Europa im dritten demographischen Übergang? Über Ursachen, Verlauf, Folgen und Wechselwirkungen ungleicher demographischer Entwicklungen in und um Europa


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
51 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Bevölkerungsstrukturen im Vergleich
2.2 Von der Pyramide zur Urne: Die demographischen Übergänge

3. Vergleich der demographischen Strukturen und Entwicklungen in und um Europa
3.1 Die Annahmen der UN-Bevölkerungsprojektion
3.2 Demographische Entwicklungen in Europa und um Europa von 1950 bis 2050
3.3 Zwischenfazit
3.4 Abriss über die Dimensionen der internationalen Migration und deren Bedeutung für Europa

4. Folgen der ungleichen demographischen Entwicklungen
4.1 Demographisch bedingte Probleme auf nationalstaatlicher Ebene
4.1.1 Europa: Problemfelder im Zuge der demographischen Alterung
4.1.2 Peripherie: Problemfelder im Zuge des Bevölkerungswachstums
4.2 Regionale Auswirkungen demographischer Verschiebungen
4.2.1 Veränderte Hierarchien, neue Sicherheitsrisiken und verstärkter Migrationsdruck
4.2.2 Europa im dritten demographischen Übergang?

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Derzeit leben 6,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Obgleich die Weltbevölkerung damit so groß ist wie nie zuvor, wird sie auch weiterhin zunehmen. Bis 2050 wird ihre Zahl um schätzungsweise 2,61 Milliarden auf über 9 Milliarden ansteigen.[1] Mit einem Mehr an 2,58 Milliarden Menschen binnen der nächsten knapp 45 Jahre wird sich das Weltbevölkerungswachstum dabei fast ausschließlich, zu 99%, in den Entwicklungsländern vollziehen. Angesichts dieser dichotomen Unterscheidung zwischen Entwicklungs- und (entwickelten) Industrieländern darf jedoch nicht vergessen werden, dass auch letztere teils gravierende Unterschiede in ihren Wachstumsraten aufweisen, welche bereits bei großregionaler Betrachtungsweise offenkundig werden. Während die Bevölkerung Nordamerikas zwischen 2005 und 2050 um schätzungsweise 32% wachsen wird, wird sich diejenige Europas im gleichen Zeitraum um voraussichtlich 10% verringern (vgl. Tabelle 1, Anhang).

Solche Unterschiede im Bevölkerungswachstum sind auf das jeweils spezifische Zusammenspiel von natürlicher[2] und räumlicher Bevölkerungsbewegung[3] zurückzuführen, wobei ersterer eine weitaus größere Bedeutung zuzusprechen ist: Die Entwicklung von Fertilität und Mortalität innerhalb der letzten 100 Jahre formt die gegenwärtige Altersstruktur einer gegebenen Bevölkerung (Wöhlcke e.a. 2004, S. 47). Die Altersstruktur wiederum wirkt sich maßgeblich auf das Bevölkerungswachstum aus, weil in ihr die künftige demographische Entwicklung bereits angelegt ist (vgl. Kap. 2.1). „Der Altersstruktureffekt macht rund drei Viertel des noch zu erwartenden Bevölkerungswachstums aus“ (Wöhlcke e.a. 2004, S. 25).

Dabei ist zu beachten, dass sich die Komponenten der natürlichen Bevölkerungsbewegung im Zeitverlauf an die jeweiligen sozioökonomischen Bedingungen anpassen. In diesem Zusammenhang spricht man idealtypisch vom ersten und zweiten demographischen Übergang (vgl. Kap. 2). Grob umrissen verursacht der erste demographische Übergang eine Phase starken Bevölkerungswachstums, wohingegen der zweite demographische Übergang einen langfristigen Bevölkerungsrückgang nach sich zieht.

Die Industrieländer haben den ersten demographischen Übergang in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgeschlossen, sind teilweise bereits in den zweiten Übergang eingetreten und sehen nun einer natürlichen Bevölkerungsabnahme entgegen. (Population Reference Bureau 2004, S. 6). Das Gros der Entwicklungsländer hingegen befindet sich erst in der Anfangs- bzw. Hochphase des ersten Übergangs. Dieser stützt sich im Vergleich zu den europäischen Ländern auf völlig andersgeartete Ausgangs- sowie Verlaufsbedingungen und bewirkt ein ungleich größeres, absolutes Bevölkerungswachstum (vgl. Kap. 2.2; Schmid 2003b).

