Diese Arbeit soll herausstellen, ob und welche Besonderheiten ein Unternehmen bei der Frage nach lokaler Beschaffung in China beachten muss und eine Möglichkeit aufzeigen, wie der Kern des Ablaufes einer solchen Lokalisierung aussehen kann.
Eine Bearbeitung des vollständigen Themas des Sourcing in China kann nicht in dem begrenzten Umfang einer SIP-Arbeit dargestellt werden. Um trotzdem zu einem aussagekräftigen Ergebnis zu kommen, ist es erforderlich eine klare Umgrenzung des Themas vorzunehmen.
Im Rahmen dieser Arbeit sind als Beschaffungsobjekte ausschließlich direkte Güter und MRO-Produkte relevant, da in der Regel nur diese Produkte global beschafft werden. Von Gebrauchsgütern und administrativen Kostenstellenmaterialien kann angenommen werden, dass sie ohnehin lokal beschafft werden. Auch kann der operative Teil der Beschaffung selbst aus den Ausführungen ausgeklammert werden, da eine Entscheidung für oder wider eine Beschaffung in China eindeutig im Bereich der langfristigen, schwer korrigierbaren Entscheidungen und somit im Bereich der Unternehmensstrategie liegt.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
2 Abgrenzung des Themas
3 Die strategische Beschaffung
3.1 Local Sourcing
3.2 Global Sourcing
3.3 Just-in-Time Sourcing
4 Die Volksrepublik China
4.1 Die Volksrepublik China als Beschaffungsland
4.2 Rahmenbedingungen der Beschaffung in der Volksrepublik China
4.2.1 Infrastruktur
4.2.1.1 Straßennetz
4.2.1.2 Schienennetz
4.2.1.3 Luftfahrt
4.2.1.4 Telekommunikation
4.2.1.5 Internet
4.2.2 Soziokulturelle Einflussfaktoren
4.2.3 Rechtliche Gesichtspunkte
5 Conclusio
6 Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen und Strategien für Unternehmen, die ihre Beschaffungsprozesse im Zuge einer Produktionsverlagerung in die Volksrepublik China lokalisieren möchten, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.
- Analyse der strategischen Beschaffung und relevanter Sourcing-Konzepte.
- Untersuchung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen in China.
- Evaluation soziokultureller Einflussfaktoren auf die Geschäftsbeziehungen.
- Entwicklung eines Modells zur schrittweisen Lokalisierung der Beschaffung.
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Soziokulturelle Einflussfaktoren
Zwischen der chinesischen und der westlichen Kultur herrschen große Unterschiede aufgrund eines anderen historischen Hintergrunds. Die größten Unterschiede der chinesischen Mentalität lassen sich an vier Dingen festmachen:
1. Sprache und Schrift
In der chinesischen Sprache werden Worte als Bilder interpretiert und als Bildzeichen niedergeschrieben. Worte sind keine Reihung von Buchstaben, sonder jedes Zeichen hat eine eigene Bedeutung. Durch eine Kombination von Zeichen, entstehen dann neue Worte. Dadurch haben Chinesen einen ganzheitlichen und bildlichen Ansatz zur Informationsverarbeitung.
2. Ethos
Die chinesische Kultur ist stark geprägt von frühen religiösen Einflüssen des Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus. Alle drei Religionen tauchten ungefähr in der gleichen Epoche auf und haben das chinesische Ethos maßgeblich mitbestimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Ziel der Arbeit: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der Globalisierung für Unternehmen und die Notwendigkeit, bei einer Produktionsverlagerung nach China das Beschaffungskonzept strategisch anzupassen.
2 Abgrenzung des Themas: Der Fokus wird auf die Beschaffung von direkten Gütern und MRO-Produkten unter Berücksichtigung allgemeingültiger Anforderungen für verschiedene Branchen gelegt.
3 Die strategische Beschaffung: Es werden die Grundlagen der strategischen Beschaffung erläutert und die Konzepte Local, Global sowie Just-in-Time Sourcing als zentrale externe Strategien vorgestellt.
4 Die Volksrepublik China: Dieses Kapitel analysiert das wirtschaftliche und politische Umfeld Chinas sowie die spezifischen Rahmenbedingungen, wie Infrastruktur, soziokulturelle Faktoren und das Rechtssystem.
5 Conclusio: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Lokalisierungsmöglichkeiten und empfiehlt ein stufenweises Vorgehen zur Integration chinesischer Zulieferer in die Wertschöpfungskette.
6 Ausblick auf zukünftige Entwicklungen: Es wird prognostiziert, dass sich die Rahmenbedingungen in China durch technologischen Fortschritt und Bildungssteigerung weiter verbessern, während der Trend zur Verlagerung in den Westen des Landes zunimmt.
Schlüsselwörter
Beschaffungsstrategie, Global Sourcing, Local Sourcing, Volksrepublik China, Just-in-Time Sourcing, Infrastruktur, Soziokulturelle Einflussfaktoren, Guanxi, Rechtsrahmen, Wertschöpfungskette, Wirtschaftswachstum, Lokalisierung, Zulieferer, Wettbewerbsvorteil, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen, die ihre Produktion nach China verlagern, ihre Beschaffungsstrategie anpassen können, um Kostenvorteile zu maximieren und Risiken zu minimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die strategische Beschaffung, die spezifischen wirtschaftlichen und soziokulturellen Rahmenbedingungen Chinas sowie die praktische Umsetzung einer Lokalisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Besonderheiten für die lokale Beschaffung in China aufzuzeigen und einen strukturierten Prozess für die Lokalisierung der Beschaffung zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Analyse der Sourcing-Strategien in Kombination mit einer Untersuchung des chinesischen Marktumfelds und der soziokulturellen Faktoren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt theoretische Beschaffungskonzepte, eine detaillierte Analyse der chinesischen Infrastruktur, kulturelle Einflüsse wie "Guanxi" und rechtliche Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Global Sourcing, Lokalisierung, Guanxi und chinesisches Wirtschaftsumfeld charakterisiert.
Warum ist das Konzept "Guanxi" für westliche Unternehmen relevant?
Guanxi beschreibt ein komplexes Beziehungsgeflecht, das in China eine zentrale Rolle für den geschäftlichen Erfolg spielt und für den Vertrauensaufbau zwischen Geschäftspartnern unerlässlich ist.
Was bedeutet das "Get rich first"-Prinzip in diesem Kontext?
Es war ein von Deng Xiaoping eingeführtes Prinzip, das zunächst einigen Regionen und Personen Reichtum erlaubte, um später durch "common prosperity" der gesamten Gemeinschaft zugutezukommen.
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- Michael Sterz (Author), 2006, Lokalisierung der Beschaffung in China produzierender Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66284