Die Frage welche organisatorischen und personellen Auswirkungen das neue Feld der Gesundheitstelematik mit sich bringt und wie wirkt sich dies auf die Arbeitssysteme auswirkt, soll im Rahmen der Transferarbeit geklärt werden. Der Begriff Gesundheitstelematik ist der Oberbegriff für alle Anwendungsbereiche im Gesundheitswesen, die sich rund um die Themenbereiche Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) drehen. Definition des Begriffes Gesundheitstelematik aus Sicht der Bund-Länder AG Telematik im Gesundheitswesen:
„Gesundheitstelematik (international „health telematics“) bezeichnet Anwendungen von Telekommunikation und Informatik im Gesundheitswesen. International gebräuchlich ist der Begriff eHealth, der den Nutzen von IUK-Technologien für eine patientenorientierte gesundheitliche Versorgung umfassend beschreibt. Als engerer Begriff bezeichnet Telemedizin den Einsatz von Telematikanwendungen (Telediagnostik, Telekonsultation, Teleradiologie etc.) zur Überwindung einer räumlichen Trennung von Patient und Arzt oder zwischen Ärzten.“ Die Gesundheitstelematik gliedert sich in 2 Anwendungsbereiche. 1. Bereich: Einsatz von elektronischen Medien im Gesundheitswesen. 2. Bereich, Einsatz von Telemedizinischen / Telematikanwendungen.
1. Einsatzgebiete von elektronischen Medien im Gesundheitswesen:
• Elektronische Gesundheitskarte
• Elektronisches Rezept
• Elektronischer Arztbrief / Patientenakte
• Gesundheitsinformationssysteme
2. Einsatzgebiete von telemedizinischen Anwendungen:
• Telediagnostik
• Teleradiologie
• Telekonsultation
• Telekonferenzen
• Telemonitoring
• Telelearning
• Telerehabilitation
• Medizinische Call Center
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung zum Thema Gesundheitstelematik
1.1 Problemstellung
1.2 Fragestellung, Aufbau der Transferarbeit und Zielsetzung
2. Grundlegende organisatorische und personelle Anforderungen/Änderungen, die sich durch den Einsatz der Gesundheitstelematik auf die Arbeitswirtschaft /Arbeitssysteme ergeben
2.1 Anforderungen an die zukünftige Ausbildung in medizinischen Berufen
2.2 Gründung von neuen medizinischen Versorgungszentren
3. Differenzierte Betrachtung der Bereiche Telearbeit, Telelearning, elektronischer Arztbrief, elektronische Patientenkarte und Telemonitoring
3.1 Welche organisatorischen und personellen Auswirkungen entstehen im Bezug auf die medizinische Telearbeit?
3.2 Welche organisatorischen und personellen Auswirkungen entstehen im Bezug auf Telelearning?
3.3 Welche organisatorischen und personellen Auswirkungen entstehen im Bezug auf den Einsatz des elektronischen Arztbriefes und der elektronischen Patientenkarte
3.4 Welche organisatorischen und personellen Auswirkungen entstehen im Bezug auf den Einsatz von Telemonitoring?
4. Fazit
4.1 Organisatorische Ergebnisse
4.2 Personelle Ergebnisse
4.3 Offene Fragen
Zielsetzung & Themen
Die Transferarbeit untersucht, welche organisatorischen und personellen Auswirkungen die zunehmende Einführung der Gesundheitstelematik auf Arbeitssysteme im Gesundheitswesen hat und inwiefern das Personal auf diese neuen technologischen Herausforderungen vorbereitet ist.
- Analyse der Auswirkungen von Teleanwendungen auf Arbeitsprozesse.
- Untersuchung des Qualifizierungsbedarfs für medizinisches Personal.
- Evaluation von Chancen und Risiken moderner Telemedizin-Strukturen.
- Betrachtung von Telearbeit, Telelearning und Telemonitoring im medizinischen Kontext.
- Personalmanagement in Zeiten von Unternehmensfusionen im Gesundheitssektor.
Auszug aus dem Buch
3.1 Welche organisatorischen und personellen Auswirkungen entstehen im Bezug auf die medizinische Telearbeit?
Heute haben Firmen die Telearbeit als eine flexible Arbeitsform neben Teilzeitmodellen eingeführt. Wie weit letztendlich Telearbeit in der Medizin umgesetzt werden kann, hängt davon ab welcher Aufgabenbereich in einen Telearbeitsplatz verlagert werden soll/kann und wie sich die rechtlichen Anforderungen in Zukunft gestalten. Telearbeitsplätze können z.B. erziehenden Medizinerinnen die Möglichkeit eröffnen schneller in den Beruf zurückzukehren.