Die gegenläufigen demographischen Entwicklungen sind gleichzusetzen mit der Verschiebung von Bevölkerungsanteilen. 1950 stellte die Gruppe der Industrienationen[4] 32,3% der Weltbevölkerung. 2005 waren es 18,7% und 2050 werden es voraussichtlich nur noch 13,6% sein. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Entwicklungsländer von 67,7% (1950) auf 81,3% (2005). 2050 dürfte er sich auf 86,4% belaufen.[5]

Allein die Veränderungen in den relativen Bevölkerungsgrößen haben potentiell weit reichende demographische, ökonomische und geopolitische Auswirkungen (Demeny 2005, S. 7). Neben den quantitativen sind die damit einhergehenden qualitativen demographischen Veränderungen nicht zu vernachlässigen. Vordergründig bestehen diese für die Industrienationen erstens in der demographischen Alterung und zweitens in der kulturellen Transformation, welche sich als Folge der (faktischen und künftig notwendigen) Zuwanderung ergeben kann.

Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt auf der Betrachtung Europas und seiner angrenzenden Peripherieländer Nordafrikas und Westasiens.[6] Der gewählte Schwerpunkt lässt sich durch die demographischen und kulturellen Unterschiede der betrachteten Ländergruppen, sowie durch die geographische Nähe, welche die Verschiebung demographischer Gewichte besonders evident erscheinen lässt, begründen: Europa ist nicht nur die älteste Region der Welt (Council of Europe Publishing 2004, S. 9), sondern auch die Einzige, die in den nächsten 45 Jahren an Bevölkerungsumfang abnehmen und daher in besonderem Maße auf Zuwanderung angewiesen sein wird. Im Süden und Osten wird sie von weitestgehend islamisch geprägten Ländern umgeben, deren Bevölkerungen aufgrund für Entwicklungsländer typischen Altersstrukturen stark anwachsen und – vor dem Hintergrund divergierender sozioökonomischer Entwicklungsniveaus – nicht nur große Migrationspotentiale zur Verfügung stellen, sondern auch mehr Selbstbewusstsein und Geltungsdrang zutage legen werden.

Auf Basis der theoretischen Grundlagen zum Verständnis der Wechselwirkungen demographischer Strukturen und Entwicklungen in Abhängigkeit vom gesellschaftlichen Entwicklungsniveau (Kapitel 2) werden die Bevölkerungsprozesse Europas und seiner Peripherie bis 2050 miteinander verglichen. (Kapitel 3). Anschließend werden die daraus resultierenden wirtschaftlichen, sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Auswirkungen grob skizziert, und die Idee eines dritten demographischen Übergangs kritisch beleuchtet.

2. Theoretische Grundlagen

Eingangs wurde konstatiert, dass die Altersstruktur einer Gesellschaft einerseits das Spiegelbild ihres Entwicklungsniveaus verkörpert und andererseits ihr demographisches Schicksal bestimmt. Dies wird nun verdeutlicht, indem zunächst idealtypische Bevölkerungsstrukturen und deren inhärente Wachstumspotentiale miteinander verglichen werden. Anschließend wird gezeigt, wie das Zusammenspiel von gesellschaftlichen und demographischen Prozessen den (idealtypischen) Altersaufbau von sich entwickelnden Gesellschaften sukzessive transformiert.

2.1 Bevölkerungsstrukturen im Vergleich

Die Bevölkerungswissenschaft unterscheidet drei Idealtypen des Altersaufbaus einer Bevölkerung, die mit dem jeweiligen sozioökonomischen Entwicklungsstand korrespondieren die Pyramiden-, die Glocken und die Urnenform (vgl. Abb. 1).

Abb. 1: Idealtypen der Altersstruktur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung 1988, S. 6

Die klassische Bevölkerungspyramide ist typisch für vorindustrielle, agrarisch geprägte Gesellschaften. Die breite Basis, also stark besetzte Kinder- und Jugendjahrgänge sind auf eine äußerst hohe Fruchtbarkeitsziffer zurückzuführen. Dabei ist hervorzuheben, dass jeder Geburtenjahrgang tendenziell stärker besetzt ist als der jeweils vorangegangene. Die hohe Sterblichkeit, die über alle Alterskohorten hinweg verteilt ist, vor allem aber die Säuglings- und Kinderjahrgänge erfasst, und somit die durchschnittliche Lebenserwartung senkt, führt nach oben hin zu einer quantitativen Abnahme der höheren Altersgruppen und verleiht der Bevölkerungspyramide die charakteristische, spitz zulaufende Erscheinungsform.

