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Identitätsfindung und Sozialisationsprobleme ausländischer Jugendlicher

Dargestellt am Beispiel türkischer und italienischer Jugendlicher in Deutschland

Title: Identitätsfindung und Sozialisationsprobleme ausländischer Jugendlicher

Term Paper , 2002 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicolai Neijhoft (Author)

Social Work
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Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich der Frage nach der Identitätsentwicklung ausländischer Jugendlicher nachgehen. Durch meine Arbeit in einem Jugendhaus mit offenem Treff habe ich häufig mit ausländischen Jugendlichen zu tun. In einigen Gesprächen und Konfliktsituationen inklusive der Lösungsstrategien der Jugendlichen fiel mir immer wieder auf, wie schwer sich doch viele ausländische Jugendliche damit tun, sich in die deutsche Gesellschaft einzugliedern. Trotzdem ist bei den meisten ausländischen Jugendlichen der Wunsch da, ihr Leben in Deutschland, und zwar nicht nur in den jeweiligen Landesgruppierungen, zu verbringen. Warum entstehen diese Probleme? Wieso fallen türkische Jugendliche (zum Teil ja bereits in Deutschland geboren) oft durch Schulprobleme, durch Sprachschwierigkeiten auf und haben einen geringen Anteil an weiterführenden Bildungsbetrieben? In diesem Zusammenhang muss der Begriff der Identität fallen. Wie verläuft die Identitätsfindung bei ausländischen Jugendlichen, in welcher der beiden Kulturen werden sie primär sozialisiert und welche Probleme entstehen dabei? Besonderes Augenmerk lege ich auf die Problematiken der türkischen und italienischen Jugendlichen. Da sie die größte Bevölkerungsgruppe der Ausländer in Deutschland darstellen und über diese Bevölkerungsgruppe die meisten wissenschaftlichen Arbeiten existieren, halte ich diese Wahl für sinnvoll. Um diesen Themenkomplex anzugehen, möchte ich zunächst auf allgemeine Identitätsbegriffe zu sprechen kommen. Dabei möchte ich genauer auf die Einflüsse in der Identitätsentwicklung, auf Identitätsinhalte und auf Identitätskrisen eingehen. Es kommen vor allem die Theorien und Modelle von Mead, Rosenberg und Erikson zum Tragen. Im zweiten Schritt stelle ich dann speziell die Identitätsfindung und Identitätsproblematik ausländischer Jugendlicher dar. Untersucht wird die Chance der Assimilation der Jugendlichen aufgrund ihres Einreisezeitpunktes nach Deutschland. Weiter ist der Begriff der kulturellen Identität Thema. Eine weiterer Ansatz ist die Frage nach der Rolle der Muttersprache im Zusammenhang der Identitätsfindung. Anschließend möchte ich kurz auf geschlechtsspezifische Probleme türkischer Jugendlicher eingehen. Im dritten Kapitel geht es um das Verhältnis zwischen deutschen und türkischen Jugendlichen. Welche Begegnungsstätten gibt es? Welche Freizeitaktivitäten sind charakteristisch? Was denken deutsche und ausländische Jugendliche voneinander? [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. IDENTITÄT - ERLÄUTERUNG EINES SOZIOLOGISCHEN BEGRIFFS

2.1 Definition des Identitätsbegriffs

2.2 Identitätsbildung und der Wandel der Gesellschaft

2.3 Die Identitätsfindung

2.3.1 Einflüsse auf die Identitätsentwicklung

2.3.2 Identitätsinhalte

2.3.3 Modell der Identitätsentwicklung im Jugendalter

2.4 Identitätskrise und Identitätsstörung

3. IDENTITÄT AUSLÄNDISCHER JUGENDLICHER IN DEUTSCHLAND UND PROBLEME DER IDENTITÄTSFINDUNG

3.1 Identitätsentwicklung und Sozialisation ausländischer Jugendlicher

3.1.1 Das sozialisationstheoretische Modell (nach Claessens, Schrader u.a.)

3.1.2 Assimilation und Integrationschancen aufgrund des Einreisezeitpunkts

3.1.3 Die Peergroups: Bedeutung und Rolle bei der Identitätsentwicklung

3.2 Die kulturelle Identität

3.3 Die Rolle der Muttersprache bei der Identitätsentwicklung

3.4 Geschlechtsspezifische Probleme türkischer (ausländischer) Jugendlicher

3.4.1 Türkische Mädchen und junge Frauen in Deutschland

3.4.2 Türkische Jungen und junge Männer in Deutschland

3.5 Hemmende Faktoren bei der Identitätsbildung türkischer Jugendlicher

3.5.1 Das Heimatproblem

3.5.2 Deutschland oder Türkei? Schwierigkeiten einer Zukunftsplanung

4. VERHÄLTNIS ZWISCHEN DEUTSCHEN UND AUSLÄNDISCHEN JUGENDLICHEN

4.1 Begegnungen zwischen den Kulturen

4.1.1 Deutsche Jugendliche und ihr Begegnungspotential

4.1.2 Ausländische Jugendliche und ihr Begegnungspotential

4.2 Wohnverhältnisse

4.3 Freizeit – Mit wem?

4.4 Was deutsche und ausländische Jugendliche voneinander denken

4.4.1 Zu viele Ausländer in Deutschland?

4.4.2 Selbstbilder und der Vergleich mit den anderen

5. ZUSAMMENFASSUNG, WERTUNG & AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Prozesse der Identitätsentwicklung bei ausländischen Jugendlichen in Deutschland, mit besonderem Fokus auf türkische und italienische Jugendliche. Ziel ist es, die spezifischen Integrationsschwierigkeiten und Sozialisationsprobleme zu verstehen, die durch die Auseinandersetzung zwischen Herkunfts- und Gastkultur sowie durch strukturelle gesellschaftliche Bedingungen entstehen.

  • Identitätsfindung im soziologischen Kontext (nach Mead, Erikson, Rosenberg).
  • Auswirkungen von Bikulturalität und Migrationserfahrungen auf die Persönlichkeitsentwicklung.
  • Rolle der Sprache, Geschlechterrollen und kulturelle Zugehörigkeit.
  • Analyse des sozialen Verhältnisses zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen (Freizeit, Wohnumfeld).
  • Diskussion über Integrationshindernisse und Assimilationsprozesse in einer theoretisch multikulturellen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Die Peergroups: Bedeutung und Rolle bei der Identitätsentwicklung

Jugendliche aus Immigrantenfamilien lehnen zwar gleichaltrige deutsche Jugendliche meist nicht grundsätzlich ab, jedoch entstehen tiefgreifenden Freundschaften fast ausschließlich mit Jugendlichen aus dem eigenen Kulturkreis.

In ‚ethnischen Peergroups’ können sich die ausländischen Jugendlichen gleichberechtigt fühlen. „Mit türkischen Freunden reden wir über alles, ohne irgendwelche Hemmungen zu haben. Aber bei deutschen Freunden geniere ich mich, ihnen gegenüber meine innersten Gefühle zu zeigen. Ich bin darüber sehr froh, dass ich solche Freunde habe, mit denen ich über intime Probleme reden kann.“31 Die Mitglieder haben ähnliche Erfahrungen und ihr sozialer und kultureller Hintergrund ist ähnlich, dies ist eine große Erleichterung, um sich gegenseitig zu verstehen. Die ethnischen Peergroups bieten außerdem den Platz für Erfahrungsaustausch mit Deutschen und der deutschen Kultur. Verhaltensweisen, Werte und Normen der beiden Kulturen werden reflektiert, bewertet und eventuell in die eigene Wertvorstellung übernommen. Es werden in den nationalen Gruppen gemeinsame Strategien entwickelt, sowohl für mögliche Verhaltensweisen in der deutschen Umgebung als auch für ‚zu Hause’.32 Des Weiteren sprechen die türkischen Jugendlichen oft davon, dass die Beziehung zu den Gleichaltrigen gleicher Nation viel einfacher sei, da sie bestimmte Probleme selbst erlebt haben, bzw. bestimmte Problemumstände bzw. Zusammenhänge nicht erklärt werden müssen. „Ja da ist eben ’ne Vertautheit. Und es stellt sich heraus, dass man wirklich viele Gemeinsamkeiten hat, weil man vieles gleich macht. (...) Da ist dann natürlich ’ne Bestätigung, dass man das Richtige macht.“33

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Der Autor erläutert die Motivation für die Arbeit aus seiner praktischen Erfahrung in einem Jugendhaus und steckt das Ziel ab, die Identitätsentwicklung und die Assimilationsschwierigkeiten ausländischer Jugendlicher zu untersuchen.

