Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Bernhard von Clairvaux und das Papsttum - Das Verhältnis zu Papst Innozenz II. und Eugen III. im Vergleich

Title: Bernhard von Clairvaux und das Papsttum - Das Verhältnis zu Papst Innozenz  II. und Eugen III. im Vergleich

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Michael Sauer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Betrachtet man die Kirchengeschichte der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert, so muss man sich unweigerlich mit der Person Bernhard von Clairvaux auseinander setzen. Der Sohn einer burgundischen Adelsfamilie suchte nach dem Tod seiner Mutter die Flucht aus dem irdischen Leben und die Nähe zu Gott in dem jungen Zisterzienserkloster Cîtaux, dessen Orden im Zuge der Reformierung des monastischen Lebens im 11. Jahrhundert gegründet wurde. Für den Orden der Zisterzienser, sollte er der wichtigste „Seelenfänger“ werden und als Abt von Clairvaux gingen von seinem Kloster circa 70 Filiationen aus und bis zu seinem Tod unterstanden ihm, inklusive der affiliierten, circa 164 Monasterien seiner geistigen Führung. Doch dem jungen Mönch, bei dem „Frauen um ihre Männer und Söhne bangten“, sollte die Zurückgezogenheit des monastischen Lebens nicht lange vergönnt sein, da seine außergewöhnlichen rhetorischen Fähigkeiten ihn weit über die Grenzen Frankreichs bekannt werden lassen sollten.
Mit dem Kirchenschisma von 1130 und der Parteiergreifung für Innozenz den II. bekam er den Zutritt zur Bühne. Als Begleiter und Legat des Papstes führte ihn sein Weg an die Königshöfe Europas und ließ ihn mit den wichtigsten Vertretern der Kirche in Kontakt kommen. Seine Predigten, Briefe und Reden machten ihn zum wichtigsten Diplomaten Innozenz’, steigerten seine Popularität und Autorität dermaßen, dass er schon zu Lebzeiten an vielen Orten als lebender Heiliger verehrt wurde.
Darum gebeten oder nicht, Bernhard nahm Einfluss auf kirchliche und politische Auseinandersetzungen, klösterliche Streitigkeiten und die Besetzung von Bischofsstühlen, auch wenn diese Angelegenheiten außerhalb seiner Zuständigkeit lagen.
Mit der Wahl Bernardo Pignatellis, zum Papst Eugen III. 1148, stand erstmals ein Zisterzienser und ehemaliger Schüler Bernhards an der Spitze der Kirche. Bernhard scheint dadurch an der Spitze seiner Einflussmöglichkeiten angekommen. Doch das Scheitern des II. Kreuzzuges, für den Bernhard auf Befehl Eugens, neben Franz von Assisi, der wichtigste Werber war, dämpfte seine Popularität und stellte eine Wende im leben des Abtes da. Ziel dieser Arbeit ist es, seinen Werdegang zu einem der wichtigsten Kirchenpolitiker anhand des Verhältnis Bernhards zu den beiden Päpsten darzulegen und dadurch zu erklären warum man kirchengeschichtlich über das 12. Jahrhundert vom Bernhardschen Jahrhundert sprechen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Person Bernhard von Clairvaux

3. Die Situation der Kirche in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert

4. Bernhard von Clairvaux und das Papsttum

4.1 Das Verhältnis zu Innozenz II.

4.2 Das Verhältnis zu Eugen III.

5. Abschließende Betrachtung

6. Quellen und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den kirchenpolitischen Werdegang des Zisterzienserabtes Bernhard von Clairvaux im 12. Jahrhundert, indem sie sein diplomatisches und beratendes Wirken im direkten Vergleich zu den Päpsten Innozenz II. und Eugen III. analysiert.

  • Biografische Hintergründe und monastische Prägung Bernhards von Clairvaux
  • Kirchliche und politische Rahmenbedingungen in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts
  • Bernhards Rolle während des Schismas und sein Einfluss auf Papst Innozenz II.
  • Die komplexe Lehrer-Schüler-Beziehung zu Papst Eugen III. und das Traktat "De consideratione"
  • Reflektion über Bernhards kirchenpolitischen Einfluss und seine zunehmende Enttäuschung über kirchliche Machtstrukturen

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Verhältnis zu Innozenz II.

Nach der doppelten Papstwahl Mitte Februar 1130, sah sich westliche Christenheit zwei Kardinälen gegenüber, die neben dem Gehorsam und Verehrung als Pontifex Maximus auch die Anerkennung als Stellvertreter Christi forderten. In dem daraus resultierenden Schisma sollte Bernhard von Clairvaux zum bedeutendsten Fürsprecher Innozenz’ II. und erbitterten Gegner Anaklet II. werden.