Eine Telearbeiterin bzw. ein Telearbeiter sollte gewisse Mindestvoraussetzungen für einen Telearbeitsplatz im Home Office (Siehe hierzu auch Abbildung 3) mitbringen: Der Mitarbeiter sollte freiwillig in die Telearbeit wechseln, es sollte ein hohes Maß an aktiver Kommunikation vorhanden sein, Offenheit gegenüber der Technik, eigenes Motivationsvermögen, und ist der Arbeitsplatz zu hause, sollte idealerweise ein separater Raum (auch aus Datenschutzgründen) zur Verfügung stehen.
Arbeitsprozesse sollten mindestens genauso effizient sein, wie am betrieblichen Arbeitsplatz. Für die Kollegen, die am Betriebssitz arbeiten sollten keine Mehrbelastungen entstehen.
Ein wichtiger Aspekt bei einem Telearbeitsplatz ist die Kommunikation mit Vorgesetzten und Kollegen. Der Mitarbeiter hat für seine soziale Befriedigung einen hohen Informationsbedarf, der nicht nur arbeitsrelevante Inhalte betrifft sondern auch Individual- und Sozialziele. Dies können z.B. Informationen über die wirtschaftliche Situation des Arbeitgebers oder Informationen von Mitarbeitern sein. Wenn der Arbeitgeber nicht die Möglichkeiten für eine aktive Kommunikation unter- und mit den Mitarbeitern fördert, kann es zu Frustrationen bei den Arbeitern/Angestellten kommen. Dies kann dann das Arbeitsklima und die Arbeitsleistung beeinträchtigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung zum Thema Gesundheitstelematik: Definition der Gesundheitstelematik als Oberbegriff für IuK-Anwendungen im Gesundheitswesen und Darlegung der Problemlage durch Ärztemangel und hohe Dokumentationspflichten.
2. Grundlegende organisatorische und personelle Anforderungen/Änderungen, die sich durch den Einsatz der Gesundheitstelematik auf die Arbeitswirtschaft /Arbeitssysteme ergeben: Untersuchung notwendiger Anpassungen in der medizinischen Ausbildung sowie Anforderungen an die Struktur und Leitung neuer medizinischer Versorgungszentren.
3. Differenzierte Betrachtung der Bereiche Telearbeit, Telelearning, elektronischer Arztbrief, elektronische Patientenkarte und Telemonitoring: Detaillierte Analyse der Auswirkungen von spezifischen Teleanwendungen auf Arbeitssysteme, Kommunikation und Qualifikationsanforderungen.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der organisatorischen und personellen Veränderungen, einschließlich der Notwendigkeit für neue Gesetze und Datenschutzanpassungen.
Schlüsselwörter
Gesundheitstelematik, Arbeitswirtschaft, Arbeitssysteme, Telemedizin, Telearbeit, Telelearning, Telemonitoring, Medizinische Versorgungszentren, Dokumentationspflichten, Qualifizierung, Personalmanagement, Gesundheitskarte, Elektronischer Arztbrief, Patientenversorgung, Demographische Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Transferarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die organisatorischen und personellen Konsequenzen der Einführung telemedizinischer Anwendungen in Arbeitssysteme des Gesundheitswesens.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf Telearbeit, Telelearning, elektronischer Kommunikation (Arztbrief/Patientenkarte) und Telemonitoring im medizinischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über die neuen Anforderungen an das Arbeitssystem zu gewinnen und zu prüfen, ob das Personal für diese Aufgaben ausreichend qualifiziert ist.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung bestehender Berichte sowie Erfahrungen aus der Praxis, wie beispielsweise beim Aufbau einer Notrufzentrale.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Tele-Anwendungen sowie die Betrachtung der Auswirkungen auf Ausbildung und Organisationsstrukturen, etwa in MVZ.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gesundheitstelematik, Arbeitswirtschaft, Personalmanagement, Telemedizin und digitale Patientenversorgung.
Welche Rolle spielt die Ausbildung laut der Arbeit?
Die Arbeit betont, dass neue Berufsbilder entstehen und eine kontinuierliche Weiterbildung des medizinischen Personals sowie Medizininformatikern zwingend erforderlich ist, um den Wandel zu bewältigen.
Welche Bedeutung kommt dem Telemonitoring zu?
Telemonitoring wird als Mittel zur Überbrückung von Versorgungslücken, insbesondere in ländlichen Regionen, identifiziert, wobei eine 24-Stunden-Betreuung durch Zentralen und eine entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt wird.
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- MBA Stefan Lob (Author), 2005, Welche organisatorischen und personellen Auswirkungen hat die Gesundheitstelematik auf die Arbeitssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65930