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Wirtschaftssanktionen zwischen Ost und West, 1947 - 1958 - Das CoCom-Embargo

Titel: Wirtschaftssanktionen zwischen Ost und West, 1947 - 1958 - Das CoCom-Embargo

Hausarbeit , 2006 , 33 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marc Bonenberger (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Konsolidierung der kommunistischen Kräfte Osteuropas in der kapitalistischen Welt zu der Furcht, dass sich der Kommunismus auch auf die westeuropäischen Staaten ausbreiten könnte. Die neue Weltmacht USA hatten sich zum Ziel gesetzt, der Gefahr entgegenzuwirken und den sowjetischen Expansionsdrang Richtung Westen einzudämmen. Als geeignetes Mittel erschien ihr die Errichtung eines Embargos auf strategische Güter im Hoch-Technologiesektor, da die Sowjetunion wegen ihrer Industrialisierungsbemühungen hier am ehesten angreifbar war. Um die Wirksamkeit zu gewährleisten, mussten jedoch auch die westeuropäischen Staaten dazu bewegt werden, sich am Embargo gegen die Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten zu beteiligen. Aufgrund der vorherrschenden Dollarkrise in Europa stellte sich das jedoch bald als ein schwieriges Unterfangen heraus. Denn die westeuropäischen Staaten beabsichtigten die Krise durch eine Expansion auf andere, vor allem die osteuropäischen Märkte zu bewältigen und waren daher an einem umfangreichen Embargo weniger interessiert. Durch den zunehmenden Druck der Vereinigten Staaten erklärten sie sich letztlich aber bereit, an dem Embargo mitzuwirken. Ende 1949 wurde die geheime Organisation CoCom ins Leben gerufen, an der außer Island alle damaligen NATO-Mitglieder und Japan mitarbeiteten und durch die das Embargo koordiniert werden sollte. Außerdem brachten die USA in bilateralen Bemühungen circa vierzig weitere Staaten dazu, in der einen oder anderen Form an ihrer Politik mitzuwirken. Demnach waren mehr als fünfzig nichtkommunistische Länder am Wirtschaftskrieg gegen den Ostblock beteiligt.

In dieser Arbeit stehen die Jahre 1947 – 1958 im Mittelpunkt. Es wird der Frage nachgegangen, wie das Embargo der Westmächte koordiniert war und welche Auswirkungen es auf die betroffenen Regionen hatte. Zur Beantwortung dieser Frage werden der Marshallplan, CG-CoCom, der Battle Act und ihre Zusammenhänge untersucht und die Auswirkungen des Embargos auf die USA, Westeuropa und schließlich auf die Sowjetunion samt ihrer osteuropäischen Satellitenstaaten analysiert; insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf den Osthandel Westeuropas und auf die Entwicklung der sowjetischen Industrie während des Embargos.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind Wirtschaftssanktionen?

3. Das Embargo gegen den Ostblock

3.1. Der Marshallplan

3.2. Das Embargo im Zeichen des Marshallplans

3.3. CG-CoCom

3.3.1. Die Organisation

3.3.2. Die Handhabung

3.4. Der Battle Act

4. Reaktionen im Osten

5. Auswirkungen des Embargos

5.1. USA

5.2. Westeuropa

5.3. UdSSR und ihre Satelliten

6. Der Verfall des CoCom

7. Schlussbemerkungen

8. Bibliographie

8.1. Quellen

8.2. Sekundärliteratur

8.3. Hilfsmittel

8.4. Internetauftritte

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Koordination des westlichen Embargos gegenüber dem Ostblock zwischen 1947 und 1958 sowie dessen Auswirkungen auf die betroffenen Regionen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Effektivität dieser Wirtschaftssanktionen und das Spannungsfeld zwischen sicherheitspolitischen Zielen der USA und den wirtschaftlichen Interessen Westeuropas.

  • Methodische Koordinierung des CoCom-Embargos durch Institutionen wie Marshallplan und Battle Act.
  • Reaktionen des Ostblocks auf die restriktive Handelspolitik des Westens.
  • Wirtschaftliche Folgen des Embargos für die USA, Westeuropa und die Sowjetunion.
  • Analyse des Verfalls des CoCom-Systems gegen Ende der 1950er Jahre.
  • Diskussion der Wirksamkeit von Wirtschaftssanktionen in einer hegemonialen Konstellation.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Am 3. Oktober 1949 schrieb das „Time Magazine“: „The dark thunderstorm that had lowered over Washington all morning broke with a crash of thunder and a rattle of hail just as the President's statement was handed to White House reporters: “We have evidence that within recent weeks an atomic explosion occurred in the U.S.S.R.” […] The news hit the nation with the jarring impact of a fear suddenly become fact. […] For the first time, U.S. citizens would know, as much of the world had known since 1945, how it feels to live under the threat of sudden destruction—coming like a clap of thunder and a rattle of hail.”

