Suchtprävention in der Sekundarstufe

Theoretische Grundlagen, Konzepte, Kritik, Alternativen


Examensarbeit, 2006
190 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1. DROGEN
1.1 Begriffsdefinition von „Droge“
1.2 Drogenarten
2. JUGEND
2.1 Entstehung des Begriffs der Lebensphase Jugend
2.2 Ausdifferenzierung der Lebensphasen
2.3 Abgrenzung der Lebensphase Jugend
2.4 Charakteristika der Lebensphase Jugend
2.5 Entwicklungsaufgaben während der Lebensphase Jugend
2.6 Zusammenfassung
3. JUGENDLICHES PROBLEMVERHALTEN
3.1 Soziostrukturelle Veränderungen und ihre Folgen
3.2 Bewältigung der Entwicklungsaufgaben
3.3 Substanzkonsum
4. ENTSTEHUNG VON ABHÄNGIGKEIT
4.1 Definition von „Abhängigkeit“
4.2 Psychische und physische Abhängigkeit
4.3 Charakteristika einer schweren Abhängigkeit
4.4 Theorien zur Entstehung von Abhängigkeit
4.5 Das Modell der Risiko- und Schutzfaktoren

III. PRÄVENTION
1. DEFINITION VON „PRÄVENTION“
2. SUCHTPRÄVENTION
3. DIVERSE FORMEN VON SUCHTPRÄVENTION
3.1 Primäre Suchtprävention
3.2 Sekundäre Suchtprävention
4. GESCHICHTE DER SUCHTPRÄVENTION
4.1 Anfänge der Suchtprävention
4.2 Die vier Phasen der Suchtprävention seit den 1970er Jahren
5. LEBENSKOMPETENZPROGRAMME
5.1 Das Konzept der Lebenskompetenzprogramme
5.2 Theoretische Grundlagen der Lebenskompetenzprogramme
5.3 Ziele und Inhalte von Lebenskompetenzprogrammen
5.4 Didaktik der Lebenskompetenzprogramme
5.5 Evaluation von Lebenskompetenzprogrammen
5.6 Ergebnisse der Evaluationsforschung
6. DARSTELLUNG VON DREI PRIMÄRPRÄVENTIVEN PROGRAMMEN
6.1 ALF - Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeiten
6.2 Lions Quest – Erwachsen werden
6.3 „Be Smart – Don´t Start”
6.4 Zusammenfassung der Evaluationsergebnisse der drei Programme
7. KRITIK AN DER AKTUELLEN AUSRICHTUNG DER SUCHTPRÄVENTION
7.1 Kritik an der Evaluation
7.2 Kritik an der Konzeption
7.3 Kritik an den Zielsetzungen
7.4 Zusammenfassung
8. EIN ALTERNATIVER ANSATZ: DAS KONZEPT DER DROGENMÜNDIGKEIT
8.1 Theoretischer Hintergrund und Zielsetzungen
8.2 Konkrete Umfassensbereiche von Drogenmündigkeit
8.3 Notwendige Rahmenbedingungen für das Mündigkeitskonzept
8.4 Chancen der Realisierung des Mündigkeitskonzeptes
8.5 Wie wäre das Mündigkeitskonzept in der Schule umzusetzen?

IV. SCHLUSSBETRACHTUNG

V. LITERATURVERZEICHNIS

I. EINLEITUNG

Psychoaktive Substanzen sind seit Tausenden von Jahren ein Bestandteil vieler Kulturen und aus unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Nur eine kleine Minderheit der deutschen Bevölkerung lebt in völliger Abstinenz von Drogen – seien sie nun legaler oder illegaler Art. Eine besondere Affinität zu Drogen weisen Jugendliche auf. Erfahrungen mit psychoaktiven Substanzen gehören mittlerweile unbestritten zu den „normalen“ Phänomenen der Pubertät. Fast ausnahmslos alle Jugendlichen trinken während der Adoleszenz mehr oder weniger regelmäßig Alkohol; Zigaretten gehören bei einem Viertel der Jugendlichen zum Standard-Repertoire auf Partys, vor und nach der Schule und zu vielen anderen Freizeit-Gelegenheiten. Illegale Drogen sind ebenfalls weit verbreitet und vielen Jugendlichen keinesfalls mehr nur aus sensationslüsternen Medienberichten bekannt. Die periodisch erscheinende Drogenaffinitätsstudie der Bundesregierung belegt dies hinreichend.

Seit in den 1970er Jahren bis dato nahezu unbekannte psychoaktive Substanzen, wie eben Cannabis oder auch LSD, in Deutschland auftauchten und sich in jugendkulturellen Szenen etablierten, versucht die Prävention ein probates Mittel zu finden, um den Konsum von Drogen durch Jugendliche zu verhindern. Eine wahre Flut von suchtpräventiven Ansätzen, Modellen und Konzepten wurde seit dieser Zeit entworfen, ausprobiert und, zumeist aufgrund mangelnder Wirksamkeit, wieder verworfen. Trotz immenser finanzieller Aufwendungen ist es der Suchtprävention bis heute nicht gelungen, ihre chronische Ineffektivität zu überwinden und brauchbare, nachhaltig wirksame Konzepte zu entwickeln. Stattdessen hat sie unter den Jugendlichen ein schlechtes Image, gilt als realitätsfern und unglaubwürdig. Der Drogenkonsum dagegen stagniert weiterhin auf hohem Niveau. Erfreuliche Entwicklungen, wie etwa aktuell leicht rückläufige Tendenzen beim Tabak- und Alkoholkonsum sind wohl eher strukturellen Maßnahmen, wie beispielsweise der Erhöhung der Tabaksteuer, zuzurechnen.

Meine Arbeit hat das Ziel, das Phänomen Suchtprävention einer detaillierten Betrachtung zu unterziehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf primärpräventiven Methoden für die Sekundarstufe. Um zu einem umfassenden Verständnis des Umfassensbereiches der Suchtprävention zu gelangen, wird vor der eigentlichen Beschäftigung mit ihr ein ausführlicher theoretischer Teil vorangestellt, welcher sich neben den wichtigsten in jugendkulturellen Szenen konsumierten Drogen auch der Jugend als Lebensphase, jugendlichem Problemverhalten sowie Erklärungsansätzen zur Entstehung von Abhängigkeit widmet.

Der eigentliche Hauptteil der Arbeit, in welchem ich mich mit dem Phänomen der Prävention auseinandersetze, ist gegliedert in acht Kapitel. Im ersten Kapitel wird der Versuch unternommen, eine Definition des uneinheitlich gebrauchten Begriffes „Prävention“ zu finden.

In Kapitel 2 werden einige einführende Informationen gegeben und die Suchtprävention als Teilgebiet der allgemeinen Prävention vorgestellt.

Kapitel 3 untersucht die Suchtprävention in detaillierterer Weise und beschäftigt sich mit zwei ihrer Unterdisziplinen, der Primär- und der Sekundärprävention. Dabei werden jeweils die Handlungsfelder, Methoden und Zielsetzungen der beiden Disziplinen beleuchtet.

Kapitel 4 unterzieht die Geschichte der Suchtprävention einer genaueren Betrachtung. Die Entwicklung der Suchtprävention wird in diesem Zusammenhang in insgesamt vier Phasen unterteilt, welche jeweils kurz umrissen werden.

In Kapitel 5 geht es um das momentan aktuelle suchtpräventive Konzept der Lebenskompetenzförderung. Nach einer allgemeinen Vorstellung der wichtigsten Aspekte dieses Konzepts wird auf die ihm zugrunde liegenden theoretischen Hintergründe eingegangen. Vor der Erörterung der Evaluation der life-skills-Programme sowie ihrer Ergebnisse werden die Ziele und Inhalte sowie die Didaktik der Programme nach dem Ansatz der Lebenskompetenzförderung dargestellt.

Das 6. Kapitel widmet sich der Darstellung von drei primärpräventiven Maßnahmen, die derzeit in der Sekundarstufe deutscher Schulen durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um die beiden Lebenskompetenzprogramme „ALF“ und „Lions Quest“ sowie den primärpräventiven Wettbewerb „Be Smart – Don´t Start“. Die genannten Programme werden im Hinblick auf ihre Konzeption, ihre Inhalte, die jeweilige didaktische Ausrichtung sowie auf die Ergebnisse ihrer Evaluation untersucht. Anschließend erfolgt eine kritische Zusammenfassung der Evaluations-Ergebnisse.

Kapitel 7 gibt einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der Kritik an der aktuellen Ausrichtung der Suchtprävention. Nach einer Darstellung der Kritik an der Evaluation von Programmen im Bereich der Suchtprävention erfolgt eine Betrachtung der Kritik an der Konzeption von primärpräventiven Maßnahmen. Dabei steht insbesondere die sog. „Defizit-Perspektive“ im Fokus. Weiterhin werden diverse Formen der Kritik, welche sich auf die Zielsetzung von Suchtprävention beziehen, angeführt. Den Schluss des 7. Kapitels bildet eine knappe Zusammenfassung.

In einem abschließenden 8. Kapitel wird ein alternativer suchtpräventiver Ansatz vorgestellt, der die im vorangegangenen Kapitel angeführte Kritik aufgreift und versucht, neue Wege in der Suchtprävention zu gehen. Es handelt sich dabei um das Konzept der Drogenmündigkeit von Barsch. Dieses Konzept wird auf seine theoretische Fundierung, seine Zielsetzungen und konkrete Umfassensbereiche untersucht. Weiterhin werden die Rahmenbedingungen geprüft, die für eine Umsetzung des Mündigkeitskonzepts notwendig wären und darüber hinaus die Chancen einer Realisierung dieses alternativen Ansatzes erörtert. Abschließend wird der Bezug zum schulischen Handlungsfeld hergestellt, indem ich mich mit der Frage beschäftige, wie das Konzept der Drogenmündigkeit in der Schule umzusetzen wäre.

In einer Schlussbetrachtung werden die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit dargestellt und ein Resümee gezogen.

II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN

1. DROGEN

1.1 Begriffsdefinition von „Droge“

Im Zusammenhang mit dem Thema dieser Arbeit erscheint es mir interessant, den Begriff „Droge“ ein wenig näher zu untersuchen, sowie die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die sich beim Versuch, eine Definition des Begriffes „Droge“ zu finden ergeben. Etymologisch stammt der Begriff „Droge“ aus dem Niederländischen und leitet sich von dem Wort „Droog“ ab, mit welchem in der Kolonialzeit getrocknete Pflanzenteile bezeichnet wurden.[1]

Heutzutage existiert eine Vielzahl an Definitionen von „Droge“, die sich dem Begriff aus verschiedenen Perspektiven nähern. So ist aus pharmazeutischer Sichtweise eine Droge

„ …ein Präparat pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs. Die Pharmazie versteht unter Droge einen natürlichen Rohstoff, dem man per Extraktion wirksame Stoffe entziehen kann, die für Aromen oder Medikamente genutzt werden und meistens von einer gewissen Dosis an gesundheitsschädlich sind.“[2]

Die suchtpräventive Perspektive dieser Arbeit gebietet jedoch eine andere Definition von Droge. Gut geeignet für den Rahmen meiner Untersuchungen erscheint mir die Definition von Homann. Drogen sind demnach

„ pflanzliche oder synthetisch hergestellte Stoffe, die die Reaktionen des Körpers verändern und vor allem Stimmungen, Gefühle und Wahrnehmungen beeinflussen. Gemeinsamkeit aller Drogen: die ausgeprägte Eignung, den Benutzer in einen Zustand zu versetzen, den er als erstrebenswerter als seinen Normalzustand ansieht. Einige dieser Stoffe sind als heilende Arzneimittel anzusehen, wenn sie unter ärztlicher Kontrolle und vorschriftsmäßig verwendet werden.“[3]

Generell haftet dem Begriff „Droge“ in der Umgangssprache die negative Assoziation der Illegalität an, was damit zusammenhängt, dass er von weiten Teilen der Bevölkerung über lange Zeit als Synonym für illegale Drogen verwendet wurde. Legale Drogen, wie etwa Tabak oder Alkohol, wurden meist nicht als Drogen im eigentlichen Sinne verstanden. Dass dies wohl auch heute noch so ist, zeigt das Beispiel Bayern, wo es zumindest unüblich sein dürfte, Bier als Droge, etwa gleichgestellt mit Cannabis, zu bezeichnen.

