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Rausch und Kokain in der Lyrik Gottfried Benns

Title: Rausch und Kokain in der Lyrik Gottfried Benns

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 36 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Hdl. Steffen Asendorf (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Kunst, Rausch und Drogen sind in der Geschichte immer wieder eng miteinander verbunden gewesen und scheinen es auch heute noch zu sein.

Eine Vielzahl von Autoren suchte immer wieder die Nähe von leistungssteigernden, aufputschenden oder aber halluzinogenen Drogen und verarbeitete deren Wirkung dann in ihren Werken. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschreibt beispielsweise der französische Literat Charles Baudelaire in seinen Werken „Künstliche Paradiese“ oder „Opium-Esser“ seine Erfahrungen mit Haschisch und Opiaten. Am Ende des 19. Jahrhunderts sollen die Werke von Arthur Conan Doyle „Sherlock Holmes“ und Robert Louis Stevenson „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ von deren persönlichen Erfahrungen mit Kokain beeinflusst worden sein. Stevenson soll seinen Roman dank des Kokains in nur sechs Tagen geschrieben haben.
In den 1920er Jahren schilderte dann der Schriftsteller und Arzt Gottfried Benn in Gedichten den Kokainrausch. Besonders stark vom Kokain inspirieren ließ sich der expressionistische Lyriker Georg Trakl, welcher dann 1914 an einer Überdosis der Droge verstarb.

Noch vor dem zweiten Weltkrieg verarbeitete Klaus Mann seine Erfahrung mit einer weiteren Droge, dem Heroin in dem 1939 erschienenem Roman „Der Vulkan. Roman unter Emigranten“. Im Jahr 1951 beschreibt der Schriftsteller Ernst Jünger in seinem Roman „Der Besuch auf Godenholm“ einen Selbstversuch mit der synthetischen Droge LSD. Kurz danach, im Jahr 1953, schildert der amerikanische Autor William Burroughs in seinem autobiographischem Roman „Junkie, Bekenntnisse eines unbekehrten Rauschgiftsüchtigen“ seine Erfahrungen mit diversen Opiaten und deren Entzugswirkungen. Einige Jahre später schildert der Autor Aldous Huxley in verschiedenen Werken seine Erfahrungen mit der halluzinogenen Droge Meskalin. Auch in der heutigen Zeit ist davon auszugehen, dass sich diverse Literaten Inspiration durch Drogen zu verschaffen versuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gegensatz des Apollinischen und des Dionysischen

3 Begriffsbestimmung Rausch

4 Kokain als Rauschmittel

4.1 Geschichte des Kokains

4.2 Wirkungsweise von Kokain

5 Interpretation „O Nacht –:”

6 Interpretation „Kokain“

7 Kokain bei Benn

8 Rausch bei Benn

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Hausarbeit untersucht das lyrische Werk von Gottfried Benn im Hinblick auf die Motive von Rausch und Kokain. Dabei wird analysiert, wie Benn die psychoanalytischen Konzepte des Ich-Zerfalls und der Ich-Überhöhung in seinen frühen Gedichten verarbeitet und in das Spannungsfeld zwischen apollinischen und dionysischen Prinzipien einordnet.

  • Das Gegensatzpaar des Apollinischen und Dionysischen nach Friedrich Nietzsche.
  • Die allgemeine Begriffsbestimmung von Rausch sowie dessen physiologische und psychologische Wirkung.
  • Historische Entwicklung und medizinische Wirkung von Kokain als Rauschmittel.
  • Literarische Analyse und Interpretation der Gedichte „O Nacht –:“ und „Kokain“.
  • Diskussion über Benns persönliches Verhältnis zu Rauschmitteln im Kontext seiner Zeit.

Auszug aus dem Buch

6 Interpretation „Kokain“

Den Ich-Zerfall, den süßen, tiefersehnten, den gibst du mir: schon ist die Kehle rauh, schon ist der fremde Klang an unerwähnten Gebilden meines Ichs am Unterbau.

Nicht mehr am Schwerte, das der Mutter Scheide entsprang, um da und dort ein Werk zu tun, und stählern schlägt –: gesunken in die Heide, wo Hügel kaum enthüllter Formen ruhn!

Ein lautes Glatt, ein kleines Etwas, Eben – und nun entsteigt für Hauche eines Wehns Das Ur, geballt, Nicht-seine beben Hirnschauer mürbesten Vorübergehns.

