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Der Wettbewerb zwischen den Börsen in Deutschland

Title: Der Wettbewerb zwischen den Börsen in Deutschland

Diploma Thesis , 2002 , 76 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Gerrit Roth (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, in dem es noch immer mehrere verschiedene Börsenplätze gibt: Neben der elektronischen Handelsplattform Xetra und der Frankfurter Wertpapierbörse die Regionalbörsen in Stuttgart, Düsseldorf, München, Hannover, Bremen, Hamburg und Berlin. Auf europäischer Ebene hingegen schreitet die Konzentration im Börsenwesen weiter voran: Im September 2000 schlossen sich die Börsen Brüssel, Amsterdam und Paris zu Euronext zusammen. Die Fusion zwischen Frankfurt und London zum Börsenplatz iX scheiterte zwar, ist aber anscheinend noch immer nicht völlig vom Tisch.
Ist die Börsenvielfalt innerhalb Deutschlands also nur ein Überbleibsel aus der Vergangenheit, als jeder an der geographisch nächstliegenden Börse handelte? Mit der elektronischen Handelsplattform Xetra hat die Deutsche Börse AG, Trägerin der Frankfurter Wertpapierbörse, ein inzwischen sehr liquides Börsensystem geschaffen, das für alle Anleger zugänglich ist. Den Regionalbörsen bleiben da nur noch geringe Umsätze, die mit Frankfurt und erst recht Xetra kaum noch verglichen werden können. Bei vielen Aktien wird an den Regionalbörsen noch nicht einmal an jedem Handelstag eine Transaktion abgeschlossen.
Wie kann es sein, dass bei so geringer Liquidität trotzdem die Regionalbörsen als Handelsplattformen weiterbestehen? Denn ein Prinzip des Börsenwesens ist: Ein Markt braucht genügend Liquidität, um bestehen zu können. Durch größere Liquidität wiederum wird ein Markt attraktiver und zieht mehr Liquidität an. In Deutschland jedoch dominiert die Frankfurter Börse schon seit langem. Trotzdem hat noch keine der Regionalbörsen ihren Betrieb eingestellt, sondern alle erwirtschaften ohne Subventionen Gewinne. Nach Rekordgewinnen im Jahr 2000 sind diese inzwischen allerdings rückläufig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Beschreibung des deutschen Börsenwesens

A. Unterscheidung der Marktsysteme

1. Dealer-Markt (quote driven)

2. Auktionsmarkt (order driven)

B. Einordnung der deutschen Börsen

1. Xetra

2. Die Präsenzbörsen

3. Xetra Best

4. Marktanteile der Börsen

C. Empirische Studien

1. Kursmakler

2. Spreads

3. Konkurrenz vs. Zentralmarkt

III. Theorien

A. Börsen als Firmen

1. Grundsätzliches

2. Modell der inkompatiblen Netzwerke

3. Modell der kompatiblen Netzwerke

4. Diskussion

B. Börsen als Broker-Dealer

1. Modell

2. Diskussion:

C. Börsen als Märkte

1. Eigenhandel

2. Verarbeitung öffentlicher Information

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Wettbewerbssituation zwischen verschiedenen Börsenplätzen in Deutschland und analysiert, warum trotz der Dominanz des elektronischen Handelssystems Xetra eine Vielzahl von Regionalbörsen weiterhin existiert und wirtschaftlich agiert. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der funktionalen Existenzberechtigung der Regionalbörsen sowie die Analyse der Handelsmechanismen und Marktstrukturen im Kontext von Netzwerkeffekten und Wettbewerb.

  • Analyse der Marktsysteme (Dealer-Markt vs. Auktionsmarkt) im deutschen Börsenwesen
  • Empirische Untersuchung der Marktanteile und Transaktionsgrößen
  • Theoretische Betrachtung der Börsen als Firmen, Broker-Dealer und Märkte
  • Einfluss von Information und Liquidität auf das Handelsverhalten von Anlegern
  • Bewertung der Wettbewerbsdynamik zwischen elektronischem Handel und Präsenzbörsen

Auszug aus dem Buch

2. Auktionsmarkt (order driven)

Ein Auktionsmarkt läuft, wie der Name bereits sagt, wie eine zweiseitige Auktion ab. Alle Orders werden an einer zentralen Stelle gesammelt. Nun wird nach dem optimalen Preis gesucht, zu dem der größte Umsatz stattfinden kann. Zu diesem Preis werden dann diejenigen Orders, bei denen dies möglich ist, gegeneinander ausgeführt. Preisbestimmend sind also hier die abgegebenen Orders, daher auch die Bezeichnung „order driven market“.

