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Die Feinstaub-Diskussion in Berlin und die Rolle der Hauptstadtpresse

Title: Die Feinstaub-Diskussion in Berlin und die Rolle der Hauptstadtpresse

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Robert Rädel (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Diese Arbeit geht der Frage nach, wie die Diskussion um den „Feinstaub“ im Frühjahr 2005 so plötzlich auf die politisch - mediale Agenda kam und wie die Berichterstattung die öffentliche Diskussion bzw. den politischen Entscheidungsprozess beeinflusst hat. Mit dem Hauptstadtschwerpunkt werde ich mich bei der Analyse der Presseberichterstattung auf vier Berliner Tageszeitungen beschränken, und für die Untersuchung des politischen Outputs die Handlungen des Berliner Senats unter die Lupe nehmen. Zudem lege ich meinen Fokus auf die verkehrspolitischen Konsequenzen, da hier die Interessen am weitesten auseinander gehen, der Handlungsbedarf am größten und die notwendigen Maßnahmen sehr kontrovers sind.
Die Feinstaubbelastung stellt in Ballungsgebieten ein großes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar und wird zum Großteil vom Straßenverkehr verursacht. Die europarechtlichen Grundlagen, die die Grenzwerte ab dem 1.1.2005 definieren, sind seit 2002 in deutsches Recht übernommen worden. Zur nachhaltigen Reduzierung wird von wissenschaftlicher Seite ökologisches Umsteuern in der Verkehrspolitik gefordert. Typisch für Umweltpolitik, stehen sich die Interessen der Wirtschaft und der Umweltverbände gegenüber, die Parteien bilden von links bis rechts das Meinungsspektrum ab, und die Akteurskonstellation ist hoch konfliktiv. Die Situation in Berlin war 2005 kritisch, die Grenzwerte wurden stark überschritten, und eine Besserung zeichnete sich nicht ab. Die politischen Akteure haben versagt, da sie nicht rechtzeitig reagierten, um die Feinstaubkonzentration in der Luft ausreichend zu senken. Der Berliner Luftreinhalte- und Aktionsplan wirkt erst 2008. Die Presse wurde aufgrund der mangelnden „Sichtbarkeit“ des Feinstaubs auch erst auf das Thema aufmerksam, als drohende Fahrverbote die Politik und Autolobby aufschreckten. Die besonders Anfang 2005 intensive Berichterstattung hat den Druck zur Rußpartikelfilterförderung und Kennzeichnungspflicht erhöht, führte aber nicht zu effektiven Regelungen. Die Berliner Politik sah sich auch nicht genötigt, ihre Planungen zu verändern oder zu beschleunigen.
Die Berichterstattung in Berlin war in den seriösen Zeitungen teilweise auf Einzelaspekte der Problematik verengt, aber um umfassende Darstellung bemüht und ingesamt ausgewogen. Insgesamt konnte die Berliner Presse das Bewusstsein für das Problem Feinstaub und Autoverkehr erweitern, eine tiefgreifende Debatte über umweltorientierte Verkehrspolitik aber nicht anstoßen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftlicher Hintergrund

a.) Technischer Hintergrund

b.) Medizinischer Hintergrund

c.) Rechtlicher Hintergrund

d.) Wissenschaftliche umweltpolitische Handlungsempfehlungen

3. Die Situation Anfang 2005 in Berlin

a.) Luftqualitätsmessungen und Anwohnerklagen

b.) Der Luftreinhalte- und Aktionsplan sowie Bundesratsinitiativen des Berliner Senats

4. Interessen- und Akteurskonstellation

a.) Verbände

b.) Parteien

5. Berichterstattung in der Berliner Presse

a.) Einleitende methodische Hinweise

b.) Statistische Analyse

c.) Inhaltliche Analyse

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Feinstaub-Diskussion im Frühjahr 2005 auf die politisch-mediale Agenda gelangte und inwiefern die Presseberichterstattung den politischen Entscheidungsprozess in Berlin beeinflusste.

  • Wissenschaftliche Grundlagen der Feinstaubproblematik (Technik, Medizin, Recht)
  • Die spezifische Situation und politische Maßnahmen in Berlin
  • Analyse der Akteurskonstellationen (Verbände und Parteien)
  • Vergleichende Untersuchung der Medienberichterstattung in vier Berliner Tageszeitungen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Gesellschaftliche Probleme benötigen häufig öffentliche Aufmerksamkeit, um vom politischen Prozess aufgenommen und bearbeitet zu werden. Das gilt besonders für den Umweltschutz. Wenn nicht die Müllberge direkt vor der Haustür liegen bleiben oder große Katastrophen die Verletzlichkeit der Natur und des Menschen auf drastische Weise verdeutlichen, gelangen ökologische Fragen nur selten ins öffentliche Bewusstsein und können politischen Lösungsdruck erzeugen. Schleichende und kaum wahrnehmbare Bedrohungen wie z.B. Luftverschmutzung werden den breiten Bevölkerungschichten oft erst bekannt, wenn es für eine effiziente und verhältnismäßige Schutzmaßnahme schon zu spät ist. Hier sollten die Medien ihren Auftrag erfüllen, Probleme frühzeitig anzusprechen, die Bevölkerung zu informieren und publizistischen Druck zu erzeugen, damit das Thema auf die politische Agenda kommt und Probleme angemessen gelöst werden.

