Gesprächsanalyse - Die Makrostruktur von Gesprächen


Seminararbeit, 2005

13 Seiten, Note: "keine"


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Gesprächsanalyse

3. Die Makrostruktur von Gesprächen
3.1 Die Eröffnungsphase
3.2 Die Gesprächsmitte
3.2.1 Sprecherwechsel (turn- taking)
3.2.2 Organisationspannen und Reparaturmechanismen
3.3 Die Beendigungsphase

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Gesprächsanalyse ist ein sehr weit umfassendes Forschungsgebiet, weshalb in dieser Arbeit der Schwerpunkt lediglich auf die Makrostruktur von Gesprächen gelegt wird. Diese lässt sich durch die einzelnen Phasen des Gesprächs- Gesprächsanfang, Gesprächsmitte und Endphase- charakterisieren.

2. Definition Gesprächsanalyse

Die Grundeinheit menschlicher Rede und damit der Kommunikation ist das Gespräch. Unser sozialer Alltag lässt sich weitgehend durch Gespräche charakterisieren.[1]

Gespräche sind Interaktionen. In und mit Gesprächen führen wir kommunikative Handlungen durch, knüpfen oder erhalten soziale Beziehungen. Vieles in Gesprächen geschieht nicht um den Inhalts- sondern der Kommunikation willen.[2] Gespräche folgen keinem im Vorfeld festgelegten Ablaufschema. Vielmehr sind es Situationen und Bedingungen von außen, die den Verlauf von Gesprächen bestimmen.[3]

Die Gesprächsanalyse hat das Ziel, dialogisches, sprachliches Handeln in sozialen Situationen systematisch zu beschreiben und zu erklären. Besonders der unbewusste Gebrauch von Sprache sowie das nonverbale Verhalten sind von Interesse.[4]

Die Gesprächsanalyse beschäftigt sich mit den verschiedenen sprachlichen Verhaltensweisen, die es ermöglichen, dass wir Gespräche beginnen, korrekt führen und beenden können.[5]

Sie untersucht die Verwendung der Sprache in kommunikativen Situationen und analysiert, wie sich die Bedingungen von Gesprächen, beispielsweise Sprecherwechsel, Hörerwechsel- und Rolle, sprachliches Repertoire, Anzahl der Beteiligten usw. auf die Struktur von Gesprächen auswirken.[6] Im Detail untersucht sie also, wie Kommunikation organisiert ist und nach welchen Regeln die beteiligten Personen vorgehen, damit das Gespräch ohne Fehler und Probleme ablaufen kann.

Aus linguistischer Sicht sind Gespräche eine Folge von sprachlichen Äußerungen. Der Gegenstandsbereich der Gesprächsforschung ist somit ausschließlich die gesprochene Sprache. Die Gesprächsanalyse konnte sich daher als systematisch- empirischer Wissenschaftszweig erst etablieren, seit es möglich war, das gesprochene Wort mit Hilfe von bestimmten Apparaturen festzuhalten.[7] Damit Gespräche genau analysiert werden können, müssen sie mittels Ton- und Videoträgern aufgezeichnet und anschließend transkribiert werden. Dabei ist es vor allem wichtig, dass auch Laute wie „ähm“, „hm“ usw. ebenfalls aufgezeichnet und in die Analyse mit einbezogen werden.[8] Heute macht es die Videotechnik zudem möglich, die nonverbalen Verhaltensmuster von Kommunikationsteilnehmern festzuhalten und in Analysen mit einzubeziehen. Es ist besonders das nonverbale Verhalten, welches neben der reinen ausgesprochenen Sprache eine Kommunikationssituation charakterisiert.[9]

Die Wurzeln der Gesprächsanalyse liegen in der amerikanischen Ethnomethodologie, die auf Harold Garfinkel zurückzuführen ist.

