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Intermedialität und Urbanität im Medienwandel. Die urbane Lebenswelt in Hörspiel, Roman und Film am Beispiel von 'Berlin Alexanderplatz'

Title: Intermedialität und Urbanität im Medienwandel. Die urbane Lebenswelt in Hörspiel, Roman und Film am Beispiel von 'Berlin Alexanderplatz'

Bachelor Thesis , 2006 , 62 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Amely Braunger (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Die im 19. Jahrhundert beginnende Industrialisierung in Deutschland, der damit verbundene technische Fortschritt und die gesellschaftspolitischen Umbrüche am Beginn des 20. Jahrhunderts haben innerhalb der letzten 100 Jahre den Lebensstil des modernen Menschen maßgeblich beeinflusst. Mit dem Ausbau der Infrastruktur durch moderne Fortbewegungsmittel wie Omnibus und Straßenbahn, zahlreichen Amüsements und kulturellen Angeboten wie Varieté und Kino sowie der Technisierung und Automatisierung der Alltags- und Arbeitswelt wurden urbane Ballungsgebiete als Lebens- und Schaffensräume immer reizvoller. In Deutschland lässt sich der Prozess der Urbanisierung am deutlichsten in der Großstadt Berlin beobachten: In den 20er Jahren konnte das Arbeits- und Wohnungsangebot mit dem explosionsartigen Anstieg der Einwohnerzahl nicht mehr Schritthalten, viele Menschen lebten am Existenzminimum und sahen sich dennoch mit den Ansprüchen der wachsenden Konsumherrschaft konfrontiert. Für sie entpuppten sich die Erfahrungen der modernen Großstadt als Schockerlebnis. In der expressionistischen Literatur und den Werken der Futuristen wurde diese neu empfundene Stadterfahrung zum künstlerischen Gegenstand. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den veränderten Wirklichkeitserfahrungen und Wahrnehmungsstrukturen des urbanen Lebens am Beginn des 20. Jahrhunderts ausgehend von Döblins „Berlin Alexanderplatz“ auf den Grund zu gehen. Im Rahmen einer medienhistorischen Untersuchung wird ein medienspezifischer Vergleich der literarischen, auditiven und audio-visuellen Bearbeitungen des „Berlin Alexanderplatz“-Stoffes angestrebt. Ausgehend von Döblins Roman werden in der Reihenfolge ihrer Entstehung die Bearbeitungen des „Berlin Alexanderplatz“ durch Max Bing, Phil Jutzi und Rainer Werner Fassbinder in ihren Grundzügen vorgestellt sowie auf medienspezifische und medienhistorische Differenzen untersucht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die detaillierten Analysen von Roman, Hörspiel, Film und TV-Serial, die darauf abzielen, die Wahrnehmungsstrukturen in der Großstadt zu entschlüsseln, das menschliche Verhalten im Verhältnis zum dynamischen Stadtleben zu betrachten sowie die Beziehung zwischen Stadt, Natur und Mensch kritisch zu hinterfragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Die moderne Großstadt: Stadtbild und künstlerisches Abbild in den 20ern

