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Methodologische Grundfragen der evolutorischen Ökonomik

Titre: Methodologische Grundfragen der evolutorischen Ökonomik

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2004 , 27 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Diplom-Ökonom Carsten Fölsch (Auteur)

Economie politique - Microéconomie, en général
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Mit diesem Satz bezeichnete der Physiker Isaac Newton ein Kernproblem der Ökonomie. Das Verhalten des Menschen ist nicht vorhersehbar. In der traditionellen Ökonomie ist jenes Problem allerdings durch die Einführung des homo-oeconomicus - der rationale Mensch, der bei vollständiger Information immer die optimale Entscheidung mit dem größten Nutzen für sich trifft - einfach beseitigt worden. Wie sieht es aber in der Realität aus? Gibt es vollkommene Information? Eine Entscheidung kann in der Realität immer erst ex-post als „gut“ charakterisiert werden. Durch diese rein theoretische Lösungsidee eines Menschenbildes ist in der Wissenschaft ein heftiger Disput entstanden. In Teil 2 dieser Arbeit wird auf die Aspekte des Menschenbildes in der evolutorischen Theorie eingegangen.
Seit Adam Smith hat das Gleichgewicht eine bedeutende Rolle in der Ökonomie gespielt. In der traditionellen Ökonomie wird von einem statischen Gleichgewicht ausgegangen. Ist dies aber vereinbar mit Innovationen oder Wandel? Wie werden Ungleichgewichte und Instabilitäten berücksichtigt, die eine Vorraussetzung für das Überleben eines Systems darstellen? Ein möglicher methodologischer Lösungsansatz wird interdisziplinär in Anlehnung an die Physik in Teil 3 vorgestellt.
In Teil 4 wird nach einer kurzen Einführung in den Neodarwinismus dargelegt, ob eine 1:1 Übertragung der biologischen auf die ökonomische Evolution einer Sinn- und Zweckmäßigkeit entspricht. Dazu werden verschiedene Meinungen bezüglich möglicher Bedeutungen der Analogieschlüsse kurz dargestellt und diskutiert.
Abschließend werden in Teil 5 in einer Schlussbemerkung die Ergebnisse der methodologischen Grundfragen nochmals veranschaulicht und im Hinblick auf eine individualistische Sichtweise wird ein Resümee gezogen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Methodologische Grundpositionen und Paradigmenwechsel

2.1 Das Verhaltensmodell der evolutorischen Ökonomik

2.1.1 Der methodologische Individualismus

2.1.2 Kulturelles Lernen

2.2 Das Menschenbild der Ökonomie

2.3 Paradigmenwechsel in der Ökonomie

3. Die evolutorische Ökonomik und das Verständnis des Gleichgewichts

3.1 Die Vereinbarkeit des ökonomischen und evolutorischen Gleichgewichtsbegriffs

3.2 Der Einfluss von Neuerungen auf den Gleichgewichtszustand und ungleichgewichtige Phasenübergänge

3.3 Das Prinzip der spontanen Ordnung im Einklang mit einer offenen Entwicklung

3.4 Offene Entwicklung und offene Systeme

4. Die biologische Evolution und ökonomische Analogieschlüsse

4.1 Die Biologische Evolution nach dem Neodarwinismus

4.2 Analogieschlussproblematik der biologischen Evolutorik mit der Ökonomie

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die methodologischen Grundlagen der evolutorischen Ökonomik und hinterfragt dabei die Vereinbarkeit klassischer ökonomischer Gleichgewichtsbegriffe mit modernen, evolutionären Prozessen sowie die Sinnhaftigkeit biologischer Analogieschlüsse.

  • Kritische Analyse des homo-oeconomicus-Modells und methodologischer Alternativen.
  • Untersuchung von Gleichgewicht, Instabilität und ungleichgewichtigen Phasenübergängen.
  • Diskussion über spontane Ordnung, offene Systeme und komplexe Dynamiken.
  • Reflektion über die Übertragbarkeit biologischer Evolutionskonzepte auf ökonomische Fragestellungen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Vereinbarkeit des ökonomischen und evolutorischen Gleichgewichtsbegriffs

Seit Adam Smith spielt das Gleichgewicht eine bedeutende Rolle in der Ökonomie. „Wherever economics is used or thought about, equilibrium is a central organizing idea“. Für analytische Problemstellungen ist das statische Gleichgewicht gut zu verwenden, aber für evolutionäre Entwicklungen ist es unpassend. Um das Problem des Gleichgewichts für die evolutorische Ökonomik zu verdeutlichen, werden im Folgenden die Definitionen für Evolution und für den mechanischen Gleichgewichtsbegriff gegenübergestellt.