Die Ethnomethodologie ist eine Richtung der amerikanischen Soziologie. Sie geht davon aus, dass soziale Beziehungen erst durch das Miteinander- handeln von Gesellschaftsmitgliedern entsteht. Sie untersucht das methodische Wissen und Verhalten von Laien in Alltagssituationen. Die

Untersuchungen haben ihren Schwerpunkt hierbei in der Erforschung der Interaktionen von Menschen aus verschiedenen Kulturen und Ethnien.[10]

Auch die Rhetorik beschäftigte sich schon mit Sprache, auch wenn sich die Forschung lediglich auf monologische Sprache bezog.

Im deutschsprachigen Raum hat sich die Gesprächsanalyse als Teildisziplin der Linguistik erst in den 70er Jahren durchgesetzt.[11]

Am Anfang der gesprächsanalytischen Forschung ging es zunächst um enge, auf die Feinstrukturen von Gesprächen bezogene Fragestellungen wie: Wie kommt man in einem Gespräch zu Wort? Wie gestaltet sich ein Sprecherwechsel? Woran merkt man, dass ein Gesprächspartner zum Ende des Gesprächsbeitrags kommt?

Heute konzentriert sich die Forschung auf geschlechtsspezifisches Gesprächsverhalten, auf den kindlichen Erwerb von Gesprächsregeln und auf sozio-kulturelle Unterschiede im Gesprächsverhalten von Angehörigen verschiedener sozialer oder ethnischer Gruppen.[12] Untersuchungen diesbezüglich stellte in den 60er Jahren der Engländer Basil Bernstein mit seiner sogenannten Defizittheorie an.[13]

In der Gesprächsanalyse müssen zwei Aspekte des Gesprächs berücksichtigt und beschrieben werden. Dies sind das Handlungsresultat sowie der Handlungsvollzug. Dies sind zwei miteinander verbundene Momente des Vollzugs einer sozialen Handlung. Die Gesprächsanalyse wird im Deutschen der Pragmatik, der Soziopragmatik oder auch der Sprachpragmatik zugeordnet. Andere Bezeichnungen für diesen Forschungsbereich lauten auch Konversationsanalyse, Diskursanalyse sowie Linguistik des Dialogs. Diese einzelnen Bereiche haben jedoch verschiedene Ansätze.[14]

[...]


[1] Vgl. Henne, Helmut/ Rehbock, Helmut (2001): Einführung in die Gesprächsanalyse.

Berlin/ New York: Walter de Gruynter ( 4. Auflage) Seite 6

[2] Vgl. Linke, Angelika/ Sitta, Horst (1987): Gespräche: miteinander reden. Ein Basisartikel.

In: Praxis Deutsch, 83. Seite 15

[3] Vgl. Arbeitsbuch Linguistik. Hrsg. von Horst M. Müller.

Paderborn: Ferdinand Schöningh 2002. Seite 306

[4] Vgl. Brinker, Klaus/ Sager, Sven F. (1989): Linguistische Gesprächsanalyse. Eine Einführung. Berlin: Erich Schmid Verlag. Seite 7

[5] Vgl. Linke, Angelika/ Nussbaumer, Markus (2001): Studienbuch Linguistik.

Tübingen : Max Niemeyer Verlag (4. Auflage). Seite 258

[6] Vgl. Brinker/Sager 1898: Seite 18.

[7] Vgl. Brinker/Sager 1989: Seite 13.

[8] Vgl.Horst M.Müller 2002: Seite 309

[9] Vgl. Brinker/sager 1989: Seite 13.

[10] Vgl. Henne/ Rehbock 2001: Seite 8.

[11] Vgl. Linke/Nussbaumer 2001: Seite 258.

[12] Vgl. Linke/Nussbaumer 2001: Seite 259.

[13] Vgl. Linke/Nussbaumer 2001: Seite 297.

[14] Vgl. Brinker/Sager 1989: Seite 20.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Gesprächsanalyse - Die Makrostruktur von Gesprächen
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Institut für Germanistik)
Note
"keine"
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V66596
ISBN (eBook)
9783638591522
ISBN (Buch)
9783638802659
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesprächsanalyse, Makrostruktur, Gesprächen
Arbeit zitieren
Kim-Christin Janßen (Autor), 2005, Gesprächsanalyse - Die Makrostruktur von Gesprächen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66596

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