Es gibt zwei Verschiedene Arten von Auktionsmärkten: Call-Auktionen (auch Batch-Auktionen genannt) und kontinuierliche Auktionen.

a) Call-Auktionen:

Zwischen den einzelnen Auktionen liegt ein bestimmter Zeitraum, in dem nicht gehandelt wird. Eingehende Orders werden gesammelt und in der nächsten Auktion ausgeführt. Zweck dieses Systems ist es, für jede Auktion eine größere Menge an Orders zu sammeln, also die Liquidität zu erhöhen. Nachteil des Verfahrens ist ein Verlust an Unmittelbarkeit: Wer sofort handeln möchte, kann dies hier nicht tun, sondern muss auf die nächste Auktion warten. Auch ist ungewiss, ob und zu welchem Kurs eine Order abgewickelt wird, da sich dies erst in der Auktion herausstellen wird. Die Dienste von Liquiditätsanbietern werden allerdings auch weniger benötigt. Die Liquiditätsnachfrager können direkt miteinander handeln. So entsteht niedrigerer Spread, der von der einen Seite bezahlt und von der anderen Seite (also auch teilweise Liquiditätsnachfragern) kassiert wird, im Erwartungswert also sehr niedrig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Vielfalt der deutschen Börsenplätze der fortschreitenden Konzentration in Europa gegenüber und wirft die Frage nach der Existenzberechtigung der Regionalbörsen bei geringer Liquidität auf.

II. Beschreibung des deutschen Börsenwesens: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Systematik der Börsenhandelsformen und ordnet die deutschen Börsen, inklusive der Handelsplattform Xetra und der Regionalbörsen, in diese Struktur ein.

III. Theorien: Der Hauptteil analysiert Börsen theoretisch aus drei Perspektiven: als gewinnmaximierende Firmen, als Broker-Dealer, die Orders abwickeln, und als reine Marktplätze für Transaktionen.

IV. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten der Regionalbörsen im Wettbewerb gegen die Dominanz von Xetra.

Schlüsselwörter

Börsen, Wettbewerb, Xetra, Regionalbörsen, Markt-Mikrostruktur, Liquidität, Auktionsmarkt, Dealer-Markt, Transaktionskosten, Netzwerkeffekte, Handelsplattform, Eigenhandel, Designated Sponsors, Orderbuch, Informationseffizienz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Börsenplätzen in Deutschland, insbesondere das Spannungsfeld zwischen der elektronischen Plattform Xetra und den etablierten Regionalbörsen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die Marktstrukturen, die Rolle von Liquidität, das Verhalten von Market Makern und Brokern sowie die theoretische Einordnung von Börsen als Firmen mit Netzwerkeffekten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie und warum Regionalbörsen trotz des Konkurrenzdrucks und der geringeren Liquidität im Vergleich zu Xetra weiterhin profitabel operieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine deskriptive Beschreibung der Marktmechanismen mit einer theoretischen Modellierung (u.a. Netzwerktheorie) und ergänzt dies durch die Auswertung eigener empirischer Handelsdaten.

Was wird im theoretischen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Börsen als Firmen, Broker-Dealer und Märkte modelliert, um ökonomische Anreize für Handel, Listing und Preissetzung im Kontext von Fragmentierung und Wettbewerb zu erklären.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Analyse wird maßgeblich durch Begriffe wie Markt-Mikrostruktur, Liquiditätsangebot, Netzwerkeffekte, adverse Selektion, Designated Sponsors und Eigenhandel geprägt.

Welche Rolle spielen die Regionalbörsen im heutigen Börsenwesen?

Die Arbeit zeigt auf, dass Regionalbörsen primär für Kleinanleger fungieren, während institutionelle Anleger Xetra bevorzugen; sie überleben vor allem durch Nischenstrategien und den spekulativen Eigenhandel der Kursmakler.

Wie bewertet die Arbeit die Einführung des Handelssystems "Xetra Best"?

Das Modell deutet darauf hin, dass "Xetra Best" den Banken erlaubt, als Broker-Dealer zu agieren, was den Regionalbörsen Geschäft entziehen könnte, während gleichzeitig Befürchtungen hinsichtlich einer Liquiditätsabwanderung vom Primärmarkt entstehen.

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Details

Title
Der Wettbewerb zwischen den Börsen in Deutschland
College
LMU Munich  (Seminar für dynamische Modellierung)
Grade
1,0
Author
Gerrit Roth (Author)
Publication Year
2002
Pages
76
Catalog Number
V6625
ISBN (eBook)
9783638141598
Language
German
Tags
Regionalbörsen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerrit Roth (Author), 2002, Der Wettbewerb zwischen den Börsen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6625
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