Nur wenige Wochen zuvor – am 29. August um 00:00 Uhr WEZ – hatte die Sowjetunion, von der internationalen Öffentlichkeit unbemerkt, etwa 160 km südwestlich von Semipalatinsk (Kasachstan) ihren ersten Atombombentest durchgeführt. Am 3. September flog Oberleutnant Robert Johnson, Pilot der US Air Force, einen Routineeinsatz von Japan nach Alaska, um aus der Atmosphäre der Kamtschatka-Region (Russisch-Fernost) Filterproben zu entnehmen, die daraufhin auf erhöhte Radioaktivität überprüft werden sollten. Nach seiner Landung auf der Eielson Air Force Base übergab er die Proben an das dortige Forschungslabor. Die wissenschaftlichen Analysen erwiesen eine Radioaktivität, die 300 % über dem Alarmwert lag. Nur diesmal konnten geophysikalische Ursachen mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Es dauerte aber noch bis zum 19. September, währenddessen die Proben durch verschiedene Labors in den USA und England gereicht wurden, bis eindeutig bewiesen wurde, dass die Sowjets eine Atombombe gezündet hatten und die auch noch beinahe exakt dem Typ entsprach, den die USA 1945 über Nagasaki abgeworfen hatten (Typ Mark III). Nachdem Präsident Harry S. Truman am 23. September 1949 die Nachricht über den sowjetischen Atombombentest publik gemacht hatte, war auch für jedermann klar, dass die Amerikaner ihr Atom-Monopol verloren und die Sowjets ein nukleares Patt erreicht hatten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext des nuklearen Wettrüstens sowie den Übergang zur amerikanischen Containment-Politik und das daraus resultierende strategische Embargo.

2. Was sind Wirtschaftssanktionen?: Erläutert die theoretischen Grundlagen, Definitionen und die verschiedenen Konstellationen von Wirtschaftssanktionen im Rahmen der internationalen Beziehungen.

3. Das Embargo gegen den Ostblock: Detaillierte Analyse der Instrumente zur Embargodurchführung, insbesondere des Marshallplans, der Gründung von CoCom und der Einführung des Battle Acts.

4. Reaktionen im Osten: Untersucht die sowjetischen Gegenmaßnahmen, wie die Gründung des Kominform und des COMECON, um die wirtschaftliche Integration des Ostblocks voranzutreiben.

5. Auswirkungen des Embargos: Analysiert die ökonomischen Folgen für die beteiligten Akteure, unter besonderer Berücksichtigung der Dollarkrise in Westeuropa und der sowjetischen Substitutionsfähigkeit.

6. Der Verfall des CoCom: Erläutert die Gründe für die Lockerung und spätere Revision der Embargolisten ab 1953/1954 vor dem Hintergrund veränderter politischer Rahmenbedingungen.

7. Schlussbemerkungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das CoCom-Embargo als ein nur bedingt schädliches Instrument, das letztlich die sowjetische Autarkiebestrebung begünstigte.

Schlüsselwörter

Wirtschaftssanktionen, CoCom, Kalter Krieg, Marshallplan, Embargo, Containment-Politik, Sowjetunion, USA, Westeuropa, COMECON, Battle Act, strategische Güter, Autarkie, Systemkonkurrenz, Außenhandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das von den westlichen Mächten koordinierte Embargo gegen den Ostblock in der frühen Phase des Kalten Krieges (1947–1958) und seine Auswirkungen auf die beteiligten Wirtschaftsräume.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Zentrum stehen die Entstehung der CoCom-Organisation, die Implementierung der Ausfuhrkontrollen durch Marshallplan und Battle Act sowie die Gegenreaktionen der Sowjetunion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wie das Embargo koordiniert wurde und welche realen Auswirkungen es auf die betroffenen Regionen sowie den Ost-West-Handel hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Primärdokumenten und politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur zu Wirtschaftssanktionen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kontrollinstrumente, die Analyse der Reaktionen im Osten, die Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen und die Gründe für den Verfall des CoCom-Systems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wirtschaftssanktionen, CoCom, Containment, Marshallplan, strategische Güter und der Kalte Krieg.

Welche Rolle spielte der Battle Act bei der Embargopolitik?

Der Battle Act legitimierte die amerikanischen Ausfuhrkontrollen rechtlich und verknüpfte die Gewährung von US-Hilfeleistungen direkt mit der Einhaltung der Embargobestimmungen durch die Empfängerländer.

Warum wird das CoCom-Embargo in der Arbeit als Fehlschlag interpretiert?

Aufgrund der hohen Substitutionsfähigkeit der Sowjetunion konnte das Embargo die sowjetische Entwicklung kaum behindern, förderte jedoch das Streben nach Autarkie und schadete gleichzeitig den westeuropäischen Wirtschaftsinteressen.

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Details

Titel
Wirtschaftssanktionen zwischen Ost und West, 1947 - 1958 - Das CoCom-Embargo
Hochschule
Universität Basel  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Marc Bonenberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
33
Katalognummer
V66511
ISBN (eBook)
9783638590860
ISBN (Buch)
9783638671484
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftssanktionen West CoCom-Embargo Seminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marc Bonenberger (Autor:in), 2006, Wirtschaftssanktionen zwischen Ost und West, 1947 - 1958 - Das CoCom-Embargo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66511
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Leseprobe aus  33  Seiten
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