Unterrichtseinheit für die Sek.I.: Wegbeschreibung/Identifier un trajet. Trouver sa route à Fontainebleau


Unterrichtsentwurf, 2006

20 Seiten, Note: 12


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. SACHANALYSE
1.1. Begriffsdefinition
1.2. Grammatikalische Besonderheiten zum Thema Wegbeschreibung
1.2.1. Redemittel zum Sachfeld Stadt
1.2.2. Präpositionen
1.2.3. Ordnungszahlen
1.2.4. Regelmäßige Verben
1.2.5. Unregelmäßige Verben

2. DIDAKTISCHE ANALYSE
2.1. Bezug zum Lehrplan
2.2. Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
2.3. Exemplarität
2.4. Didaktische Reduktion
2.5. Einbettung in die Unterrichtseinheit
2.6. Schülerbezug
2.6.1 Situationsbeschreibung der Klasse
2.6.2. Lernvoraussetzungen

3.1. Zuweisung von Phasen zu Inhalten
3.1.1. Echauffement
3.1.2. Einstiegsphase
3.1.3. Erarbeitung
3.1.4. Sicherung/Präsentation
3.1.5. Schlussphase

4. LERNZIELE
4.1. Groblernziel
4.2. Feinlernziele

5. METHODISCHE ANALYSE
5.1. Echauffement
5.2. Einstieg
5.3. Erarbeitung
5.4. Sicherung/Präsentation
5.5. Schlussphase
5.6. Medien

6. LITERATUR

Anhang: Unterrichtsverlauf

Hörtext

Geplantes Tafelbild

1. SACHANALYSE

1.1. Begriffsdefinition

Laut Duden ist „der Weg eine Richtung, die einzuschlagen ist, Strecke, die zurückzulegen ist, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen“1 und eine „Beschreibung: […] b) (schriftlich niedergelegte) Darstellung, Schilderung, die Besonderheiten, Kennzeichen o. ä. genau angibt.“2 Daraus ergibt sich, dass die Wegbeschreibung, der Darstellung einer zurückzulegenden Strecke unter genauer Berücksichtigung von Richtungswechseln entspricht. Sie sollte dabei knappe, aber dennoch präzise Angaben enthalten, um einen Weg so exakt und verständlich wie möglich zu beschreiben. Der Wegbeschreibung kommt in Realsituationen eine enorme Bedeutung zu, da sie wichtig ist, um sich in einem fremden Land zu orientieren und sich zurecht zu finden. Daher ist sie in vielen Fällen auch die erste Kontaktaufnahme überhaupt mit einer Person aus einem anderen Kulturkreis. Zuweilen mag sich aus diesem ersten ungezwungenen Kontakt vielleicht ein kleines Gespräch entwickeln oder hierdurch sogar eine Freundschaft angebahnt werden. Die Wegbeschreibung ist aber auch bedeutsam für die Kommunikation mit Auswärtigen im eigenen Land und damit ein Element zum Ausdruck von Gastfreundschaft. Die Wegbeschreibung sollte daher stets präzise sein und wichtige Details berücksichtigen. Auf die Schwierigkeiten, welche sich für Schüler in der französischen Sprache hieraus ergeben, soll im folgenden Abschnitt eingegangen werden.

1.2. Grammatikalische Besonderheiten zum Thema Wegbeschreibung

Eine Wegbeschreibung erscheint auf den ersten Blick durch ihre kurzen und präzisen Angaben als wenig kompliziert, doch auch gerade diese knappen Phrasen bergen grammatikalische Schwierigkeiten.

1.2.1. Redemittel zum Sachfeld Stadt

Bei einer Wegbeschreibung müssen die Redemittel zum Sachfeld Stadt beherrscht werden (z. B. gibt es in jeder Stadt immer wiederkehrende Gebäude und Straßenbezeichnungen: z. B. la place, le boulevard, la rue, le rond-point, le château, le supermarché, le lycée, le collège, la poste, la gare, le parking, l’office de tourisme, le théâtre, l’église, la piscine etc.). Das Problem, welches sich bei den Redemitteln aus dem Sachfeld Stadt immer wieder für Schüler stellt, besteht in der oftmaligen Verwechslung der Artikel. Hierdurch kommt es im Nachhinein häufig auch noch zu einer falschen Angleichung bei den articles contractés von à und de. Zusätzlich stellt die Aussprache der Straßennamen eine Schwierigkeit dar. Dennoch wurden im verwendeten Straßenplan nicht nur leichte Straßenamen beibehalten, denn auch unter realen Bedingungen müssen die Schüler mit unbekannten Namen zurecht kommen.

