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Exegese von Genesis 1,1-2,4a

Title: Exegese von Genesis 1,1-2,4a

Term Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Kaimer (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Gen 1,1-2,4a - das ist der erste Schöpfungsbericht des Alten Testaments. Zumindest Christen und Juden ist dieser Bericht gemeinsam und es gibt immer noch Auseinandersetzungen um das Verständnis dieses Textes. Die Sekte der Kreationisten will den Schöpfungsbericht wörtlich verstehen. Der moderne, wissenschaftliche Mensch wiederum beäugt ihn, als ein veraltetes, schönes Märchen. Wie steht es nun tatsächlich um den Schöpfungsbericht? Wie kommt es überhaupt zu diesem Text? Wie ist das Sechstagewerk des Schöpfergottes theologisch zu deuten?
Die vorliegende Arbeit versucht mit wissenschaftlichen Methoden etwas genauer an diese Fragestellungen heran zu gehen, um dem interessierten Leser etwas mehr zu bieten als die Meinungen religiöser Extremisten oder wissenschaftsgläubiger Menschen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Schöpfung gestern und Welt heute?

2. Die Priesterschrift Gen 1,1–2,4a

3. Übersetzung Gen 1,1–2,4a

4. Historische Nachforschungen

5. Aufbau

5.1 Überschrift und Einleitung (Gen 1,1–1,2)

5.2 Erstes Schöpfungswerk: Das Licht (Gen 1,3–5)

5.3 Zweites Schöpfungswerk: Die Himmelsfeste (Gen 1,6–8)

5.4 Drittes Schöpfungswerk: Wasser und Land (Gen 1,9f.)

5.5 Viertes Schöpfungswerk: Die Vegetation (Gen 1,11–13)

5.6 Fünftes Schöpfungswerk: Die Gestirne (Gen 1, 14–19)

5.7 Sechstes Schöpfungswerk: Wasser und Flugtiere (Gen 1,20–23)

5.8 Siebentes Schöpfungswerk: Die Landtiere (Gen 1, 24 - 26)

5.9 Achtes Schöpfungswerk: Der Mensch (Gen 1,26–31)

5.10 Der siebente Tag: Die Ruhe Gottes und Schluss (Gen 2,1–4a)

6. Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse und das Schöpfungsgeschehen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der historisch-kritischen Exegese des priesterschriftlichen Schöpfungsberichts (Genesis 1,1–2,4a), mit dem Ziel, das Verhältnis zwischen diesem antiken Text und modernem wissenschaftlichen Weltverständnis zu untersuchen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie der alttestamentliche Text heute noch relevant sein kann und ob ein konstruktiver Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft möglich ist.

  • Exegese und Struktur des priesterschriftlichen Schöpfungsberichts
  • Wissenschaftstheoretische Einordnung im Kontext von Glaube und Vernunft
  • Historische Nachforschungen und religionsgeschichtliche Parallelen
  • Der Herrschaftsauftrag des Menschen und seine ethische Verantwortung
  • Analyse des priesterlichen Wissens und der literarischen Formelhaftigkeit

