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Antikes Völkerrecht - Die Beziehung zwischen Sagunt und Rom im Vorfeld des zweiten Punischen Krieges

Title: Antikes Völkerrecht - Die Beziehung zwischen Sagunt und Rom im Vorfeld des zweiten Punischen Krieges

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kristina Horn (Author)

World History - Early and Ancient History
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Bereits in der Antike gab es zur Regelung des zwischenstaatlichen Verkehrs eine völkerrechtliche Ordnung. Es existierten mehr oder weniger feste Strukturen für Vertrags-, Gesandtschafts-, Kriegs- und Fremdenrecht. In diesem Rahmen bestanden verschiedene Institutionen des Völkerrechts. Angefangen bei weniger bindenden Beziehungen wie der amicitia bis hin zu verbindlichen Bündnisverträgen (foedus). In welcher Art und Weise solche Verbindungen zwischen einzelnen Gemeinwesen vorkamen, ist teils für die Beurteilung der Geschichte von fundamentaler Bedeutung. Beispielsweise entzündet sich der Streit um die Kriegsschuldfrage am zweiten Punischen Krieg im Wesentlichen an der Debatte, ob zwischen Sagunt und Rom eine, wie auch immer geartete, völkerrechtliche Beziehung bestand. Zumindest wurde in den antiken Quellen die Bündnistreue Roms gegenüber Sagunt als entscheidender Kriegsgrund in den Mittelpunkt gerückt. In Anbetracht dieser Aspekte ergibt sich unwillkürlich die Frage wann und warum Sagunt und Rom möglicherweise eine Beziehung eingegangen sind und welchen Charakter diese Verbindung gehabt haben könnte. Diese Fragen gilt es in der vorliegenden Arbeit zu untersuchen. Erstaunlicherweise ist in der Forschung der Frage nach dem staatsrechtlichen Charakter der Beziehung zwischen Rom und Sagunt nur in beschränktem Maße Beachtung geschenkt worden. In vielen Forschungstexten erfolgt lediglich der Hinweis, dass Rom und Sagunt Verbündete waren. Auf welchem Weg ein ‚Bündnis’ zustande kam und welcher Art es war, wird weniger beachtet. 1 Zur Bearbeitung dient zum einen Polybios als Quelle, der in seinem Hauptwerk, der Historiai, die Zeit von 220-144 v. Chr. beschreibt und dessen Werk aus heutiger Sicht im Wesentlichen als inhaltlich in sich schlüssig und ohne nennenswerte Widersprüche beurteilt wird. Zum anderen wird Livius als Quelle herangezogen. Sein Geschichtswerk ist zeitlich deutlich später als das des Polybios entstanden. Bei der Quellenarbeit mit Livius ist zu berücksichtigen, dass teilweise die jüngere Annalistik mit einwirkt und dadurch die Glaubwürdigkeit der Quelle getrübt sein kann. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeitliche Eingrenzung der römisch-saguntinischen Annäherung

2.1. Sagunt und der Lutatiusvertrag

2.2. Sagunt und der Ebrovertrag

2.3. Sagunt und Rom nach 224 v. Chr.

3. Der staatsrechtliche Charakter der Beziehung zwischen Rom und Sagunt

4. Schlussbeurteilung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den staatsrechtlichen Charakter der Beziehung zwischen der Stadt Sagunt und Rom im Vorfeld des zweiten Punischen Krieges, um zu klären, ab wann und auf welcher Grundlage eine völkerrechtliche Verbindung bestand.

  • Völkerrechtliche Strukturen in der Antike
  • Analyse der Verträge (Lutatius- und Ebrovertrag)
  • Rolle der innerstädtischen Parteikämpfe in Sagunt
  • Untersuchung der verschiedenen Bündnisformen (amicitia, foedus, deditio)
  • Auswertung der antiken Quellen (Polybios und Livius)

Auszug aus dem Buch

2.2. Sagunt und der Ebrovertrag

Der Ebrovertrag ist ein 226/225 v. Chr. zwischen dem Römischen Reich und dem Karthager Hasdrubal geschlossener Vertrag. Auch bezeichnet als Feldherrenvertrag, da Rom nicht mit der karthagischen Regierung, sondern mit dem Feldherren verhandelte, der für die Operationen in Iberien verantwortlich war. Das Vertragswerk diente dazu, die Grenze des römischen und des karthagischen Einflussbereiches in Iberien festzulegen, markiert durch den Fluss Ebro, den die Karthager nicht in kriegerischer Absicht überschreiten durften. (Polyb. II, 13, 28-32)

Wesentliche Elemente des Ebrovertrages sind sowohl von den antiken Historikern als auch in aktuellen historischen Debatten kontrovers beurteilt worden. Zu diesen Streitpunkten zählen vor allem die Fragen, wo der im Ebrovertrag erwähnte Fluss (Iber) denn nun genau läge und ob im Vertragswerk eine Saguntklausel enthalten gewesen sei. Zwei wesentliche Aspekte, die für die Beurteilung der Kriegsschuldfrage des zweiten Punischen Krieges von entscheidender Bedeutung sind.

