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Die Wasserproblematik im Nahen Osten

Title: Die Wasserproblematik im Nahen Osten

Diploma Thesis , 1999 , 114 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Frank Powierski (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Summary Excerpt Details

Im Fokus der vorliegenden Arbeit stehen die Anlieger des Jordangraben, Israel und seine Nachbarn. Hier trifft Wasserknappheit auf eine ohnehin angespannte politische Situation, Konflikte um Wasser sind auch bereits ausgetragen worden.

Da für die Lösung der Knappheitsprobleme in dieser Kernregion auch immer wieder großtechnische Lösungen mit Wasser aus der weiteren Region (Wasser vom Nil oder aus der Türkei) ins Spiel gebracht werden, wird der Fokus aufgezogen und es erfolgt eine Betrachtung der Gesamtsituation im Einzugsgebiet der Ströme von Nil, Euphrat und Tigris.

Mit Blick auf die Kernregion werden dann die Lösungsmöglichkeiten vorgestellt. Einzig empfehlenswert erscheint der Bau einer Verbindung von den Weltmeeren zum Toten Meer, die unter Ausnutzung des Gefälles zur Elektrizitätserzeugung und in einem zweiten Schritt zur Meerwasserentsalzung dienen kann. Die resultierende Wassermenge kommt dabei der Stabilisierung des Toten Meeres zugute, dessen stetes Absinken bereits zu Abbrüchen des Ufers führt.

Da der mit Abstand größte Verbraucher von Wasser die Landwirtschaft ist, könnte man die Wasserkrise auch einfach als eine Krise der Landwirtschaft betrachten. Dies ist aber keine bessere Nachricht. Abgesehen von ideologischen und strategischen Gründen für das Festhalten an der Landwirtschaft in ariden Gebieten Israels und von der Bedeutung für staatstragende Schichten in Jordanien, führt der Import von Nahrungsmitteln zu einer Abhängigkeit der Staaten vom Weltmarkt, die durchaus kritisch gesehen werden kann.

Global betrachtet ist die langfristige Versorgung mit Lebensmitteln prekärer als es den Anschein hat. Weltweit wird nicht nur das Wasser knapp, sondern auch der Boden an Fläche und Qualität. Optimisten schätzen, daß man insgesamt die Fläche für Ackerbau verdoppeln könnte, aber der am besten für Landwirtschaft geeignete Teil wird schon genutzt. Jede weitere Flächenausdehnung wird höhere Investitionen in Fruchtbarkeit und Bewässerung erfordern.
Während in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nur Westeuropa ein dauerhaftes Lebensmitteldefizit aufzuweisen hatte und alle anderen Regionen als Überschußgebiete galten, gibt es heute nur noch einige Regionen in Amerika und Australien, die auf dem Weltmarkt als Exporteure auftreten.

Dabei ist die Intensivlandwirtschaft, die z. B. in Teilen Nordamerikas betrieben wird, ebenfalls von Bodenerosion bedroht und beruht auch auf der weitverbreiteten Ausbeutung nicht erneuerbarer fossiler Grundwasserreservoirs.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Einleitung

