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Einkommensverteilung im Profisport

Title: Einkommensverteilung im Profisport

Seminar Paper , 2004 , 29 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Diplom-Ökonom Carsten Fölsch (Author)

Sport - Sport Economics, Sport Management
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In der Presse wird fast täglich über die hohen und scheinbar permanent steigenden Einkommen der Fußballprofis berichtet. Je mehr die Medien über Sport berichten, desto mehr ist das Bild eines intrinsisch motivierten Sportlers hinfällig geworden. Eldrik „Tiger“ Woods verdient im Jahr 2003 voraussichtlich 78 Mio. $ und Michael Schumacher 75 Mio. $. Diese hohen Einkommen, die den Durchschnittsverdienst eines deutschen Arbeitnehmers (~32.000 €) um ein Vielfaches übersteigen, sowie die Einkommensdiskrepanzen innerhalb des Profisports führen zu der Diskussion, welche Faktoren die Höhe des Einkommens bestimmen und ob solche Faktoren die hohen Einkommen, sowie die Einkommensunterschiede, auslösen.
Ein Profisportler ist nur eine sehr geringe Anzahl an Jahren aktiv und muss somit mehr verdienen als ein „normaler“ Arbeitnehmer, der 30-40 Jahre in seinem Beruf tätig ist.3Da die Frage nach der Abhängigkeit des Einkommens von der Karrieredauer sehr naheliegend scheint, könnte ein Vergleich der verschiedenen Sportarten (Mannschafts- und Individualsportarten, im Folgenden auch Einzelsportarten genannt) mit der Einkommenshöhe und der durchschnittlichen aktiven Zeit interessant sein (Kapitel 2). Aufgrund der fehlenden Publizitätspflicht der Einkommensdaten im deutschen Profisport müssen einige Daten aus offiziellen Schätzungen illustriert werden. Die Einkommen werden im Profisport nach dem neoklassischen Gesetz der Lohntheorie gebildet. Die hohen Gehälter von Spitzensportlern und auch die hohen Unterschiede zu den vielen „mittelmäßig“ Verdienenden sind Folge inkongruenter Grenzproduktivität, die bspw. „Stars“ im Unterschied zu „Wasserträgern“ erzielen, indem sie ihren Teams zu mehr Toren, einem besseren Tabellenrang, einer Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb, einer höheren Popularität und damit zu höheren Einnahmen verhelfen (Kapitel 3).
Eine Ungleichverteilung innerhalb einer Sportart scheint auf den ersten Blick paradox. Warum verdient Michael Ballack mehr als andere Mittelfeldspieler in der Bundesliga? Die Frage erscheint zunächst banal. Manche Spieler besitzen ein größeres Talent als andere. Sie tragen somit mehr zur Teamleistung bei und verdienen daher mehr als andere Spieler. Daher können unterschiedliche Entlohnungen in Teams und zwischen Spielern teilweise durch unterschiedliches Humankapital erklärt werden (Kapitel 4 und 5).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Das Einkommen von professionellen Sportlern

3. Das neoklassische Modell der Lohntheorie als Grundlagenmodell für die Entlohnung im professionellen Sport

3.1. Das neoklassische Modell der Lohntheorie

3.2. Der Arbeitsmarkt und die Entlohnung im Profisport

4. Betrachtung der Einkommensdeterminanten im „Profifußball“

4.1. Branchenspezifische Determinanten des Einkommens

4.2. Ligaspezifische Determinanten des Einkommens

4.3. Vereinsspezifische Determinanten des Einkommens

4.4. Spielerspezifische Determinanten des Einkommens

5. Empirische Auswertung der Hypothesen über die Einkommensdeterminanten im Profisport

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die zur erheblichen Einkommensspreizung im Profisport führen, und analysiert, inwiefern ökonomische Theorien – insbesondere das neoklassische Modell der Lohntheorie – die Entlohnung von Athleten erklären können.

  • Analyse der Einkommensstrukturen im Individual- versus Mannschaftssport.
  • Untersuchung von branchen-, liga- und vereinsspezifischen Einflüssen auf das Spielereinkommen.
  • Überprüfung spielerspezifischer Determinanten wie Humankapital, Spielposition und Erfahrung.
  • Empirische Auswertung der Gehaltsdeterminanten mittels eines Random-Effect-Modells (REM).
  • Bewertung der Rolle von Medien und medialer Attraktivität als Einflussfaktor für Profisportler.

Auszug aus dem Buch

3.2. Der Arbeitsmarkt und die Entlohnung im Profisport

Im Folgenden wird der Markt für Profisport am Beispiel des professionellen Fußballs näher betrachtet. Zentrale Annahme in der traditionellen Ökonomie ist, dass dem Unternehmen (hier: Verein) durch Kapital ein Mittel zur Verfügung steht, den Arbeitseinsatz zu beeinflussen. Es wird dabei davon ausgegangen, dass Unternehmen sowohl über die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft als auch über das Fluktuationsverhalten ihrer Belegschaft (hier: Spieler) nur unvollständig informiert sind, die Nachteile dieses Informationsdefizits aber durch effizienzsteigernde Lohnzuschläge zumindest teilweise ausgleichen können. Zwar steigen die Kosten eines Vereins bei erhöhten Löhnen, doch kann ein Anstieg der Entlohnung die Arbeitnehmer zu einer umso höheren Produktivität veranlassen, sodass der Kosteneffekt mehr als kompensiert wird.