In diesem Zusammenhang erscheint die Definition der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren (DHS) zeitgemäß und plausibel, welche in Bezug auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Droge definiert als

„… jede Substanz, die in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag. Dieser erweiterte Drogenbegriff erfasst nicht nur Cannabisprodukte, Halluzinogene, Stimulantien, Schnüffelstoffe, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Alkohol, Tabakerzeugnisse, Schmerzmittel Opiate und Kokain. Er bezieht sich auch auf Alltagsdrogen wie z.B. Kaffee und Tee und grenzt Drogen einerseits sowie Genuss- und "Lebens"mittel andererseits nicht mehr trennscharf voneinander ab.“[4]

Hurrelmann & Bründel plädieren deshalb für eine Einführung des Begriffes „psychoaktive Substanz“ als Oberbegriff für alle Drogen, ob legal oder illegal. Darunter sind alle Stoffe zu verstehen, welche die Psyche beeinflussen und verändern. Nach strenger Definition fallen dann sogar das Koffein, bestimmte Gewürze (Muskatnuss, Salbei), aber auch Schokolade unter diesen Sammelbegriff. Gerade diese Beispiele bezeugen die Bedeutung des Grundsatzes von Paracelsus, welcher besagt, dass nur die Dosis das ausschlaggebende Kriterium für die Giftigkeit einer Substanz sein kann, während die Substanz selbst nicht von vornherein als Gift zu bezeichnen ist.[5]

Hierbei wird auch die Problematik deutlich, die durch den weit verbreiteten Begriff „Rauschgift“ entsteht, welcher in populistischer Art und Weise für illegale Drogen gebraucht wurde und auch heute noch gebraucht wird. Viele Substanzen, und eben nicht nur die „illegalen Drogen“, können in bestimmten Dosierungen als „rauscherzeugend“ und „giftig“ eingestuft werden. Das Beispiel der Muskatnuss zeigt dies deutlich. In der geringen Dosierung, in der die Muskatnuss gewöhnlich als Gewürz in der Küche gebraucht wird, wird sich kaum eine psychoaktive Wirkung einstellen. Doch schon Dosen von 5g können halluzinogene Effekte und Euphorie auslösen. Bei noch höheren Dosierungen können durchaus Vergiftungserscheinungen auftreten.[6] Insofern erscheint es angebracht, den Begriff „Rauschgift“ als überholt zu bezeichnen.

Eine weitere irreführende, aber häufig benutzte Differenzierung von Drogen findet über die Kategorien „harte Droge“ und „weiche Droge“ statt. Hierbei wird jedoch übersehen, dass der fehlende Bezugspunkt für diese Attribute fehlt, wodurch sich eine nicht eindeutige, unter Umständen sogar eine unzulässige Klassifizierung ergibt. So könnte sich die Einteilung „hart“ oder „weich“ beispielsweise auf das körperliche Abhängigkeitspotential beziehen. Damit würde der von Millionen Deutschen täglich konsumierte Alkohol eine harte Droge darstellen, während Cannabis, Ecstasy und sogar das Kokain als weiche Droge einzustufen wären. Ebenso könnte man auch die körperlichen Folgeschäden für die Unterscheidung zwischen „hart“ und „weich“ heranziehen. In diesem Falle müsste der Tabak aufgrund seiner immensen körperlichen Konsumfolgen eindeutig als harte Droge bezeichnet werden, während das LSD als weiche Droge zu klassifizieren wäre, da es keinerlei somatische Schäden hervorruft. Daran zeigt sich, dass auch diese Kategorien nicht präzise genug sind und damit als nicht länger haltbar einzustufen sind.

Eine diese unklare Differenzierung korrigierende Definition findet sich bei Schmidt-Semisch & Nolte, die einige zusätzliche Variablen miteinbeziehen. So werden neben der schon oben erwähnten Frage der Dosis auch weitere elementare Faktoren wie Set (d.h. die Person, deren momentane Stimmungslage und ihre Erwartungshaltung) und Setting (d.h. der Einfluss der Umwelt und der Umgebung während des Konsums), und vor allem die Zweckbestimmung des Drogengebrauchs sowie die Konsumtechniken in die Definition integriert.

a) „Drogen sind nicht aus sich selbst heraus Genussmittel, Rauschmittel usw., son dern sie werden dazu durch die spezifische Zweckbestimmung des Konsumenten.
b) Drogen sind weder gefährlich noch ungefährlich, weder hart noch weich. Es gibt nur gefährliche oder weniger gefährliche, harte oder weiche Konsumtechniken, Dosis, Konsumfähigkeit usw.
c) Für den Umgang mit allen Drogen gibt es ein Spektrum, auf dem der individuelle Gebrauch eingeordnet werden kann. Das Spektrum reicht stets von Abstinenz bis zu unmäßigem oder zwanghaften Konsum, oder eben bis zu dem Punkt, der als „Sucht“ bezeichnet wird.“[7]

Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass unter Drogen alle psychoaktiven Substanzen verstanden werden sollten, die von Individuen mit einer gewissen Zweckbestimmung konsumiert werden. Alle bisherigen Differenzierungen wie „legal“ oder „illegal“, „hart“ oder „weich“, sind als unpräzise in Bezug auf die Wirkung, die Gefährlichkeit in psychischer und physischer Hinsicht sowie auf das Abhängigkeitspotential zu bezeichnen. Nicht die Substanz selbst ist der Übeltäter, sondern erst der Umgang mit ihr, welcher durch Dosis, Konsumtechnik und vor allem das Konsummuster gekennzeichnet ist.

1.2 Drogenarten

Im Folgenden soll ein knapper Überblick über die wichtigsten Drogenarten gegeben werden, die in jugendkulturellen Szenen konsumiert werden. Neben einigen allgemeinen Informationen zu der jeweiligen Droge, wie z.B. die Geschichte ihrer Verwendung, ihre Verbreitung oder Konsumformen, werden die Wirkungen der Droge in physischer und psychischer Hinsicht dargestellt. Darüber hinaus werden in einem dritten Abschnitt die Gefahren beschrieben, die sich durch den Konsum der jeweiligen Substanz ergeben können. Dabei werde ich die akuten Gefahren des Konsums und eventuelle Langzeitschäden sowie das Abhängigkeitspotential der diversen Substanzen beschreiben. Bei der Auswahl der Substanzen habe ich mich entschieden, die Substanz Heroin nicht mit einzubeziehen, da sie mir für den Rahmen dieser Arbeit als zu weit entfernt vom eigentlichen Thema, der Suchtprävention an Schulen, erscheint. Die BZgA-Studie zur Drogenaffinität bei Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren aus dem Jahr 2004 fand bei Heroin eine Lebenszeitprävalenz von lediglich 0,3%.[8] Nur 3% der Befragten ohne Drogenerfahrung zeigen eine Probierbereitschaft gegenüber dem Heroin, 96% lehnten dies ab.[9] Daraus lässt sich folgern, dass Heroin unter Jugendlichen kaum verbreitet ist und von der übergroßen Mehrheit abgelehnt wird.

1.2.1 Alkohol

1.2.1.1 Allgemeines

Alkohol ist in seinen verschiedenen Erscheinungsformen eine gesellschaftlich akzeptierte und integrierte Droge. Er ist der Menschheit seit Jahrtausenden bekannt und wird seit jeher produziert und zu unterschiedlichen Anlässen konsumiert. Die heute konsumierten Formen (Bier, Wein, Sekt, Spirituosen) gelten als fester Bestandteil der Alltagskultur.[10] Zwei Verfahren dienen hauptsächlich zur Herstellung alkoholischer Getränke: die Gärung und die Destillation. Ersteres findet bei Bier und Wein Anwendung, letzteres bei Branntweinen und anderen Spirituosen. Unter Alkohol wird im umgangssprachlichen Bereich der berauschende Anteil alkoholischer Getränke verstanden. Aus chemischer Sichtweise ist damit der Anteil des Äthylalkohols in dem entsprechenden Getränk gemeint.[11]

Der Alkohol ist das am weitesten verbreitete Genuss- und Suchtmittel in Deutschland, wobei Männer insgesamt deutlich mehr Alkohol konsumieren als Frauen. Nur etwa 12% der Gesamtbevölkerung leben alkoholabstinent.[12] Im europaweiten Vergleich belegte Deutschland im Jahr 2000 den siebten Platz in der Rangfolge der EU-Staaten mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch von reinem Alkohol.

Während der langfristige Trend beim Pro-Kopf-Konsum der Gesamtbevölkerung seit 1980 rückläufig ist, hat sich bei Jugendlichen der Trend gewandelt. Zwischen dem Jahr 2001 und dem Jahr 2004 konnte eine Zunahme der 12- bis 25-Jährigen, welche regelmäßig Alkohol konsumieren, um 4% beobachtet werden. Dies fällt zeitlich mit der Einführung der sog. Alkopops (fertig gemischte alkoholische Mixgetränke) zusammen, welche letztendlich für einen Anstieg der konsumierten Menge reinen Alkohols in dieser Altersgruppe von 53,9g auf 68,8g verantwortlich gemacht werden können.[13] Im Jahr 2005 wurde eine Sondersteuer auf Alkopops eingeführt, welche das Ziel hat, diesen Trend zu stoppen. Erste Zahlen sprechen für einen Erfolg der Maßnahme. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig. Ein weiterer bedrohlicher Trend scheint die Zunahme der Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren zu sein, die riskante Konsummuster aufweisen. Als relativ neuer Begriff wird hierfür „binge drinking“ gebraucht, worunter ein Konsummuster zu verstehen ist, bei dem Jugendliche bei einer Trinkgelegenheit fünf oder mehr Gläser Alkohol hintereinander trinken. So zeigte sich, dass im Jahr 2004 über ein Drittel (34%) der 12- bis 25-Jährigen mindestens einmal im Monat „binge drinking“ praktiziert haben. Bei 5% der Befragten war dies fünf oder sechs Mal der Fall.[14]

1.2.1.2 Wirkung

Alkohol wird über die Schleimhäute des Magens (20%) und des Dünndarms (80%) aufgenommen und anschließend über die Blutbahn gleichmäßig im Körper verteilt. Etwa 90 Minuten nach dem Trinken eines alkoholischen Getränks ist die Distribution im Organismus abgeschlossen.[15] Dabei gelangt der Alkohol ins Gehirn, wo er (dosisabhängig) eine Freisetzung des Neurotransmitters Dopamin bewirkt, welcher für die „belohnende“ Wirkung des Alkohols verantwortlich ist.[16]

Keine andere psychotrope Substanz löst so vielfältige und dabei durchaus positive psychische Wirkungen hervor wie der Alkohol, was als schlüssige Erklärung seine seit Jahrtausenden anhaltende Beliebtheit dienen kann. So führt der Konsum von Alkohol zu einer gelösten und leicht euphorischen Stimmung, erhöht die Kontaktfreudigkeit, vertreibt Kummer und Sorgen, enthemmt, wirkt angstlösend und entspannend, schmerzlindernd und schlafanstoßend.[17] Damit einhergehend finden sich auf der körperlichen Ebene eine mit der Dosis ansteigende Störung der Koordination, eine verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie eine abnehmende Beherrschung komplexer Anforderungssituationen.