Die Frage nach dem durch den Ebrovertrag bezeichneten Fluss ist zum einem für die Saguntproblematik im Vorfeld des Krieges fundamental. Läge die Stadt Sagunt nördlich des Ebros, wäre eine Diskussion über eine evtl. Saguntklausel ohnehin überflüssig. In diesem Fall hätten die Karthager für eine Belagerung der Stadt den vertraglich geschützten Fluß überschreiten müssen. Den Karthagern wäre damit ‚ausschließlich’ ein Vertragsbruch vorzuwerfen keinesfalls aber das Vorgehen gegen einen römischen Verbündeten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die völkerrechtliche Ordnung der Antike ein und formuliert die Fragestellung nach der Art der Beziehung zwischen Sagunt und Rom.

2. Zeitliche Eingrenzung der römisch-saguntinischen Annäherung: Hier werden der Lutatius- und der Ebrovertrag analysiert, um den zeitlichen Ursprung der diplomatischen Verbindung zwischen Rom und Sagunt einzugrenzen.

3. Der staatsrechtliche Charakter der Beziehung zwischen Rom und Sagunt: Dieses Kapitel prüft verschiedene völkerrechtliche Kategorien wie amicitia, foedus und deditio auf ihre Anwendbarkeit auf das Verhältnis zwischen Rom und Sagunt.

4. Schlussbeurteilung: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei die Autorin zu dem Schluss kommt, dass eine freiwillige Dedition im Frieden mit einer Zusicherung römischer fides die wahrscheinlichste Rechtsgrundlage darstellt.

Schlüsselwörter

Rom, Sagunt, Karthago, zweiter Punischer Krieg, Völkerrecht, Lutatiusvertrag, Ebrovertrag, amicitia, foedus, deditio, fides, Kriegsschuldfrage, Polybios, Livius, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die völkerrechtliche Beziehung zwischen Rom und der iberischen Stadt Sagunt im Vorfeld des zweiten Punischen Krieges und untersucht den historischen Kontext ihrer Entstehung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind antike Völkerrechtsstrukturen, die Interpretation der Verträge zwischen Rom und Karthago sowie die innerstädtischen Parteikämpfe in Sagunt.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wann und warum Sagunt und Rom eine Beziehung eingegangen sind und welchen staatsrechtlichen Charakter diese Verbindung hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine quellenkritische Analyse der antiken Geschichtsschreiber Polybios und Livius, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit moderner historischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine zeitliche Eingrenzung der Annäherung durch die Analyse der Verträge sowie eine staatsrechtliche Einordnung der Bündnisbeziehung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen Völkerrecht, Rom, Sagunt, Karthago, Dedition, Fides und die diplomatischen Verträge der Antike.

Warum wird der Ebrovertrag als "Feldherrenvertrag" bezeichnet?

Da Rom bei diesem Vertrag nicht mit der karthagischen Regierung direkt verhandelte, sondern mit Hasdrubal, der als Feldherr für die militärischen Operationen in Iberien verantwortlich war.

Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin bezüglich der Rechtsgrundlage?

Die Autorin schlussfolgert, dass die Beziehung am wahrscheinlichsten auf einer freiwilligen Dedition im Frieden basiert, die mit einer römischen Zusage von fides verbunden war.

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Details

Title
Antikes Völkerrecht - Die Beziehung zwischen Sagunt und Rom im Vorfeld des zweiten Punischen Krieges
College
Free University of Berlin
Course
Rom und Karthago
Grade
2,0
Author
Kristina Horn (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V66231
ISBN (eBook)
9783638589055
ISBN (Book)
9783656812036
Language
German
Tags
Antikes Völkerrecht Beziehung Sagunt Vorfeld Punischen Krieges Karthago
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristina Horn (Author), 2006, Antikes Völkerrecht - Die Beziehung zwischen Sagunt und Rom im Vorfeld des zweiten Punischen Krieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66231
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