Die vorliegende Arbeit will der Frage nachgehen, wie die Diskussion um den so genannten „Feinstaub“ im Frühjahr 2005 so plötzlich auf die politisch - mediale Agenda kam und wie die Medienberichterstattung die öffentliche Diskussion bzw. den politischen Entscheidungsprozess beeinflusst hat. Obwohl diese Debatte aufgrund europäischer Richtlinien im ganz Deutschland stattfand und auch bundespolitische Konsquenzen hatte, soll hier ein Schwerpunkt auf die Berliner Situation gelegt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Dynamik der Feinstaub-Diskussion und deren medialer sowie politischer Steuerung in Berlin.

2. Wissenschaftlicher Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die technischen, medizinischen und rechtlichen Parameter von Feinstaub sowie aktuelle umweltpolitische Empfehlungen.

3. Die Situation Anfang 2005 in Berlin: Es wird die lokale Ausgangslage, inklusive Messwerten und der Entstehung des Berliner Luftreinhalte- und Aktionsplans, dargelegt.

4. Interessen- und Akteurskonstellation: Eine Analyse der konträren Positionen von Umweltverbänden und Wirtschaftsakteuren sowie der politischen Parteien im Kontext der Verkehrspolitik.

5. Berichterstattung in der Berliner Presse: Die methodische Vorgehensweise sowie die quantitative und qualitative Auswertung der Berichterstattung in vier Berliner Tageszeitungen.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Medien zwar das Bewusstsein schärften, aber keine tiefgreifende politische Kurskorrektur im untersuchten Zeitraum bewirken konnten.

Schlüsselwörter

Feinstaub, Luftreinhalteplan, Berliner Presse, Medienanalyse, Umweltpolitik, Verkehrspolitik, Rußpartikelfilter, EU-Richtlinien, Politische Kommunikation, Gesundheitsschutz, Feinstaubbelastung, Akteurskonstellation, Berliner Senat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der politischen Debatte um Feinstaub im Frühjahr 2005 in Berlin und der Rolle der lokalen Medienberichterstattung bei der Beeinflussung dieser Debatte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die wissenschaftlichen Grundlagen der Feinstaubproblematik, die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU, die Interessenkonflikte zwischen Wirtschaft und Umweltschutz sowie die journalistische Aufarbeitung des Themas.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie das Thema Feinstaub auf die Agenda kam und inwiefern die Presseberichterstattung politische Prozesse beschleunigte oder veränderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine inhaltsanalytische Untersuchung durchgeführt, die eine statistische Auswertung und eine inhaltliche qualitative Analyse der Berichterstattung von vier Berliner Tageszeitungen umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den wissenschaftlichen Hintergrund, die Berliner Situation Anfang 2005, die Analyse der Akteurskonstellationen und die detaillierte Auswertung der Zeitungsartikel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Feinstaub, Medienanalyse, Berliner Presse, Umweltpolitik und Interessenkonflikte charakterisieren.

Warum wird im Berliner Luftreinhalteplan ein „Stufenkonzept“ präferiert?

Der Senat sah in dauerhaften, verkehrsbezogenen Maßnahmen eine wirkungsvollere und verhältnismäßigere Lösung als in kurzfristigen, punktuellen Eingriffen wie Fahrverboten.

Welche Unterschiede in der Berichterstattung zeigen sich zwischen den Zeitungen?

Während die tageszeitung fundiert und umweltorientiert berichtete, war die Berichterstattung der B.Z. durch einen populistischeren, oberflächlicheren und einseitigen Stil gegen umweltpolitische Regulierungen geprägt.

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Details

Title
Die Feinstaub-Diskussion in Berlin und die Rolle der Hauptstadtpresse
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
HS Die Rolle der Medien in der Umweltpolitik
Grade
1,3
Author
Robert Rädel (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V66126
ISBN (eBook)
9783638587181
ISBN (Book)
9783638671163
Language
German
Tags
Feinstaub-Diskussion Berlin Rolle Hauptstadtpresse Rolle Medien Umweltpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Rädel (Author), 2006, Die Feinstaub-Diskussion in Berlin und die Rolle der Hauptstadtpresse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66126
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