.
Welche Herausforderungen nennt der Autor bei der Projektarbeit?
Als Hauptprobleme werden mangelnde Konzentration, eine zu geringe Frustrationstoleranz der Schüler sowie der hohe Zeitaufwand für eine gelungene Projektphase identifiziert.
- Quote paper
- Jan Griesbach (Author), 2005, Film als Quelle: Amateurfilme im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65683