Beim Profifußball könnte eine Entlohnung nahe der Grenzproduktivität vorliegen, wie es die Neoklassiker forderten. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass Abweichungen auf Grund der in der Realität nicht gegebenen Bedingungen des vollkommenen Spielermarktes, auftreten können. Die Gehälter bestimmter Spieler können daher mehr oder weniger deutlich über bzw. unterhalb ihres Wertgrenzproduktes liegen.

Obwohl das Produkt Fußball in Teamleistung entsteht, ist der einzelne Beitrag eines Spielers deutlicher zu erkennen als etwa die Effizienz des Arbeitseinsatzes eines Managers in der „realen“ Arbeitswelt. Die sportliche Leistung ist Woche für Woche zu erbringen und nicht nur vom Teamleiter bzw. Trainer, sondern auch von Zuschauern und potenziellen neuen Arbeitgebern zu kontrollieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit beleuchtet die hohen Einkommensunterschiede im Profisport und stellt die Forschungsfrage nach den bestimmenden Faktoren dieser Diskrepanzen.

2. Das Einkommen von professionellen Sportlern: Dieses Kapitel vergleicht die Einkommenshöhen im Mannschafts- und Individualsport unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Karrieredauern.

3. Das neoklassische Modell der Lohntheorie als Grundlagenmodell für die Entlohnung im professionellen Sport: Es wird diskutiert, inwiefern die Entlohnung nach Grenzproduktivität auf den Sportarbeitsmarkt übertragbar ist und welche Rolle Principal-Agent-Beziehungen spielen.

4. Betrachtung der Einkommensdeterminanten im „Profifußball“: Hier werden spezifische Faktoren wie Liga-Zugehörigkeit, Vereinsfinanzkraft und individuelle Spielerattribute systematisch analysiert.

5. Empirische Auswertung der Hypothesen über die Einkommensdeterminanten im Profisport: Mittels eines Random-Effect-Modells werden die aufgestellten Hypothesen statistisch auf die Bundesliga-Daten angewendet.

6. Zusammenfassung: Die Ergebnisse bestätigen, dass neben Humankapital auch strukturelle und mediale Faktoren maßgeblich zur Einkommensbildung beitragen.

Schlüsselwörter

Profisport, Einkommensverteilung, Lohntheorie, Grenzproduktivität, Humankapital, Fußball-Bundesliga, Sportökonomie, Random-Effect-Modell, Gehaltsdeterminanten, Principal-Agent-Beziehung, Individualsport, Mannschaftssport, Spielergehälter, Mediale Attraktivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen der Gehaltsbildung im Profisport und untersucht die Ursachen für die teilweise extrem hohen Einkommensunterschiede zwischen Sportlern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die ökonomische Lohntheorie, den Vergleich von Team- und Individualsport, den Einfluss des Humankapitals sowie die spezifischen Determinanten im Profifußball.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, warum bestimmte Spieler deutlich höhere Gehälter erzielen als andere und welche ökonomischen Faktoren (wie z.B. Vereinserfolg oder Spielposition) diesen Prozess beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein theoretischer Rahmen der neoklassischen Lohntheorie genutzt und dieser mittels einer empirischen Auswertung (Random-Effect-Modell) anhand von Daten der Fußball-Bundesliga überprüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Entlohnung und eine detaillierte Betrachtung von Einflussfaktoren (branchen-, liga-, vereins- und spielerspezifisch), gefolgt von einer statistischen Modellanwendung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Profisport, Humankapital, Einkommensdiskrepanzen, Grenzproduktivität, Sportökonomie und Gehaltsdeterminanten.

Warum verdienen Torhüter laut der Analyse oft weniger als andere Spieler?

Die Analyse legt nahe, dass Torhüter zwar eine hohe Spezialisierung aufweisen, ihre individuelle Leistungsabgrenzung jedoch komplexer sein kann und sie in der statistischen Auswertung häufig hinter Mittelfeldspielern und Stürmern zurückbleiben.

Welche Rolle spielen die Medien bei der Entlohnung eines Profispielers?

Die Arbeit deutet an, dass mediale Attraktivität und die Rolle als Werbeträger für Vereine einen signifikanten Mehrwert bieten, der über die rein sportliche Leistung hinausgeht und das Einkommen positiv beeinflussen kann.

Bestätigt die empirische Analyse die Hypothese zum Einfluss der Nationalität?

Ja, die Auswertung im Random-Effect-Modell zeigt, dass die Nationalität einen statistisch signifikanten Einfluss auf die Gehaltshöhe ausübt, wobei deutsche Spieler im Vergleich zu Spielern aus anderen Regionen teilweise geringere Durchschnittsgehälter beziehen.

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Details

Title
Einkommensverteilung im Profisport
College
University of Hannover  (Konjunktur und Strukturpolitik)
Course
Sportökonomie
Grade
2,7
Author
Diplom-Ökonom Carsten Fölsch (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V66064
ISBN (eBook)
9783638588232
ISBN (Book)
9783656815105
Language
German
Tags
Einkommensverteilung Profisport Sportökonomie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Ökonom Carsten Fölsch (Author), 2004, Einkommensverteilung im Profisport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66064
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