Aufgrund des hohen Anteils von Kindern und Jugendlichen sowie des geringen Anteils alter und vor allem hochbetagter Menschen ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung relativ gering. In Uganda beispielsweise sind 50% der Bevölkerung jünger als 15 Jahre und nur 3% älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter – genauer gesagt das Medianalter, welches die Bevölkerung in zwei gleich große Gruppen unterteilt – beträgt in diesem Land gerade einmal 14,9 Jahre (DSW-Datenreport 2006, Lexas Länderservice).

Ein weiteres, für diese Arbeit zentrales Charakteristikum besagter Altersstruktur ist das immense Wachstum(spotential). Eine Bevölkerung, deren Fertilität höher ist als die Mortalität, wächst. Gesellschaften mit einem pyramidenförmigen Altersaufbau werden aber auch dann eine absolute Zunahme verzeichnen, wenn die zusammengefasste Geborenenziffer (total fertility rate = TFR)[7] auf Ersatzniveau abgesunken ist, wenn sich also jede Elterngeneration durch ihre Kindergeneration zahlenmäßig gerade vollständig ersetzt. Der Grund hierfür ist in der breiten Basis der Alterspyramide zu suchen, genauer gesagt in der Zahl der neugeborenen Mädchen. Diese rücken sukzessive ins fertile Alter auf und bedingen bei gleichem reproduktiven Verhalten allein aufgrund ihrer Anzahl einen Wachstumsschub, der umso größer ist, je stärker die Sterblichkeit junger Menschen zurückgedrängt worden ist. Dieses eigendynamische, strukturelle Wachstum einer Bevölkerung, deren Fertilität bereits auf Ersatzniveau gesunken ist, wird als „positives demographisches Momentum“ bezeichnet.

Das strukturelle Wachstum endet erst dann, wenn die Fruchtbarkeit auf Ersatzniveau verbleibt und die geburtenstarken Jahrgänge das gebärfähige Alter vollendet haben.

Während dieses Prozesses wandelt sich die Pyramide zur Glocke. Ein glockenförmiger Altersaufbau beschreibt den Idealzustand einer Gesellschaft. Zwar fällt das Durchschnittsalter im Vergleich zur klassischen Pyramide deutlich höher aus, allerdings ist keine Altersgruppe überrepräsentiert. Das ausgeglichene Verhältnis zwischen den Generationen wird dadurch bedingt, dass jeder Neugeborenenjahrgang so groß ist wie der jeweils vorangegangene. Lediglich die natürliche Absterbeordnung, die sich zunehmend auf die hohen Altersgruppen konzentriert, bedingt die nach oben hin kuppelförmige Verjüngung des Altersaufbaus. Den Größten Anteil an der Bevölkerung stellen nun nicht mehr die jüngste Alterskohorten, sondern die Erwerbsfähigen dar, welche die abhängigen Bevölkerungsgruppen, also die noch nicht und nicht mehr erwerbsfähigen Menschen ohne Probleme finanzieren können.

Da sich Fertilität und Mortalität gegenseitig ausgleichen, wächst die Bevölkerung tendenziell nicht. Diese „stationäre“ Gesellschaft ist typisch für Industrieländer.

Sinkt die Fertilität im Zeitverlauf unter das Ersatzniveau und verbleibt dort langfristig, so bewirkt dies eine (fertilitätsgeleitete) Alterung der Bevölkerung, da sich durch das Ausbleiben des Nachwuchses der Anteil höherer Altersgruppen an der Bevölkerung automatisch vergrößert: die einstigen geburtenstarken Kohorten rücken sukzessive in die älteren Jahrgänge auf und bewirken ein „Anschwellen“ des Kopfes der ursprünglichen Alterspyramide. Neben der zunehmenden demographischen Alterung ist die langfristige natürliche Bevölkerungsabnahme das zweite grundlegende Kennzeichen dieses urnenförmigen Bevölkerungsaufbaus: Aufgrund der gleich bleibend geringen Fertilitätsraten ist jeder Geburtenjahrgang schwächer besetzt als der jeweils vorhergehende. Dies führt zu einem Ausfall potentieller Mütter in der kommenden Generation und bei weiterhin defizitärer Fertilität zu einem „Schrumpfungsprozess im Generationentakt“ (Schmid 2002b, S. 7), welcher als „negatives demographisches Momentum“ strukturell garantiert und vor allem die Industrieländer Europas vor große Herausforderungen stellen wird.