2. IDENTITÄT - ERLÄUTERUNG EINES SOZIOLOGISCHEN BEGRIFFS: Es werden grundlegende soziologische Konzepte der Identitätsbildung erläutert, wobei insbesondere die Theorien von Mead, Rosenberg und Erikson sowie Phasenmodelle der Entwicklung im Jugendalter Anwendung finden.

3. IDENTITÄT AUSLÄNDISCHER JUGENDLICHER IN DEUTSCHLAND UND PROBLEME DER IDENTITÄTSFINDUNG: Dieses Kapitel vertieft die spezifischen Herausforderungen bikultureller Sozialisation, der Assimilationschancen in Abhängigkeit vom Einreisezeitpunkt, der kulturellen Identität sowie geschlechtsspezifischer Probleme.

4. VERHÄLTNIS ZWISCHEN DEUTSCHEN UND AUSLÄNDISCHEN JUGENDLICHEN: Basierend auf Daten der Shell Jugendstudie 2000 wird das Miteinander im Alltag beleuchtet, einschließlich Begegnungsflächen, Wohnverhältnissen, Freizeitgestaltung und gegenseitiger Wahrnehmung.

5. ZUSAMMENFASSUNG, WERTUNG & AUSBLICK: Der Autor resümiert die Ergebnisse, stellt fest, dass die gelebte Realität eher einem Nebeneinander als einem multikulturellen Miteinander entspricht und plädiert für eine stärker vergleichende pädagogische Auseinandersetzung.

Schlüsselwörter

Identität, Sozialisation, Migration, Integration, Assimilation, Jugendalter, bikulturelle Sozialisation, ethnische Peergroups, kulturelle Identität, Migrationshintergrund, türkische Jugendliche, italienische Jugendliche, Geschlechtsmoral, Heimatproblem, Shell Jugendstudie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Identitätsentwicklung von ausländischen Jugendlichen in Deutschland, wobei die spezifische Situation von türkischen und italienischen Jugendlichen im Mittelpunkt steht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben soziologischen Grundlagen zur Identitätsbildung behandelt die Arbeit Aspekte wie Bikulturalität, Integrationschancen, den Einfluss von Peergroups sowie die Rolle von Sprache und Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Assimilationsschwierigkeiten und Sozialisationsprobleme ausländischer Jugendlicher zu schaffen, um so deren Lebenswelt besser nachvollziehen zu können.

Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?

Der Autor stützt sich auf soziologische Theorien, insbesondere die Ansätze von Mead, Rosenberg und Erikson, sowie auf empirische Daten der Shell Jugendstudie 2000.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Identitätsbegriffs, die Analyse der besonderen Lebenssituation ausländischer Jugendlicher sowie die Untersuchung des realen Miteinanders zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Studie?

Zentrale Begriffe sind Identitätsfindung, Migration, Assimilation, Sozialisation, Bikulturalität und das Spannungsfeld zwischen Herkunfts- und Gastkultur.

Welche Bedeutung misst der Autor dem Einreisezeitpunkt bei?

Der Einreisezeitpunkt ist entscheidend für den Enkulturationsprozess: Frühe Einreise oder Geburt in Deutschland führt eher zu einer Vermischung der Kulturen, während eine spätere Einreise eine monokulturelle Basispersönlichkeit festigt.

Warum gibt es laut Autor geschlechtsspezifische Unterschiede bei türkischen Jugendlichen?

Türkische Mädchen unterliegen oft stärkerer familiärer Kontrolle und traditionelleren Rollenerwartungen als Jungen, was deren außerhäusliche Freizeitgestaltung und Identitätsfindung stärker einschränkt.

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Details

Title
Identitätsfindung und Sozialisationsprobleme ausländischer Jugendlicher
Subtitle
Dargestellt am Beispiel türkischer und italienischer Jugendlicher in Deutschland
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)  (BA Sozialwesen)
Grade
1,0
Author
Nicolai Neijhoft (Author)
Publication Year
2002
Pages
30
Catalog Number
V66561
ISBN (eBook)
9783638591270
ISBN (Book)
9783656246824
Language
German
Tags
Identitätsfindung Sozialisationsprobleme Jugendlicher Dargestellt Beispiel Jugendlicher Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolai Neijhoft (Author), 2002, Identitätsfindung und Sozialisationsprobleme ausländischer Jugendlicher , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66561
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