Bemerkenswert ist auch die durch den Alkohol ausgelöste Suggestibilität. Durch eine verminderte Selbstkritik kommt es zu dem Phänomen, dass der Konsument vom Alkohol zumeist das bekommt, was er von ihm erwartet. Dies kann, je nach Erwartungshaltung, eine anregende oder entspannende Wirkung sein.[18] Dieser Effekt macht den Alkoholkonsum so verführerisch für die Regulierung verschiedenster Befindlichkeiten und trägt damit zu seiner abhängigkeitserzeugenden Wirkung bei.

1.2.1.3 Gefahren

Durch das oben beschriebene, breite Wirkungsspektrum von Alkohol, gepaart mit der nahezu unbegrenzten Verfügbarkeit ergibt sich ein beträchtliches Risiko für einen gesundheitsschädlichen Konsum. Alkohol erzeugt bei längerfristigem, hochdosiertem Gebrauch eine Abhängigkeit, die sich sowohl in psychischer als auch in körperlicher Hinsicht bemerkbar macht. Eine besondere Gefährdungssituation liegt vor, wenn der Betroffene regelmäßig Alkohol konsumiert, um den Anforderungen des Alltages mit seinen Anspannungen und Konflikten besser gewachsen zu sein. Ist dies der Fall, so lässt sich laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen von Missbrauch sprechen, worunter ein Konsum zu verstehen ist, der zu Schäden im psychischen, körperlichen und sozialen Bereich führt.[19]

Der Übergang von Missbrauch zur Abhängigkeit verläuft meist fließend und teilweise über einen langen Zeitraum. Diskutiert wird zudem, ob eine genetische Disposition dazu beiträgt, dass bestimmte Personen ein höheres Risiko aufweisen, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Beim Vorliegen bzw. dem Voranschreiten einer Abhängigkeit setzt sich häufig eine Abwärtsspirale in Gang, die es dem Betroffenen nahezu unmöglich macht, den Teufelskreis, in dem er sich befindet, zu durchbrechen. Dabei entstehen häufig schwere körperliche Schäden, vorwiegend an Leber und Gehirn. Neben psychischen Problemen, wie Stimmungsschwankungen und Depressionen, können sich auch soziale Konflikte ergeben, wie etwa ein Zerbrechen der Partnerbeziehungen oder der Verlust des Arbeitsplatzes.[20]

Eine weitere Gefährdungssituation ergibt sich für Heranwachsende, die bereits in der Pubertät riskante Konsummuster aufweisen. Alkohol kann, insbesondere bei Jugendlichen, die unter Belastungen verschiedenster Art leiden, vermeintliche Scheinlösungen anbieten und damit die Auseinandersetzung mit anstehenden Entwicklungsaufgaben verhindern. Dies kann den Aufbau einer stabilen Persönlichkeit negativ beeinflussen. Dazu kommt eine erhöhte organische Anfälligkeit von Jugendlichen für die schädlichen körperlichen Wirkungen des Alkohols, insbesondere auf das Gehirn. Generell gilt, dass die Gefahr einer späteren Abhängigkeit steigt, je jünger die Jugendlichen sind, die einen problematischen Konsum aufweisen. Schätzungen belaufen sich auf 160.000 deutsche Kinder und Jugendliche, die alkoholabhängig bzw. stark alkoholgefährdet sind.[21]

1.2.2 Tabak

1.2.2.1 Allgemeines

Tabak ist ein Nachtschattengewächs, welches von den Indianern Südamerikas schon vor Jahrhunderten in rituellen Zeremonien geraucht wurde. Heutzutage existieren verschiedene Formen der Tabakverarbeitung. Neben der dominierenden Zigarette, welche von über 90% der Tabakkonsumenten bevorzugt wird, gibt es Tabak in Form von Zigarren, Pfeifentabak, Schnupftabak und Kautabak. In allen Fällen enthält Tabak mehr als 4.000 Inhaltsstoffe, wobei dem Alkaloid Nikotin die eigentliche akute Wirkung beim Rauchen sowie der abhängig machende Effekt zukommt. Tabakrauch enthält zahlreiche Schadstoffe, darunter über 40 krebserregende Substanzen, die auch durch den Nebenstromrauch abgegeben werden und somit über das Passivrauchen auch Nicht-Konsumenten schädigen.[22]

Nach Angaben des Epidemiologischen Suchtsurvey 2003 beträgt der Anteil der rauchenden Bevölkerung in Deutschland 37% der erwachsenen Männer und 31% der erwachsenen Frauen. Eine Studie der WHO im Jahr 2004 unter Leitung der Universität Bielefeld konnte feststellen, dass deutsche Jugendliche beim Rauchen den Spitzenplatz in Europa einnehmen. Von 5.600 befragten 15-Jährigen Jugendlichen gaben 25% der Jungen und 27% der Mädchen an, täglich Zigaretten zu konsumieren. Nach Ergebnissen der HSBC-Studie von 2002 beträgt das durchschnittliche Einstiegsalter 12,5 Jahre. Weiterhin fand man heraus, dass die befragten 15-Jährigen Jugendlichen umso regelmäßiger rauchten, je früher sie mit dem Konsum begonnen hatten. Ein zusätzliches interessantes Ergebnis der HSBC-Studie ist die Tatsache, dass es insbesondere bei Mädchen ab 15 Jahren einen Trend zu einem vermehrten, regelmäßigen Tabakkonsum gibt.[23]

1.2.2.2 Wirkung

Nikotin hat die gefährliche, suggestible Eigenschaft, sowohl anregend als auch beruhigend zu wirken, je nach Erwartungshaltung und momentaner Stimmungslage des Konsumenten. Ein an das Nikotin gewöhnter Raucher erfährt durch das Inhalieren des Rauches eine Verbesserung der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung, eine erhöhte Stresstoleranz sowie verringerte Erregung und Aggression.[24]

Beim Rauchen gelangt das Nikotin bereits nach sieben Sekunden ins Gehirn, wo es vor allem zwei Effekte bewirkt. Zum einen dockt es, aufgrund seiner chemischen Ähnlichkeit zum Acetylcholin, einem wichtigen Neurotransmitter, auf dessen Rezeptoren an, wodurch es zur Aktivierung bestimmter Hormone und Botenstoffe kommt. Zum anderen hat Nikotin auch Einfluss auf das Dopaminsystem des Gehirns. Es bewirkt die Ausschüttung von Dopamin und löst somit einen Belohnungseffekt aus. Je nach Intensität des Konsummusters hält die Wirkung des Nikotins zwischen 30 und 120 Minuten an. Danach kommt es zu Entzugserscheinungen, welche dazu führen, dass der Raucher den immer stärker werdenden Drang entwickelt, eine weitere Zigarette zu rauchen.[25]

1.2.2.3 Gefahren

Tabakkonsum birgt vor allem zwei Gefahren. Dies ist zum einen die extreme hohe suchterzeugende Wirkung des Nikotins, welche mit Kokain und Amphetamin vergleichbar ist, und sich sowohl psychisch als auch körperlich auswirkt. Typische Entzugserscheinungen sind eine verminderte Frustrationstoleranz, depressive Verstimmungen, Unruhe, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen.[26] Noch weitaus dramatischer erscheinen die körperlichen Folgeschäden, die durch die zahlreichen Schadstoffe im Tabakrauch ausgelöst werden. Allen voran ist hier die Beeinträchtigung des Herz-Kreislaufsystems als Folge von Durchblutungsstörungen und eine erhöhte Thrombosegefahr zu nennen. Ebenso gefährlich sind die Auswirkungen auf die oberen und unteren Atmungsorgane. Lungenkrebs und chronische Bronchitis sind hier nur die schlimmsten zu nennenden Krankheiten, die durch das Rauchen in hohem Maße gefördert werden. Über 90% der Lungenkarzinome bei Menschen über 35 Jahren sind auf das Rauchen zurückzuführen. Darüber hinaus hat das Rauchen aber auch karzinogene Effekte auf andere Organe (Mund, Rachen), sodass mehr als 40% aller Krebstodesfälle eine Folge des Rauchens darstellen.[27] Ein 50jähriger Raucher hat, wenn er vor dem 15 Lebensjahr mit dem Rauchen begonnen hat, ein statistisch um 200% erhöhtes Risiko, an den Folgen seines Konsums zu sterben. Hat er zwischen 15 und 19 Jahren mit dem Rauchen begonnen, beträgt dieses Risiko immerhin noch 150%. Selbst wenn jugendliche Raucher ihr Laster nach einigen Jahren wieder aufgeben, tragen sie lebenslang ein um 30% erhöhtes Risiko, an den Folgen ihres früheren Tabakkonsums zu erkranken.[28]

1.2.3 Cannabis

1.2.3.1 Allgemeines

Die Cannabispflanze ist ein der Menschheit seit Jahrtausenden bekanntes Gewächs. Neben der Verwendung als Nutzpflanze spielt auch die pharmakologische Wirkung des Cannabis bereits seit über 5000 Jahren eine Rolle in menschlichen Gesellschaften.[29] Die Zahl der aktuellen Cannabiskonsumenten in Deutschland liegt bei etwa 4 bis 5 Millionen, was knapp 7 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Als eindeutiger Trend lässt sich seit den 1990er Jahren eine wachsende Beliebtheit von Cannabis bei Jugendlichen feststellen. Das durchschnittliche Alter für den Erstkonsum beträgt in Deutschland 16,4 Jahre.[30] Folgende Darstellung gibt die Lebenszeitprävalenz laut einer Studie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen wieder:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Cannabiserfahrung bei 18- bis 24 Jähringen[31]

Die Drogenaffinitätsstudie der BZgA aus dem Jahr 2004 fand heraus, dass 31% der 12- bis 25-Jährigen schon einmal Cannabis probiert haben, 3% gaben einen regelmäßigen Cannabiskonsum an. Eine HSBSC (Health Behaviour in School-aged Children)-Studie fand bei Schülern der 9. Jahrgangsstufe eine Lebenszeitprävalenz von 23,9%. Für die 12-Monatsprävalenz fand sich ein Wert von 18,3%. Dabei hatten signifikant mehr Jungen (22,1%) als Mädchen (14,9%) im den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert.[32]

Für die Verwendung als Rauschdroge dominieren vor allem Verarbeitungsformen der stärksten Variation der Cannabispflanze (Cannabis sativa). Dies ist zum einen Marihuana, worunter die getrockneten Blütenstände der weiblichen Pflanzen zu verstehen sind. Zum anderen wird Cannabis in Form von Haschisch konsumiert, dem konzentrierteren, in Plattenform gepressten Harz. Daneben existiert noch das extrem hoch konzentrierte Haschischöl, welches allerdings in Deutschland kaum eine Rolle spielt.[33] In allen Fällen ist der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) für die psychoaktive Wirkung verantwortlich. Er variiert je nach Form und Qualität der Cannabisprodukte:

- bei Marihuana: 1- 15% THC
- bei Haschisch: 5- 15% THC
- bei Haschischöl: 12- 60% THC[34]

Der überwiegende Teil des heute in Deutschland konsumierten Cannabis kommt aus den Niederlanden, wo eine deutlich weniger restriktive Politik den Erwerb und Konsum kleiner Mengen toleriert.[35] In Deutschland unterliegt Cannabis dem Betäubungsmittelgesetz (BTMG) und wird als „nicht verkehrsfähig“ eingestuft. Erwerb und Besitz von Cannabis gelten als strafbar. Allerdings ist es den jeweiligen Staatsanwaltschaften möglich, beim Vorliegen einer geringen und für den Eigengebrauch bestimmten Menge von einer Verfolgung abzusehen und das Verfahren gegen den Delinquenten einzustellen.[36] Der Straßenpreis für ein Gramm Haschisch bzw. Marihuana (ausreichend für ca. fünf Konsumportionen) liegt zwischen drei und zehn Euro. Er liegt in Städten meist im unteren Bereich, während in ländlichen Gebieten ein tendenziell höherer Preis dominiert. Des Weiteren hat die Qualität des Cannabis einen entscheidenden Einfluss auf die Höhe des Preises.