2.2 Von der Pyramide zur Urne: Die demographischen Übergänge

Um den Zusammenhang zwischen dem Entwicklungsniveau und der Bevölkerungsstruktur einer gegebenen Gesellschaft zu verdeutlichen, sei an dieser Stelle zunächst auf die von Gerhard Mackenroth 1953 entwickelte Theorie der generativen Strukturen zurückgegriffen. Bevölkerungen sind hiernach als „Bevölkerungsweisen“ oder „generative Strukturen“ zu erfassen, die in der Sozialstruktur einer jeweiligen Epoche verwurzelt und somit Ausdruck der gesellschaftlichen Verhältnisse sind. Mackenroth will damit ausdrücken, dass während einer bestimmten historischen Phase innerhalb einer gegebenen Bevölkerung ein charakteristisches Wechselspiel jener Komponenten, die die natürliche Bevölkerungsbewegung bestimmen, festzustellen ist. Bei den besagten Komponenten, die die generative Struktur bilden, handelt es sich um 1. die Nuptialität (die Heiratsverhältnisse, welche im durchschnittlichen Heiratsalter, der Heiratshäufigkeit und der Anzahl der Ehelösungen und Ehescheidungen zum Ausdruck kommt, und einen bestimmten Anteil von Junggesellen bedingen), 2. die Fertilität (die Anzahl von ehelich und außerehelich Geborenen und der zeitliche Abstand ihrer Geburt, der den Generationenabstand bestimmt), sowie 3. die Mortalität (die Anzahl der jährlichen Todesfälle nach Altersgruppen und Geschlecht) (vgl. Schmid 2002a, S. 2).

Alle drei Komponenten werden beeinflusst von den jeweils geltenden gesellschaftlichen Wertvorstellungen, Erfordernissen und Möglichkeiten und verändern sich demzufolge im Zuge des gesellschaftlichen Wandels. Dies wird deutlich, wenn man sich die Logik der demographischen Übergänge vor dem Hintergrund des fortschreitenden gesellschaftlichen Entwicklungsniveaus in Europa vor Augen führt.

Die hohe Sterblichkeit in den einstigen Agrargesellschaften Europas basierte im Allgemeinen auf einer relativ schlechten und einseitigen Nahrungsmittelversorgung, die durch umweltbedingte Missernten immer wieder zu Hungersnöten führte. Auch begünstigten schlechte hygienische Verhältnisse und ungenügende medizinische Kenntnisse die Ausbreitung von Epidemien wie Pest und Cholera die – ebenso wie kriegerische Auseinandersetzungen – eine Vielzahl von Todesopfern fordern.

Dem Nachwuchs kam in den damaligen Gesellschaften eine besondere Bedeutung zu. Kinder dienten in der Regel als billige Arbeitskräfte, die durch die Beteiligung in der Landwirtschaft einen eigenständigen Beitrag zum Familieneinkommen lieferten. Auch sicherten sie das Überleben ihrer Eltern, indem sie quasi als Alters-, Kranken- und Unfallversicherung fungierten. Und sie konnten durch eine geschickte Heirat mitunter zur Mehrung des Familienbesitzes beitragen.

Die ökonomische Bedeutung der Nachkommenschaft führte dazu, dass eine hohe Kinderzahl nicht nur Teil der Familienpolitik (Cromm 1988, S. 15), sondern – vor dem Hintergrund der Sterblichkeit – die einzige Chance der Menschen war zu überleben (Khalatbari 1999, S. 18).

Die Fruchtbarkeit vollzog sich aber nicht völlig unkontrolliert, sondern sie fand innerhalb des jeweiligen Ernährungs- und Erwerbsspielraumes statt. Beispielsweise war die außereheliche Fruchtbarkeit in Deutschland vor 1800 nicht nur sozial geächtet, sondern auch unter Strafe gestellt. Die gesellschaftlich anerkannte Geburt von Kindern war somit an die Ehe, und die Ehe an das Heiratsrecht gebunden. Heiraten aber durfte nur, wer eine Familie ernähren konnte, das heißt, wer im Besitz einer Bauernstelle, eines Handwerksbetriebes oder einer anderen einträglichen, beruflichen Stellung war. Geheiratet werden konnte also nur dann, wenn eine Stelle – als Folge guter wirtschaftlicher Verhältnisse oder nach Kriegen bzw. Seuchen – zur Verfügung stand. Somit war die Fruchtbarkeit über Heiratsalter und -häufigkeit nicht nur mit den wirtschaftlichen Verhältnissen, sondern auch mit der Sterblichkeit abgestimmt (Cromm 1988, S. 18).

