Blickt man in die Welt der Wissenschaft, so lassen sich auf die Frage in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben, die unterschiedlichsten Antworten finden. Je nach Perspektive der Betrachtungen und somit Standpunkt des Betrachters 1 findet man eine Vielzahl von Attributen, die unser heutiges „menschliches Miteinander“ zu beschreiben versuchen. Ökonomen beispielsweise verstehen unsere Welt als kapitalistisch, industriell, materialistisch oder gar doch schon postindustriell oder postmaterialistisch, da wir uns den Zwängen des „schnöden Mammon“ entledigt haben (Haben wir das wirklich alle?). Die soziologische Perspektive sieht uns als freizeit-, erlebnis-oder spaßorientiert, wobei man sich diesbezüglich schon einmal fragen muss, ob denn alle in unseren modernen bis postmodernen Gesellschaften gleich viel Spaß haben. Das Schlagwort, das sich aber am hartnäckigsten in den vielen Exegesen modernen menschlichen Lebens jenseits der Jahrtausendwende hält, ist das der In-formations- oder Wissensgesellschaft. Heerscharen von Wissenden streiten sich seit geraumer Zeit, ob die Konzepte der Wissens- und Informationsgesellschaft vonein-ander abzugrenzen seien oder eher als synonym interpretiert werden. Im Rahmen dieser Arbeit, auf deren Aufbau noch näher einzugehen sein wird, werden diese Begriffe sinngleich verwandt 2. Als Hauptmerkmal der Wissensgesellschaft lässt sich die große Bedeutung des Wissens für eine umfassende Lebenstüchtigkeit herauskristallisieren. Da es sich aber hierbei um ein sehr vielschichtiges Phänomen handelt, bietet sich eine Herangehensweise aus mehreren Perspektiven an. Aus technischer Sicht, ist vor allem die in den letzten Jahrzehnten stark angestiegene Leistungsfähigkeit moderner Informations- und Kommunikationstechnologie ins Feld zu führen, was logischerweise auch den Bereich der Telekommunikation und der Medien erfasst hat. Die Auswirkungen der gestiegenen Möglichkeiten auf diesem Gebiet lässt sich an Schlagworten, wie Datenautobahn oder Global Village ablesen. Genau diese Entwicklung führt in den ökonomischen Bereich: Die New Economy ist ohne die Entwicklungen im Computer-sektor kaum zu erklären. Der Glaube an einen ewig währenden Boom dieser Branche ist allerdings durch die Geschehnisse der letzten Jahre stark erschüttert worden. Aus sozialer Sicht sind mit der Wissensgesellschaft gravierende Veränderungen einhergegangen. Durch die Möglichkeit an Informationen zu gelangen, werden Machtpositionen und somit Hierarchien konstituiert. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. KAPITEL: HINFÜHRUNG ZUM THEMA
2. KAPITEL: EINLEITUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG
3. KAPITEL: ICT IN SCHULEN ALLGEMEIN
3.1 MEDIENDIDAKTISCHE ASPEKTE
3.1.1 Erklärung des Medienbegriffs: Alte und Neue Medien
3.1.2 Medienpädagogik und Medienerziehung
3.1.3 Medienkompetenz als Zielvorstellung
3.2 VORAUSSETZUNGEN FÜR EINEN SINNVOLLEN EINSATZ NEUER MEDIEN
3.2.1 Technische und räumliche Voraussetzungen der Schule
3.2.2 Anforderungen an die Lehrer und die veränderte Lehrerrolle
3.2.3 Anforderungen an die Schüler und die veränderte Schülerrolle
3.3 MÖGLICHKEITEN DER COMPUTERNUTZUNG IN DER GRUNDSCHULE
3.4 GRÜNDE FÜR UND GEGEN DEN EINSATZ NEUER TECHNOLOGIEN
3.5 FAZIT
4. KAPITEL: SITUATION DES BILDUNGSSEKTORS IN ENGLAND IN BEZUG AUF ICT
4.1 EINFÜHRUNG IN DAS ENGLISCHE SCHULSYSTEM
4.2 BILDUNGSINSTANZEN
4.3 DAS NATIONAL CURRICULUM FÜR ENGLAND
4.3.1 Inhalte des National Curriculum
4.3.2 Nutzung von ICT innerhalb des National Curriculum
4.3.3 Analyse des National Curriculum im Hinblick auf Aspekte der Mediendidaktik
4.4 FINANZIERUNG VON ICT IN SCHULEN
4.5 BESTANDAUFNAHME DES EINSATZES VON ICT AN ENGLISCHEN GRUNDSCHULEN
4.5.1 Begründung des ICT-Einsatzes im schulischen Bereich
5. KAPITEL: SITUATION AN DER BEISPIELSCHULE
5.1 VORSTELLUNG DER CHRIST CHURCH C.O.E. PRIMARY SCHOOL
5.2 VORAUSSETZUNGEN DER BEISPIELSCHULE FÜR DEN ICT-EINSATZ
5.2.1 Technische und räumliche Voraussetzungen der Beispielschule
5.2.2 Fragebögen und Methoden
5.3 EINSATZ NEUER TECHNOLOGIEN IN DER CHRIST CHURCH C.O.E. PRIMARY SCHOOL
5.3.1 Nutzung des PCs durch die Lehrer
5.3.2 Nutzung des PCs durch die Schüler
5.4 FAZIT
6. KAPITEL: EIGENE ERPROBUNG VON ICT IM UNTERRICHT MIT BEZUG AUF DAS NATIONAL CURRICULUM
6.1 ALLGEMEINE UNTERRICHTSSITUATION
6.2 UNTERRICHTSEINHEITEN
6.2.1 Picture Book/ Bilderbuch (Year 1)
6.2.2 That’s me/ Das bin ich (Year 2)
6.2.3 Photo Story (Year 6)
7. KAPITEL: RESÜMEE UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Integration neuer Informationstechnologien (ICT) in den Unterricht englischer Grundschulen, wobei das National Curriculum als zentraler Referenzrahmen dient. Im Fokus steht die Frage, inwieweit der Computer als "vierte Kulturtechnik" sinnvoll in den Primarschulalltag integriert werden kann, um Lernprozesse zu fördern und Schüler auf die Anforderungen einer komplexen Informationsgesellschaft vorzubereiten.
- Mediendidaktische Grundlagen und Medienkompetenz von Grundschulkindern.
- Analyse des englischen Bildungssystems und des National Curriculum in Bezug auf ICT-Vorgaben.
- Empirische Untersuchung der technologischen Ausstattung und Nutzung an der Christ Church C.o.E. Primary School.
- Didaktische Erprobung von Software-Anwendungen in verschiedenen Jahrgangsstufen.
- Reflektion über die veränderte Rolle von Lehrern und Schülern durch den Medieneinsatz.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Medienpädagogik und Medienerziehung
Durch den Einzug von Multimedia und Internet in den Alltag eröffnet sich für die heutige Kindergeneration eine neuartige Lebenswelt, mit der eine unsagbare Informationsfülle einhergeht. Oft wird in diesem Zusammenhang von Reizüberflutung gesprochen, die kaum noch zu bewältigen sei. Da Medien aber nunmehr weder aus dem Privat- noch aus dem Berufsleben wegzudenken sind und sie unweigerlich zur Lebenswelt der Kinder gehören, ist es notwendig, diese möglichst früh an die Neuen Technologien heranzuführen und ihnen einen verantwortungsbewussten Umgang damit zu vermitteln. Aus diesem Grunde befassen sich eine Reihe von Pädagogen intensiv mit dem Thema Medien.
Immer öfter weisen Medienpädagogen darauf hin, dass nicht nur die Schule sondern auch das Elternhaus in der Verantwortung steht, sich der Belange der Kinder hinsichtlich Neuer Medien anzunehmen. So bestehe eine der Aufgaben von Eltern und Lehrern darin, Kinder beim Umgang mit Medien zu begleiten, auf ihre Medien-Erlebnisse einzugehen und ihnen bei der Verarbeitung von Erfahrungen zu helfen. Ein erster Schritt sei es hierbei, ihnen die Gelegenheit zu bieten, über ihre Medienerfahrungen zu sprechen und ihnen stets Verständnis bei auftretenden Problemen entgegenzubringen (vgl. AUFENANGER 2001, 143).
