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Männliche Ehre - weibliche Scham. Analyse immanenter Wertvorstellungen vor dem Hintergrund von Migration

Title: Männliche Ehre - weibliche Scham. Analyse immanenter Wertvorstellungen vor dem Hintergrund von Migration

Diploma Thesis , 2006 , 122 Pages , Grade: gut

Autor:in: Anna Patzke Salgado (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Diese Diplomarbeit möchte ein klareres Bild über die immanenten Normen und Wertvorstellungen, die besonders auf der jeweiligen Gewichtung des Wertes von „Ehre“ basieren, von türkischen Migranten und Migrantinnen in Deutschland liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begriffe „Ehre“ und „Würde“ in der traditionellen tükischen Gesellschaft

2.1 Ehre.

2.2 Würde

2.3 Die Modifikation von "Ehre“ und „Würde“ in der türkischen Gesellschaft

2.4 Distinktionen innerhalb der Familie

2.5 Die Situationsgebundenheit von Ehre und Achtung

2.6 Die räumliche Geschlechtertrennung

2.7 Das muslimische Reinheitsgesetz

2.8 Die traditionell türkische weibliche Scham

2.9 Die traditionell türkische männliche Ehre

2.10 Die türkische Verfassung

3. Ehrvorstellungen von Migranten in Deutschland

3.1 Die Entstehung von Ich-Identität bei jugendlichen Migranten und Migrantinnen

3.2 Die Migration türkischer Gastarbeiter nach Deutschland

3.3 Ehrvorstellungen als Grundlage von Erziehung in türksichen Migrantenfamilien

3.4 Normen- und Wertvorstellungen männlicher türkischer Jugendlicher in Deutschland

3.4.1 Traditionell orientierte männliche türkische Jugendliche

3.4.2 Bikulturell orientierte männliche türkische Jugendliche

3.4.3 „Ausgebrochene“ männliche türkische Jugendliche

3.5 Normen- und Wertvorstellungen weiblicher türkischer Jugendlicher in Deutschland

3.5.1 Traditionell orientierte weibliche türkische Jugendliche

3.5.2 Bikulturell orientierte weibliche türkische Jugendliche

3.5.3 „Ausgebrochene“ weibliche türkische Jugendliche

4. Zwangsheirat bei Türken/Innen in Deutschland

4.1 Begriffsdefinition der „arrangierten“ und der „erzwungenen“ Ehe

4.2 Zwangsheiraten bei Migranten in Deutschland

4.3 Fallbeispiele zur Zwangsverheiratung von Frauen

4.4 Zwangsheirat aus Sicht traditionell orientierter Männer

4.4.1 Das niedrige Alter der Braut

4.4.2 Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Eltern

4.4.3 In Abwesenheit der Brautleute geschlossene Imam-Ehe

4.5 Der rechtliche Umgang mit Zwangsheiraten

4.5.1 Auslandseheschließungen

4.5.2 Inlandseheschließungen

5. Ehrenmorde in Deutschland

5.1 Fallbeispiel zu Ehrenmorden in türkischen Migrantenfamilien

5.2 Der rechtliche Umgang mit Ehrenmorden

5.2.1 Aufenthaltssicherung

5.2.2 Aufenthaltsrecht für Migrantinnen

5.2.3 Schutzmaßnahmen

6. Die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland

7. Nationale, europäische und internationale Maßnahmen und Forderungen gegen Ehrverbrechen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die immanenten Normen und Wertvorstellungen auf der Basis von traditioneller „Ehre“ und „Scham“ bei türkischen Migranten und Migrantinnen in Deutschland. Ziel der Untersuchung ist es, ein klareres Bild über diese Vorstellungen zu gewinnen, die maßgeblich auf der Gewichtung des Wertes von „Ehre“ basieren, und deren Einfluss auf das Leben, die Integration und die Entstehung von familiären Konflikten wie Zwangsheirat und Ehrenmorden zu analysieren.

  • Traditionelle Ehrbegriffe in der türkischen Gesellschaft und ihre Modifikation durch Migration
  • Einfluss der elterlichen Erziehung auf die Ich-Identität türkischer Jugendlicher
  • Rollenbilder, patriarchalische Strukturen und geschlechtsspezifische Diskrepanzen innerhalb von Migrantenfamilien
  • Thematisierung von Zwangsheiraten und Ehrenmorden vor dem Hintergrund soziokultureller Werte
  • Integration, Multikulturalismus und die Wirksamkeit nationaler und internationaler Gegenmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

2.8 Die traditionell türkische weibliche Scham

Die Ehre der Frau wird vor allem durch ihre sexuelle Keuschheit vor der Ehe und durch ihre Treue in der Ehe definiert. Daher bezeichnen manche Autorinnen die Ehre der Frau als Scham.59 Die Scham der Frau umfasst weit mehr als die reine Keuschheit vor der Ehe und die Treue in der Ehe. Um nicht in Verruf zu geraten und damit die Ehre zu beschmutzen, muss eine Frau sich schamhaft, schüchtern und scheu verhalten und ihren Körper sowie ihre Haare vor den Männern verbergen.60

Schamhaftigkeit wird vor allem im Umgang mit Männern verlangt. In einer reinen Frauengemeinschaft werden die Regeln der Schamhaftigkeit weitgehend außer Kraft gesetzt. Frauen können sich gegenseitig nicht entehren, da die Ehre der Frau hauptsächlich von ihrer Keuschheit abhängt.61 Die Gemeinschaft der Frauen betont - bis auf leichte Rangunterschiede - die Gleichheit der Frauen untereinander. Da sie sich gegenseitig nicht entehren können, ist ihr Umgang untereinander informell. Durch diese Informalität, in der die Frauen viel über sich und ihren Tagesablauf preisgeben, entsteht ein engmaschiges Informationsnetz, welches vor allem zur Vorbeugung von übler Nachrede und vor Angriffen auf die Ehre dient. Die Frauen beweisen auf diese Art ihre Ehrenhaftigkeit vor den anderen Frauen.62