Im Zuge der zunehmenden Industrialisierung der europäischen Gesellschaften führte zunächst die Modernisierung der Landwirtschaft zu einer verbesserten Nahrungsmittelproduktion. Diese wurde nicht nur durch den Übergang von der Dreifelder- zur Fruchtwechselwirtschaft, durch rationelle Viehhaltung und Kartoffelanbau, sondern vor allem auch durch die maschinelle Bearbeitung und den Einsatz von Mineraldüngern massiv gesteigert (ebd.).

Technische Errungenschaften wie Dampfschifffahrt und Eisenbahn ermöglichten eine schnellere Verteilung der Nahrungsmittel, so dass Engpässe aufgefangen und Hungersnöte verhindert werden konnten. Durch die Sicherstellung der Trinkwasserver- und der Abwasserentsorgung, sowie der zunehmenden Bedeutung der Körperpflege verbesserten sich die hygienischen Verhältnisse deutlich.

Eine direkte Folge der neuen Lebens- und Ernährungsbedingungen, und später auch der Fortschritte in der Medizin (Antibiotika, Schutzimpfungen), war der Rückgang der Sterblichkeit, welcher sich in der Abnahme der rohen Sterbeziffern äußerte. Die Fertilität (in Form der rohen Geborenenziffern) verblieb zunächst auf hohem Niveau und stieg in einigen europäischen Gesellschaften sogar an. Letzteres lag nicht nur daran, dass sich die physische Konstitution aller und speziell der gebärenden Mütter aufgrund der Ernährungslage gebessert hatte und somit die Häufigkeit des Kindsbetttodes abnahm. Vielmehr blieben die Menschen zunächst den alten Denkmustern verhaftet, welche eine hohe Kinderzahl nahe legten. Ebenso begünstigte der wirtschaftliche Aufschwung, der mit der Industrialisierung verbunden war, die finanzielle Stellung der Menschen, so dass das Heiratsalter sank, die Heiratshäufigkeit und somit die Fertilität anstieg.

Erst mit der Zeit – zunächst im städtischen Bürgertum und schließlich auch in der Landbevölkerung – passte sich die Fruchtbarkeit den neuen Verhältnissen an und folgte den Sterbeziffern in einen Abwärtstrend: Der Wandel von der Agrar- zur Industriegesellschaft ermöglichte, verlangte aber auch soziale und räumliche Mobilität. Kinder standen hierbei immer mehr im Weg. Die Reduzierung ihrer Anzahl fiel umso leichter, je mehr sich die Rolle des Nachwuchses – durch die Einschränkung und schließlich das Verbot der Kinderarbeit, die Einführung der Schulpflicht sowie kollektiver Sicherungssysteme (Kranken-, Unfall- und Alterssicherung) – vom Wirtschafts- zum Kostenfaktor wandelte. Die Emanzipation und die steigende Erwerbsbeteiligung der Frauen bei gleichzeitiger Ermangelung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die zunehmende Verstädterung mit ihren beengten und teuren Wohnverhältnissen, und schließlich auch die Rückdrängung der Säuglings- und Kindersterblichkeit, durch welche Ersatzgeburten fortan kaum mehr nötig waren, trugen ihr Übriges zur Senkung der Fertilität bei. Zentrale Voraussetzung für diesen Prozess war es jedoch, dass der Einfluss der Kirche, genauer gesagt die Bedeutung religiöser Normen zurückgedrängt wurde, und Verhütungsmittel zunehmend Verbreitung fanden (ebd.).

Fertilität und Mortalität pendelten sich schließlich auf einem geringen Niveau ein, wobei erstere marginal höher war als letztere.

Die skizzierten demographischen Entwicklungen, also der Übergang der beiden biosozialen Verlaufskurven von deren hohem auf ein vergleichsweise niedriges Niveau im Zuge der Industrialisierung und Modernisierung einer Gesellschaft wird als „erster demographischer Übergang“ bezeichnet. Aufgrund der zeitversetzten und asynchronen Abnahme (zunächst) der Mortalität und (dann) der Fertilität wird er von einem Bevölkerungswachstum begleitet (vgl. Abb. 1, Anhang), welches je nach zeitlicher Dauer des Übergangs, je nach Stärke der Abweichung der beiden Verlaufskurven und je nach Größe der Ausgangsbevölkerung variiert. Zwar hat der Übergang in den heutigen Industrienationen nicht zeitgleich eingesetzt, und auch der idealtypische Verlauf wurde aufgrund von wirtschaftlichen und historischen Ereignissen (Weltwirtschaftskrise, Erster Weltkrieg) nicht immer eingehalten, aber – und dies sei hervorzuheben – er hat sich aufgrund besagter gesellschaftlicher Umwälzungen in all diesen Ländern dem Prinzip nach vollzogen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Fertilität kurzfristig zu. Die zusammengefasste Geburtenziffer stieg in den Industrieländern auf durchschnittlich 2,8 und löste in vielen entwickelten Ländern einen Babyboom aus (Population Reference Bureau 2004, S. 7).