1.2.2. Präpositionen

Präpositionen sind unveränderliche Wörter, die andere Wörter oder Wortgruppen zueinander in Beziehung setzen. Insbesondere schließen sich die Präpositionen mit Nominalgruppen oder Nomen eng zu Präpositionalgruppen z. B. le train part à 23 heures oder Il vient de Paris. Außerdem sind Präpositionen zu unterscheiden, die aus einem einzigen Wort bestehen (z. B. à la gare) und präpositionalen Ausdrücken, die aus mehreren Wörtern bestehen (z. B. près de l’église).3 Für die Wegbeschreibung sind die wichtigsten lokalen Präpositionen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der heutigen Stunde wird der Schwerpunkt aber auf den Richtungsangaben à gauche, à droite, tout droit gelegt, um die Schüler nicht mit zu vielen Ausdrücken zu überfrachten, denn die Schüler verwechseln manchmal rechts mit links (auch im Deutschen). Auf die Richtungsangaben à droite und tout droit muss bisweilen wegen der Aussprache verwiesen werden, da bei à droite das -t, aufgrund des Endvokals - e betont gesprochen werden muss.

1.2.3. Ordnungszahlen

Bei einer Wegbeschreibung stehen die Zahlwörter und dabei vor allem die Ordnungszahlen (les numéraux ordinaux) im Mittelpunkt, da mit ihrer Hilfe z. B. die Auskunft tu prends la première rue à droite gegeben wird. Wobei premier vor vokalisch anlautenden Nomen wie die weibliche Form première ausgesprochen wird. Hier verwenden die Schüler manchmal die Grundzahlen, weil sie ihnen schon länger bekannt sind und diese auch weitaus einfacher auszusprechen sind als die Ordnungszahlen.

1.2.4. Regelmäßige Verben

Bei einer Wegbeschreibung werden von den regelmäßigen Verben auf -er vor allem arriver, traverser, tourner und passer verwendet. Die Verben auf -er haben im Präsens einen Stamm oder, in wenigen Fällen, zwei Stämme, aus denen alle anderen Formen abgleitet werden. Diese Verben enden im Schriftbild im Singular (Présent) auf -e, -es, -e und im Plural auf -ons, -ez, -ent. In der Aussprache ist eine Differenzierung nur in der ersten und zweiten Person Plural möglich.

1.2.5. Unregelmäßige Verben

Die unregelmäßigen Verben être und aller werden neben dem Verb avoir auch als Hilfsverben bezeichnet (verbes auxiliaires) und „[…] servent à conjuger tous les verbes.“4 Avoir, être und auch aller werden benötigt, um die zusammengesetzten Zeiten (Passé composé, Plus-que-parfait, Futur composé etc.) zu bilden und sind schon im Présent sehr unregelmäßig. Prendre ist ebenfalls ein unregelmäßiges Verb, das in vielen feststehenden Ausdrücken verwendet wird (z. B. prendre soin, prendre des photos etc.). Diese unregelmäßigen Verben sind den Schülern zwar schon länger bekannt, aber sie werden aufgrund ihrer unregelmäßigen Formen häufig falsch konjugiert und ausgesprochen.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Wegbeschreibung trotz ihrer einfachen Strukturen eine sehr komplexe grammatikalische Einheit darstellt, bei der das Erfragen eines Weges für die Schüler im allgemeinen weniger schwierig sein dürfte als das selbstständige Beschreiben.

2. DIDAKTISCHE ANALYSE

2.1. Bezug zum Lehrplan

Der Lehrplan für Französisch als zweite Fremdsprache (Klassen 7 - 10) sieht am Bildungsgang Realschule/Regionale Schule ein fest umrissenes Lernprofil vor, wobei ein Ziel des Lehrplans darin besteht, die Fähigkeit und Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler zur mündlichen Kommunikation in der französischen Sprache zu entwickeln. Sie sollen in die Lage versetzt werden, in für sie (z. B. Wegbeschreibung) bedeutsamen Realsituationen entsprechend ihrer kommunikativen Absichten sach- und adressatengerecht auf der Grundlage des français standard sprachlich angemessen zu handeln.4 Dabei stehen Kommunikationssituationen im Vordergrund, die sich inhaltlich auf die aktuelle Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler beziehen. Die dafür erforderliche Sprachkompetenz beinhaltet neben der sicheren Anwendung der kommunikativen Fertigkeiten auch den Erwerb grundlegender Kenntnisse aus dem Bereich Wortschatz und der Redemittel, wobei sich die Auswahl der Inhalte für den Unterricht u. a. an den altersspezifischen Erfahrungen der Schüler orientieren soll und sich die Auswahl des Wortschatzes nach der Verwertbarkeit für reale und erwartbare Kommunikationsabsichten und -situationen richtet. So sollen die Schülerinnen und Schüler „grundlegende Informationen erfragen bzw. erteilen“ können, indem sie „[…] Ort/Weg/Richtung/Zeit/Gegenstand erfragen bzw. angeben, nachfragen, ggf. erläutern“.8 Der Lehrplan fordert neben der Sprachkompetenz, auch Medien-, Methoden- und Sozialkompetenz. Die Methodenkompetenz soll v. a. durch Techniken zur selbstständigen Erarbeitung, Einübung und Wiederholung bestimmter Schwerpunkte gefördert werden. Aber auch die Sozialkompetenz soll im Französischunterricht nicht zu kurz kommen - und dies bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler den Lernprozess mitgestalten und an das selbstständige Erarbeiten von Themen herangeführt werden sollen. All diesen Forderungen wird in dieser Unterrichtsstunde Rechnung getragen, da sie zum einen ein wichtiges Thema anschneidet; zum anderen soll durch Partnerarbeit, den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, weitestgehend „[…] selbständig Aufgaben zu lösen; mit Mitschülerinnen und Mitschülern gemeinsam Aufgaben und Themen zu bearbeiten und Lernprobleme zu lösen und bestimmte Regeln des kommunikativen Verhaltens zu beachten.“8