Auszug aus dem Buch

5.2 Erstes Schöpfungswerk: Das Licht (Gen 1,3–5)

Gleich mit Beginn von V 3 fällt etwas völlig Neues auf: Die Schöpfung wird formelhaft und gleich lautend auf den Menschen hin geschaffen. Somit wird auch ein für den Menschen einsichtiges und ziel gerichtetes Schaffen dargestellt. In V 1 ist Gott der völlig Unverstehbare, der mit dem eindrucksvollen Verbum ברא einfach schafft. Ab V 3 beginnt etwas, das sich so formulieren lässt: Gott nähert sich dem Menschen und schafft in einer Form, die das Tun Gottes dem Menschen zumindest bildhaft verständlich macht. Dieses „sich nähern Gottes“ geschieht plötzlich. „Ohne irgendeinen Übergang, scharf und unvermittelt plötzlich, erklingt hier zum ersten Male: „Und Gott sprach“44 Hier ist nun auf einmal klar, wie Gott weiter schafft: Er schafft durch das Wort. Treffend besteht dieses erste Schöpfungswerk aus einem reinen Wortbericht. Alle Sätze sind gleichwertig, präzise und markant. Es gibt keine Subordination. Dabei leitet das Wort אלהים ויאמר einen Befehl ein. Somit trifft der Ausdruck „Schöpfung durch das Wort“ nicht ganz zu. Der obige Ausdruck ist vielmehr zu verstehen als ein „gebietendes Sprechen“, dem der Tatcharakter innewohnt.45 Das gebietende Sprechen zeigt sich sogleich hierin, dass genau das geschieht, was Gott spricht: „Und es ward Licht.“ Ganz bewusst soll hier nicht von einem Befehl die Rede sein, da ein Befehl immer einen Ausführenden benötigt, um Befehl zu sein. In V 3 gibt es jedoch nichts, das den Befehl ausführen könnte, Licht zu schaffen.

Das erste Werk Gottes ist das Licht. Bleibt man an dieser Stelle nahe am Text, so fällt sogleich auf, dass in V 2 von der Finsternis die Rede war. Diese Finsternis aus V 2 ist keine Finsternis im Gegensatz zum Licht und damit eigentlich ein eigener Begriff. Erst in V 3 ändert sich das. Da in V 3 das Licht erst geschaffen wird, muss die Finsternis, die in V 2 beschrieben wird, die totale Abwesenheit des Lichtes, gleichsam die Unbekanntheit des Lichtes, sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Schöpfung gestern und Welt heute?: Das Kapitel thematisiert die Spannungsfelder zwischen traditionellem Schöpfungsglauben und moderner wissenschaftlicher Weltsicht in der heutigen Gesellschaft.

2. Die Priesterschrift Gen 1,1–2,4a: Hier wird der Text der Priesterschrift als sachlicher und formelhafter Bericht charakterisiert, der sich in Sprache und Intention deutlich von anderen biblischen Überlieferungen abhebt.

3. Übersetzung Gen 1,1–2,4a: Dieser Abschnitt bietet die textliche Grundlage der Arbeit durch die Wiedergabe der Übersetzung nach Claus Westermann.

4. Historische Nachforschungen: Der Verfasser untersucht religionsgeschichtliche Parallelen zu altorientalischen Mythen, um das priesterliche Wissen in seinen historischen Kontext einzuordnen.

5. Aufbau: Dieses Hauptkapitel gliedert den Schöpfungsbericht detailliert in seine einzelnen Schöpfungswerke, von der Einleitung über die einzelnen Tage bis hin zum Sabbatgebot.

5.1 Überschrift und Einleitung (Gen 1,1–1,2): Der Fokus liegt auf der Bedeutung von Genesis 1,1 als Überschrift und der theologischen Aussage der Erschaffung von Himmel und Erde.

5.2 Erstes Schöpfungswerk: Das Licht (Gen 1,3–5): Die Erschaffung des Lichts wird als erstes formelhaftes "Wort Gottes" analysiert, welches die Finsternis definiert und die zeitliche Ordnung ermöglicht.

5.3 Zweites Schöpfungswerk: Die Himmelsfeste (Gen 1,6–8): Es wird die Aufteilung der Wasser und die Vorstellung des Himmels als festes Gewölbe im Rahmen des altorientalischen Weltbildes erläutert.

5.4 Drittes Schöpfungswerk: Wasser und Land (Gen 1,9f.): Dieser Abschnitt analysiert die Scheidung zwischen Wasser und Land als notwendige Grundlage für die Ansiedlung von Leben.

5.5 Viertes Schöpfungswerk: Die Vegetation (Gen 1,11–13): Die Entstehung des Pflanzenlebens wird in Bezug auf die "Mutter Erde" und die Bedeutung von Artenvielfalt untersucht.

