Das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) hat alle parlamentarischen Hindernissen passiert und ist am 1. Januar 2004 in Kraft getreten. Von allen vorangegangenen Gesundheitsreformen greift das GMG in die ordnungspolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des Marktes rezeptfreier Arzneimittel am meisten ein. 1 Das GKV-Modernisierungsgesetz hat die meisten OTC-Präparate (nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel) aus der GKV-Erstattung ausgeschlossen und deshalb wurde das ärztliche Verschreibungsverhalten einschneidend geändert. 2 Als Konsequenz dieser Veränderungen wird der Patient bei seiner Entscheidung zwischen einem Arztbesuch und der Selbstmedikation und den Arzt bei seiner Verordnungsentscheidung stark beeinflusst. Durchschnittlich greift jeder Versicherte zu selbst gekauften Präparaten und pro Jahr sind es 6 Arzneimittel pro Person. Soziodemografische Unterschiede spielen deutliche Rolle bei Selbstmedikation: Frauen neigen stärker dazu, sich selbstständig zu behandeln. Kranken kaufen öfter dazu rezeptfreie Medizin als Gesunde. Die Intensität der Selbstmedikation ist auch vom Einkommen und Bildungsgrad der Betroffener abhängig. Am meisten werden Präparate gegen Erkältung und Schmerzen verkauft. Vitamine, Mineralstoffe und Stärkungsmittel bilden einen weiteren Schwerpunkt bei der Selbstmedikation. Dank verschiedener gemeinsamen Initiativen von Apotheker und Ärzteschaft sowie der Arzneimittel-Hersteller, zu denen das „Grüne Rezept“, die Verbraucherbroschüre „Selbstmedikation“ und das Internet gehören, wächst die Bedeutung der Selbstmedikation stark.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zum Begriff der Selbstmedikation
- Zum Begriff der OTC
- Der Selbstmedikationsmarkt zum Vergleich mit dem Verordnungsmarkt
- Altersgruppen im Jahren.
- Art der Selbstmedikation
- Arztgestützte Selbstmedikation
- „Grünes Rezept“
- Eigeninitiative Selbstmedikation
- Die Situation in den Apotheken
- OTC-Mark in der Apotheke
- OTC-Werbung
- Finanzielle Folgen für Versicherten
- Ausblick und Perspektiven des Selbstmedikationsmarktes
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung des Selbstmedikationsmarktes im Kontext des GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG) von 2004. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Folgen, die die Exklusion nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel aus dem Leistungskatalog der GKV für das Selbstmedikationsverhalten und den OTC-Markt hat.
- Die Auswirkungen des GMG auf den Selbstmedikationsmarkt
- Die Rolle der Selbstmedikation im Vergleich zum Verordnungsmarkt
- Die Bedeutung des "Grünen Rezeptes" für die Arztgestützte Selbstmedikation
- Die Herausforderungen und Chancen für den OTC-Markt in der Apotheke
- Die finanziellen Folgen der Selbstmedikation für Versicherte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz des Selbstmedikationsmarktes im Kontext des GKV-Modernisierungsgesetzes dar. Sie beleuchtet die Auswirkungen des Gesetzes auf das ärztliche Verschreibungsverhalten und die Bedeutung des Selbstmedikationsmarktes für die Patienten. Des Weiteren werden soziodemografische Unterschiede in Bezug auf das Selbstmedikationsverhalten beleuchtet.
Kapitel 2 definiert den Begriff der Selbstmedikation und der OTC-Präparate. Es werden verschiedene Ansätze zur Definition des Begriffs "Selbstmedikation" vorgestellt und der internationale Begriff "Over the counter" erläutert.
Kapitel 3 setzt den Selbstmedikationsmarkt in Relation zum Verordnungsmarkt. Es analysiert die Nutzung von selbst gekauften Präparaten im Vergleich zu verordneten Arzneimitteln und beleuchtet die Rolle von Altersgruppen bei der Nutzung von Selbstmedikation.
Kapitel 4 beleuchtet verschiedene Arten der Selbstmedikation. Es werden die "Arztgestützte Selbstmedikation", das "Grüne Rezept" und die Eigeninitiative Selbstmedikation als relevante Formen der Selbstmedikation vorgestellt.
Kapitel 5 beschäftigt sich mit der Situation in den Apotheken im Zusammenhang mit dem OTC-Markt. Es analysiert die Rolle der Apotheken als Informationsquelle und Verkaufsort für OTC-Präparate und die Bedeutung der OTC-Werbung.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Arbeit sind das GKV-Modernisierungsgesetz, Selbstmedikation, OTC-Markt, Arzneimittel, Verordnungsverhalten, Apotheken, Werbung, Finanzielle Folgen, Versicherte. Die Arbeit befasst sich insbesondere mit den Folgen des Ausschluss von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen und den Auswirkungen auf das Selbstmedikationsverhalten der Patienten.
Häufig gestellte Fragen
Was änderte das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) im Jahr 2004?
Das GMG schloss die meisten nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel (OTC-Präparate) von der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen aus, was das ärztliche Verschreibungsverhalten und den Selbstmedikationsmarkt massiv beeinflusste.
Welche Rolle spielt das "Grüne Rezept" bei der Selbstmedikation?
Das Grüne Rezept dient als ärztliche Empfehlung für rezeptfreie Medikamente. Es unterstützt die arztgestützte Selbstmedikation und weist den Patienten auf die medizinische Notwendigkeit eines Präparats hin, auch wenn er es selbst bezahlen muss.
Welche soziodemografischen Unterschiede gibt es beim Kauf von OTC-Präparaten?
Frauen neigen stärker zur Selbstbehandlung als Männer. Zudem ist die Intensität der Selbstmedikation vom Einkommen, dem Bildungsgrad und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen abhängig.
Welche Medikamente werden am häufigsten im Rahmen der Selbstmedikation gekauft?
Am häufigsten werden Präparate gegen Erkältungen und Schmerzen sowie Vitamine, Mineralstoffe und Stärkungsmittel nachgefragt.
Wie viele rezeptfreie Arzneimittel kauft ein Versicherter durchschnittlich pro Jahr?
Im Durchschnitt greift jeder Versicherte pro Jahr zu sechs selbst gekauften Arzneimitteln.
Welche Bedeutung haben Apotheken für den OTC-Markt?
Apotheken fungieren als zentrale Informationsquelle und wichtigster Verkaufsort für OTC-Präparate, wobei Werbung und Beratung eine entscheidende Rolle für den Markterfolg spielen.
- Quote paper
- Iryna Spektor (Author), 2006, Die Bedeutung des Selbstmedikationsmarktes wächst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66466