Was bewog ihn dazu, sich auf die Seite Innozenz zu stellen, der dazu auch juristisch nicht korrekt gewählt wurde? Inwieweit kannte er die Person Gregor Papareschi, den Kardinaldiakon von Santa Angelo oder reichte es aus, dass sich seine Wähler vornehmlich um den mit Bernhard befreundeten Kanzler Haimerich sammelten und sich aus den „cardinales novitii“ rekrutierten, die aus dem Wormser Konkordat hervorgingen? Informationen die ihn über die Vorgänge und Resultate in Rom erreichten waren sicher nicht objektiv. DINZELSBACHER führt hier die Affäre Abaelard an, um darzulegen, dass Bernhard dazu geneigt war „[…] dessen Sicht der Dinge ohne genauere Prüfung zu übernehmen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert Bernhards Aufstieg vom einfachen Mönch zum einflussreichen Berater und beleuchtet die Forschungsfrage nach der Bedeutung seines Wirkens im 12. Jahrhundert.

2. Zur Person Bernhard von Clairvaux: Dieses Kapitel behandelt die familiäre Herkunft, den Eintritt in den Zisterzienserorden und die frühen prägenden Erfahrungen, die Bernhard zu einer herausragenden Persönlichkeit machten.

3. Die Situation der Kirche in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert: Hier wird der gesellschaftliche und geistige Umbruch sowie das Bestreben nach kirchlicher Zentralisierung und Reform durch die Reformpäpste dargestellt.

4. Bernhard von Clairvaux und das Papsttum: Dieser Hauptteil analysiert die intensive diplomatische Zusammenarbeit und die unterschiedlichen Dynamiken in den Beziehungen zu den Päpsten Innozenz II. und Eugen III.

4.1 Das Verhältnis zu Innozenz II.: Der Abschnitt befasst sich mit der Parteiergreifung für Innozenz während des Schismas und Bernhards Rolle als maßgeblicher Vermittler und Berater.

4.2 Das Verhältnis zu Eugen III.: Hier wird die komplexere Beziehung zwischen dem ehemaligen Schüler und seinem früheren Lehrer beleuchtet, insbesondere vor dem Hintergrund des Reformtraktats "De consideratione".

5. Abschließende Betrachtung: Das Kapitel fasst die unterschiedlichen Beziehungen zu den beiden Päpsten zusammen und reflektiert Bernhards schließlichen Rückzug aus der aktiven Politik.

6. Quellen und Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Bernhard von Clairvaux, Zisterzienser, Papst Innozenz II., Papst Eugen III., Kirchengeschichte, 12. Jahrhundert, Schisma, Kirchenpolitik, Klöster, Reformpäpste, Diplomat, De consideratione, Investiturstreit, Klerus, monastisches Leben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den kirchenpolitischen Einfluss des Zisterzienserabtes Bernhard von Clairvaux auf das Papsttum des 12. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Schisma von 1130, der Einfluss der Zisterzienser auf die kirchliche Reformbewegung und das persönliche Verhältnis des Abtes zu den Päpsten seiner Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum das 12. Jahrhundert kirchengeschichtlich häufig als das "Bernhardsche Jahrhundert" bezeichnet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse der Korrespondenz Bernhards und zeitgenössischer Quellen, um sein Handeln und seine diplomatisches Wirken zu kontextualisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Verhältnisses zu Innozenz II. während des Schismas sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Zisterzienser-Papst Eugen III.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Zisterzienser, Papsttum, Bernhard von Clairvaux, Schisma und Kirchenreform beschreiben.

Warum war das Verhältnis zu Papst Eugen III. problematischer?

Da Eugen III. ein ehemaliger Schüler Bernhards war, musste ein schwieriges Gleichgewicht zwischen väterlicher Beratung und der Anerkennung der päpstlichen Autorität gefunden werden.

Warum zog sich Bernhard gegen Ende seines Lebens zurück?

Bernhard reagierte enttäuscht auf das Fortbestehen von Simonie und Ämtermissbrauch innerhalb der Kirche, was ihn dazu veranlasste, seine politischen Interventionen einzustellen.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Bernhard von Clairvaux und das Papsttum - Das Verhältnis zu Papst Innozenz II. und Eugen III. im Vergleich
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
'St. Franz baut in der Stadt sein Haus …'
Grade
2,3
Author
Michael Sauer (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V66244
ISBN (eBook)
9783638589178
ISBN (Book)
9783656789697
Language
German
Tags
Bernhard Clairvaux Papsttum Verhältnis Papst Innozenz Eugen Vergleich Franz Stadt Haus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Sauer (Author), 2005, Bernhard von Clairvaux und das Papsttum - Das Verhältnis zu Papst Innozenz II. und Eugen III. im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66244
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint