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Ethische Konflikte in der internationalen Unternehmung

Title: Ethische Konflikte in der internationalen Unternehmung

Research Paper (undergraduate) , 2006 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Martina Roglmeier (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Ethische Konflikte in der internationalen Unternehmung

1 Einleitung: Ethik in der Unternehmung?

„Kommt ein Student zu seinem Professor und sagt, er wolle Wirtschaftsethik studieren. Die Antwort des Professors lautet, er müsse sich schon entscheiden, entweder Wirtschaft oder Ethik.“

Obenstehendes Zitat spiegelt eine gebräuchliche Einstellung wider – nämlich, dass Ethik und Wirtschaft nichts miteinander zu tun haben. Das grundlegende Prinzip eines Unternehmens beruht auf Gewinnmaximierung, bzw. Wettbewerbsfähigkeit. Aus dieser Perspektive stellen ethische Belange wie faire Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern oder Umweltschutz nur zusätzliche Kosten dar und mindern darum in erster Linie den Gewinn.
Beispielsweise wird sich ein Unternehmen wohl nicht freiwillig für die Anschaffung einer teuren Filteranlage entscheiden, wenn keine gesetzliche Notwendigkeit besteht. Die hohen Kosten der Filteranlage würden die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten ohne derartige Filteranlage mindern. Zudem kommt die Wirkung der Filteranlage hauptsächlich der im Umland wohnenden Bevölkerung, bzw. auch der „Nachwelt“ zu Gute, das Unternehmen selbst jedoch hat keinen direkten Nutzen.
Ein Unternehmen ist in seinem Handeln mit dem Konflikt konfrontiert, zwischen Moralität und Rentabilität einer Entscheidung abwägen zu müssen. Folgende Grafik veranschaulicht die unterschiedlichen Szenarien, die sich daraus ergeben.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Ethik in der Unternehmung?

2 Begriffserläuterung: Unternehmensethik

2.1 Unternehmensethik als Teilbereich der Wirtschaftsethik

2.2 Aufgabengebiet der Unternehmensethik

3 Unternehmensethik im Kontext der Globalisierung

3.1 Steigende ethische Verantwortung für multinationale Unternehmen

3.2 Konflikte zwischen Unternehmen und Stakeholdern

3.2.1 Konflikte in der Beziehung zum Mitarbeiter

3.2.2 Konflikte in der Beziehung zum Konsumenten

3.2.3 Konflikte in der Beziehung zu Zulieferern und Konkurrenten

3.2.4 Konflikte in der Beziehung zu Shareholdern

3.2.5 Konflikte in der Beziehung zum gesellschaftlichen Umfeld

3.2.6 Konflikte in der Beziehung zum Staat

4 Der UN Global Compact als Lösungsansatz globaler Regulierung

5 Praxisbeispiel: Novartis

Zielsetzung und Forschungsfokus

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen Spannungsfelder, in denen multinationale Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung agieren, und beleuchtet dabei insbesondere die Konflikte zwischen wirtschaftlichem Profitstreben und moralischer Verantwortung. Die Forschungsfrage widmet sich der Identifikation dieser Konfliktpunkte gegenüber verschiedenen Stakeholder-Gruppen und evaluiert den UN Global Compact sowie Praxisbeispiele als mögliche Lösungsansätze für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung.

  • Bedeutung und Aufgabenbereiche der Unternehmensethik
  • Ethische Verantwortlichkeiten multinationaler Konzerne im globalen Kontext
  • Analyse von Konfliktpotentialen mit Mitarbeitern, Kunden, Zulieferern und dem Staat
  • Untersuchung des UN Global Compact als globales Regulierungsmodell
  • Praktische Umsetzung ethischer Standards am Beispiel des Novartis-Konzerns

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Konflikte in der Beziehung zum Mitarbeiter

Während in industrialisierten Ländern sehr weit reichende Regelungen zum Angestelltenschutz und zum Schutz der Rechte des Individuums bestehen, fehlt es in den klassischen Niedriglohnländern oft schon an grundlegenden gesetzlichen Bestimmungen, wie einer wirkungsvollen Verankerung der Menschenrechte. In diesem Fall untersteht es der Entscheidung des Unternehmens ethische Belange der Mitarbeiter zu berücksichtigen, was jedoch aufgrund der höheren Kosten nicht oder nur halbherzig geschieht. Die Folge daraus sind beispielsweise Kinderarbeit, Löhne unterhalb des Existenzminimums, gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz und unmenschliche Arbeitsbedingungen.

