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Die Josephinischen Reformen in Österreich unter Maria Theresia und Joseph II. mit dem Schwerpunkt der Kirchenreform

Title: Die Josephinischen Reformen in Österreich unter Maria Theresia und Joseph II. mit dem Schwerpunkt der Kirchenreform

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages

Autor:in: Andreas Freye (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Gegenstand dieser Arbeit ist die Epoche des „Josephinismus“ in Österreich im 18. Jahrhundert.
Der Name und der Begriff des „Josephinismus“ ist in der Forschung vielfach diskutiert. Oft bezieht man sich nur auf die kirchenpolitischen Maßnahmen Josephs II.(1765-1790), andererseits aber auch auf die Reformzeit in Österreich unter Maria Theresia (1740-1780) und Joseph II. Die Vorgeschichte des „Josephinismus“ setzte wohl schon mit Joseph I.(1705-1711) und Karl VI. (1711-1740) ein, erlebte unter Maria Theresia und Joseph II, ihren Höhepunkt, wirkte unter Leopold II. (1790-1792), und Franz I. (II.) (1792-1835) bestimmend, unter Ferdinand I. (1835-1848) gemildert und unter Franz Joseph I. (1848-1916) schwach nach.
Der „Josephinismus“ verkörpert den dynamischen Versuch, durch Einbindung vieler Reformen in ein von Herrschern als Mitpräsentanten der Kirche gelenktes Staatskirchentum, den Weg vom Alten zum Neuen – von der Barockfrömmigkeit hin zur katholischen Aufklärung – zu realisieren, wobei die Praxis Vorrang vor der Theorie hatte.
Der „Josephinismus“ prägte die geistliche wie geistige, die rechtliche wie die politische Lage in den Ländern der habsburgischen Monarchie samt ihren Nebengebieten im 18. Jahrhundert entscheidend, im 19. Jahrhundert erheblich und wirkte bis in das 20. Jahrhundert nach.1
Ich gehe der Frage nach, was „Josephinismus“ dabei überhaupt ist, zeige die verschiedenen Forschungsmeinungen auf und stelle seine Entwicklung und seine Wirkung dar. Ein Schwerpunkt bildet dabei vor allem die Reform innerhalb der österreichischen Staatskirche.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichte Österreichs im 17. und 18. Jahrhundert

3 Absolutismus und Josephinismus in Österreich

4 Das Reformwerk Maria Theresias und Josephs II.

1. a) Die Reformen unter Maria Theresia

2. b) Die Reformen unter Joseph II.

2 Die Kirchenreform

3 a) Die Reform des Gottesdienstes

b) Die Reform des Klosterwesens

c) Der Religionsfonds

d) Die Toleranzpatente

e) Fazit

6 Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Epoche des „Josephinismus“ im Österreich des 18. Jahrhunderts, analysiert die verschiedenen Forschungsansätze zu diesem Begriff und beleuchtet insbesondere die staatlichen Reformen unter Maria Theresia und Joseph II. mit einem Schwerpunkt auf der umfassenden Neugestaltung des kirchlichen Lebens.

  • Historische Einordnung der Entwicklung Österreichs im 17. und 18. Jahrhundert.
  • Analyse des „aufgeklärten Absolutismus“ und dessen Ausprägung im Josephinismus.
  • Darstellung der administrativen und gesellschaftlichen Reformen Maria Theresias.
  • Detaillierte Betrachtung der radikalen kirchenpolitischen Maßnahmen Josephs II.
  • Untersuchung der Auswirkungen der Toleranzpatente auf religiöse Minderheiten.

Auszug aus dem Buch

Die Kirchenreform

Die Reformen im Bereich der Religion sind die Bekanntesten von Joseph II., die meistens allein gemeint sind, wenn man von „Josephinismus“ spricht.

In seinen Toleranzpatenten wurde das Monopol der Katholischen Kirche geschwächt – Protestanten und Juden durften ihren Glauben ausüben, allerdings nur unter Duldung. Der Vorrang der Katholischen Kirche blieb somit aufrecht. Orden, die im volkswirtschaftlichen Sinne unproduktiv waren, also keine Krankenpflege, Schulen oder andere soziale Aktivitäten betrieben, wurden aufgehoben und ihr Besitz verstaatlicht. Dies führte dazu, dass viele kontemplative Abteien mit zum Teil langer Tradition geschlossen wurden. Andererseits erklärt dies, warum andere dieser Abteien zum Beispiel noch heute Schulen betreiben. Aus dem Erlös der Aufhebungen wurde der bis ins 20. Jahrhundert bestehende Religionsfonds gegründet, der die Besoldung der Priester übernahm, die auf diese Weise zu Staatsbeamten wurden. Zudem wurden viele Feiertage und Kirchenfeste abgeschafft – hauptsächlich um wiederum die Arbeitsproduktivität zu erhöhen.