1.2 Abgrenzung

2 Die Anrainer des Jordan

2.1 Das Flußsystem

2.1.1 Der Jordan

2.1.2 Das Tote Meer

2.2 Israel

2.2.1 Das eigentliche Israel

2.2.2 Die Westbank

2.2.3 Der Gazastreifen

2.2.4 Die Golanhöhen

2.3 Jordanien

2.4 Syrien

2.5 Libanon

2.6 Bevölkerung, Wasser und Wirtschaft

2.6.1 Bevölkerungsentwicklung

2.6.2 Wasserpotential

2.6.3 Landwirtschaft

3 Die Großregion

3.1 Das Niltal

3.1.1 Ägypten

3.1.2 Sudan

3.1.3 Uganda und die Viktoriaseestaaten

3.1.4 Äthiopien

3.1.5 Libyen

3.1.6 Bevölkerungsentwicklung

3.1.7 Wasserressourcen

3.1.8 Resümee

3.2 Die Arabische Halbinsel

3.2.1 Saudi Arabien

3.2.2 Jemen

3.2.3 Oman und die kleinen Golfstaaten

3.2.4 Bevölkerungsentwicklung

3.2.5 Wasserressourcen

3.2.6 Nahrungsmittelsicherheit

3.2.7 Resümee

3.3 Euphrat und Tigris

3.3.1 Türkei

3.3.2 Syrien

3.3.3 Irak

3.3.4 Iran

3.3.5 Bevölkerungsentwicklung

3.3.6 Wasserressourcen

3.3.7 Nahrungsmittelsicherheit

3.3.8 Resümee

4 Optionen

4.1 Internationales Recht

4.2 Technische Optionen

4.2.1 Nilwasser

4.2.2 Friedenspipeline

4.2.3 Medusencontainer

4.2.4 Entsalzungsanlagen

4.1.5 Litaniwasser

4.2.6 Yarmukwasser

4.2.7 Kanal zum Toten Meer

4.2.7.1 Nördliche Route

4.2.7.2 Die Negevroute

4.2.7.3 Vom Roten Meer

4.2.8 Resümee

4.3 Politische Optionen

4.3.1 Wohlstand und Wasser

4.3.2 Einsparpotentiale

4.3.3 Wasseraufbereitung

4.3.4 Landwirtschaft

5 Abschluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die herrschende Wasserknappheit im Nahen Osten unter Berücksichtigung historischer Konfliktmuster und der Perspektive eines rasanten Bevölkerungswachstums. Es wird analysiert, inwieweit diese Knappheit zu politischen Spannungen führt und ob technische sowie politische Lösungsmöglichkeiten existieren, um die Versorgungssicherheit in der Region nachhaltig zu gewährleisten.

  • Analyse der Wasserressourcen im Jordangraben und der Rolle der Anrainerstaaten.
  • Untersuchung der Makroregionen Niltal, Arabische Halbinsel sowie Euphrat und Tigris.
  • Bewertung technischer Optionen wie Meerwasserentsalzung und Wasserimporte.
  • Bewertung politischer Strategien zur Neuallokation der vorhandenen Wasserressourcen.
  • Erörterung des Zusammenhangs zwischen Wasserverbrauch, Bevölkerungswachstum und wirtschaftlicher Entwicklung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Einleitung

Weltweit nehmen die Schwierigkeiten zu, Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung zu stellen. Die Verfügbarkeit sauberen Wassers wird zum globalen Problem. Von dem potentiell verfügbaren Trinkwasser fließt ein Großteil durch unbesiedelte Gebiete, so daß der Menschheit effektiv etwa 9000 Kubikkilometer Frischwasser zur Verfügung stehen. Theoretisch reicht die zur Verfügung stehende Menge aus, um 20 Milliarden Menschen zu versorgen, doch sind die Vorräte recht ungleich verteilt. Bevölkerungszuwachs und Entwicklung verbunden mit zunehmender Bewässerungslandwirtschaft führt zu steigenden Ansprüchen an den Wasserkreislauf. Nutzt ein Land mehr als 20 Prozent seiner erneuerbaren Reserven, kann es bereits zu Problemen bei der Bereitstellung und zu Rationierungen kommen. Ende der achtziger Jahre nutzten 25 Länder weltweit bereits mehr als 20 Prozent ihrer Wasservorräte, elf davon im Nahen Osten.