Zersprengtes Ich – o aufgetrunkene Schwäre – verwehte Fieber – süß zerborstene Wehr –: verströme, o verströme du – gebäre blutbäuchig das Entformte her.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die historische Verbindung zwischen Kunst und Drogenkonsum und steckt den methodischen Rahmen der Untersuchung ab.

2 Gegensatz des Apollinischen und des Dionysischen: Das Kapitel erläutert das von Nietzsche geprägte Gegensatzpaar, das für Benns ästhetisches Verständnis und die Einordnung seiner Rausch-Thematik zentral ist.

3 Begriffsbestimmung Rausch: Hier werden verschiedene Definitionen von Rausch und Trance sowie die physiologischen Grundlagen rauscherzeugender Substanzen und natürlicher Glückszustände dargelegt.

4 Kokain als Rauschmittel: Dieses Kapitel behandelt die historische Nutzung von Kokain und die pharmakologische Wirkungsweise auf das menschliche Gehirn sowie die damit verbundenen psychischen und körperlichen Effekte.

5 Interpretation „O Nacht –:“: Eine detaillierte formale und inhaltliche Analyse des Gedichts mit Fokus auf den Wunsch des lyrischen Ichs nach Ich-Überhöhung.

6 Interpretation „Kokain“: Eine Untersuchung des Gedichts unter dem Aspekt des „Ich-Zerfalls“ und der Dekonstruktion der lyrischen Form.

7 Kokain bei Benn: Das Kapitel diskutiert Benns tatsächliche Erfahrungen mit Drogen und stellt seine widersprüchlichen Aussagen in Briefen in einen literarhistorischen Kontext.

8 Rausch bei Benn: Die abschließende Betrachtung verknüpft Benns Rauschbegriff mit seiner psychoanalytischen Sichtweise und dem Spannungsfeld zwischen Ratio und Trieb.

Schlüsselwörter

Gottfried Benn, Rausch, Kokain, Lyrik, Apollinisch, Dionysisch, Ich-Zerfall, Ich-Überhöhung, Psychoanalyse, Nietzsche, Expressionismus, Drogenliteratur, Entgrenzung, Moderne, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das lyrische Werk von Gottfried Benn unter dem speziellen Fokus auf die Darstellung von Rauschzuständen und den Gebrauch von Kokain.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen Nietzsches Philosophie des Apollinischen und Dionysischen, die Pharmakologie von Kokain und die psychoanalytische Strukturtheorie von Sigmund Freud in der Anwendung auf Benns Lyrik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den „Ich-Zerfall“ und die „Ich-Überhöhung“ in Benns Gedichten als literarische Ausdrucksformen des Rausches zu entschlüsseln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die formale Aspekte (Metrum, Reimschema) mit inhaltlichen Interpretationen und biografischen Kontexten verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Rausch und Kokain sowie die explizite Interpretation der Gedichte „O Nacht –:“ und „Kokain“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Ich-Zerfall, Rausch-Thematik, personifizierte Nacht und die dialektische Beziehung zwischen Ratio und Trieb.

Wie unterscheidet Benn zwischen „O Nacht –:“ und „Kokain“ in Bezug auf das lyrische Ich?

Während Benn in „O Nacht –:“ ein Verlangen nach einer totalen Ich-Überhöhung („Gott“-Status) darstellt, fokussiert „Kokain“ auf den Prozess der Regression und das Zerfallen der Identität.

Welche Bedeutung kommt der „personifizierten Nacht“ in Benns Werk zu?

Die Nacht fungiert als zentrales Symbol für die Dunkelheit, das Vergängliche und den Tod, welches das lyrische Ich im Rausch zu bewältigen oder zu überhöhen versucht.

Warum betont der Autor die formale Strenge in den Gedichten?

Die regelmäßige und starre Form dient als bewusster Kontrast zur inhaltlichen Entgrenzung des Rausches, was darauf hindeutet, dass die Gedichte nicht unmittelbar im Drogenrausch entstanden sind.

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Details

Title
Rausch und Kokain in der Lyrik Gottfried Benns
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Germanistik)
Course
Gottfried Benn
Grade
2,0
Author
Dipl.-Hdl. Steffen Asendorf (Author)
Publication Year
2006
Pages
36
Catalog Number
V66116
ISBN (eBook)
9783638587150
ISBN (Book)
9783656058670
Language
German
Tags
Rausch Kokain Lyrik Gottfried Benns Gottfried Benn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Hdl. Steffen Asendorf (Author), 2006, Rausch und Kokain in der Lyrik Gottfried Benns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66116
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