Logistikkosten einer bzw. mehrerer Identifikations- und Signaturkarten


Seminararbeit, 2005

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Chipkarten
2.1 Übersicht verschiedener Anwendungen
2.1.1 Jobcard
2.1.2 Gesundheitskarte
2.2 Vorteile der verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten digitaler Signaturen

3 Hindernisse
3.1 Überblick
3.2 Wenige Anwendungen, hohe Kosten und Finanzierung

4 Lösungsvorschlag-BioSmartCard

5 Ausblick

Quellenverzeichnis

1 Vorwort

Die vorliegende Arbeit zeigt die Potenziale der digitalen Signatur- und Identifika-tionskarte auf, behandelt aber auch ausführlich die damit verbundenen Kosten und weitere Hemmnisse. Insbesondere wird auf die Problematik der Entwicklung von Insellösungen eingegangen. Im vierten Kapitel werden Lösungsvorschläge und wei-tere Anregungen für die Einführung einer einzigen Signaturkarte zum Wohle aller Beteiligten gegeben. Diese Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit den logistischen Aspekten wie Kosten und Einsparungspotenziale. Aus diesem Grund wird hier auf ausführliche technische Erläuterungen verzichtet.

2 Chipkarten

2.1 Übersicht verschiedener Anwendungen

Das von der Bundesregierung geschaffene Signaturbündnis hat die Aufgabe, bis Ende 2005 den elektronischen Rechts- und Geschäftsverkehr flächendeckend mit elektronischen Signaturen abzuwickeln. Dafür will es einen einheitlichen technischen Standard für multifunktionale Chipkarten entwickeln, der im Einklang mit dem Signaturgesetz steht. Die Politik geht hierbei mit drei großen Projekten voran: Der Jobcard, der Gesundheitskarte und dem digitalen Personalausweis [SCHU04].

2.1.1 Jobcard

Die Jobcard soll den Zugriff auf die Daten aller Arbeitnehmer zu Beschäftigungs-zeiten, zur Höhe von Entgeltzahlungen sowie zur Auflösung von Beschäftigungs-verhältnissen ermöglichen. Außerdem soll sie Verwaltungsabläufe der Arbeitnehmer bzw. Jobcenter beschleunigen, sodass die Bearbeitung und Genehmigung der Lohn-ersatzleistungen schneller erfolgen kann. Durch die Einführung der Jobcard werden Unternehmen von der Ausstellung besonderer Verdienstbescheinigungen befreit, von denen jährlich 60 Mio. anfallen [SCHU04]. Zusätzlich werden im Jahr ungefähr 120 Mio. Beitragsnachweise und 113 Mio. Sozialversicherungsanmeldungen zwischen Arbeitgebern (ca. 2,8 Mio.) und Krankenkassen (ca. 350) ausgetauscht. Zwei Drittel dieses Datenaustausches wird in digitaler Form übertragen, jedoch erreichen ein Drittel der Daten immer noch in der Papierform zu den Krankenkassen. Das er-wartete Rationalisierungspotenzial der Jobcard für die Arbeitgeberseite wird auf ca. 100.000 Arbeitstage pro Jahr für die Ausstellung von Papierbescheinigungen und auf 500 Mio. Euro rechnerische Entlastung geschätzt [PROJ04, S 8]. Die Jobcard ist eine Signaturkarte, auf der gleich drei Schlüsselpaare gespeichert sind. Das erste dient der qualifizierten Signatur, die weiteren zwei der Verschlüsselung von Dokumenten und der Authentifizierung [SCHU04].

Da die Kosten für eine neue Infrastruktur sehr hoch sind, will das Wirtschaftsmini-sterium auf bisher vorhandene Strukturen zurückgreifen. Die vorhandene Banken-infrastruktur ist sicherlich eine mögliche Lösung des Problems. Die Jobcard-An-wendung könnte auf die Signaturkarte der Deutschen Bank aufgespielt werden [SCHU04]. Es ist sicherlich kosteneffizient, mehrere Anwendungen auf einer Sig-naturkarte zu haben, anstatt noch eine weitere Karte auf den Markt zu bringen. Der Starttermin für die Jobcard ist auf 2007 bestimmt worden. Es werden 38 Mio. Arbeit-nehmer die Jobcard bekommen, jedoch wird deren Ausgabe erst nach der Einführung der Gesundheitskarte erfolgen [SCHU04].

