In dieser Arbeit geht es um den Weg der Entwicklung, den MTV in Deutschland vom ursprünglichen Musikfernsehen hin zum fast schon jugendlichen Vollprogramm genommen hat. Der Autor will aufzeigen, wie diese Entwicklung verlief, welche Etappen sie beinhaltete und wie sich diese auf den Sender und sein Konzept auswirkten. Dabei muss auch hinter die Kulissen geschaut werden, um das strukturelle und ökonomische Gefüge zu verstehen, in das MTV eingebettet ist und welche Folgen es für den Sender bezüglich seiner Positionierung hat. Es soll verdeutlicht werden, dass MTV im Laufe der Jahre immer weniger Musikfernsehen
veranstaltet und immer mehr aus seiner Spartenecke herausdrängt, um sich in Richtung jugendliches Vollprogramm zu etablieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Vorgehensweise
2 Musikfernsehen in Deutschland
2.1 MTV
2.2 VIVA
2.2 Sonstige Musiksendungen
3 Musikfernsehen im Wandel
3.1 Popkultur im Musikfernsehen
3.2 Umstrukturierungen
3.3 VIVA wird MTV
4 Musikfernsehen heute
4.1 Marktpositionierung von MTV
4.2 Musikformate bei MTV
4.3 Musikorientierte Sendeformate bei MTV
4.4 Musikfremde Sendeformate bei MTV
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Transformation von MTV in Deutschland vom reinen Musikfernsehsender hin zu einem jugendorientierten Vollprogramm. Dabei wird analysiert, wie strukturelle ökonomische Rahmenbedingungen und die Konkurrenzsituation zu VIVA die inhaltliche Ausrichtung des Senders nachhaltig verändert haben.
- Entwicklung des Musikfernsehens in Deutschland
- Einfluss von Popkultur auf das Programm
- Auswirkungen der VIVA-Übernahme auf die Marktpositionierung
- Empirische Analyse der Programminhalte von 2001 im Vergleich zu 2006
- Verhältnis von Musikformaten zu unterhaltungsbasierten Sendeformaten
Auszug aus dem Buch
3.1 Popkultur im Musikfernsehen
Pop ist die Kurzform für populär, was auch „beliebt“ und „allgemein bekannt“ bedeutet. Heutzutage wird Pop meist in Verbindung mit Begriffen aus der jugendlichen Kulturszene verwendet, weshalb Popkultur auch als eine Art Oberbegriff angesehen werden kann.
Popkultur und Musik sind zweifelsohne eng miteinander verbunden. Jugendliche definieren sich und die Szene, zu der sie sich gehörig fühlen, in hohem Maße über die Musik, die sie konsumieren. Damit gehen selbstverständlich auch die entsprechende Mode und der Lifestyle einher, doch nie losgelöst von der Musik. Popkultur kann ohne Musik nicht entstehen und diese bekommt im Gegenzug durchaus auch ihre Substanz durch die sie jeweils umgebende Popkultur.
MTV kann demnach grundsätzlich nicht umhin, die Popkultur in das Programm zu integrieren. Das Problem liegt aber im Selbstverständnis von MTV. Der Sender sieht sich als Plattform der Jugend, weil der Sender es schafft, das Lebensgefühl der Jugendlichen auszudrücken. Zu diesem Lebensgefühl gehört neben der Popmusik, also der bei Jugendlichen beliebten Musik, eben auch die Popkultur. MTV ist aber in erster Linie als Musiksender lizenziert. Catherine Mühlemann, derzeitige Geschäftsführerin von MTV Central Europe, sagt, dass das M in Music Television „[…] schon immer für «Music and More» [stand].“ Damit macht sie den Weg auch für Sendeformate frei, die grundsätzlich keinen musikalischen Bezug haben. Anke Greifeneder, Head of Programing bei MTV Central Europe, drückt sich ähnlich aus: „Es ist unser Anliegen Musikthemen auch unterzubringen, aber eben auf unterhaltsame Weise, so dass wir Entertainment mit Musik möglichst verbinden. Geht natürlich nicht immer.“ Das bedeutet, dass das bloße Entertainment übrig bleibt und aus dem ursprünglichen Anliegen Musik eine Nebensache wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Entwicklung von MTV vom Musik- zum Vollprogramm zu analysieren, und beschreibt die methodische Vorgehensweise.
2 Musikfernsehen in Deutschland: Beschreibt die Geschichte der Musiksender MTV und VIVA sowie die Marktkonkurrenz in Deutschland.
3 Musikfernsehen im Wandel: Beleuchtet den Einfluss der Popkultur auf den Sender und die strukturellen Veränderungen bis hin zur Übernahme von VIVA durch den MTV-Mutterkonzern Viacom.
4 Musikfernsehen heute: Analysiert auf Basis konkreter Sendetage aus 2001 und 2006 das Verhältnis von Musikformaten, musikorientierten und musikfremden Inhalten.
5 Fazit: Fasst zusammen, dass Musik bei MTV zur Nebensache geworden ist und der Sender sich zunehmend in Richtung eines allgemeinen Jugendvollprogramms entwickelt.
Schlüsselwörter
MTV, VIVA, Musikfernsehen, Popkultur, Vollprogramm, Programmentwicklung, Viacom, Marktpositionierung, Musikformate, Unterhaltungsfernsehen, Quote, Jugendkultur, Medienkonzern, Musikclips, Lifestyle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den inhaltlichen Wandel von MTV in Deutschland hin zu einem jugendorientierten Vollprogramm und die damit verbundenen strategischen Gründe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Marktkonkurrenz zwischen MTV und VIVA, der Einfluss von ökonomischen Vorgaben auf den Programmplan sowie die Integration von Popkultur und Lifestyle-Inhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich der Anteil an Musik gegenüber anderen Sendeformaten im Zeitverlauf (2001 bis 2006) verändert hat und welche Folgen dies für das Senderprofil hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine programmanalytische Untersuchung durch, indem er das Programm von zwei repräsentativen Tagen im Jahr 2001 und 2006 vergleicht und in Kategorien unterteilt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Etappen, die wirtschaftlichen Zwänge durch Quotenmessungen, die Auswirkungen der Übernahme von VIVA und den prozentualen Rückgang von Musikvideos im MTV-Programm.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie MTV, Musikfernsehen, Vollprogramm, Programmanalyse und Medienwirtschaft beschreiben.
Warum war die Quote für MTV ab 2002 entscheidend?
Durch den Eintritt in die GfK-Quotenmessung wurde die Werberelevanz für den Sender zum primären Erfolgsfaktor, was dazu führte, dass weniger massentaugliche Musikclips zugunsten von Mainstream-Unterhaltung reduziert wurden.
Welche Rolle spielt die Übernahme von VIVA?
Die Übernahme im Jahr 2004 beendete den Konkurrenzkampf um den Musikfernsehmarkt und ermöglichte Viacom eine monopolartige Position, um die Kanäle neu und gewinnbringender auszurichten.
Was bedeutet das "M" in MTV laut der Geschäftsführung heute?
Das "M" wird heute eher als Teil von "Music and More" interpretiert, was die strategische Öffnung hin zu Unterhaltungsformaten ohne direkten Musikbezug rechtfertigen soll.
- Quote paper
- Dipl.-Ing. Rico Scholz (Author), 2006, MTV Central Europe - Abschied vom Musikfernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66161