Da der Kostenfaktor bei Standortentscheidungen einer der wichtigsten Aspekte ist, sind niedrige ethische Standards gewissermaßen ein Wettbewerbsvorteil für Niedriglohnländer und bewirken daher, dass sich Regierungen im sogenannten „race to the bottom“ bezüglich der Regelung ethischer Normen gegenseitig unterbieten. Multinationale Unternehmen wirken damit der Schaffung adäquater Umwelt- und Sozialstandards entgegen.

Die Entscheidung, welche ethischen Standards in der Unternehmung Berücksichtigung finden, wird zudem erschwert durch die unterschiedliche Bedeutung ethischer Werte in verschiedenen Kulturen. Während etwa Kinderarbeit in Europa als absolut unethisch gilt, haben asiatische Länder hierzu eine moderatere Einstellung. Ethische Werte besitzen weltweit keine universelle Gültigkeit, wie schon Hofstede in der kulturellen Kategorisierung nach Individualismus/Kollektivismus, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung und Maskulinität/Femininität belegte (sh. Unterlagen zu Interkulturelles Management). Die spezifischen Wertvorstellungen einer Kultur wiederum haben Rückwirkungen auf das Verhältnis zwischen Angestellten und Führungskräften.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Ethik in der Unternehmung?: Die Einleitung diskutiert das verbreitete Vorurteil, dass Wirtschaft und Ethik unvereinbar seien, und führt in das Spannungsfeld zwischen Rentabilität und moralischem Handeln ein.

2 Begriffserläuterung: Unternehmensethik: Dieses Kapitel definiert Unternehmensethik als zentralen Teilbereich der Wirtschaftsethik und grenzt sie von der Ordnungs- und Individualethik ab.

3 Unternehmensethik im Kontext der Globalisierung: Hier wird analysiert, warum multinationale Unternehmen durch die Globalisierung eine gesteigerte ethische Verantwortung tragen und welche konkreten Konflikte mit verschiedenen Stakeholdern entstehen.

4 Der UN Global Compact als Lösungsansatz globaler Regulierung: Das Kapitel stellt den UN Global Compact als freiwilliges Instrument zur Förderung ethischer Standards in Unternehmen vor.

5 Praxisbeispiel: Novartis: Anhand des Pharmaunternehmens Novartis wird illustriert, wie ein global agierender Konzern ethische Prinzipien wie das Recht auf Gesundheit in seine Geschäftspolitik integriert.

Schlüsselwörter

Unternehmensethik, Wirtschaftsethik, Globalisierung, Multinationale Unternehmen, Stakeholder, UN Global Compact, Menschenrechte, Kinderarbeit, Moralität, Rentabilität, Sozialstandards, Novartis, Unternehmensverantwortung, Sweatshops, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Verantwortung von multinationalen Unternehmen, die in einem globalen Markt agieren und dort oft mit fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen konfrontiert sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Definition der Unternehmensethik, die verschiedenen Konfliktformen zwischen Konzernen und ihren Interessengruppen (Stakeholdern) sowie Lösungsansätze zur globalen Regulierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie multinationale Konzerne trotz Gewinnmaximierungsdruck ethische Standards etablieren können und welche Mechanismen (wie der UN Global Compact) dabei unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse zu den Grundlagen der Unternehmensethik sowie der Untersuchung von Fallbeispielen zur Illustration der praktischen Umsetzung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die spezifischen Konflikte mit Mitarbeitern, Konsumenten, Zulieferern, Shareholdern, dem gesellschaftlichen Umfeld und dem Staat detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Unternehmensethik, Globalisierung, Stakeholder-Management, Corporate Social Responsibility und ethische Standards charakterisiert.

Warum ist das "race to the bottom" für die Unternehmensethik kritisch?

Dieser Begriff beschreibt den Wettbewerb von Ländern, ethische Normen bewusst niedrig zu halten, um Investitionen anzuziehen, was die Schaffung notwendiger Sozial- und Umweltstandards durch Unternehmen behindert.

Was zeichnet das Engagement von Novartis laut der Arbeit aus?

Novartis wird als positives Beispiel hervorgehoben, da das Unternehmen nicht nur Mitglieder der ersten Stunde des UN Global Compact ist, sondern auch aktiv durch kostenlose Medikamentenabgabe und Sozialstandards auf die Einhaltung ethischer Grundsätze setzt.

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Details

Title
Ethische Konflikte in der internationalen Unternehmung
College
University of Applied Sciences Landshut  (FH)
Course
Internationale Unternehmensführung
Grade
2
Author
Martina Roglmeier (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V66543
ISBN (eBook)
9783638601597
ISBN (Book)
9783640806904
Language
German
Tags
Ethische Konflikte Unternehmung Internationale Unternehmensführung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Roglmeier (Author), 2006, Ethische Konflikte in der internationalen Unternehmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66543
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