2.1.2 Gesundheitskarte

Die elektronische Gesundheitskarte löst die bisherige Krankenversichertenkarte ab. Technisch wird diese Karte so entwickelt sein, dass neben ihren administrativen Funktionen auch die Einspeicherung von Gesundheitsdaten möglich wird. Hierfür ist es erforderlich, die Gesundheitskarte als Mikroprozessorkarte auszugestalten, die geeignet ist, Authentifizierung (elektronische Identitätsprüfung), Verschlüsselung und elektronische Signatur zu ermöglichen. Damit kann eine größtmögliche Sicher-heit der Daten gewährleistet werden [BMGS04, S. 2]. Der medizinische Teil der Gesundheitskarte soll nur auf freiwilliger Basis genutzt werden können. Das bedeutet, dass alle Versicherten zwar eine Gesundheitskarte erhalten, mit der sie administrative Funktionalitäten wie die Abwicklung des elektronischen Rezepts er-ledigen. Es wird darüber hinaus aber jedem Versicherten freigestellt, ob er die zu-sätzlichen Funktionen (Informationen über eine Notfallversorgung, Arzneimittel-dokumentationen, den elektronischen Arztbrief und die elektronische Patientenakte), also den medizinischen Teil, nutzen möchte oder nicht [BMGS04, S. 2].

Die Gesundheitskarte soll im Laufe des Jahres 2005 schrittweise eingeführt werden und ab 2006 dann endgültig jedem Patienten zur Verfügung stehen, zunächst aber nur als Speicher für elektronische Rezepte. Auf diese Art und Weise werden erheb-liche Einsparungen erreicht. Fakt ist, dass in Deutschland jährlich rund 700 Mil - lionen Rezepte ausgestellt werden [DIMD04].

Nach einer Einigung zwischen Krankenkassen und Ärzten werden die Kranken-kassen den größten Teil der Kosten tragen. Sie bezahlen sowohl die Karten selbst als auch die Zentralrechner samt deren Massenspeicher, auf denen die Daten der Mil-lionen Gesundheitskarten zusammengeführt werden. Ärzte, Apotheken und Kranken-häuser würden bezüglich der Kosten für die dann benötigten Computer, die Software, die Internet-Zugänge und die Kartenlesegeräte in den Arztpraxen, Hospitälern etc. zunächst in Vorleistung treten [HOLZ04]. Die aktuellen Kostenschätzungen für die Einführung der Gesundheitskarte variieren zwischen einer Milliarde Euro seitens des Ministeriums und 1,7 Milliarden durch die Industrie. Spätestens nach zwei Jahren sollen die Kosten amortisiert sein [DIMD04].

Es ist wohl fraglich, ob der Starttermin zum 01.01.2006 eingehalten werden kann. Vor allem wird es zeitlich schwierig sein die Karten auszugeben, zusätzlich wird die heterogene Systeminfrastruktur bei Ärzten und Apothekern den Einführungsprozess erschweren. Allein für die Ausgabe einer PIN-Karte, wie sie im Falle der digitalen Signatur nötig ist, rechnen Bankexperten mit sechs bis zwölf Monaten Vor-bereitungszeit. Nur wenn die Karte auf die digitale Signatur verzichtet, ist auch keine PIN nötig. Dann aber droht dem Signaturbündnis der Verlust eines breitenwirksamen Projekts [DIMD04].

2.2 Vorteile der verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten digitaler Signaturen

Der Einsatz elektronischer Signaturen kann den alltäglichen Geschäftsverkehr ver-einfachen. In den kommenden Monaten und Jahren wird sich die Anzahl der An-wendungen erhöhen. So werden im Rahmen der „BundOnline2005“ in Deutschland die ersten Modellprojekte umgesetzt wie z.B. „Elster“- die elektronische Steuer-erklärung. Bis 2005 sollen nahezu 400 Dienstleistungen des Bundes online verfügbar sein [ELOG04].

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Logistikkosten einer bzw. mehrerer Identifikations- und Signaturkarten
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Uni Würzburg)
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V66134
ISBN (eBook)
9783638587204
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Logistikkosten, Identifikations-, Signaturkarten
Arbeit zitieren
Dimitar Borisov (Autor), 2005, Logistikkosten einer bzw. mehrerer Identifikations- und Signaturkarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66134

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