Im Nahen Osten ist ein Kennzeichen der Länder der Arabischen Liga , neben ihrer Lage in den ariden Zonen der Erde, ihre politische Situation als Unterlieger großer Flußsysteme. Das größte arabische Land, Ägypten am Unterlauf des Nil, ist abhängig von Wassern aus dem Inneren Afrikas, die Bewässerungsgebiete Mesopotamiens sind von in der Türkei entspringenden Quellen abhängig. Dies bedeutet neben der ohnehin bestehenden Knappheit auch eine politische Abhängigkeit oder zumindest Unsicherheit über zukünftige Versorgungssicherheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Diese Einleitung beleuchtet die globale Wasserproblematik und den spezifischen Druck, der durch Bevölkerungswachstum und Ressourcenknappheit im Nahen Osten entsteht.

2 Die Anrainer des Jordan: Dieses Kapitel analysiert die hydro-politische Situation der Staaten am Jordan, wobei besonderes Augenmerk auf Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien gelegt wird.

3 Die Großregion: Hier werden das Niltal, die Arabische Halbinsel sowie die Einzugsgebiete von Euphrat und Tigris als erweiterte Makroregionen betrachtet, um regionale Lösungsansätze zu bewerten.

4 Optionen: Dieses Kapitel stellt verschiedene technische und politische Lösungsstrategien vor, darunter Kanalbauprojekte, Entsalzungsanlagen und Ansätze zur Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft.

5 Abschluß: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass die Wasserkrise im Nahen Osten primär eine Krise der Landwirtschaft ist und regionale Kooperation unter den gegebenen Bedingungen oft schwierig bleibt.

Schlüsselwörter

Wasserknappheit, Naher Osten, Jordan, Niltal, Euphrat, Tigris, Bewässerung, Bevölkerungswachstum, Wasserrechte, Entsalzungsanlagen, Friedensprozess, Ressourcenmanagement, Landwirtschaft, Geopolitik, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die komplexe Wasserproblematik im Nahen Osten, analysiert die Ursachen für die Ressourcenknappheit und bewertet verschiedene Ansätze zur Lösungsfindung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen der Jordangraben, das Niltal, die Region um Euphrat und Tigris sowie die Arabische Halbinsel, ergänzt durch Analysen zur Bevölkerungsentwicklung und Agrarpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Dramatik der Wasserlage zu verdeutlichen und zu hinterfragen, ob durch technische Projekte oder politische Neuordnungen eine tragfähige Versorgung der Bevölkerung in einer Region geprägt von Misstrauen möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse bestehender Literatur, Statistiken und geopolitischer Rahmenbedingungen, um die Abhängigkeiten zwischen Wasserverbrauch, Politik und wirtschaftlicher Entwicklung aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte regionale Bestandsaufnahme der Wasserressourcen, gefolgt von einer kritischen Prüfung technischer (z.B. Entsalzung) und politischer (z.B. Verhandlungen) Optionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wasserknappheit, geopolitische Abhängigkeit, Bevölkerungswachstum, Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft und internationales Wasserrecht.

Warum spielt die Landwirtschaft eine so zentrale Rolle für die Wasserproblematik?

Die Landwirtschaft ist in allen untersuchten Staaten der größte Wasserverbraucher. Der Autor argumentiert, dass eine effizientere Nutzung oder ein Umdenken in diesem Sektor entscheidender für die Versorgungssicherheit ist als reine technische Großprojekte.

Wie bewertet der Autor die technische Lösung der "Friedenspipeline"?

Der Autor ist skeptisch, da das Projekt politisch anfällig ist, von tiefem Misstrauen zwischen den Staaten geprägt ist und ökonomisch oft nicht die effizienteste Lösung gegenüber einer Umstrukturierung der lokalen Landwirtschaft darstellt.

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Details

Title
Die Wasserproblematik im Nahen Osten
College
University of Frankfurt (Main)  (Fachbereich Gesellschaftswissenschaften)
Grade
2,0
Author
Frank Powierski (Author)
Publication Year
1999
Pages
114
Catalog Number
V65957
ISBN (eBook)
9783638583701
ISBN (Book)
9783638730396
Language
German
Tags
Wasserproblematik Nahen Osten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Powierski (Author), 1999, Die Wasserproblematik im Nahen Osten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65957
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