Eine Definition für Evolution mit Anspruch auf große Allgemeingültigkeit lautet wie folgt: „Evolution ist ein, durch dynamische Assymetrien des zugrundeliegenden Prozesses bewirkte, gerichtete Veränderung der Struktur und/oder des Verhaltens eines Systems, die die Phänomene „Neues“ und „Irreversibilität“ hervorbringt.“ Der Gleichgewichtsbegriff hingegen kennzeichnet einen Beharrungszustand, in welchem die Individuen keine Veranlassung haben ihr Verhalten zu ändern (in Analogie zum physikalischen Verständnis vom mechanischen Gleichgewicht als Ausgleich von Kräften). Ein Gleichgewicht ist somit eine stabile Situation, in welcher sich bestimmte Variablen nicht mehr endogen ändern können bzw. bestimmte Bewegungs- bzw. Verhaltensmuster endogen stabil sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung skizziert das Kernproblem der Vorhersehbarkeit menschlichen Verhaltens und die Limitationen des homo-oeconomicus im Kontext der evolutorischen Ökonomie.

2. Methodologische Grundpositionen und Paradigmenwechsel: Hier werden der methodologische Individualismus sowie das Konzept des kulturellen Lernens beleuchtet, um ein realistischeres Menschenbild als Alternative zum traditionellen Standardmodell zu entwickeln.

3. Die evolutorische Ökonomik und das Verständnis des Gleichgewichts: Dieses Kapitel analysiert die Unvereinbarkeit statischer Gleichgewichtsbegriffe mit dynamischen, offenen Entwicklungsprozessen und führt physikalische Konzepte zur Modellierung von Wandel ein.

4. Die biologische Evolution und ökonomische Analogieschlüsse: Diese Ausführungen setzen sich kritisch mit der Übertragung neodarwinistischer Prinzipien wie Variation und Selektion auf sozioökonomische Systeme auseinander.

5. Schlussbemerkung: Der Autor resümiert, dass evolutorische Prozesse in der Ökonomie eine eigenständige theoretische Fundierung erfordern, ohne dabei den interdisziplinären Dialog mit den Naturwissenschaften vollständig aufzugeben.

Schlüsselwörter

Evolutorische Ökonomik, methodologischer Individualismus, homo-oeconomicus, Gleichgewicht, spontane Ordnung, offene Systeme, Dynamik, Innovation, Biologische Evolution, Neodarwinismus, Selektion, Komplexität, Pfadabhängigkeit, Wandel, Sozioökonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den methodologischen Grundlagen der evolutorischen Ökonomik und dem Versuch, ökonomische Prozesse als offene, dynamische Systeme zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kritik am klassischen ökonomischen Gleichgewichtsbegriff, die Rolle individuellen Verhaltens unter Unsicherheit sowie die Eignung biologischer Evolutionstheorien als Modellvorlage für die Ökonomie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum traditionelle neoklassische Modelle für die Erklärung von Wandel und Innovation oft zu kurz greifen und welche theoretischen Alternativen eine evolutorische Sichtweise bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine interdisziplinäre Analyse, die ökonomische Theoriebildung mit Konzepten aus der Physik (z.B. Systemtheorie, Phasenübergänge) und der Biologie vergleicht und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Verhaltensmodell der Akteure, das Spannungsfeld zwischen statischem Gleichgewicht und offener Entwicklung sowie die Problematik, biologische Analogien wie Genotyp und Phänotyp auf Unternehmen oder Märkte anzuwenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Evolutorische Ökonomik, methodologischer Individualismus, offene Systeme, spontane Ordnung und die Problematik von Analogieschlüssen zwischen Natur- und Sozialwissenschaften.

Warum wird der Begriff des homo-oeconomicus in der Arbeit kritisiert?

Der Autor argumentiert, dass das Konzept des rationalen, vollständig informierten Akteurs realitätsfern ist, da es Komplexität, echte Unsicherheit und die Lernfähigkeit des Menschen in einer sich wandelnden Welt ignoriert.

Welche Rolle spielen "mental models" in der ökonomischen Theorie?

Sie dienen als interne Interpretationsrahmen der Individuen, die durch kulturelles Lernen geprägt sind und maßgeblich bestimmen, wie Informationen verarbeitet und Entscheidungen koordiniert werden.

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Résumé des informations

Titre
Methodologische Grundfragen der evolutorischen Ökonomik
Université
University of Hannover  (Lehrstuhl für Mikroökonomie)
Cours
Evolutorische Ökonomik
Note
1,7
Auteur
Diplom-Ökonom Carsten Fölsch (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
27
N° de catalogue
V66065
ISBN (ebook)
9783638588249
ISBN (Livre)
9783656777687
Langue
allemand
mots-clé
Methodologische Grundfragen Evolutorische
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Diplom-Ökonom Carsten Fölsch (Auteur), 2004, Methodologische Grundfragen der evolutorischen Ökonomik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66065
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Extrait de  27  pages
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