Mitte der 60er Jahre begannen die Geborenenziffern jedoch wieder zu sinken und sackten in vielen europäischen Bevölkerungen Anfang der 70er Jahre – erstmals in der Geschichte der Menschheit und vor allem langfristig – unter die Sterbeziffern ab (vgl. Birg 2003, S. 1). Das Absinken der Fertilität unter die Mortalität wird von Demographen als „zweiter demographischer Übergang“ und vom Volksmund als „Pillenknick“ bezeichnet. Letztgenannter Begriff verschleiert allerdings die eigentlichen Ursachen des drastischen Geburtenrückgangs. Die Einführung moderner Kontrazeptiva, ebenso wie rechtliche Neuerungen (z.B. die Liberalisierung des Abtreibungsrechts in Deutschland im Jahre 1972), erweiterten zwar den individuellen Handlungsspielraum und ermöglichten somit eine zuverlässige Familienplanung.

Die Erklärung dafür, warum von den neuen Möglichkeiten Gebrauch gemacht wurde (und wird), ist aber in der gesellschaftlichen Entwicklung zu suchen, die die Entscheidungsgrundlage für die Familienplanung zunehmend veränderte:

Der weitere Ausbau des sozialen Sicherungssystems, dessen Grundstein bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelegt wurde, transformierte die Rolle des Nachwuchses immer mehr. Das Auskommen eines jeden Individuums wurde zunehmend von einem anonymen Kollektiv übernommen. Kinder waren (und sind) für die finanzielle Absicherung des Einzelnen – vermeintlich – keine Notwendigkeit mehr. Ganz im Gegenteil: sie wurden (und werden) immer mehr als Belastung empfunden. Als die Reallöhne stiegen und sich die Lebensverlaufsalternativen (Berufswahl, Freizeitmöglichkeiten, ...) der Menschen mehrten und von ihnen immer mehr Mobilität abverlangten, nahmen automatisch die biographischen und ökonomischen Opportunitätskosten[8] von Kindern zu. Selbst wenn Nachwuchs gewollt war (ist), so neigten (neigen) vor allem viele junge, gut ausgebildete und stark berufsorientierte Frauen, die zunehmend auf den Arbeitsmarkt drängten (drängen), dazu, die Geburt des ersten Kindes aufzuschieben, um den zeitweiligen, möglicherweise auch völligen Rückzug aus dem Berufsleben zu verzögern. Dadurch verringert(e) sich nicht nur die Wahrscheinlichkeit zweiter, dritter oder gar weiterer Geburten, sondern es erhöht(e) sich auch die Gefahr einer ungewollten, lebenslangen Kinderlosigkeit (vgl. Roloff 2003, S. 13f).

Karrierestreben und die damit verbundene Konsumneigung – beides Aspekte, die sich am besten dann verwirklichen lassen, wenn man auf niemanden, schon gar nicht auf ein Kind, Rücksicht nehmen muss – sind als die Verkörperung neuer gesellschaftlicher Normen zu begreifen: Selbstverwirklichung des Einzelnen als hehres Ziel, das durch die neue Gültigkeit von postmaterialistischen und individualistischen Wertvorstellungen in Verbindung mit der zunehmenden Entfaltung kapitalistischer Kräfte nicht nur als Option vorgegeben, sondern fast schon von jedem Einzelnen abverlangt wird.

Die neue Lebensphilosophie drückt(e) sich auch in einer sinkenden Heiratsneigung, in einer gestiegenen Zahl der Ehelösungen und (somit) in einer Diversifizierung der Lebens- und Haushaltsformen (insbesondere der Ausbreitung des Singlehaushaltes) aus. All dies sind Aspekte, die der Fertilität abträglich sind, weil eine intakte Familie, trotz der Zunahme außerehelicher Fruchtbarkeit, nach wie vor als Basis der generativen Reproduktion anzusehen ist (vgl. Schmid 2003a, S. 153).