„Man beugt sich dem Druck der öffentlichen Meinung, an deren Bildung man selber dauernd beteiligt ist, indem man seine Handlungen offen legt und damit zeigt bzw. vorgibt, keine Geheimnisse und nichts zu verbergen zu haben. Auf diese Weise ergänzt die Kontrolle unter Frauen die durch die Segregation bestehende Kontrolle zwischen Männern und Frauen.“ 63

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur Bedeutung von „Ehre“ und „Scham“ bei türkischen Migranten dar, motiviert durch den Fall Hatun Sürücü und die Problematik patriarchalisch geprägter Erziehung.

2. Die Begriffe „Ehre“ und „Würde“ in der traditionellen türkischen Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die kulturellen Ursprünge der Begriffe Ehre, Würde und Scham sowie deren geschlechtsspezifische und situationsabhängige Ausprägungen in der türkischen Agrargesellschaft.

3. Ehrvorstellungen von Migranten in Deutschland: Es wird die Identitätsbildung und der Einfluss von elterlicher Erziehung im Migrationskontext analysiert, wobei unterschiedliche Orientierungen (traditionell, bikulturell, ausgebrochen) bei Jugendlichen identifiziert werden.

4. Zwangsheirat bei Türken/Innen in Deutschland: Dieses Kapitel definiert arrangierte und erzwungene Ehen, untersucht Ursachen für Zwangsheiraten in Migrantenfamilien und diskutiert den aktuellen rechtlichen Umgang damit.

5. Ehrenmorde in Deutschland: Die Untersuchung befasst sich mit den Hintergründen von Ehrenmorden, der patriarchalischen Rechtfertigung der Täter und dem juristischen Umgang der deutschen Justiz mit dieser Problematik.

6. Die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland: Hier wird kritisch hinterfragt, ob die Integration türkischer Migranten gescheitert ist, unter Einbeziehung des Konzepts des Multikulturalismus und empirischer Studien.

7. Nationale, europäische und internationale Maßnahmen und Forderungen gegen Ehrverbrechen: Das Kapitel bündelt konkrete politische und gesellschaftliche Forderungen zur Prävention und zum Schutz Betroffener vor ehrbezogenen Gewalttaten.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit von Reformen, um geschlechtsspezifische Unterdrückung zu überwinden, ohne das Konzept einer multikulturellen Sensibilisierung aufzugeben.

Schlüsselwörter

Ehre, Scham, Migration, türkische Jugendliche, Integration, Zwangsheirat, Ehrenmord, Identitätsbildung, Rollenverständnis, Patriarchat, Multikulturalismus, Menschenrechte, Geschlechtertrennung, Sozialisation, Wertvorstellungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die patriarchalisch geprägten Normen und Wertvorstellungen, insbesondere die Konzepte „Ehre“ und „Scham“, und deren Auswirkungen auf das Leben türkischstämmiger Migranten in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die traditionelle Erziehung in türkischen Familien, die Identitätsentwicklung von Migrantenjugendlichen im Spannungsfeld zweier Kulturen sowie die Problematik von Zwangsheiraten und Ehrenmorden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die traditionellen, auf Ehre und Scham basierenden Werte durch Migration verändern und welche Auswirkungen dies auf die Lebensführung und die Integration von türkischen Migranten hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Diplomarbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die soziologische Identitätstheorien (z.B. von Krappmann und Goffman) mit Fallbeispielen und Studien zur Integration türkischer Migranten verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Ehrbegriffe, die Erziehungskonzepte in Migrantenfamilien, die Analyse verschiedener jugendlicher Lebensentwürfe, sowie die Untersuchung der Thematiken Zwangsheirat und Ehrenmord.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ehre, Scham, Migration, Integration, Zwangsheirat, Ehrenmord, Identitätsbildung und Patriarchat charakterisieren.

Welche Rolle spielt der Fall Hatun Sürücü in dieser Arbeit?

Der Fall dient als zentrales und tragisches Beispiel, um die tödlichen Konsequenzen traditioneller Ehrvorstellungen in der deutschen Migrationsgesellschaft zu verdeutlichen und die Debatte um gescheiterte Integration zu initiieren.

Gibt es eine religiöse Begründung für Ehrenmorde laut Autorin?

Die Autorin stellt klar, dass es keine explizite religiöse Begründung für Ehrenmorde im Islam gibt. Diese Taten entspringen eher einem patriarchalisch strukturierten System, das den Wert der familiären Ehre über den Wert des Lebens stellt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen arrangierten und erzwungenen Ehen?

Die Arbeit unterscheidet zwischen der kulturell tradierten Form der Brautwerbung (arrangiert) und der gewaltsamen Verweigerung freier Selbstbestimmung (erzwungen), wobei die rechtliche Einordnung eine Herausforderung darstellt.

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Details

Title
Männliche Ehre - weibliche Scham. Analyse immanenter Wertvorstellungen vor dem Hintergrund von Migration
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
gut
Author
Anna Patzke Salgado (Author)
Publication Year
2006
Pages
122
Catalog Number
V65737
ISBN (eBook)
9783638582407
ISBN (Book)
9783638719452
Language
German
Tags
Männliche Ehre Scham Analyse Wertvorstellungen Hintergrund Migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Patzke Salgado (Author), 2006, Männliche Ehre - weibliche Scham. Analyse immanenter Wertvorstellungen vor dem Hintergrund von Migration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65737
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