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Gedichte im Unterricht. Handlungs- und produktionsorientierter Zugang zu Lyrik in der Grundschule. Beispiele in einer 3. Klasse

Title: Gedichte im Unterricht. Handlungs- und produktionsorientierter Zugang zu Lyrik in der Grundschule. Beispiele in einer 3. Klasse

Examination Thesis , 2006 , 55 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanne Hauk (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Anstoß für die Themenwahl dieser Arbeit waren Aussagen meiner Lerngruppe, dass sie Gedichte „langweilig“ finden. Einige Nachfragen ergaben, dass im Unterricht bisher kognitive Fähigkeiten, wie das Beantworten von Fragen zum Gedicht sowie das Auswendiglernen und Vortragen von Gedichten, im Vordergrund standen. Dies weckte Erinnerungen an meine eigene Schulzeit, die von einem analytisch orientierten Literaturunterricht geprägt waren, der häufig in einem fragend-entwickelnden Unterrichtsgespräch verlief. In solchen Stunden sind nur wenige Schüler aktiv beteiligt. Die anderen gelten schnell als uninteressiert, unbegabt, unkonzentriert und resignieren, obwohl sie einfach nicht genügend Zeit zur Gedankenentwicklung hatten, weil die vom Lehrer gestellte Frage bereits von einem schnelleren Schüler beantwortet wurde. Hinzu kommt, dass der Lehrer mit diesen Fragen häufig eine bestimmte Erkenntnisabsicht verfolgt, die wenig Spielraum für individuelle Denkwege zulässt. Aber gerade Gedichte erfordern von ihrer Anlage her eine vertiefte, individuelle Auseinandersetzung, um eine persönliche Beziehung herstellen und dadurch Freude empfinden zu können. Den Schülern das zu ermöglichen, stellt eine Aufgabe des Unterrichts dar.

Durch einen veränderten Umgang mit Gedichten kann das erreicht werden. So stellt meines Erachtens ein handlungs- und produktionsorientierter Unterricht eine Möglichkeit dar, sich den genannten Aspekten zu nähern. Ein solcher Unterricht wird nicht ausschließlich analytisch begabten Kindern gerecht, sondern möchte unterschiedliche Begabungstypen durch aktives Handeln im Umgang mit Gedichten ansprechen. Ferner soll eine tragfähige Lesemotivation ausgebildet werden, auf deren Grundlage, insbesondere in späteren Schuljahren, sinnvolle analytisch-intellektuelle Aktivitäten erfolgen können (vgl. Haas, Menzel, Spinner 1994, S. 18). Hervorzuheben ist, dass der Aufbau einer lang anhaltenden Lesemotivation und das Üben von Fähigkeiten zur Texterschließung eine Voraussetzung für die Förderung der Lesekompetenz darstellen, die laut der PISA-Studie bei deutschen Schülern nur in geringem Maße entwickelt ist (vgl. Altenburg 2002, S. 79). [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Vorüberlegungen

2.1. Das Gedicht als Unterrichtsgegenstand

2.1.1. Begriffsbestimmung

2.1.2. Spezifische Merkmale

2.1.3. Didaktische Bedeutung von Gedichten in der Grundschule

2.1.4. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen

2.2. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht

2.2.1. Begriffsbestimmung

2.2.2. Ausgangspunkte und Zielvorstellungen für den Einsatz handlungs- und produktionsorientierter Verfahren

2.2.3. Kritik am handlungs- und produktionsorientierten Konzept

2.2.4. Verfahrensweisen des handlungs- und produktionsorientierten Umgangs mit Gedichten

3. Planung der Unterrichtseinheit

3.1. Bedingungen und Voraussetzungen

3.1.1. Allgemeine Voraussetzungen der Lerngruppe

3.1.2. Sachstrukturelle Voraussetzungen der Lerngruppe

3.1.3. Räumliche Bedingungen

3.2. Leitfragen zur Untersuchung des Unterrichtvorhabens

3.3. Intentionen der Unterrichtseinheit

3.4. Didaktisch-methodischer Ansatz

3.4.1. Auswahl der Arbeitsecken

3.4.2. Auswahl der Gedichte

3.4.3. Überlegungen zur Durchführung

4. Durchführung der Unterrichtseinheit

4.1. Übersicht über die Stunden und Arbeitsecken

4.2. Darstellung und Analyse ausgewählter Verfahren

4.2.1. Schreiben eines analogen Gedichts

4.2.2. Szenisches Interpretieren

4.2.3. Gestalten einer Bildergeschichte

5. Gesamtreflexion

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, ob handlungs- und produktionsorientierte Verfahren geeignet sind, Schülern einer 3. Klasse den Zugang zu Gedichten durch aktives Handeln zu erleichtern, ihre Lesemotivation zu fördern und eine individuelle, intensive Auseinandersetzung mit lyrischen Texten zu ermöglichen.

  • Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht in der Grundschule
  • Methoden zur aktiven Gedichtrezeption (Schreiben, szenisches Spiel, bildnerische Gestaltung)
  • Bedeutung von Offenheit und Selbststeuerung im Unterricht
  • Förderung der Lesemotivation und -kompetenz bei Drittklässlern
  • Differenzierungsmöglichkeiten durch verschiedene Zugänge zu Texten

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Spezifische Merkmale

Gedichte lassen sich anhand ihres Schriftbildes erkennen. Es ist ein gebundener Text, der zumeist aus Versen und Strophen besteht. Interessanterweise gibt es sowohl Einzeilengedichte als auch ganze Bücher in dieser Form. Die Sprache eines Gedichts ist weder an stilistische oder grammatikalische Gewohnheiten noch an Alltagssprache gebunden. Reime können, müssen aber nicht, vorhanden sein. Ein Gedicht lebt von klanglichen Einflüssen wie der Lautmalerei, der Lautsymbolik und dem Rhythmus, der frei oder streng vorgegeben sein kann (vgl. a. a. O., S. 622). Intuitiv berücksichtigt man diese klanglichen Faktoren, indem Gedichte langsamer und betonter als Prosatexte oder Alltagssprache gelesen bzw. vorgetragen werden.

Das Besondere an einem Gedicht ist u. a. die verdichtete Sprache und die damit verbundene Intensivierung und Steigerung der Wirkung und Bedeutung einzelner Wörter. Es werden sprachliche Bilder erzeugt, die entschlüsselt werden müssen, um das Gedicht verstehen zu können. Dieser Sachverhalt kann wie folgt ausgedrückt werden: „Gedichte sind aus Wörtern gemacht. Aus Wörtern, die mit anderen Wörtern etwas Neues schaffen: Bilder. Bilder, die wir sehen und manchmal sogar hören können“ (Dehn 2002, S. 27). Die sprachlichen Bilder eines lyrischen Textes sind demnach seine Seele (vgl. Kohl 1995, S. 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch die mangelnde Freude der Schüler an Gedichten und stellt ihren Ansatz eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts vor.

2. Theoretische Vorüberlegungen: Es werden die theoretischen Grundlagen des Gedichts als Unterrichtsgegenstand sowie des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts geklärt und kritisch reflektiert.

3. Planung der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel erläutert die Voraussetzungen der Lerngruppe, die methodischen Leitfragen, die Lernziele sowie die Konzeption der Arbeitsecken und die Auswahl der Gedichte.

4. Durchführung der Unterrichtseinheit: Die Autorin gibt eine Übersicht über die Unterrichtspraxis und stellt beispielhaft die Ergebnisse der Bereiche Textproduktion, szenisches Spiel und bildnerische Gestaltung detailliert dar.

5. Gesamtreflexion: Eine abschließende Evaluation der Unterrichtseinheit, die den Erfolg des Konzepts hinsichtlich Lesemotivation und individueller Auseinandersetzung der Schüler bestätigt.

Schlüsselwörter

Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Gedichte, Grundschule, Lesemotivation, Textproduktion, Szenisches Interpretieren, Bildnerische Gestaltung, Offener Unterricht, Schüleraktivierung, Differenzierung, Lyrik, Deutschunterricht, Lesekompetenz, Sprachbilder, Individuelle Lernwege

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Durchführung und Evaluation einer Unterrichtseinheit zum Thema Gedichte in einer 3. Grundschulklasse, wobei ein handlungs- und produktionsorientierter Ansatz im Fokus steht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts, die praktische Anwendung verschiedener Methoden wie Schreiben, Spielen und Gestalten sowie die Förderung der Lesemotivation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Schüler durch aktives Handeln einen freudvolleren Zugang zu Gedichten finden und eine intensivere, individuelle Auseinandersetzung mit den Texten erreichen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Auswertung von Schülerprodukten und Beobachtungen während einer 14-stündigen Unterrichtseinheit, eingebettet in einen theoretischen Diskurs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Vorüberlegungen dargelegt, gefolgt von der detaillierten Planung der Einheit und der anschließenden Darstellung und Reflexion ausgewählter Schülerarbeiten aus den unterschiedlichen Arbeitsecken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind neben dem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht vor allem Lesemotivation, Grundschule, Differenzierung und die selbstständige Auseinandersetzung mit Lyrik.

Wie unterscheidet sich die "Bildergeschichte" von einer bloßen "Illustration"?

Die Autorin stellt klar, dass bei einer Bildergeschichte der Inhalt des Gedichts auch ohne dessen Kenntnis durch die Abfolge der Bilder verständlich sein muss, während eine Illustration oft nur einzelne Textstellen visualisiert.

Welche Rolle spielt die freie Wahl der Arbeitsecken?

Die Wahlmöglichkeit der Schüler soll sicherstellen, dass sie sich entsprechend ihrer individuellen Interessen und Begabungen mit den Gedichten auseinandersetzen, was laut der Autorin maßgeblich zur Motivationssteigerung beiträgt.

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Details

Title
Gedichte im Unterricht. Handlungs- und produktionsorientierter Zugang zu Lyrik in der Grundschule. Beispiele in einer 3. Klasse
Grade
1,0
Author
Susanne Hauk (Author)
Publication Year
2006
Pages
55
Catalog Number
V65952
ISBN (eBook)
9783638583671
ISBN (Book)
9783640860715
Language
German
Tags
Handlungs- Umgang Gedichten Dargestellt Beispielen Unterrichts Klasse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Hauk (Author), 2006, Gedichte im Unterricht. Handlungs- und produktionsorientierter Zugang zu Lyrik in der Grundschule. Beispiele in einer 3. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65952
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