2.2. Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung

Die Auswahl fiel aus mehreren Gründen auf das Thema Identifier un trajet, da dies für die Schüler sehr wichtig ist, denn oft übernehmen Schüler bei einer Fahrt nach Frankreich - etwa mit der Familie - die Dolmetscherrolle und fragen Einheimische nach dem Weg. In diesem Sinne kann die Wegbeschreibung auch schon beim bevorstehenden Ausflug der Klasse nach Straßburg ein hilfreiches Mittel der Orientierung sein. Bei einem Schüleraustausch, müssen die Schüler darüber hinaus in der Lage sein, selbst Auskunft auf Französisch zu geben, um einem französischsprachigen Auswärtigen zu helfen, sich z. B. in der Stadt Trier zurechtzufinden. Daher ist die Wegbeschreibung von enormer Bedeutung, leistet sie doch nicht nur einen Beitrag zur Orientierungsfähigkeit, sondern auch zur zwischenmenschlichen Verständigung.7

2.3. Exemplarität

Die Redemittel und Satzbausteine, die für eine einfache Wegbeschreibung wichtig sind, sind insofern exemplarisch, als sie in vielen Situationen immer wiederkehren. So können die Schüler dieses Grundwissen in fast unveränderter Form wiederholt anwenden, denn in jeder Stadt gibt es fast die gleichen Gebäude, und die Frage und Antwortbausteine für eine Wegbeschreibung sind ebenfalls unveränderlich.

2.4. Didaktische Reduktion

Wie schon in der Sachanalyse erwähnt, setzt sich eine Wegbeschreibung zwar aus einfachen, aber dennoch komplexen grammatikalischen Strukturen zusammen, was eine didaktische Reduktion in dieser Stunde unverzichtbar macht. Daher wird z. B. auf die Verwendung der Verben continuer und tourner verzichtet, weil Richtungswechsel auch von den Verben aller und prendre + à gauche /à droite / tout droit angegeben werden können. Außerdem wird die Zeitform des Konditionals nicht verwendet, mit der eigentlich Höflichkeitsfoskeln gebildet werden, da diese erst im zweiten Lehrbuch eingeführt wird und die Schüler überfordern würde. In diesem Kontext wird ebenfalls auch nicht auf die Inversionsfragestellung eingegangen, da die Schüler zunächst ganz einfache Fragestrukturen anwenden sollen. Außerdem wird, um die Anwendung der Redemittel zu vereinfachen, auf die konjugierten Formen in der zweiten Person Plural verzichtet. Schließlich ist aber auch eine Reduktion des Arbeitsmaterials nötig, um die Schüler nicht durch einen zu detaillierten Stadtplan zu überfordern.

[...]


1 Duden. Bedeutungswörterbuch . 2 völlig neu bearbeitete Auflage. Mannheim: Bibliographisches Institut 1985. S. 743. Bedeutung 2.

2 a.a.O., S. 134.

3 Klein/Kleineidamm: Grammatik des heutigen Französisch. Ernst Klett Schulbuchverlag: Stuttgart 1996. S. 163. 4

4 Bescherelle: La conjugaison 12 000. S.8.

4 Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung: Lehrplan Französisch als zweite Fremdsprache (Klassen 7-10)., S. 28.

8 Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung: Lehrplan Französisch als zweite Fremdsprache (Klassen 7-10)., S. 28.

8 Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung: Lehrplan Französisch als zweite Fremdsprache (Klassen 7-10).,S. 37

7 Garner, Beate: Voyage surprise. Redemittel zur Wegbeschreibung spielerisch üben. In: Der fremdsprachliche Unterricht: Wortschatzarbeit individuell. Friedrich Verlag . Heft 83. S. 29.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Unterrichtseinheit für die Sek.I.: Wegbeschreibung/Identifier un trajet. Trouver sa route à Fontainebleau
Veranstaltung
Examenslehrprobe
Note
12
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V65800
ISBN (eBook)
9783638582889
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um den Unterrichtsentwurf für die Examenslehrprobe im Fach Französich (Regionale Schule).
Schlagworte
Unterrichtseinheit, Wegbeschreibung, Identifier, Trouver, Fontainebleau, Examenslehrprobe
Arbeit zitieren
Tanja Geminn (Autor), 2006, Unterrichtseinheit für die Sek.I.: Wegbeschreibung/Identifier un trajet. Trouver sa route à Fontainebleau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65800

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