2. Arbeitsziele: Absichten und Vorgehensweise

II. Medien, Kunstwerke und ihre Vermittlung zwischen den Künsten

1. Vom Einzelmedium zur Intermedialität

2. Wie die Form den Inhalt bestimmt: Medienspezifische Prozesse in Literatur, Hörspiel, Film und Fernsehen

3. Medienwechsel, Adaption und Werktreue

4. Das Wechselspiel der Künste: Montage, Collage und Zitat

III. Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf“

1. Struktur und Inhalt – ein Überblick

2. Die Großstadt als Mosaik der Sinne

2.1 Erzählstil und Montagetechniken

2.2 Schnitter Tod, Hure Babylon und die Morgenpost

3. Der Roman als „geschriebener Film“?

IV. „Die Geschichte vom Franz Biberkopf“ in der Hörspielfassung

1. Wie der Roman zum Hörspiel wurde

2. Wer spricht? Das akustische Szenario der urbanen Lebenswelt

3. Inhaltliche Differenzen zur Romanvorlage

V. Phil Jutzis „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte Franz Biberkopfs“

1. Der Autor als Cineast

2. Die Verfilmung des „geschriebenen Films“

3. Jutzis Berlin: die „filmische“ und die „reale“ Stadt

VI. Rainer Werner Fassbinders „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf“

1. Fassbinders Auseinandersetzung mit Döblins Romanvorlage

2. Die urbane Lebenswelt im heimischen Wohnzimmer

2.1 „Berlin Alexanderplatz“ als TV-Serial

2.2 Innen- und Außenräume: Die Stadt im Inneren des Menschen

3. Vereint im Werk? Fassbinder und Döblin: Versuch einer künstlerischen Annäherung

VII. Vergleichende Medienanalyse: Das Bild des Ganzen und die Demontage des Einzelnen

1. Die Stadt-Mensch-Beziehung

1.1 Die Sprache der Stadt und die Sprachlosigkeit ihrer Menschen

1.2 Der Mensch in der Großstadt

1.3 Die Übermacht der Dinge und der Verlust von Subjektivität

2. Stadt und Natur – Chaos und Harmonie – Tod und Leben

3. Die Stadt als Organ der Menschheitsgeschichte

VIII. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den medienübergreifenden Wandel bei der Darstellung urbaner Lebenswelten, basierend auf Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“. Ziel der Arbeit ist es, die spezifischen Wahrnehmungsstrukturen und Wirklichkeitserfahrungen in den verschiedenen medialen Umsetzungen (Roman, Hörspiel, Film und TV-Serial) kritisch zu vergleichen und zu analysieren, wie der Mensch in der Großstadt dargestellt wird.

  • Medienhistorische Analyse der Großstadterfahrung
  • Intermediale Transformationen von Literatur in Hörspiel und Film
  • Strukturanalyse der Montagetechnik in Döblins Romanvorlage
  • Vergleich der medialen Wahrnehmungsweisen bei Jutzi und Fassbinder
  • Einfluss der Großstadt auf die menschliche Subjektivität und Sprache

Auszug aus dem Buch

3. Medienwechsel, Adaption und Werktreue

Schriftliche, auditive und visuelle Kommunikationsformen existieren nicht nur nebeneinander sondern stehen in einem intensiven Austausch, der jedoch nicht ohne Reibung verläuft. Versteht man Intermedialität als „Form einer Differenz in einem spezifischen Formwandel“, so bildet der Medienwechsel dabei das Paradigma der Transformation eines medienspezifisch fixierten Produkts in die Form eines anderen Mediums. Dabei ist zu beachten, dass der Film immer intermediale Bezüge aufweisen, da sich sein filmischer Code nicht nur visueller sondern auch auditiver Zeichen bedient. Peter Zima ist sogar der Meinung, dass jede Kunstform über ihre Grenzen hinausweist und als „eine ars pro toto der Gesamtkunst zu betrachten“ ist. Er unterstreicht die Gemeinsamkeiten der einzelnen Künste, weist jedoch auch darauf hin, dass es sich jeweils um „den spezifischen, unverwechselbaren Charakter“ einer medialen Form handelt, womit betont wird, dass mit einem Medienwechsel keine bloße Übertragung eines Inhalts in ein anderes Medium mit denselben medialen Bedingungen zu verstehen ist, sondern die Notwendigkeit der Berücksichtigung medienspezifischer Prozesse erforderlich wird. Bei einem Medienwechsel von Literatur zum Film hat das zur Folge, dass abstrakte verbale Zeichen in konkrete visuelle Repräsentationen transformiert werden müssen. Dabei werden die während der Lektüre hervorgerufenen, innerlich visualisierten Bilder des Lesers, durch die Verfilmung visuell illustriert, was problematisch sein kann, da das imaginäre Bild nicht mit dem visuell realisierten übereinstimmen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Urbanisierung Berlins in den 1920er Jahren und legt die methodische Herangehensweise an die Untersuchung von Döblins Großstadtroman fest.

II. Medien, Kunstwerke und ihre Vermittlung zwischen den Künsten: Dieses Kapitel definiert medientheoretische Grundlagen, insbesondere Intermedialität, und erörtert, wie unterschiedliche Formen der Medienvermittlung den Inhalt beeinflussen.

III. Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf“: Der Hauptteil analysiert die komplexe Montagestruktur des Romans und hinterfragt die Rolle der Großstadt als eigentliche Hauptfigur.

IV. „Die Geschichte vom Franz Biberkopf“ in der Hörspielfassung: Dieses Kapitel beschreibt die radiophonen Herausforderungen der Hörspieladaption und die damit einhergehende inhaltliche Reduktion der Romanvorlage.

