In der Hausarbeit „Neurologische Grundlagen von Bewegung“ werde ich die Voraussetzung für jede Art von sportlicher Aktivität darstellen. Doch zuerst möchte ich den Titel der Arbeit näher erläutern. Unter Neurologie versteht man die „Wissenschaft von Aufbau und Funktion des Nervensystems“ (Drosdowski, 1974, S.493). Der zweite Begriff der noch zu definieren wäre ist Bewegung. Hier wollen wir uns mit der physikalischen Definition begnügen. Diese besagt, dass man unter Bewegung die Ortsveränderung eines Körpers mit der Zeit versteht (vgl. Baumann in Röthig, 1992, S.73). Also versuche ich in meiner Hausarbeit den derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Forschung bezüglich des Einflusses des Nervensystems auf die Ortsveränderung des menschlichen Körpers bzw. Teile des menschlichen Körpers darzustellen. Dazu werde ich im nächsten Kapitel die kleinste Einheit des Nervensystems, die Nervenzelle, beschreiben, sowie der Verbindung einer Nervenzelle mit Hilfe von Synapsen zu anderen Nerven- bzw. Muskelzellen. Im vierten Kapitel wird anschließend das zentrale Nervensystem behandelt. Dazu wird zuerst der Aufbau des zentralen Nervensystems (ZNS) beschrieben, sowie, darauf aufbauend, die Auswirkungen der einzelnen Bestandteile des ZNS auf menschliche Bewegungen. Im letzten Kapitel werde ich abschließend auf das Problem des Bewegungslernens, dem so genannten motorischen Lernen, eingehen, doch zuvor stelle ich noch den Ablauf der Bewegungssteuerung einer willkürlichen Bewegung dar. [...]
Inhaltsübersicht
2 Einleitung
3 Nervenzelle, Muskel und Synapse
3.1 Die Nervenzelle
3.2 Die Synapse
3.3 Muskuläre Verarbeitung von Erregung
4 Das zentrale Nervensystem
4.1 Der Aufbau des zentralen Nervensystems
4.2 Einfluss des Rückenmarks auf Bewegungen
4.3 Einfluss des Hirnstammes auf Bewegungen
4.4 Einfluss des Kleinhirns auf Bewegungen
4.5 Einfluss des Zwischenhirns auf Bewegungen
4.6 Einfluss des Großhirns auf Bewegungen
5 Bewegungssteuerung und motorisches Lernen
5.1 Bewegungssteuerung
5.2 Motorisches Lernen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die neurologischen Voraussetzungen menschlicher Bewegung. Dabei wird erforscht, wie das Nervensystem die Steuerung, Koordination und das Erlernen von körperlichen Bewegungen auf physiologischer Ebene ermöglicht und beeinflusst.
- Grundlagen der Reizleitung: Nervenzellen und synaptische Übertragung
- Struktur und Funktion des zentralen Nervensystems (ZNS)
- Neurophysiologische Steuerung von Reflexen und Zielmotorik
- Prozesse der Bewegungssteuerung und motorischen Lernens
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Nervenzelle
Die kleinsten Funktionseinheiten, aus denen das gesamte zentrale Nervensystem aufgebaut ist, sind die Nervenzellen, im allgemeinen Neuronen genannt. Ein Neuron besteht aus einem Zellkörper, dem Perikaryon oder Soma, vielen kurzen Fortsätzen, den so genannten Dentriten und einem langen Fortsatz, dem Neuriten.
Dort werden eingehende Signale (Erregungen und Hemmungen) von anderen Zellen verrechnet und ,nach dem Alles-oder-Nichts-Gesetz, über das Auslösen eines Aktionspotentials entschieden. Ein Aktionspotential wird entlang des Axons freigesetzt, sobald ein Schwellenwert erreicht bzw. überschritten ist. In diesem Falle kommt es zu einer Depolarisation, d.h. es kommt zu einem Ionenaustausch zwischen den Anionen (negativ geladene Teilchen) im Inneren der Zelle und den Kationen (positiv geladene Teilchen) des Außenmediums. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Natrium-Kallium-Pumpe (vgl. Weineck, 2000, S.62-63).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Definition der zentralen Begriffe Neurologie und Bewegung sowie Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
Nervenzelle, Muskel und Synapse: Erläuterung der zellulären Basis von Bewegung, insbesondere der Reizverarbeitung und -weiterleitung.
Das zentrale Nervensystem: Detaillierte Darstellung der hierarchischen Strukturen des ZNS und deren spezifischer Einfluss auf die motorische Regulation.
Bewegungssteuerung und motorisches Lernen: Beschreibung des komplexen Zusammenspiels der Hirnareale bei einer Willkürbewegung sowie die Optimierung dieser Abläufe durch motorisches Lernen.
Schlüsselwörter
Nervensystem, Neuron, Synapse, ZNS, Gehirn, Rückenmark, Motorik, Reflex, Bewegungssteuerung, motorisches Lernen, Aktionspotential, Kleinhirn, Großhirn, Basalganglien, Signalverarbeitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt die neurologischen Grundlagen, die jeder sportlichen Aktivität und menschlichen Bewegung zugrunde liegen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Im Zentrum stehen der Aufbau des Nervensystems, die synaptische Erregungsleitung und die funktionale Steuerung der Motorik durch verschiedene Gehirnregionen.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen darzustellen, wie das Nervensystem die Ortsveränderung des menschlichen Körpers steuert und optimiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes auf Basis von Fachliteratur aus der Sportmedizin und Neurophysiologie.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die zelluläre Ebene (Nervenzellen), die ZNS-Architektur und die Mechanismen von Bewegungssteuerung sowie das motorische Lernen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Neuronen, ZNS, motorisches Lernen, Reflexsteuerung und neuronale Signalverarbeitung.
Welche Rolle spielen die Basalganglien bei der Bewegung?
Sie dienen der Modifikation schneller, zielgerichteter Bewegungen und stabilisieren die Gleichgewichtsregulation bei Bewegungsabläufen.
Was unterscheidet das motorische Lernen vom deklarativen Gedächtnis?
Motorisches Lernen findet im prozeduralen Gedächtnis statt, das dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist und durch interne Programme gesteuert wird.
- Quote paper
- Dipl. Betriebswirt (BA) Jörg Sauer (Author), 2006, Neurologische Grundlagen von Bewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65826