Marihuana und Haschisch lassen sich generell auf orale sowie auf inhalative Weise konsumieren, wobei das Inhalieren des Rauches eine weitaus bedeutendere Rolle spielt. So wird Cannabis bevorzugt in sog. Joints geraucht. Darunter sind selbstgedrehte Cannabiszigaretten zu verstehen, die aus einem Tabak-Cannabis-Mix bestehen. Ebenfalls weit verbreitet ist das Rauchen von Cannabis in speziellen Wasserpfeifen aus Glas oder Kunststoff („Bong“), welche in Deutschland legal in sog. Headshops zu erwerben sind. Durch das Rauchen in der Wasserpfeife wird eine deutlich intensivere Wirkung als beim Rauchen von Joints erzielt, weshalb diese Variante insbesondere von Konsumenten mit härteren Konsummustern bevorzugt wird. Cannabis wird gelegentlich auch oral konsumiert, wobei es meist in Plätzchen oder Kuchen verbacken wird. Darüber hinaus lässt es sich auch in Kakao oder Tee untermischen. Generell ist die orale Konsumform aber eher selten. Dies ist auf den höheren Aufwand gegenüber dem Rauchen sowie die schlechtere Wirkstoffausbeute zurückzuführen.

1.2.3.2 Wirkung

Cannabis wirkt auf verschiedene wichtige Bereiche des Gehirns und führt zu einer vermehrten Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin.[37] Generell ist die Wirkung von Cannabis durchaus unvorhersehbar, was gerade bei unerfahrenen Konsumenten zu negativen Rauscherlebnissen führen kann. Set und Setting sowie in besonderem Maße die Höhe der Dosis haben großen Einfluss auf das Erleben des Rausches.

Als typische psychische Auswirkungen sind Heiterkeit, Entspannung und Ausgeglichenheit zu nennen. Ebenso eine Intensivierung von Sinneswahrnehmungen sowie eine Veränderung des Zeitempfindens und eine vorübergehende Störung des logischen Denkens. Bei ungünstigen Rahmenbedingungen (Set und Setting) sowie einer Überdosierung kann es auch zu Gefühlen von Angst und Panik kommen. In schweren Fällen kann dies bis zu einer Verselbstständigung der Gedanken führen und alptraumhafte Panikzustände verursachen.[38] Auf körperlicher Ebene bewirkt Cannabis vor allem eine Erhöhung der Pulsfrequenz, Mundtrockenheit, Zunahme von Appetit sowie eine Rötung der Augen.[39]

1.2.3.3 Gefahren

Cannabis kann bei regelmäßigen bzw. Dauerkonsum eine psychische Abhängigkeit erzeugen. Darunter sind Symptome wie ein innerer Zwang zum Konsum und ein Kontrollverlust über Beginn und Fortsetzung des Konsums zu verstehen.[40] Bei längeren und starken Konsummustern ist bei manchen Konsumenten eine gewisse Rückzugstendenz zu beobachten, welche sich in einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Gleichgültigkeit gegenüber dem gewohnten Alltag mit seinen Anforderungen und Pflichten äußert. Die betroffenen Konsumenten neigen zu depressiven Verstimmungen sowie Antriebs- und Lustlosigkeit und flüchten zunehmend in den Konsum, um jeglichem „Stress“ zu entgehen.[41] Diese negativen Wirkungen sind jedoch stark von der Persönlichkeit des Konsumenten abhängig und können nicht verallgemeinert werden. Das in der Vergangenheit häufig diskutierte „Amotivationale Syndrom“, welches dem Cannabis die Alleinschuld für den Antriebsverlust und das Desinteresse der Dauerkonsumenten zuschieben wollte, scheint durch diverse neuere Studien zumindest teilweise widerlegt.[42] Ebenso strittig ist die These des „flashback“-Phänomens, worunter ein plötzliches und unvorhersehbares Wiederauftreten der Cannabis-Wirkung noch mehrere Tage nach dem letzten Konsum verstanden wird.

Eine körperliche Abhängigkeit erzeugt Cannabis in sehr begrenztem Umfang. Nach längerem Dauerkonsum können bei Absetzen der Droge Symptome wie übermäßiges Schwitzen, Unruhe und Schlafstörungen auftreten, die unter Umständen bis zu mehreren Wochen anhalten.

Die Frage, ob Cannabis eine Einstiegsdroge sei, wird seit vielen Jahren diskutiert. Auch hier scheinen neuere Untersuchungen zu widerlegen, dass Cannabis alleine für den Umstieg auf härtere Drogen verantwortlich ist („Schrittmacherfunktion“). Nur ein kleiner Bruchteil der Jugendlichen, die mit Cannabis experimentieren, steigt auf härtere Substanzen um, während die große Mehrheit den Konsum früher oder später wieder einstellt. Die eigentlichen Einstiegsdrogen werden demnach vermehrt im Bereich der legalen Drogen (Alkohol, Zigaretten, Medikamente) gesehen.[43] Unstrittig ist jedoch die Tatsache, dass gerade durch die Illegalisierung von Cannabis der Zugang der Konsumenten zu anderen Drogen (Ecstasy, Amphetamine etc.) über die „Dealer“, welche eben nicht nur Cannabis im Angebot haben, gefördert wird.

1.2.4 Amphetamine

1.2.4.1 Allgemeines

Amphetamin ist ein synthetischer Stoff, der dem körpereigenen Adrenalin chemisch stark ähnelt. Es wurde 1887 erstmals synthetisiert und wurde bis in die 1970er Jahre als Arzneimittel bei diversen Krankheitsbildern verschrieben, wie z. B. Asthma, Depressionen oder auch als Appetitzügler. Mittlerweile ist die ärztliche Verschreibung nur noch in seltenen Ausnahmefällen zulässig. So werden beispielsweise Kinder, die am ADHS-Syndrom leiden, mit dem Amphetamin-Abkömmling Methylphenidat behandelt.

Seit der Eindämmung der ärztlichen Abgabe des Amphetamins und seiner Abkömmlinge hat sich ein breiter Schwarzmarkt entwickelt, auf dem illegal hergestelltes und häufig unreines bzw. gestrecktes Amphetamin unter verschiedenen Namen (Speed, Pep) gehandelt wird. Dabei handelt es sich um weißes bis gelbliches Pulver, das, je nach chemischer Zusammensetzung, trocken bis leicht feucht sein kann.

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Abbildung 2: Amphetamin in Pulverform[44]

Amphetamin wird meist durch kleine Röhrchen, oft auch durch gerollte Geldscheine, in die Nase gezogen, wo es über die Nasenschleimhäute aufgenommen wird. Ebenfalls verbreitet, wenn auch weitaus seltener, ist der orale Konsum in Form von Kapseln bzw. in Taschentücher eingerolltes Pulver. Die Wirkung tritt dabei weniger plötzlich ein, hält aber länger an. Insbesondere von Schwerstabhängigen wird Amphetamin, wegen der besonders intensiven Wirkung, auch injiziert. Insgesamt dominiert jedoch die nasale Konsumform.

Die euphorisierende, leistungs- und selbstbewusstseinssteigernde Wirkung von Amphetamin macht die Droge so verführerisch und führte zu ihrer Verbreitung quer durch alle Bevölkerungsschichten. Die Party- und Technowelle der 1990er Jahre hat zu einer deutlichen Zunahme der Verbreitung unter jugendlichen Partygängern geführt. Dazu dürfte auch der deutlich geringere Preis gegenüber dem Kokain beigetragen haben. Heutzutage wird ein Gramm Amphetamin zu Preisen zwischen 15 und 50 Euro gehandelt, wobei ein Gramm etwa 3-5 Konsumeinheiten („Lines“) entspricht. Regionale Unterschiede spielen beim Preis ebenso eine Rolle wie die Reinheit des Stoffes, wobei zu beachten ist, dass bei dem auf dem Schwarzmarkt gehandelten Speed der Amphetamin-Anteil oft nur bei 8-30% liegt. Als Streckmittel werden zumeist Lactose, Coffein, Glucose oder Paracetamol beigefügt.[45]

Eine in der Wirkung besonders starke Variante des Amphetamins ist dessen Abkömmling Methamphetamin, was im Szenejargon als Crystal, Meth und in den USA auch als Ice bekannt ist.

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Abbildung 3: Kristallines Metamphetamin[46]

Methamphetamin hat eine kristalline Struktur und wird meist geschnupft. Orale und injizierende Konsumformen existieren ebenfalls, sind aber selten. Methamphetamin wirkt bedeutend stärker und vor allem auch länger als Amphetamin. Dabei ist es vergleichsweise einfach herzustellen und wird deshalb z.T. in großem Umfang in osteuropäischen Drogenlabors produziert, von wo es zunehmend auch den Weg nach Deutschland findet. In der Partyszene erfreut sich Methamphetamin unerfreulicherweise immer größerer Beliebtheit, denn mit der starken Wirkung gehen ein hohes Abhängigkeitspotenzial und schwerwiegende Nebenwirkungen einher.[47]

1.2.4.2 Wirkung

Amphetamin wirkt auf das Neurotransmittersystem und führt zu einer Ausschüttung der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin. Die Wirkung setzt beim Schnupfen bereits nach wenigen Minuten ein und äußert sich in einer euphorischen Grundstimmung, einem erhöhten Selbstbewusstsein und, zumindest subjektiv empfundener, erhöhter Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Warnsignale des Körpers, wie Hunger, Durst und Müdigkeit werden fast vollständig unterdrückt. Der Konsument entwickelt häufig einen starken Rededrang. Auf körperlicher Ebene äußert sich die Wirkung in einem erhöhten Blutdruck sowie beschleunigter Pulsfrequenz, Mundtrockenheit sowie erweiterten Bronchien.[48] Bei höheren Dosen kommt es mitunter, neben einer weiter abnehmenden Selbstkritik, zu extremer Erregung mit Unruhe, Herzklopfen, paranoiden Zuständen.[49] Die Wirkung dauert bei Amphetamin etwa vier bis acht Stunden, bei Methamphetamin kann sie unter Umständen bis zu 20 Stunden betragen.