AUFENANGER vertritt den Standpunkt, dass „es zur Aufgabe der Medienpädagogik beziehungsweise der Medienerziehung“ gehöre, „den erziehenden Menschen Orientierung für ihr pädagogisches Handeln zu geben“ (AUFENANGER/ SIX 2001, 9). Dies würde also bedeuten, dass die Medienpädagogik Anregungen und Hilfestellungen geben sollte, inwiefern Medien eingesetzt und genutzt werden könnten, um einen erzieherischen Erfolg zu erlangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. KAPITEL: HINFÜHRUNG ZUM THEMA: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel zur Informationsgesellschaft und die damit verbundene Bedeutung von Wissen und modernen Technologien.
2. KAPITEL: EINLEITUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG: Dieses Kapitel skizziert die Forschungsfragen zur Integration von ICT in das englische Bildungssystem und den methodischen Aufbau der Arbeit.
3. KAPITEL: ICT IN SCHULEN ALLGEMEIN: Es werden grundlegende mediendidaktische Theorien, Kompetenzmodelle und Anforderungen an die schulische Ausstattung sowie die veränderten Rollenbilder von Lehrkräften und Schülern diskutiert.
4. KAPITEL: SITUATION DES BILDUNGSSEKTORS IN ENGLAND IN BEZUG AUF ICT: Die Arbeit analysiert das englische Schulsystem, die Rolle des National Curriculum sowie die Finanzierungsmechanismen für neue Technologien.
5. KAPITEL: SITUATION AN DER BEISPIELSCHULE: Der empirische Teil präsentiert Ergebnisse einer Befragung an der Christ Church C.o.E. Primary School bezüglich der technischen Infrastruktur und der Einstellungen von Lehrern und Schülern.
6. KAPITEL: EIGENE ERPROBUNG VON ICT IM UNTERRICHT MIT BEZUG AUF DAS NATIONAL CURRICULUM: Hier werden drei konkrete Unterrichtsprojekte (Picture Book, That’s me, Photo Story) sowie deren praktische Durchführung und Evaluation dargestellt.
7. KAPITEL: RESÜMEE UND AUSBLICK: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und diskutiert die Übertragbarkeit auf deutsche Verhältnisse sowie zukünftige Herausforderungen der digitalen Bildung.
Schlüsselwörter
ICT, Medienkompetenz, National Curriculum, Mediendidaktik, Grundschule, Wissensgesellschaft, Computer im Unterricht, interaktive Whiteboards, Lehren und Lernen, neue Technologien, Bildungsstandards, Medienpädagogik, Schülerrolle, Lehrerrolle, Informatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die Rolle und Nutzung neuer Informationstechnologien (ICT) an englischen Grundschulen vor dem Hintergrund der Anforderungen der Wissensgesellschaft und der curricularen Vorgaben.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Zentrale Themen sind mediendidaktische Grundlagen, die Analyse des englischen National Curriculum, die technische Ausstattung und Implementierung von ICT im schulischen Alltag sowie die veränderten Anforderungen an die Lehr-Lern-Rollen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, wie ICT-Konzepte in der Primarstufe erfolgreich umgesetzt werden können, um neben technischer Fertigkeiten auch überfachliche Schlüsselkompetenzen bei den Schülern zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse wird eine empirische Fallstudie (Beispielschule) mittels Fragebögen bei Lehrern und Schülern sowie eine praktische Erprobung im Unterricht durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Medienpädagogik, eine detaillierte Analyse der englischen Bildungspolitik (National Curriculum) und eine empirische Bestandsaufnahme an der Beispielschule samt praktischer Projektbeispiele.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert auf ICT, Medienkompetenz, das National Curriculum, die Rolle des Lehrers als Facilitator und das Konzept des "Lernen lernen" durch den Computer.
Wie bewerten die Lehrer an der Beispielschule den ICT-Einsatz?
Die Lehrerschaft steht der Nutzung von Computern grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, wobei jedoch die individuelle Medienkompetenz der Lehrkräfte und die Qualität vorhandener Software kritisch hinterfragt werden.
Inwiefern beeinflusst das National Curriculum den Unterricht?
Es dient als verbindlicher Rahmen, bietet jedoch den Schulen bei der konkreten Umsetzung der ICT-Standards in den einzelnen Fächern Spielräume, die unterschiedlich wahrgenommen werden.
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- Dorothea Mouratis (Autor), 2006, Der Einsatz von Information and Communication Technologies (ICT) an englischen Grundschulen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66453