Es ist allerdings zu betonen, dass Unterschiede in der Ausgestaltung sozialer Institutionen und Unterschiede im kulturellen Selbstverständnis die Höhe der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau beeinflussen können. In Frankreich werden Kinder beispielsweise als „öffentliche Angelegenheit“ verstanden und Familienpolitik beschränkt sich nicht nur auf finanzielle Aspekte (Bundeszentrale für politische Bildung 2004, S. 23). Dies zeigt sich daran, dass das Nachbarland Deutschlands, ebenso wie Schweden, über ein gut ausgebautes Kinderbetreuungssystem verfügt. In beiden Nationen liegt die Gesamtfruchtbarkeitsziffer zwar unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1, aber mit 1,9 in Frankreich bzw. 1,8 in Schweden deutlich höher als in Deutschland oder dem angeblich kinderfreundlichen Italien (in beiden Ländern beträgt die TFR 1,3) (DSW-Datenreport 2006). Auch können wirtschaftliche Unsicherheiten und politische Umwälzungen maßgeblichen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben. In manchen Ländern Osteuropas (z.B. Rumänien, Polen, ehemalige Tschechoslowakei), die noch in den 70ern Jahren ein Geburtenhoch verzeichnen konnten, setzte der Rückgang der Fertilität erst in den 80er Jahren ein. Dieser beschleunigte sich dann aber nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem damit einsetzenden wirtschaftlichen und politischen Transformationsprozess rapide. Mittlerweile hat sich die TFR in den meisten osteuropäischen Ländern wieder etwas erholt und liegt auch dort bei durchschnittlich 1,3 Kindern pro Frau. (Fassmann e.a., S. 1ff.; DSW-Datenreport 2006).

Der Tatsache, dass länderspezifische Unterschiede bestehen, weiter nachzugehen, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Und auch die gewählte, relativ kurze und pauschale Darstellung der gesellschaftlichen und demographischen Entwicklungen wird nicht jedem Fall gerecht. Dennoch soll sie genügen, um allgemeine Tendenzen in Europa zu verdeutlichen. Wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass (noch) nicht alle Länder Europas den zweiten demographischen Übergang bereits vollzogen haben.

Abbildung 2 zeigt – ohne dass sie tiefgehender Erläuterung bedarf – den Stand des demographischen Übergangs in verschiedenen Weltregionen im Jahre 2001.[9] Während Osteuropa den zweiten Übergang durchlaufen hat und das restliche Europa diesem Schicksal früher oder später folgen wird, befinden sich die weniger entwickelten Peripherieländer Europas in Nordafrika und Westasien gerade in der Hochphase des ersten Übergangs und erfahren ein immenses Bevölkerungswachstum. Darüber hinaus sei hervorzuheben, dass das Hinterland der Peripherie, genauer gesagt das gesamte restliche Afrika, aufgrund der deutlich ausgeprägteren Differenz von Geburten- und Sterbefällen noch höhere Zuwächse zu verzeichnen hat.

Das starke Auseinanderdriften der beiden biosozialen Verlaufskurven in nahezu allen Entwicklungsländern stellt eine Besonderheit im Vergleich zu den damaligen demographischen Entwicklungen in Europa dar. Erklärt werden kann es dadurch, dass sich der demographische Übergang in den weniger entwickelten Ländern nicht als inhärenter Prozess vollzieht, der durch eine

Abb. 2: Stand des demographischen Übergangs in verschiedenen

Weltregionen 2001

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Schmid 2002a, S. 3

gesamtgesellschaftliche Entwicklung initiiert wurde. Vielmehr wurde der Rückgang der Sterblichkeit in diesen Bevölkerungen durch den Transfer von Wissen und Technologie, namentlich auf dem Gebiet der Medizin, eingeleitet (vgl. Schmid 2003b). Während die Mortalität schnell und stark sinkt, gibt die übrige sozioökonomische Entwicklung in diesen Länder allerdings kaum Anlass dazu, die Anzahl der Kinder maßgeblich einzuschränken. Zudem – und dies stellt eine zweite Besonderheit dar – sind die Bevölkerungen der heutigen Übergangsländer weitaus größer als jene im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts. „Bevölkerungsgrößen von 100 Millionen bis zu einer Milliarde Menschen wie China und Indien gab es im alten Europa nicht.“ (ebd.). Die logische Konsequenz niedriger Mortalität und hoher Fertilität in großen Ausgangspopulationen stellen starke absolute Zuwächse dar. Während die sich industrialisierenden Staaten Europas ihre Menschenüberschüsse in der damaligen Zeit nach Nordamerika und Australien exportieren konnten, besteht diese Option für die Entwicklungsländer heute nicht bzw. nicht in ausreichendem Maße.

[...]