1.2.4.3 Gefahren

Amphetamine, insbesondere das Methamphetamin, besitzen ein hohes Abhängigkeits-potential. Die euphorisierende und leistungssteigernde Wirkung machen die Droge, zusammen mit dem niedrigen Schwarzmarktpreis, äußerst verführerisch. Wie bei allen Drogen ist eine Suchtentwicklung sehr stark von der Persönlichkeit und der genetischen Disposition des Konsumenten abhängig und muss sich nicht zwangsläufig entwickeln. Bei regelmäßigem Gebrauch besteht jedoch in jedem Fall ein hohes Risiko einer schnellen Toleranzentwicklung, woraus häufig eine Dosissteigerung resultiert, da der Konsument die erwünschte Wirkung weiterhin erreichen will. Der Dauerkonsum von Amphetaminen, vor allem in höheren Dosierungen, ist sowohl in psychischer als auch in körperlicher Hinsicht extrem gefährlich. Insbesondere das Nervensystem reagiert auf die ständig erhöhten Dosen und den damit verbundenen „Stress“ mit zunehmender Schlaflosigkeit, Unruhe und Verwirrtheit. Extrem-Konsumenten entwickeln sehr häufig paranoide Gedanken, leiden an Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und mitunter auch an Psychosen. Ein Absetzen der Droge führt, vor allem auf psychischer Ebene, zu Entzugserscheinungen, wie z.B. extremer Unruhe, Depressionen sowie dem starken Drang zum erneuten Konsum, welchem kaum zu widerstehen ist. Damit setzt sich vielfach eine Abwärtsspirale in Gang. Der Konsument kann dabei regelrecht in seiner Sucht abstürzen, was sich bis zum totalen physischen und psychischen Zusammenbruch steigern kann und nicht selten mit einer Einweisung in die Psychiatrie endet.[50]

Auch wenn nicht jede Form von Amphetaminkonsum die beschriebene Entwicklung vollziehen muss, ist es unumgänglich, dem Amphetamin, und, wie schon mehrfach betont, dem Methamphetamin, eine extreme Gefährlichkeit zu unterstellen. Trotz der Tatsache, dass Amphetamin gerade in der Partyszene in den allermeisten Fällen ausschließlich am Wochenende und dabei „zielgerichtet“ zum Feiern eingesetzt wird, und nicht etwa um den Anforderungen des Alltages besser gewachsen zu sein, ist das Gefährdungspotential durch Amphetamine dennoch hoch. Ergänzend ist hier noch die besondere Gefährlichkeit eines Mischkonsums von Amphetaminen mit anderen Drogen zu erwähnen. Besonders im Zusammenspiel mit Alkohol können sich unberechenbare Wirkungen ergeben.

1.2.5 Ecstasy

1.2.5.1 Allgemeines

Unter Ecstasy (auch XTC) ist im ursprünglichen Sinne der Amphetamin-Abkömmling MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin) zu verstehen. Dabei handelt es sich um eine weiße, kristallartige Masse mit einem ausgeprägt bitterem Geschmack. Auf dem Schwarzmarkt wird Ecstasy in Pillenform gehandelt, welche neben MDMA auch andere Amphetamin-Abkömmlinge, wie z.B. MDE, MDA und DOM enthalten können. Diese sind dem MDMA chemisch und auch in ihrer Wirkung sehr ähnlich und deshalb nur schwer von ihm zu unterscheiden. Die Pillen werden in illegalen Labors, sehr häufig in den Niederlanden, hergestellt und kommen mit unterschiedlichen Farben und unzähligen Prägungen in den Straßenhandel.[51]

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Abbildung 4: Diverse Ecstasy-Pillen mit unterschiedlichen Prägungen

Generell ist MDMA in die Kategorie der Entaktogene einzuordnen, welche Stoffe beinhaltet, die sowohl antriebssteigernde als auch stark psychotrope Wirkungen, vor allem im Bereich der Emotionen, besitzen. MDMA ist der Forschung seit über 100 Jahren bekannt. Erste Verwendung als Liebesdroge fand es während der Hippie-Bewegung in den 1970er Jahren. Im Zuge der Rave- und Techno-Welle ab Ende der 1980er Jahre verbreitete es sich sehr schnell als Partydroge und hat sich seitdem als eine der wichtigsten synthetischen Drogen weltweit etabliert. Nach Ergebnissen der Drogenaffinitätsstudie der BZgA aus dem Jahr haben etwa 4% der 12- bis 25-Jährigen in Deutschland Erfahrungen mit Ecstasy, das durchschnittliche Alter beim Erstkonsum liegt bei 17,3 Jahren.

1.2.5.2 Wirkung

Die Wirkung von Ecstasy setzt sich sowohl aus amphetamin-ähnlichen Effekten, wie Stimulation und Leistungssteigerung, Wirkungen auf der emotionalen Ebene und teilweise auch aus halluzinogenen Effekten, wie z.B. visuelle und akustische Veränderungen oder ein erleichterter Zugang zu unbewussten Inhalten, zusammen. Das Setting spielt eine besondere Rolle bei der Wirkungsentfaltung. Je nachdem wo die Droge konsumiert wird, treten bestimmte Wirkungen in den Vordergrund. In ruhiger und entspannter Umgebung konsumiert, werden sich die Effekte eher auf der emotionalen Ebene zeigen, während die Einnahme in einer Disco wahrscheinlich vermehrt die antriebssteigernden Wirkungen fördert.

Ecstasy entfaltet seine Wirkung nach ca. 30-60 Minuten, welche für vier bis sechs Stunden anhält. Im Gehirn wirkt es auf die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und vor allem auf das Serotonin, welches vor allem für die Steuerung der Emotionen zuständig ist. MDMA bewirkt eine massive Ausschüttung von Serotonin.[52] Konsumenten schildern die subjektiv empfundenen Effekte häufig als gesteigertes Selbstwertgefühl, Gefühle der Wärme, Liebe, Offenheit, Akzeptanz und Mitgefühl gegenüber anderen sowie Zuständen geistiger Klarheit und seelischer Ausgeglichenheit. Ebenso werden Gefühle unerschöpflicher Energie und eine Steigerung der Erlebnisintensität genannt.[53] Neben diesen positiven Effekten können sich jedoch auch „Bad Trips“ ergeben, wobei der Konsument Gefühle der Angst, der Einsamkeit und der Verzweiflung erlebt. Set und Setting spielen hierbei eine große Rolle und können, z.B. bei negativer Grundstimmung oder einer als stressig empfundenen Umgebung, den Ecstasy-Rausch durchaus zu einem Horror-Erlebnis machen.[54]

Auf körperlicher Ebene bewirkt Ecstasy neben einem Anstieg von Körpertemperatur, Herzfrequenz und Blutdruck auch eine Appetit- und Durstabnahme, erhöhte Wachheit, Muskelverkrampfungen, motorische Unruhe sowie eine Erweiterung von Bronchien und Pupillen. Je höher die Dosis, umso stärker und auch unangenehmer können die physischen Wirkungen sein.[55]

1.2.5.3 Gefahren

Neben der oben beschriebenen Gefahr eines „Bad Trips“ ergeben sich durch den Konsum von Ecstasy einige weitere, durchaus gefährliche Risiken und Nebenwirkungen. Als erstes ist hier die schlechte Einschätzbarkeit des Wirkstoffgehaltes der Pillen zu nennen. Wird versehentlich eine zu große Menge des Wirkstoffes konsumiert, können sich, je nach Ausmaß der Überdosierung, sehr unangenehme, unkontrollierbare und im schlimmsten Fall auch gefährliche Wirkungen einstellen. Die in den Medien häufig zu findenden Berichte über Funde von giftigen Substanzen wie Strychnin in Ecstasy-Pillen sind dagegen als Sensationsjournalismus zu kategorisieren und wurden in der Praxis bisher so gut wie nie bewiesen.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass Ecstasy Warnsignale des Körpers, wie Durst oder Müdigkeit, fast völlig ausschaltet, was in Kombination mit mehrstündigem, exzessivem Tanzen zu gefährlichen körperlichen Überlastungssymptomen wie Dehydrierung, Überhitzung oder Herzflattern führen kann. Schwere Zusammenbrüche und sogar Todesfälle als Folge des Ecstasy-Konsums ohne gleichzeitige und regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme und Ruhepausen auf Raves und in Discos machen in der (Regenbogen-)Presse immer wieder Schlagzeilen.

Ob Ecstasy Hirnschäden verursacht wird von der Forschung seit langem untersucht und aufgrund widersprüchlicher Ergebnisse auch heftig diskutiert. Da es keine gesicherten Befunde gibt, kann diese Frage (noch) nicht beantwortet werden. Erwähnt werden muss aber, dass es zumindest Hinweise auf eine nachhaltige Schädigung des Neurotransmitter-Systems im Gehirn durch hochdosierten und längerfristigen Ecstasy-Konsum gibt.

Ecstasy-Konsum kann zu einer psychischen Abhängigkeit führen, wobei es hierbei meist nicht ausschließlich um die „Gier“ nach der Droge geht, sondern um die Sehnsucht der Konsumenten nach dem „Ecstasy-Gesamtpaket“, welches die Party, die Musik, die Stimmung und eben auch den Ecstasy-Konsum beinhaltet. Bei regelmäßigem Gebrauch in kurzen Abständen, etwa mehrmals im Monat, besteht die Gefahr, dass der Konsument nur noch für das „bunte“ Wochenende (mit Party und Pillen) lebt und er den Alltag dabei als zunehmend grau und frustrierend erlebt. Dieser Effekt wird verstärkt durch die Tatsache, dass es nach dem Konsum zu einem mehrtägigen „Kater“ kommen kann, welcher durch eine launische, gereizte und/oder depressive Stimmung gekennzeichnet ist

Im Zusammenhang damit ergibt sich das potentielle Risiko eines sozialen Rückzuges, einer Vernachlässigung von Freundschaften, insbesondere zu Nicht-Konsumenten, und von alltäglichen Pflichten und Aufgaben. Da dies mit diversen, durch die Droge verursachten psychischen Problemen einhergehen kann, besteht die Gefahr, dass der Konsument in einen Teufelskreis gerät, aus welchem er sich nur mit Mühe wieder herausarbeiten kann.[56]

1.2.6 Kokain

1.2.6.1 Allgemeines

Kokain ist der isolierte Wirkstoff aus der Kokapflanze, deren Blätter von den Indios in Südamerika schon seit Jahrtausenden gekaut werden, um Müdigkeit, Hunger und Kälte zu unterdrücken. Kokain galt im 19. Jahrhundert zunächst als „Allerweltsmittel“, bevor es um die Jahrhundertwende von den mondänen Gesellschaften in den europäischen Großstädten als Salon- und Sexdroge entdeckt wurde. Mit Beginn der 1920er Jahre avancierte Kokain zur Modedroge in Künstlerkreisen, wo es auch heute noch weit verbreitet ist. In den 1980er Jahren wurde das Kokain auch von der Leistungsgesellschaft entdeckt und wird seitdem wegen seiner aufputschenden und leistungssteigernden Wirkung als Massendroge in allen Bevölkerungsschichten konsumiert.[57]

Kokain hat eine weiße, pulverförmige Konsistenz und bitteren Geschmack. Es wird vor allem in Südamerika produziert, kostet auf dem deutschen Schwarzmarkt zwischen 50 und 100 Euro pro Gramm und ist damit, z.B. im Vergleich mit dem ähnlich wirkenden Amphetamin, verhältnismäßig teuer. Dabei ist es nur sehr selten rein und wird meistens gestreckt, sodass der Wirkstoffgehalt oft unter 50% liegt. Kokain wird hauptsächlich geschnupft, in seltenen Fällen auch injiziert.

Eine besonders gefährliche Verarbeitungsform ist Crack, worunter mit Backpulver verbackenes Kokain zu verstehen ist, welches in Form kleiner Steinchen in speziellen Pfeifen geraucht wird. Crack spielt in Deutschland allerdings kaum eine Rolle.[58]

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Abbildung 5: Pulverförmiges Kokain[59] Abbildung 6: Crack-Steine[60]

Laut der Drogenaffinitätsstudie der BZgA aus dem Jahr 2004 haben 2% der befragten Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren schon einmal Kokain konsumiert, das durchschnittliche Alter beim Erstkonsum liegt bei 18,0 Jahren, also relativ spät im Vergleich zu anderen Drogen, wie z.B. Cannabis.[61]

1.2.6.2 Wirkung

Kokain beeinflusst hauptsächlich den Neurotransmitter Dopamin, bewirkt dessen Ausschüttung und Wiederaufnahme und hat dadurch eine leistungssteigernde, euphorisierende und enthemmende Wirkung. Hunger, Durst und Müdigkeit werden unterdrückt, die sexuelle Bereitschaft deutlich erhöht. Die wohl intensivste und damit auch verlockendste Wirkung des Kokains ist jedoch die enorme Steigerung des Selbstbewusstseins. Damit einher gehen häufig eine starke Ich-Bezogenheit, eine verminderte Selbstkritik sowie eine reduzierte Sensibilität, was dem Kokain den Ruf einer Ego-Droge eingebracht hat.

Die Wirkung von Kokain hält nur etwa eine Stunde an. Beim Nachlassen der Droge kommt es zu unangenehmen Empfindungen wie Nervosität, depressiver Grundstimmung und einem Gefühl der Leere.[62]

1.2.6.3 Gefahren

Kokain besitzt ein hohes Potential für eine psychische Abhängigkeit. Die selbstbewusstseinssteigernde Wirkung macht einen regelmäßigen Gebrauch bei Konsumenten mit einer bestimmten Disposition sehr verführerisch. Gerade der gewohnheitsmäßige Konsum führt aber, neben einer unvermeidlichen Toleranzentwicklung und damit verbundener Tendenz zur Dosissteigerung, zu beträchtlichen zentralnervösen und psychischen Störungen. Dauerkonsumenten entwickeln häufig starke Stimmungsschwankungen, Ängste und Schlafstörungen und werden zunehmend fahriger und gereizter. Die Persönlichkeit kann sich verändern, der Konsument dabei egoistischer, unsensibler und aggressiver werden. Ein Absetzen der Droge verstärkt diese Effekte und macht einen Entzug zu einer schwierigen und zermürbenden Angelegenheit.

Auf körperlicher Ebene finden sich ebenfalls zahlreiche Gefahren durch einen starken und hochfrequentigen Konsum. Durch das Schnupfen des Kokains kann die Nasenscheidewand in Mitleidenschaft gezogen werden, bis hin zum Durchbruch. Weiterhin sind schwere Herz- und Lungenschäden sowie Beeinträchtigungen des Neurotransmitter- und des Hormonsystems nicht ungewöhnlich.

In sehr hohen Dosierungen kann Kokain eine lebensbedrohliche Vergiftung bewirken, die sich in Bewusstlosigkeit bis hin zum Atemstillstand und Herzversagen äußern und in manchen Fällen tödlich enden kann. Verheerend, weil unvorhersehbar, kann sich dabei der Mischkonsum mit Alkohol auswirken.[63]

1.2.7 LSD ( Lysergsäurediethylamid )

1.2.7.1 Allgemeines

Zur Gruppe der Halluzinogene gehört eine ganze Reihe von Stoffen, von denen dem LSD die größte Bedeutung als Rauschdroge zukommt. Es wurde 1943 von dem Schweizer Albert Hofmann entdeckt und avancierte in der Ära der Hippie-Bewegung zur wichtigsten bewusstseinserweiternden Droge weltweit. Unter Führung des Psychologieprofessors Timothy Leary entwickelte sich in Kalifornien gar eine religionsähnliche, psychedelische Bewegung, die LSD als Zugang zu höheren Ebenen des Bewusstseins propagierte. Das Ende der „Flower Power“-Jahre Anfang der 1970er markierte auch den Niedergang des LSD. Andere Drogen wie Kokain eroberten den Markt. Erst im Zuge der Techno-Bewegung Anfang der 1990er Jahre kam LSD wieder in Mode, erreichte aber nie wieder die Bedeutung und Verbreitung, welche es in der Ära der Hippies gehabt hatte.[64]

LSD ist die potenteste aller bekannten Drogen und wirkt bereits ab einer Dosierung von 25 Mikrogramm. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos und wird meist in Form von „Trips“ konsumiert. Darunter ist ein etwa 1cm2 großes, mit LSD beträufeltes Stück Löschpapier zu verstehen. „Trips“ sind meist mit verschiedensten Logos bedruckt. Ein durchschnittlicher „Trip“ enthält etwa 80 Mikrogramm LSD. In seltenen Fällen können „Trips“ bis zu 250 Mikrogramm LSD enthalten.[65]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: LSD-Trips mit diversen Aufdrucken[66]

Laut der Drogenaffinitätstudie der BZgA aus dem Jahr 2004 haben 2% der befragten 12-bis 25-Jährigen Deutschen Erfahrungen mit LSD gesammelt. Das durchschnittliche Alter beim Erstkonsum liegt bei 17,3 Jahren.[67] Generell ist anzumerken, dass die heutige Bedeutung von LSD sehr gering ist. Im Gegensatz zu den Partydrogen, wie Amphetaminen oder Ecstasy, wird LSD nur selten von Jugendlichen konsumiert.

1.2.7.2 Wirkung

LSD entfaltet seine Effekte nach etwa 30-60 Minuten, wobei die volle Wirkung erst nach 2-4 Stunden einsetzt. Ein typischer LSD-Rausch kann bis zu 10 Stunden dauern, bei höheren Dosierungen eventuell noch länger. Die körperlichen Wirkungen sind gering und beschränken sich auf eine leichte Blutdruckerhöhung, eine Erweiterung der Pupillen sowie auf eine leichte Rötung der Haut.

Weitaus massiver sind dagegen die Wirkungen auf die Psyche. LSD führt zu einer starken Veränderung der Wahrnehmung. Raum-, Zeit- und Körpergefühl werden extrem beeinflusst. Der Konsument hat häufig das Gefühl, die Welt auf einmal ganz neu zu erleben, da die auf das Überleben ausgerichteten Filtersysteme der menschlichen Wahrnehmung außer Kraft gesetzt werden, wodurch es zum Zustrom einer ungeahnten Flut von Informationen auf des Gehirn kommt. Set und Setting spielen beim LSD-Rausch eine große Rolle. Halluzinationen spielen sich meist auf optischer Ebene ab und können mitunter äußerst intensiv sein. Dies gilt auch für das „Erleben“ von Erinnerungen, teilweise aus der frühen Kindheit, und anderen unbewussten Inhalten, die durch LSD an die Oberfläche des Bewusstseins gebracht werden. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die psychischen Wirkungen von LSD, insbesondere bei höheren und hohen Dosierungen, extrem intensiv, unvorhersehbar und auch teilweise unkontrollierbar sind.[68]

1.2.7.3 Gefahren

Die Gefährlichkeit des LSD beruht fast vollständig auf seinen intensiven psychischen Wirkungen. Akute Gefahren ergeben sich aus einem möglichen Überhandnehmen der Rauschwirkung. Der Konsument „verliert“ sich dabei in seinem Rausch und es können sich schwerwiegende psychotische Zustände einstellen, die durch schwere Angstzustände, alptraumhafte Horrorvorstellungen, Depressionen und paranoide Gedanken gekennzeichnet sind. Dies kann einhergehen mit unangenehmen körperlichen Symptomen wie Schwindel, Schwächegefühl und Sprachstörungen. Obwohl diese Wirkungen zumeist mit dem Abklingen der LSD-Wirkung verschwinden, besteht die Gefahr, dass sich beim Konsumenten eine psychose-ähnliche Verwirrtheit einstellt, die nach dem eigentlichen Rausch bestehen bleibt („hängen bleiben“) und in Einzelfällen eine Einweisung in die Psychiatrie nach sich ziehen kann.

Doch auch wenn die Wirkung des LSD nicht zu einem „Bad Trip“ führt, kann die Rauscherfahrung zu einer tiefgreifenden Erfahrung werden, die nur schwer zu verarbeiten ist und in Extremfällen die Persönlichkeit des Konsumenten verändern kann. Dies gilt in besonderem Maße für sehr junge Konsumenten, die noch nicht über eine gefestigte Persönlichkeit verfügen, wie auch für Menschen, die an psychischen Beschwerden leiden. LSD besitzt kein ausgeprägtes Abhängigkeitspotential. Es sind keine körperlichen Abhängigkeitssymptome bekannt und auch auf psychischer Ebene ist die Gefahr einer Abhängigkeit als eher gering einzuschätzen. Häufiger Gebrauch in kurzen Abständen führt zu einer Toleranzentwicklung und birgt zudem die Gefahr eines zunehmenden Realitätsverlustes.[69]

1.2.8 Zauberpilze (Magic Mushrooms)

1.2.8.1 Allgemeines

Unter dem Begriff Zauberpilze werden mehr als 100 Pilzarten zusammengefasst, die psychoaktive Substanzen, wie Psilocybin oder Psilocyn, enthalten. Diese gehören in die Stoffgruppe der Halluzinogene und wirken in sehr ähnlicher Weise auf den menschlichen Organismus wie LSD.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Getrocknete Zauberpilze[70]

Vor allem in Südamerika hat der ritualmäßige Konsum der Pilze eine lange Tradition. Es gibt Hinweise auf eine Verwendung der Pilze im Aztekenkult vor mehr als 3000 Jahren. In der westlichen Hemisphäre erfuhr der Konsum der Pilze während der Hippie-Bewegung in den späten 1960er Jahren einen sprunghaften Anstieg. Nach einem zwischenzeitlichen Abstieg in die Bedeutungslosigkeit haben Zauberpilze, ähnlich wie das LSD, im Zuge der Techno- und Partybewegung wieder ein zunehmendes Interesse erfahren. Dies gilt insbesondere für die Niederlande, wo der Handel mit kleinen Mengen „Magic Mushrooms“ toleriert wird. Bei einer Befragung unter holländischen Discogängern im Jahr 1996 gaben 30% von ihnen an, im letzten Monat ein- oder sogar mehrmals Zauberpilze konsumiert zu haben.[71] In Deutschland befinden sich die Zauberpilze in einer rechtlichen Grauzone, da der Pilz an sich legal, die in ihm enthaltenen halluzinogenen Substanzen aber verboten sind. Einige der Zauberpilzarten wachsen auch in heimischen Gefilden, z.B. in Wiesen oder auf Kuhmist. Über das Internet werden, ebenfalls in einer rechtlichen Grauzone, Zauberpilz-Zuchtsets zur Züchtung einer Pilzkultur auf der Fensterbank vertrieben, inklusive Nährboden und Pilzsporen. Die Drogenaffinitätsstudie der BZgA aus dem Jahr 2004 fand bei Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren eine Lebenszeitprävalenz für Pilze (und andere psychoaktive Pflanzen) von 4%, was dem gleichen Wert entspricht, der auch für Ecstasy und Amphetamine gefunden wurde. Das durchschnittliche Alter des Erstkonsums liegt bei 17,3 Jahren.[72]

1.2.8.2 Wirkung

Die Wirkung der Zauberpilze ist mit dem LSD vergleichbar (siehe oben), wenn auch insgesamt etwas schwächer und damit kontrollierbarer. Zudem wirken die Pilze nur höchstens 5 Stunden und damit deutlich kürzer als LSD. Etwa 45 Minuten nach der Einnahme setzen die Effekte ein, die sich dosisabhängig zwischen leichten Wahrnehmungsveränderungen (ab 3mg Psilocybin) bis zu starken Bewusstseins-veränderungen und Halluzinationen (ab 10mg Psilocybin) bewegen.[73]

1.2.8.3 Gefahren

Die hauptsächliche Gefahr der Zauberpilze ergibt sich aus der halluzinogenen Wirkung, die, abhängig von Dosis, Set und Setting, zu „Bad Trips“ mit schweren Angst- und Panikzuständen führen kann. Auf körperlicher Ebene kann es zu einem Anstieg der Körpertemperatur kommen, im Extremfall zur Überhitzung. Insbesondere bei selbst gesammelten Pilzen aus der heimischen Natur besteht das Risiko einer Überdosierung, da der Wirkstoffgehalt der Pilze nicht vorhersagbar ist. Wissenschaftliche Studien ergaben nur ein äußerst geringes Abhängigkeitspotential in psychischer Hinsicht. Eine körperliche Abhängigkeit kann ausgeschlossen werden.[74]

2. JUGEND

Bevor ich mich dem eigentlichen Thema dieser Arbeit, dem Drogenkonsum unter Jugendlichen und Möglichkeiten der Prävention nähere, halte ich es für angebracht, eine kurze Betrachtung des Begriffes „Jugend“ voranzustellen. Dies dient ganz allgemein dazu, die Akteure, mit denen sich die Prävention auseinandersetzt, nämlich die Jugendlichen, zu definieren und zu einem besseren Verständnis ihrer Lebenswelt und ihres Handelns innerhalb der vielfach schwierigen Phase der Jugend zu gelangen. Darüber hinaus ist speziell das unten erläuterte Konzept der Entwicklungsaufgaben für den theoretischen Hintergrund einiger präventiver Modelle, auf welche ich weiter unten eingehen werde, von Bedeutung.

Im Folgenden werde ich die Charakteristika der Lebensphase der Jugend darstellen und dabei auf die Schwierigkeiten eingehen, die von den Heranwachsenden in dieser Zeit erlebt werden. Im Weiteren werde ich kurz umreißen, welche Bewältigungsstrategien von den Jugendlichen herangezogen werden, um diesen Schwierigkeiten zu begegnen. Besonderes Gewicht werde ich auf das schon erwähnte Konzept der Entwicklungsaufgaben legen und darstellen, warum sie eine so zentrale Bedeutung während dieser Phase der Jugend einnehmen.

2.1 Entstehung des Begriffs der Lebensphase Jugend

Die Jugend als Lebensphase im heutigen Sinne entstand im Zuge des geschichtlichen Prozesses der Modernisierung. Während sich in der agrarisch geprägten Epoche der Vormoderne das Erwachsenenalter direkt an die Kindheit anschloss und alle benötigten Fähigkeiten und Kompetenzen von der Elterngeneration an die Kinder weitergegeben wurden, erforderten Entwicklungen wie die Industrialisierung und Technisierung eine sich an die Kindheit anschließende Zwischenphase, um die anspruchsvollen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die industrielle Gesellschaft zunehmend forderte, in Schule und Berufsausbildung erlernen zu können.[75] Vor allem durch die Einführung der Schulpflicht und die damit verbundene längere Freistellung der Jugendlichen vom Arbeitsleben entwickelte sich die Jugendphase für die meisten sozialen Gruppen zu einem psychosozialen Schonraum, welcher der Vorbereitung auf den Eintritt in das Erwachsenenleben und der Identitätsfindung diente.[76] Weitere Eigenständigkeit gewann die Lebensphase der Jugend in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Veränderte elterliche Erziehungsstile und die Konsequenzen der Bildungsexpansion verstärkten diesen Prozess ebenso wie die zunehmende kulturelle Autonomie der Jugendlichen und die Entstehung einer jugendspezifischen Konsum- und Unterhaltungsindustrie.[77]

2.2 Ausdifferenzierung der Lebensphasen

Neben den genannten kulturellen und ökonomischen Faktoren, welche vor allem für die Ausbildung der Lebensphase der Jugend verantwortlich sind, haben die demographischen Prozesse zu einer weiteren Ausdifferenzierung aller anderen Lebensphasen im menschlichen Lebenslauf geführt. Insbesondere ist hier auf den Anstieg der Lebenserwartung um ca. 10 Jahre während der letzten 100 Jahre zu verweisen. Die Verlängerung der Lebensspanne hat enorm zur Ausbildung neuer Lebensphasen geführt. So unterscheidet die Soziologie mittlerweile auch die Lebensphase der Jugend in das „eigentliche“ Jugendalter und das sog. „Nachjugendalter“.[78]

2.3 Abgrenzung der Lebensphase Jugend

Generell eignen sich zur Bestimmung der Lebensphase der Jugend zum einen qualitative Merkmale, zum anderen lassen sich Alterswerte heranziehen. Bei letztgenannter Möglichkeit gibt es allerdings unterschiedliche Auffassungen und Annahmen. So ist aus juristischer Perspektive ein Jugendlicher definiert als Person zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr. Mit Erreichen der Volljährigkeit erhält die Person den Status des Heranwachsenden, welcher mit Vollendung des 21. Lebensjahre endet. Demgegenüber betrachtete die 14. Shell-Studie aus dem Jahr 2002, welche sich dem Thema Jugend aus soziologischer Perspektive nähert, alle 12- bis 25-Jährigen als Jugendliche. Die UNO wiederum betrachtet Personen zwischen 15 und 25 Jahren als Jugendliche, wobei eine weitere Differenzierung nach Teenagern (13-19 Jahre) und jungen Erwachsenen (20-24 Jahre) stattfindet.[79]

Ergänzend ist hier noch hinzuzufügen, dass aus soziologischer wie auch aus psychologischer Perspektive eine Abgrenzung der Lebensphase Jugend von der vorhergehenden Kindheitsphase und insbesondere von der darauf folgenden Phase des Erwachsenenalters nicht eindeutig möglich ist. Für die Abgrenzung der Phase Kindheit von der der Jugend wird meist das Eintreten der Geschlechtsreife herangezogen, was sich meist zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr ereignet. Für die Abgrenzung der Phase der Jugend von der des Erwachsenenalters schlägt Schäfers folgende Differenzierung vor:

1. Pubertäre Phase (13-18 Jahre): Jugendliche im engeren Sinne
2. Nachpubertäre Phase ( 18-21 Jahre): jugendliche Heranwachsende
3. Nachjugendphase (21-25 Jahre, ggf. sogar bis 30 Jahre): junge Erwachsene[80]

2.4 Charakteristika der Lebensphase Jugend

Der Begriff Jugend ist heutzutage Objekt der Forschung mehrerer Wissenschaften. Neben der Pädagogik erforscht auch die Psychologie sowie die Soziologie das Phänomen „Jugend“. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich trotzdem keine einheitliche Definition dieser Lebensphase finden lässt.

Aus psychologischer Sichtweise geht es während der Phase der Jugend vor allem um den Prozess der Individuation. Damit wird die Entwicklung einer unverwechselbaren Persönlichkeitsstruktur bezeichnet, die es dem Individuum ermöglicht, sich in seinem sozialen Umfeld selbstständig und autonom zu behaupten. In engem Zusammenhang damit steht die Ausbildung von Identität, worunter das Empfinden und Erleben situations- und lebensgeschichtlicher Kontinuität zu verstehen ist. Nur wenn ein Mensch über eine ausgeprägte Identität verfügt, sich also mit sich selbst identisch erlebt, kann er zum Handeln in unterschiedlichen Anforderungssituationen im Lebenslauf fähig sein.[81] Um Identität aufzubauen, ist es für das Individuum unumgänglich, eine Reihe von psychosozialen Krisen zu durchlaufen, welche sich nahezu zwangsläufig aus dem Aufeinanderprallen einer veränderten „inneren Realität“ und einer veränderten sozialen „äußeren Realität“ ergeben.[82]

Dementsprechend bezeichnet der amerikanische Psychologe Stanley Hall das Jugendalter als Phase emotionaler Belastungen, die sich aus den pubertätsbedingten, schnellen und tief greifenden körperlichen Veränderungen ergeben. Die psychische und soziale Herausforderung des Jugendalters besteht für den Heranwachsenden also darin, zu einem selbstständigen Menschen mit ausgeprägter Identität zu werden. Dieser Prozess verläuft oftmals beschwerlich und stellt jeden Jugendlichen vor diverse und individuelle Probleme.[83] Charakteristisch für die Lebensphase Jugend ist die Suche nach Sinngebung und Orientierung. Dabei kommt es zur kritischen Überprüfung des Weltbildes der Erwachsenengesellschaft und nicht selten kann dieses dem Jugendlichen keine tauglichen Antwort- und Lösungsmöglichkeiten bieten. Die sich dabei offenbarenden Defizite, Leerstellen und Widersprüche der Erwachsenwelt sind mitunter Auslöser für ausgeprägte Orientierungs- und Selbstwertkrisen.[84]

2.5 Entwicklungsaufgaben während der Lebensphase Jugend

Von größter Bedeutung während der Lebensphase Jugend ist die Bewältigung der sog. Entwicklungsaufgaben. Darunter ist ein entwicklungspsychologisches Konzept zu verstehen, welches die Umsetzung von körperlichen, psychischen und sozialen Anforderungen in individuelle Verhaltensprogramme bezeichnet. Unter einer Entwicklungsaufgabe ist demnach die Summe der psychisch und sozial vorgegebenen Erwartungen und Anforderungen zu verstehen, die an ein Individuum in einem bestimmten Lebensabschnitt, in diesem Fall der Jugend, gestellt werden. Durch die Entwicklungsaufgaben werden für jedes Individuum in bestimmten sozialen Lebenslagen die vorgegebenen Anpassungs- und Entwicklungsprobleme, denen es sich stellen muss, definiert. Sie sind damit psychosoziale Bezugssysteme, innerhalb derer die eigene Persönlichkeitsentwicklung vorgenommen werden muss.[85]

Das Konzept der Entwicklungsaufgaben, welches auf den Erziehungspsychologen Havighurst zurückgeht, beschreibt die von Jugendlichen zu bewältigenden Anforderungen als Kombination von inner-biologischen (z.B. physische Reifung), soziokulturellen (z.B. kulturelle Erwartungen) und psychologischen (z.B. individuelle Bestrebungen) Einflüssen.[86] Dreher & Oerter konstatieren zum Begriff der Entwicklungsaufgaben:

„Die verschiedene Entwicklungsaufgaben, die Personen im Laufe ihres Lebens meistern müssen, entstehen also als Anforderungen durch besondere Konstellationen in der physischen Reife, soziokulturellen Einflüssen, und individuellen Fähigkeiten und Bestrebungen. Die Festlegung einer Aufgabe, die die Gesellschaft an den Einzelnen stellt, ist normativ, die Altersgrenzen für Entwicklungsaufgaben sind jedoch eher als deskriptives, variables Element dieses Konzeptes zu verstehen. Ebenso variiert der Grad der normativen Verpflichtung; einige Entwicklungsaufgaben sind als Angebote mit Empfehlungscharakter zu verstehen, andere sind durch Sanktionen gestützte Forderungen. Nicht alle Aufgaben sind jedoch vorgegeben, ein weiterer Teil setzt sich aus persönlichen Zielen und Projekten (z.B. Gestaltung einer Partnerschaft) zusammen. Entwicklungsaufgaben gliedern also den Lebenslauf und geben Sozialisationsziele vor.“[87]

Hurrelmann unterscheidet für die Adoleszenzphase im menschlichen Lebenslauf folgende Entwicklungsaufgaben:[88]

- Entwicklung einer intellektuellen und sozialen Kompetenz, um selbstverantwortlich schulischen und anschließend beruflichen Qualifikationen nachzukommen, mit dem Ziel, eine berufliche Erwerbsarbeit aufzunehmen und dadurch die eigene ökonomische und materielle Basis für die selbstständige Existenz als Erwachsener zu sichern.
- Entwicklung der eigenen Geschlechterrolle und des sozialen Bindungsverhaltens zu Gleichaltrigen des eigenen und des anderen Geschlechts, Aufbau einer heterosexuellen Partnerbeziehung, die langfristig die Basis für die Erziehung eigener Kinder bilden kann.
- Entwicklung eines eigenen Wert- und Normsystems und eines ethischen und politischen Bewusstseins, das mit dem eigenen Verhalten und Handeln in Übereinstimmung steht, so dass langfristig ein verantwortliches Handeln in diesem Bereich möglich wird.
- Entwicklung eigener Handlungsmuster für die Nutzung des Konsumwarenmarktes und des kulturellen Freizeitmarktes (einschließlich Medien und Genussmitteln) mit dem Ziel, einen eigenen Lebensstil zu entwickeln und zu einem autonom gesteuerten und bedürfnisorientierten Umgang mit den entsprechenden Angeboten zu kommen.

Hesse formuliert ebenfalls, wenn auch pragmatischer, die Entwicklungsaufgaben, welche sie als Anforderungen an den Jugendlichen von Seiten der Gesellschaft versteht und die dieser zu bewältigen hat, um sich in das entsprechende gesellschaftliche System zu integrieren:[89]

1. Akzeptieren der eigenen körperlichen Erscheinung und effektive Nutzung des Körpers
2. Erwerb der männlichen bzw. weiblichen Geschlechtsrolle
3. Erwerb neuer und reiferer Beziehungen zu Altersgenossen beiderlei Geschlechts
4. Gewinnung von Unabhängigkeit von den Eltern und anderen Erwachsenen
5. Vorbereitung auf den beruflichen Werdegang
6. Vorbereitung auf Ehe und Familienleben
7. Gewinnung eines sozial verantwortungsvollen Handelns
8. Aufbau eines Wertesystems und eines ethischen Bewusstseins als Richtschnur für eigenes Verhalten
9. Über sich selbst im Bilde sein
10. Aufnahme intimer Beziehungen zum Partner
11. Entwicklung einer Zukunftsperspektive

Nur über das erfolgreiche Lösen dieser Anforderungen kann es dem Jugendlichen gelingen, eine stabile Persönlichkeit aufzubauen, eigene Zufriedenheit zu erreichen und Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft zu erfahren. Damit lässt sich die Entwicklung während der Jugendphase, im Gegensatz zur Phase der Kindheit, als höchst aktiver, bewusster und zielbezogener Prozess definieren, und nicht etwa als ein sich selbst vollziehender Vorgang.[90]

2.6 Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich Jugend als Lebensphase eigener Form und eigener, selbsterlebbarer Qualität und zugleich als ein gesellschaftliches und kulturelles Produkt charakterisieren, das durch seinen charakteristischen Stellenwert im menschlichen Lebenslauf und seine spezifische Bedeutung für die Reproduktion der Gesellschaft bestimmt werden kann.[91]

[...]


[1] Artikel Droge. In: Wikipedia.de http://de.wikipedia.org/wiki/Droge (23.05.06)

[2] Artikel Droge (Pharmazie). In: Wikipedia.de http://de.wikipedia.org/wiki/Droge_(Pharmazie) (23.05.06)

[3] Homann, Hubert (1992): „Lexikon“. Begriffe – Gebrauchsmuster - Szenejargon. In: Bastian, Johannes (Hrsg.): Drogenprävention und Schule. Grundlagen – Erfahrungsberichte - Unterrichtsbeispiele. Hamburg: Bergmann + Helbig, S. 48.

[4] Artikel Suchtdefinitionen. In: DHS.de http://www.optiserver.de/dhs/daten_suchtdefinition.html (25.05.06)

[5] Duymel, Christoph (2004): Drogengebrauch in jugendkulturellen Szenen. Zwischen genußvollem Konsum, Abhängigkeit und Sucht. Münster: LITVerlag, S. 16f.

[6] Schmidbauer, Wolfgang; vom Scheidt, Jürgen (1998): Handbuch der Rauschdrogen. Frankfurt am Main: Fischer, S. 269.

[7] ebd. , S. 19.

[8] Simon, Roland; David-Spickermann, Marion; Farke, Walter (2005): Bericht 2005 des REITOX-Knotenpunktes an die EBDD zur Drogensituation 2004 in Deutschland. München/Köln/Hamm, S. 22.

[9] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2004): Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland. Köln, S.31.

[10] Merfert-Diete, Christa (o.J): Alkohol. Basisinformationen. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.). Hamm, S. 2.

[11] ebd. , S. 4.

[12] ebd. , S. 6.

[13] Drogenaffinitätsstudie 2004. Teilband Alkohol, S.6.

[14] ebd. , S. 25.

[15] Athen, Dieter (1997): Alkohol. Trinkgewohnheiten – Missbrauch – Abhängigkeit. Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit (Hrsg.). München, S.26f.

[16] Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) (o.J): Die Sucht und ihre Stoffe. Band 5: Alkohol. Hamm, S. 6.

[17] Athen 1997, S. 29.

[18] Schmidbauer & vom Scheidt 1998, S. 44.

[19] Merfert-Diete (o.J): Alkohol, S. 12.

[20] DHS (o.J): Die Sucht und ihre Stoffe. Band 5: Alkohol, S. 7f.

[21] Merfert-Diete (o.J.): Alkohol, S. 26f.

[22] Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) (o.J.): Die Sucht und ihre Stoffe. Band 2: Nikotin. Hamm, S. 2ff

[23] Hurrelmann et al. (2003): Jugendgesundheitssurvey. Internationale Vergleichsstudie im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO. Weinheim, München: Juventa, S. 107ff

[24] ebd. , S. 4f.

[25] ebd. , S. 5ff

[26] ebd. , S. 7.

[27] ebd. , S. 6.

[28] Schmidbauer & vom Scheidt 1999, S. 164f.

[29] ebd. , S. 84.

[30] Richter, Matthias; Setterboulte, Wolfgang (2003): Gesundheits- und Freizeitverhalten von Jugendlichen. In: Hurrelmann et al. (2003) : Jugendgesundheitssurvey. Internationale Vergleichsstudie im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO. Weinheim, München: Juventa, S.120.

[31] Merfert-Diete, Christa; Gassmann, Raphael (o.J.): Cannabis. Basisinformationen. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.). Hamm, S. 9.

[32] ebd. , S.120f.

[33] ebd. , S. 4.

[34] Gantner, Andreas (o.J.): Cannabis: Haschisch und Marihuana. Eine Informationsbroschüre. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.). Köln, S.4.

[35] Duymel 2004, S. 66.

[36] Merfert-Diete & Gassmann (o.J.). Cannabis, S. 35.

[37] Schmidbauer & vom Scheid 1998, S. 101.

[38] Gantner, Andreas (o.J.): Cannabis: Haschisch und Marihuana, S. 5.

[39] ebd. , S. 5.

[40] ebd. , S. 7.

[41] ebd. , S .7.

[42] Duymel 2004, S. 73.

[43] ebd. , S.71f.

[44] Artikel Amphetamin. In: Wikipedia.de http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Amphetamin&oldid=16826614 (18.5.06)

[45] Artikel Amphetamin. In: Wikipedia.de http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Amphetamin&oldid=16826614 (18.5.06)

[46] Artikel Methylamphetamin. In: Drogenwiki.de http://www.drogenwiki.de/wiki/index.php/Methylamphetamin (18.5.06)

[47] Artikel Methamphetamin. In: Wikipedia.de. http://de.wikipedia.org/wiki/Methamphetamin (18.5.06)

[48] Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.) (o.J.): Die Sucht und ihre Stoffe. Band 8: Amphetamine. Hamm, S. 5f.

[49] Duymel 2004, S. 64.

[50] ebd. , S. 65f.

[51] Walder, Patrick; Amendt, Günther (1997): Ecstasy & Co. Alles über Partydrogen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, S. 34ff

[52] Walter & Amendt 1997, S. 27.

[53] ebd. , S. 19.

[54] ebd. , S. 26.

[55] ebd. , S. 28.

[56] Walter & Amendt 1997, S. 32.

[57] Walter & Amendt 1997, S. 117ff

[58] Duymel 2004, S. 84.

[59] http://www.erowid.org/chemicals/show_image.php?i=cocaine/images/archive/cocaine3.jpg (20.05.06)

[60] http://www.erowid.org/chemicals/show_image.php?i=cocaine/crack1.jpg (20.05.06)

[61] Drogenaffinitätsstudie 2004. Teilband Illegale Drogen, S. 16.

[62] Duymel 2004, S. 84f.

[63] Walder & Amendt 1997, S. 122.

[64] ebd. , S. 123ff

[65] Duymel 2004, S. 77.

[66] http://www.erowid.org/chemicals/show_image.php?i=lsd/lsd_blotter1.gif (22.05.06)

[67] Drogenaffinitätsstudie 2004. Teilband Illegale Drogen, S. 16.

[68] Duymel 2004, S. 77ff

[69] Walder & Amendt 1997, S. 129f.

[70] http://www.erowid.org/plants/show_image.php?i=mushrooms/psilocybe_cubensis20.jpg (25.05.06)

[71] Walder & Amendt 1997, S. 141f.

[72] Drogenaffinitätsstudie 2004. Teilband Illegale Drogen, S. 16.

[73] Walder & Amendt 1997, S. 143.

[74] ebd. , S. 143f.

[75] Artikel Jugend. In: Wikipedia.de http://de.wikipedia.org/wiki/Jugend (28.05.06)

[76] Artikel Jugend. In: Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003.

[77] Artikel Jugend. In: Wikipedia.de http://de.wikipedia.org/wiki/Jugend (28.05.06)

[78] Hurrelmann, Klaus (1999): Lebensphase Jugend. Eine Einführung in die sozialwissenschaftliche Jugendforschung. Weinheim, München: Juventa, S. 22ff

[79] Artikel Jugend. In: Wikipedia.de http://de.wikipedia.org/wiki/Jugend (28.05.06)

[80] Schäfers, Bernhard (1982): Soziologie des Jugendalters. Opladen: Leske + Budrich, S. 12. Zit. nach: Hurrelmann 1999, S. 50.

[81] Hurrelmann 1999, S. 36

[82] Feldman, S.S. ; Elliot, G.R. (Hrsg.) (1990): At the treshold: The developing adolescent. Cambridge: Harvard University Press. Zit. nach: Hurrelmann 1999, S. 31f.

[83] Artikel Adoleszenz. In: Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003

[84] Blos, P. (1973): Adoleszenz. Eine psychoanalytische Interpretation. Stuttgart: Klett. Zit. nach: Hurrelmann 1999, S. 37f.

[85] Hurrelmann 1999, S. 32f.

[86] Dreher, E.; Oerter, Rolf (1986): Children´s and Adolescent´s Conceptions of Adult- hood: The Changing view of a Developmental Task. In: Silbereisen et al. (Hrsg.): Development as action in context. Berlin: Springer, S.109-120. Zit. nach: N.N. / Die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter. http://www.student-online.net/Publikationen/409/ (28.05.06)

[87] Oerter, Rolf; Montada, L. (1982): Entwicklungspsychologie. München: Urban und Schwarzenberg. zit. nach: N.N. / Die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter.

http://www.student-online.net/Publikationen/409/ (28.05.06)

[88] N.N. / Die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter. http://www.student-online.net/Publikationen/409/ (28.05.06)

[89] Hesse, Silke (1993): Suchtprävention in der Schule. Evaluation der Tabak- und Alkoholprävention in der Schule. Opladen: Leske + Budrich, S. 73f.

[90] Hesse 1993, S. 72.

[91] N.N. / Die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter. http://www.student-online.net/Publikationen/409/ (28.05.06)

[...]


[i] http://www.erowid.org/chemicals/mdma/mdma_images_gallery1.shtml (20.05.06)

Ende der Leseprobe aus 190 Seiten

Details

Titel
Suchtprävention in der Sekundarstufe
Untertitel
Theoretische Grundlagen, Konzepte, Kritik, Alternativen
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
190
Katalognummer
V66420
ISBN (eBook)
9783638595452
ISBN (Buch)
9783638670975
Dateigröße
11110 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Suchtprävention, Sekundarstufe, Theoretische, Grundlagen, Konzepte, Kritik, Alternativen
Arbeit zitieren
Hannes Langhammer (Autor), 2006, Suchtprävention in der Sekundarstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66420

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