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Arten und Darstellungsmittel sexueller Interaktion am Beispiel eines Webchats

Titel: Arten und Darstellungsmittel sexueller Interaktion am Beispiel eines Webchats

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 24 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Mirko Krotzky (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bereits seit einiger Zeit ist in zahlreichen Magazinen wie der „Coupé“, „Praline“, „Wochen-
end“ oder selbst der „Bild-Zeitung“ der Begriff Sexualität kein Tabuthema mehr, über welches aufgrund der Gefahr von Anstößigkeiten nicht geschrieben werden darf. Fernsehen, Buchautoren, ja selbst der Hörfunk stehen dem bis vor kurzer Zeit noch brisanten Thema, welches höchstens in privater, stiller Umgebung hinter den eigenen vier Wänden angesprochen wurde, mittlerweile offen und aufgeschlossen gegenüber. Vielfach wurde dies von Sprachwissenschaftlern erkannt und zum Anlass genommen, ihre Forschungen auch auf dieses Gebiet auszuweiten und zu konzentrieren. Im heutigen Informationszeitalter ist es daher unabdingbar, den Forscherdrang überdies auf neuartige Kommunikationsmöglichkeiten zu lenken.
Eine wohl unbestreitbar revolutionäre Entwicklung stellt hierbei das Internet mit seinen zahlreichen Kommunikationsplattformen dar. Besonders hervorzuheben sind dabei die verschiedenartigen Chats, mit denen das Internet dem Nutzer aufwartet. Der Begriff „chat“ ist dem Englischen entlehnt und steht für „plaudern“ bzw. „schwatzen“. Früher geschah dies über den so genannten IRC (internet relay chat), welcher den Usern (Nutzern) jedoch ein umfangreiches Wissen über notwendige Befehlseingaben abverlangte und den Einsatz einer chatspezifischen Software (Telnet) forderte. Mit der Entwicklung neuartiger Webchats wurde dieser Nachteil beseitigt: Die User surfen über das Internet eine zentrale Chatseite an, bei der sie sich anmelden und unter fiktiven Namen einer Art Konferenzschaltung beitreten, deren einzelne Chaträume (Channel) meist durch ein zentrales Oberthema vorab charakterisiert sind. So finden sich bestimmte Themenchannel wie z.B. Jugendchannel im Sinne von „Teen-Spirit“ oder „Schueler“ und Channel für fremdsprachige Chatter wie „Europa“ oder „Bizim-Kanal“ wieder. Für diese Arbeit soll der Blick einzig und allein auf den erotischen Channeln liegen. Hierbei stellt der Webchat „Chatcity“ eine überaus geeignete Kommunikationsplattform dar, da er alle möglichen Unterhaltungsthemen in einem Chat vereinigt und somit ein breites Userspektrum bietet, an dem Untersuchungen bequem vorgenommen werden können. Zentrales Untersuchungsthema sollen dabei die Möglichkeiten sein, die sich den Usern für eine erotische bzw. sexual-verbale Kommunikation bieten; aber auch Schwierigkeiten der Onlinekommunikation sollen gleichfalls erörtert und vorgestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

1. Allgemeines zum Webchat

1.1 Vorstellung und Funktionsumfang eines Webchats

1.2 Besonderheiten und Stilmittel der Kommunikation im Chat

1.3 Allgemeine Richtlinien und Verhaltensregeln im Chat

2. Sexuelle Interaktion und Kommunikation im Chat

2.1 Möglichkeiten der Selbstinszenierung / -charakterisierung über den Nicknamen

2.2 Kontaktaufnahme in einem Erotik-Channel

2.3 Akronyme, Sprachpartikeln und graphostilistische Mittel

2.4 Analyse eines Chatgesprächs / Aufzeigen von Interpretationsschwierigkeiten

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Arten und Darstellungsmittel sexueller Interaktion im Internet am Beispiel des Webchats "Chatcity". Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie Nutzer in einem virtuellen Raum erotische beziehungsweise sexual-verbale Kommunikation realisieren und welche sprachlichen Besonderheiten sowie Schwierigkeiten dabei auftreten.

  • Strukturen und Funktionen von Webchats
  • Sprachliche Merkmale der Online-Kommunikation (Chat-Jargon)
  • Selbstinszenierung durch Nicknames und Identitätsprofile (ID-Cards)
  • Interaktionsformen in erotisch konnotierten Chaträumen
  • Rolle von Chat-Operatoren bei der Regelwahrung

Auszug aus dem Buch

2.2 Kontaktaufnahme in einem Erotik-Channel

Vor allem in punkto Kontaktaufnahme kann ein Erotikchat sehr schnell eintönig werden oder die Leute aufgrund von scheinbarer Einfallslosigkeit langweilen. Oft erscheinen die Annäherungsversuche plump und ungeschickt. Folgender Ausschnitt gibt einen bereits gekürzten Text einer Chatsession von nur einer Minute wider:

Auf den ersten Blick wird ersichtlich, dass viele Chatter glauben, sich nicht an herrschendes Regelwerk halten zu müssen. Ständige Fettschrift und Iteration von ? sind an der Tagesordnung. Die Chatter benutzen ausgiebig die „Copy & Paste“ Funktion, d.h. sie kopieren einen vorformulierten Satz in den Zwischenspeicher des Rechners und fügen ihn von dort in unregelmäßigen Zeitabständen wieder in den Channel ein, so lange, bis jemand auf ihre Texte (Postings) antwortet – hier zu erkennen bei MmagWPupse. Signifikant erscheinen in solchen Channel die Chatter, welche nicht direkt an erotischen Abenteuern oder Rollenspielen interessiert sind, sondern den Channel aus Gründen der Unterhaltung und des Entertainment zu ihrem bevorzugten Aufenthaltsort erkoren haben. In vorliegendem Fall sind dies Zickstückchen und GottesSoldat. Schon die Namen lassen gegenüber geübten Chattern einen Sonderstatus erkennen, da sie auf geschlechtsspezifizierende Anhänge und Altersangaben verzichten. So sind diese beiden auch die einzigen Chatter, die effektiv und gezielt miteinander kommunizieren – also eine Unterhaltung führen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Sexualität im Internet und Vorstellung des Webchats „Chatcity“ als Untersuchungsgegenstand.

Hauptteil: Detaillierte Analyse der technischen und sozialen Rahmenbedingungen im Chat sowie der spezifischen sprachlichen Mittel sexueller Online-Interaktion.

1. Allgemeines zum Webchat: Beschreibung des Funktionsumfangs, der Netiquette und der technischen Möglichkeiten eines Webchats.

1.1 Vorstellung und Funktionsumfang eines Webchats: Überblick über die Nutzung von Registrierung, Nicknames und Chat-Kurzbefehlen.

1.2 Besonderheiten und Stilmittel der Kommunikation im Chat: Analyse der typischen Chat-Kurzsprache und Interpretationshilfen wie Emoticons.

1.3 Allgemeine Richtlinien und Verhaltensregeln im Chat: Darstellung der Chat-Richtlinien und der notwendigen Maßnahmen gegen unangemessenes Verhalten.

2. Sexuelle Interaktion und Kommunikation im Chat: Untersuchung der spezifischen Dynamiken innerhalb von Erotik-Channels.

2.1 Möglichkeiten der Selbstinszenierung / -charakterisierung über den Nicknamen: Erläuterung der Bedeutung von Nicknames und Nutzerprofilen für die Identitätsdarstellung.

2.2 Kontaktaufnahme in einem Erotik-Channel: Analyse von Interaktionsmustern und dem Gebrauch von Standardfloskeln bei der Kontaktaufnahme.

2.3 Akronyme, Sprachpartikeln und graphostilistische Mittel: Untersuchung der sprachlichen Ökonomie und Kürzel im erotischen Kontext.

2.4 Analyse eines Chatgesprächs / Aufzeigen von Interpretationsschwierigkeiten: Fallstudie zur Moderation durch Operatoren und der Wahrung von Regeln bei kritischen Inhalten.

Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung der Chat-Kommunikation und deren Bedeutung für zukünftige sprachwissenschaftliche Untersuchungen.

Schlüsselwörter

Internet, Chat, Sexualität, Kommunikation, Webchat, Chatcity, Erotik, Nickname, Netiquette, Cybersex, Sprachwissenschaft, Internet-Slang, Operatoren, Identitätsdarstellung, Online-Interaktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kommunikationsformen und sprachlichen Besonderheiten in erotischen Webchats.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Chatsprache, der Identitätsinszenierung durch Nicknames und der Moderation von Regelverstößen in erotischen Chaträumen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sexuelle Kommunikation in einem virtuellen Raum stattfindet und welche Mittel Nutzer einsetzen, um ihre Intentionen auszudrücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden qualitative Analysen von Chatprotokollen und Beobachtungen der Nutzerinteraktionen unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen des Webchats, die Beschreibung der Chatsprache sowie detaillierte Fallanalysen der Interaktionen innerhalb der Erotik-Channels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Internet-Kommunikation, Chatsprache, Erotik, Nicknames und Cybersex.

Warum spielt der Nickname im Chat eine so große Rolle?

Der Nickname dient als zentrales Element zur Selbstcharakterisierung und Identitätsdarstellung, da optische Merkmale in der Online-Kommunikation entfallen.

Was unterscheidet einen „Stammi“ von anderen Chattern?

Ein „Stammi“ bezeichnet einen Nutzer, der regelmäßig und zu festen Zeiten in einem bestimmten Channel präsent ist und dort als fest integriert gilt.

Warum greifen Operatoren in Chatverläufe ein?

Operatoren greifen ein, um die Einhaltung der Chat-Richtlinien (Chatiquette) zu gewährleisten, insbesondere wenn es um pornografische, beleidigende oder strafrechtlich relevante Inhalte geht.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arten und Darstellungsmittel sexueller Interaktion am Beispiel eines Webchats
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für deutsche Philologie)
Veranstaltung
Sprache und Sexualität
Note
2,3
Autor
Mirko Krotzky (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V66091
ISBN (eBook)
9783638584166
ISBN (Buch)
9783638671149
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arten Darstellungsmittel Interaktion Beispiel Webchats Sprache Sexualität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mirko Krotzky (Autor:in), 2006, Arten und Darstellungsmittel sexueller Interaktion am Beispiel eines Webchats, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66091
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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