[1] Demographische Daten basieren – soweit nicht anderweitig angegeben – auf den Berechnungen der United Nations Population Division (http://esa.un.org/unpp/ (20.12.2006)

[2] Die natürliche Bevölkerungsbewegung ergibt sich aus Fruchtbarkeit (Fertilität) und Sterblichkeit (Mortalität). Ist die Fertilität größer als die Mortalität, so spricht man vom natürlichen Bevölkerungswachstum, vice versa von der natürlichen Bevölkerungsabnahme. Gleichen sich Fertilität und Mortalität aus, so ist kein natürliches Wachstum (Nullwachstum) zu verzeichnen.

[3] Die räumliche Bevölkerungsbewegung ist das Ergebnis der Zuwanderungen in eine und der Abwanderungen aus einer Bevölkerung. Überwiegt die Anzahl der Zuwanderungen diejenige der Abwanderungen, so spricht man von einem positiven Außenwanderungssaldo, andernfalls von einem negativen Außenwanderungssaldo. Ein ausgeglichener Außenwanderungssaldo beschreibt Zu- und Abwanderungen in gleicher Höhe.

[4] Diese Gruppe umfasst alle Länder Europas sowie Nordamerikas, zuzüglich Australien, Neuseeland und Japan

[5] Eigene Berechnung auf Basis der Daten der UN-World Population Propects.

[6] Zu den Ländern Europas zählen im Folgenden: (Nordeuropa:) Dänemark, Estland, Faröer-Inseln, Finnland, Island, Irland, Kanalinseln, Lettland, Litauen, Norwegen, Schweden, Vereinigtes Königreich und Nordirland, (Westeuropa:) Belgien, Deutschland, Frankreich, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco, Niederlande, Österreich, Schweiz, (Osteuropa:) Bulgarien, Moldawien, Polen, Russische Föderation, Slowakei, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn, Weißrussland, (Südeuropa:) Albanien, Andorra, Bosnien und Herzegowina, Gibraltar, Griechenland, Italien, Malta, Mazedonien, Kroatien, San Marino, Serbien und Montenegro, Slowenien und Spanien.

Die Peripherie umfasst folgende Länder: (Nordafrika:) Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko, Sudan, Tunesien, Westsahara, (Westasien:) Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Georgien, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Syrien, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Zypern.

Die hier gewählte Definition Europas und seiner Peripherie weicht von der an anderer Stelle (Wöhlcke e.a. 2004, S. 33) Vorgeschlagenen stellenweise ab. Dies liegt darin begründet, dass in der vorliegenden Arbeit weniger politische, als vielmehr demographische und kulturelle Aspekte im Vordergrund stehen und zusätzlich die Vergleichbarkeit der verfügbaren Daten gewährleistet werden soll

[7] Die zusammengefasste Geborenenziffer ist die Summe der altersspezifischen Geborenenziffern aller Frauen im gebärfähigen Alter. Sie ist ein gängiges Maß für die Fruchtbarkeit und kann vereinfacht als durchschnittliche Anzahl von Kindern pro Frau interpretiert werden.

[8] „Ökonomische Opportunitätskosten“ sind jene vorgestellten oder realen Kosten, die dem Einzelnen durch die Erziehung von Kindern in Form des Verzichts auf Einkommen entstehen. Fernerhin stellt die Entscheidung für ein Kind eine langfristige Festlegung im Lebenslauf dar und lässt andere biographische Alternativen unmöglich erscheinen. Die vorgestellten oder tatsächlichen, entgangenen Möglichkeiten bezeichnet man als „biographische Opportunitätskosten“.

[9] Obgleich sich die Daten seitdem leicht geändert haben (die rohen Geburtenraten von Westasien und Nordafrika haben sich angeglichen und liegen jetzt bei 26; die rohen Sterberaten der beiden Regionen betragen 6 (DSW-Datenreport 2006)), vermittelt die Graphik immer noch ein realitätsgerechtes Bild.

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Details

Titel
Europa im dritten demographischen Übergang? Über Ursachen, Verlauf, Folgen und Wechselwirkungen ungleicher demographischer Entwicklungen in und um Europa
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
HS "Zur Demographie der Weltbevölkerung und Weltspannungen"
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
51
Katalognummer
V66483
ISBN (eBook)
9783638590631
ISBN (Buch)
9783638848862
Dateigröße
1145 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Europa, Ursachen, Verlauf, Folgen, Wechselwirkungen, Entwicklungen, Demographie, Weltbevölkerung, Weltspannungen
Arbeit zitieren
Sebastian Wiesnet (Autor), 2006, Europa im dritten demographischen Übergang? Über Ursachen, Verlauf, Folgen und Wechselwirkungen ungleicher demographischer Entwicklungen in und um Europa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66483

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