In seiner Denkschrift vom 2. Januar 1766 finden sich erste Überlegungen Josephs II. zur Kirche wieder. Ausgehend von seiner allgemeinen Einstellung zum Einfluss der Kirche auf das Leben in der österreichischen Monarchie sind die Überlegungen zum geistlichen Einfluss auf eine Minderung dessen gerichtet. Die Anhebung des Professalters auf 25 Jahre wird von Joseph II. mit der Tatsache begründet, dass ein junger Mensch in der Zeit vor diesem Alter nicht verantwortungsbewusst und die Konsequenzen berücksichtigend entscheiden und handeln könne. Alle kirchlichen Stiftungen müssten von einem neutralen Ausschuss auf ihre Funktion im Sinne des Stifters und die Möglichkeit hin untersucht werden, gegebenenfalls im Sinne Josephs II. abgeschafft oder dem Zweck der Jugenderziehung im christlichen Sinne zugeteilt zu werden. Die Geistlichen der reformierten Stiftungen müssten in den reformierten Gebieten arbeiten. Josephs II. Maßnahmen zielen hierbei auf Einsparung, aber auch auf die Rückbesinnung auf den katholischen Glauben und damit auf einen religiös begründeten Zusammenhalt des Staates ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Josephinismus als umstrittenes kirchengeschichtliches Phänomen und legt das Forschungsinteresse an der Epoche des aufgeklärten Absolutismus in Österreich dar.

2 Geschichte Österreichs im 17. und 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel skizziert den Aufstieg Österreichs zur Großmacht nach dem Dreißigjährigen Krieg und beleuchtet die außen- und innenpolitischen Strukturen vor dem Reformzeitalter.

3 Absolutismus und Josephinismus in Österreich: Der Text diskutiert den Begriff Josephinismus als spezifisch österreichische Sonderform der Aufklärung und setzt ihn in den Kontext der Krisenbewältigung und Staatsmodernisierung.

4 Das Reformwerk Maria Theresias und Josephs II.: Hier werden die administrativen, militärischen und schulischen Reformen beider Regenten erläutert, wobei Maria Theresias Staatsreformen und Josephs II. radikaler Modernisierungskurs im Fokus stehen.

2 Die Kirchenreform: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und behandelt die Säkularisierung, die Gottesdienstordnungen, die Klosteraufhebungen und die Einführung der Toleranzpatente.

6 Schlussbemerkungen: Der Autor resümiert die historische Bedeutung der Reformen und äußert sich kritisch zum problematischen Verhältnis zwischen Maria Theresia und Joseph II. sowie zur Unschärfe des Begriffs Josephinismus.

Schlüsselwörter

Josephinismus, Maria Theresia, Joseph II., Aufgeklärter Absolutismus, Kirchenreform, Toleranzpatent, Religionsfonds, Reformkatholizismus, Habsburger Monarchie, Staatskirchentum, Säkularisierung, Reformabsolutismus, Österreichische Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Epoche des Josephinismus in Österreich im 18. Jahrhundert, einer Ära, die durch tiefgreifende Reformen in Staat und Kirche unter Maria Theresia und Joseph II. geprägt war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der administrativen Modernisierung, dem Ausbau des Staatskirchentums, der Bildungsreform sowie der rechtlichen Neugestaltung des Verhältnisses zu religiösen Minderheiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Begriff Josephinismus forschungsgeschichtlich einzuordnen, die Intentionen der Herrscher zu durchleuchten und zu hinterfragen, ob die Reformen tatsächlich aus einer aufgeklärten Geisteshaltung oder primär aus utilitaristischem Staatsinteresse entstanden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor arbeitet primär historisch-analytisch, indem er verschiedene wissenschaftliche Forschungsmeinungen zur österreichischen Geschichte des 18. Jahrhunderts gegenüberstellt und die Reformmaßnahmen anhand historischer Quellen und Denkschriften bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Reformen des 18. Jahrhunderts sowie eine detaillierte, fast kapitelartige Untersuchung der Kirchenreform, inklusive der Gottesdienstordnungen und der Toleranzpatente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind hierbei der Josephinismus, der aufgeklärte Absolutismus, die Religionspolitik der Habsburger und die Modernisierung der Verwaltung.

Warum lehnte Joseph II. den muttersprachlichen Gottesdienst ab?

Obwohl Joseph II. viele Ideen der Aufklärung umsetzte, lehnte er den muttersprachlichen Gottesdienst ab, was verdeutlicht, dass sein Reformansatz nicht in allen Punkten mit den Forderungen der zeitgenössischen Aufklärer übereinstimmte.

Welche Rolle spielte der „Religionsfonds“?

Der Religionsfonds wurde aus dem eingezogenen Vermögen aufgehobener Klöster gebildet und diente dazu, die Priesterbesoldung zu zentralisieren, womit diese faktisch zu Staatsbeamten wurden.

Wie reagierte die Bevölkerung auf die Gottesdienstreformen?

Während Teile der Bevölkerung die Änderungen als moderne Abwechslung begrüßten, lösten sie bei der Mehrheit aufgrund der Abkehr von althergebrachten religiösen Gewohnheiten massive Widerstände aus.

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Details

Title
Die Josephinischen Reformen in Österreich unter Maria Theresia und Joseph II. mit dem Schwerpunkt der Kirchenreform
College
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Course
Der Fürstenstaat in der Frühen Neuzeit
Author
Andreas Freye (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V65911
ISBN (eBook)
9783638586986
ISBN (Book)
9783638670982
Language
German
Tags
Josephinischen Reformen Maria Theresia Joseph Schwerpunkt Kirchenreform Fürstenstaat Frühen Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Freye (Author), 2006, Die Josephinischen Reformen in Österreich unter Maria Theresia und Joseph II. mit dem Schwerpunkt der Kirchenreform , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65911
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