Der Super Bowl ist das größte mediale Ereignis eines jeden Jahres in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das erste Mal ausgetragen 1967 in Los Angeles vor 63.000 Zuschauern fand 2006 der 40ste Super Bowl statt. Wurde das erste Endspiel noch von zwei Networks gemeinsam übertragen entwickelte sich im Laufe der Jahre ein harter Konkurrenzkampf zwischen den bestimmenden Fernseh-Networks des Landes. Diese Konkurrenz, die Attraktivität des Sports für das Publikum und damit auch für die Werbetreibende Wirtschaft führte im Verlaufe der Jahre zu immer höheren Summen, die für Rechte zu zahlen waren. Konnten Rechte 1962 noch für weniger als $5 Millionen pro Jahr erworben werden, mussten die Sender in der letzten Verhandlungsrunde 2006 teilweise deutlich über $100 Millionen pro Saison zahlen. Entsprechend dieser Entwicklung steigerten sich auch die Preise, die Unternehmen für Werbezeiten während des Finalspiels zahlen müssen. War der Preis für einen 30 Sekunden Spot 1967 noch bei $40.000, lag er 2006 ganze 64250% höher, bei $2.57 Millionen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Geschichte
3. Fernsehen
3.1. American Football als Fernsehsportart
3.2. Football Übertragung im Fernsehen bis 1962
3.3. 1962 bis Heute – Rechte am Super Bowl
4. Werbung und der Super Bowl
4.1. Werbespots
4.2. Die Show Super Bowl – Marketing
5. Zusammenfassung / Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Sportereignis Super Bowl aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive mit dem Ziel, die Evolution des Events hinsichtlich der Entwicklungen auf dem Rechte- und Werbemarkt nachzuzeichnen.
- Historische Entwicklung der NFL und des Super Bowl
- Die Rolle des American Football als Fernsehsportart
- Entwicklung und Bündelung von Fernseh-Übertragungsrechten
- Der Super Bowl als exklusive Werbeplattform und Showereignis
- Ökonomische Auswirkungen und Sponsoring-Strategien
Auszug aus dem Buch
4.1. Werbespots
Parallel zu den Kosten für die Fernsehrechte haben sich im Laufe der Zeit auch die Preise für die Werbetreibenden immer weiter erhöht. Mussten Werbende für einen 30 Sekunden Spot während des Super Bowl I 1967 noch nur $40.000 zahlen, kostete eine Werbung der selben Länge 2005 zwischen $2,4 und $2,5 Millionen.
Die Entwicklung des Super Bowl zum größten Werbespektakel im amerikanischen Fernsehen nahm 1984 ihren Lauf. Der Computerhersteller Apple erkannte als erstes Unternehmen die Chance mit einer einmaligen Ausstrahlung eines Spots viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Damals zahlte die Firma $1 Million für einen 60sec Werbespot27, zusammen mit den Produktionskosten investierte Apple über $2 Millionen28. Diese Kampagne sorgte für eine neue Dimension in der amerikanischen Fernsehwerbung. Obwohl nur eine einzige Ausstrahlung während des Finalspiels geplant war, konnte sich Apple über weitere Sendungen seines Spots freuen. Die Sensation um den Spot war so groß, das die Werbung immer wieder in Nachrichtensendungen gezeigt wurde. Die Werbung wurde von Hollywood Regisseur Ridley Scott inszeniert und spielte mit der Story des Romans ‚1984’ von George Orwell. Der neue Macintosh sollte dafür sorgen, das „1984 won’t be like ‚1984’“29. Erstaunlich an dieser Werbung war auch die Tatsache, dass Apple darauf verzichtete weder das eigentliche Produkt zu zeigen, noch zu erklären worum es sich handelte. Laut Kanner30 ist das Debüt dieses Spots der wohl am meisten publizierte Moment der Werbegeschichte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Vorstellung des Super Bowl als größtes mediales Ereignis der USA und Aufzeigung der enormen Wertsteigerung bei Übertragungsrechten und Werbepreisen.
2. Geschichte: Darstellung der historischen Entwicklung des Super Bowl aus den Fusionsgesprächen zwischen AFL und NFL sowie der Etablierung des Namens.
3. Fernsehen: Analyse der Faktoren, die American Football zu einer erfolgreichen Fernsehsportart machen, sowie die Dokumentation der Entwicklung der Übertragungsrechte und der Senderrotation.
4. Werbung und der Super Bowl: Untersuchung der Entwicklung des Super Bowl zum bedeutendsten Werbespektakel und die Rolle von Marketing und Showelementen für den wirtschaftlichen Erfolg.
5. Zusammenfassung / Resümee: Synthese der Ergebnisse über die mediale und ökonomische Bedeutung des Super Bowl als zentrales Ereignis der US-amerikanischen Sport- und Fernsehwelt.
Schlüsselwörter
Super Bowl, NFL, American Football, Fernsehrechte, Werbespots, Werbemarkt, Übertragungsrechte, Senderrotation, Marketing, Showelemente, Medienereignis, Einschaltquoten, Sponsoring, 1984 Spot, Blackout Policies
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Super Bowl als mediales Ereignis und beleuchtet die historische und wirtschaftliche Entwicklung der Übertragungsrechte und der Werbeindustrie rund um dieses Spektakel.
Welche zentralen Themen werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Entwicklung des American Football als Fernsehsport, die Evolution des Rechte-Marktes der NFL sowie der Wandel des Super Bowl zur bedeutendsten Werbeplattform in den USA.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit zeichnet die Evolution des Super Bowl nach, insbesondere unter dem Aspekt, wie sich die Bedingungen auf dem Rechte- und Werbemarkt über die Jahrzehnte hinweg verändert haben.
Welche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse auf Basis von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten zur Rechtevergabe und der Auswertung von Marktentwicklungen im US-amerikanischen Fernsehen.
Was umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die medienwissenschaftliche Betrachtung der Übertragung, die Historie der Rechtevergabe an verschiedene Networks sowie eine detaillierte Analyse der Werbestrategien und Marketing-Events.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind NFL, Fernsehrechte, Werbespektakel, Senderrotation und die Vermarktung von Sportübertragungen.
Warum wird der Super Bowl heute mit einem zeitlichen Verzug (Delay) übertragen?
Aufgrund eines Skandals bei der Halbzeitshow im Jahr 2004 müssen Live-Übertragungen heute mit einem Delay von fünf bis zehn Sekunden gesendet werden, um Zensurmaßnahmen zu ermöglichen.
Welchen Einfluss haben die sogenannten 'Blackout Policies'?
Diese Richtlinien dienen dem Schutz der Football-Vereine, indem sie verhindern, dass Heimspiele in der jeweiligen Region ausgestrahlt werden, falls das Stadion nicht mindestens drei Tage vor der Anstoßzeit ausverkauft ist.
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- Andreas Fischer (Author), 2006, Der Super Bowl und Fernsehen - Übertragungsrechte, Werbung, Show, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66277