V. Phil Jutzis „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte Franz Biberkopfs“: Fokus ist die erste filmische Umsetzung des Stoffes und die Schwierigkeit, die literarische Vielstimmigkeit in visuelle Bilder zu übertragen.

VI. Rainer Werner Fassbinders „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf“: Untersuchung der monumentalen Fernsehverfilmung, die den Fokus auf die psychologische Innensicht der Charaktere und den gesellschaftshistorischen Kontext legt.

VII. Vergleichende Medienanalyse: Das Bild des Ganzen und die Demontage des Einzelnen: Eine übergreifende Gegenüberstellung, wie die verschiedenen Medien die Beziehung zwischen Stadt, Mensch und Sprache interpretieren.

VIII. Schlusswort: Zusammenfassung der medienhistorischen Erkenntnisse über die Verarbeitungen des Döblin-Stoffes im Wandel der Zeit.

Schlüsselwörter

Berlin Alexanderplatz, Alfred Döblin, Intermedialität, Großstadtroman, Montage, Collage, Medienwechsel, Literaturverfilmung, Hörspiel, Rainer Werner Fassbinder, Phil Jutzi, Urbane Lebenswelt, Subjektivität, Medientheorie, Weimarer Republik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung der modernen Großstadt in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ und vergleicht diese mit den Adaptionen als Hörspiel, Kinofilm und TV-Mehrteiler.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Intermedialität, der Montagetechniken in verschiedenen Medien, der Einfluss der Großstadt auf die menschliche Identität und der Wandel der Wahrnehmungsstrukturen zwischen den 1920er und 1980er Jahren.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Medien die „urbane Erfahrung“ rekonstruieren und welche medienspezifischen Mittel dabei genutzt werden, um die komplexe Struktur von Döblins Vorlage zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine medienhistorische und vergleichende Analyse, die medientheoretische Ansätze (u.a. Luhmann, Adorno, Rajewsky) nutzt, um die Unterschiede zwischen literarischen, auditiven und audio-visuellen Adaptionen herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den Roman selbst, die Hörspielfassung von 1930, Phil Jutzis Film von 1931 und Fassbinders 15-teiliges TV-Epos, wobei besonders auf die Inszenierung von Stadt, Mensch und Sprache eingegangen wird.

Welche Schlüsselbegriffe definieren das Werk?

Schlüsselwörter sind unter anderem Intermedialität, Montage, Großstadterfahrung, Adaption, mediale Transformation und die Entsubjektivierung des Individuums im urbanen Raum.

Warum wird Franz Biberkopf als „Antiheld“ bezeichnet?

Er ist eine psychologisch labile Figur, die versucht, sich in einer überfordernden urbanen Umgebung zurechtzufinden, wobei er oft zum Spielball medialer und gesellschaftlicher Einflüsse wird.

Was unterscheidet Fassbinders Ansatz von dem Jutzis?

Während Jutzi die Dynamik der Großstadt durch schnelle Schnitte betont, fokussiert sich Fassbinder stärker auf die psychologische Innensicht der Figuren und nutzt Innenräume als Spiegel für die seelischen Zustände der Charaktere.

Welche Bedeutung hat das „Schlachthof-Motiv“?

Es fungiert als zentrale Metapher für die Entmenschlichung des Individuums und die grausamen gesellschaftlichen Mechanismen, die den Menschen in der modernen Großstadt wie Vieh behandeln.

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Details

Title
Intermedialität und Urbanität im Medienwandel. Die urbane Lebenswelt in Hörspiel, Roman und Film am Beispiel von 'Berlin Alexanderplatz'
College
University of Constance
Grade
1,7
Author
Amely Braunger (Author)
Publication Year
2006
Pages
62
Catalog Number
V66554
ISBN (eBook)
9783638591201
ISBN (Book)
9783638711173
Language
German
Tags
Intermedialität Urbanität Medienwandel Eine Untersuchung Darstellung Lebenswelt Hörspiel Roman Film Beispiel Berlin Alexanderplatz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Amely Braunger (Author), 2006, Intermedialität und Urbanität im Medienwandel. Die urbane Lebenswelt in Hörspiel, Roman und Film am Beispiel von 'Berlin Alexanderplatz', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66554
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