5.6 Fünftes Schöpfungswerk: Die Gestirne (Gen 1, 14–19): Der Text betrachtet die Gestirne als Geschöpfe Gottes mit der Aufgabe, Zeit zu bestimmen und Tag von Nacht zu scheiden, gegen das damalige Götterverständnis.

5.7 Sechstes Schöpfungswerk: Wasser und Flugtiere (Gen 1,20–23): Hier wird die Einführung des Segens als Verleihung von Fruchtbarkeit an das Lebendige thematisiert.

5.8 Siebentes Schöpfungswerk: Die Landtiere (Gen 1, 24 - 26): Die Schöpfung der Landtiere wird als Vorbereitung auf den Menschen und als Teil eines umfassenden Tagewerks dargestellt.

5.9 Achtes Schöpfungswerk: Der Mensch (Gen 1,26–31): Dieser umfangreiche Teil behandelt die Gottebenbildlichkeit des Menschen, den Auftrag zum Herrschen und die vegetarische Grundnahrung.

5.10 Der siebente Tag: Die Ruhe Gottes und Schluss (Gen 2,1–4a): Das letzte Kapitel schließt die Schöpfung mit der Ruhe Gottes ab und rahmt das gesamte Werk ab.

6. Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse und das Schöpfungsgeschehen: Das Fazit fordert eine gleichberechtigte Zusammenarbeit von Naturwissenschaft und Theologie für ein verantwortungsvolles Verständnis der Welt.

Schlüsselwörter

Genesis, Priesterschrift, Schöpfung, Exegese, Gott, Mensch, Wissenschaft, Glaube, Himmel, Erde, Herrschaftsauftrag, Altes Testament, Weltbild, Religion, Segen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Exegese der priesterschriftlichen Schöpfungserzählung in Genesis 1,1 bis 2,4a und reflektiert deren heutige Bedeutung im Dialog mit der Wissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die literarische Analyse des biblischen Textes, das Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft sowie die ethische Dimension des menschlichen Herrschaftsauftrags.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Schöpfungsbericht historisch-kritisch zu erschließen und aufzuzeigen, wie theologische Aussagen mit einem aufgeklärten wissenschaftlichen Weltbild vermittelt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden methodisch historisch-kritische Ansätze, Literarkritik und Formkritik angewandt, um die Struktur und Entstehungsgeschichte des Textes zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert den Schöpfungsbericht detailliert in die einzelnen Schöpfungswerke, von der Erschaffung des Lichts bis hin zum siebten Tag, dem Ruhetag Gottes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Priesterschrift, Exegese, Schöpfung, Herrschaftsauftrag, Gottebenbildlichkeit und die kritische Auseinandersetzung zwischen Theologie und Naturwissenschaft.

Warum wird der Mensch im Schöpfungsbericht so besonders hervorgehoben?

Der Mensch wird als Ebenbild Gottes dargestellt, was ihn von der restlichen Schöpfung unterscheidet und ihm eine spezifische Verantwortung und Freiheit verleiht.

Inwiefern ist der Herrschaftsauftrag heute noch aktuell?

Der Autor argumentiert, dass der Herrschaftsauftrag heute oft missverstanden wird; er sollte als verantwortungsvolles "Bewahren" der Erde und nicht als zerstörerische Willkür verstanden werden.

Wie steht die Arbeit zum Thema "Schöpfung und Evolution"?

Die Arbeit vertritt die Auffassung, dass die biblische Erzählung und wissenschaftliche Erkenntnisse (wie die Evolution) nicht in einem unüberbrückbaren Widerspruch stehen müssen, wenn man den Text als theologischen Deutungsrahmen begreift.

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Details

Title
Exegese von Genesis 1,1-2,4a
College
University of Augsburg
Course
Seminar: Methoden der Bibelexegese
Grade
1,0
Author
Peter Kaimer (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V66088
ISBN (eBook)
9783638584135
ISBN (Book)
9783638671132
Language
German
Tags
Exegese Genesis Seminar Methoden Bibelexegese
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Kaimer (Author), 2005, Exegese von Genesis 1,1-2,4a, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66088
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