Immer wieder tauchen in den Medien Berichte auf, die die wirtschaftlichen Praktiken von Monopolen und Kartellen kritisieren. Die Ausnutzung von Marktmacht zur Benachteilung der Konkurrenz und die vielen als rücksichtslos und profitgierig erscheinende Preissetzung sind hierbei die Hauptkritikpunkte.
Doch warum ist die Monopolstellung bzw. die Produktion im Oligopol für den Unternehmer so attraktiv? Wie bestimmt sich sein Gewinn im Falle der absoluten Marktdominanz bzw. im Oligopol?
Der vorliegende Text möchte nach einer kurzen begrifflichen Bestimmung der Marktformen Monopol und Oligopol die Gewinnmöglichkeiten selbiger erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
a) Monopol
b) Oligopol
3. Gewinnmöglichkeiten im Monopol
a) Ermittlung des gewinnoptimalen Outputs
b) Preisdifferenzierung
4. Gewinnmöglichkeiten im Oligopol
a) Zusammenarbeit in Kartellen
b) Wettbewerbsbeschränkendes Verhalten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Anreize und Strategien zur Gewinnmaximierung für Unternehmen in Monopol- und Oligopolstrukturen. Dabei wird analysiert, wie Marktmacht in verschiedenen Marktformen genutzt wird, um Preise zu setzen und den Gewinn gegenüber einer vollständigen Konkurrenzsituation zu erhöhen.
- Grundlegende Definitionen der Marktformen Monopol und Oligopol
- Methoden der Gewinnmaximierung durch Cournot-Analyse
- Strategien der Preisdifferenzierung zur Abschöpfung von Konsumentenrenten
- Herausforderungen der Kollusion und Instabilität von Kartellen
- Instrumente wettbewerbsbeschränkenden Verhaltens bei gescheiterter Kartellbildung
Auszug aus dem Buch
3. Gewinnmöglichkeiten im Monopol
Auf der Suche nach einem möglichst hohen Gewinn für den monopolistischen Unternehmer, dargestellt durch die einfache Gleichung Gewinn ist gleich der Differenz aus Gesamterlös und Gesamtkosten, empfiehlt sich zu allererst die Betrachtung der Nachfragekurve im Monopol. Diese beschreibt die jeweils zu erzielenden Preise, zu denen die Haushalte bestimmte Gütermengen nachfragen würden (oder umgekehrt).
Sie entspricht anders als im Falle der vollständigen Konkurrenz (Polypol) keinesfalls einer horizontalen Gerade. Da der Monopolist eigenhändig für die Preissetzung verantwortlich ist, bestimmt er das Aussehen der Nachfragekurve selbst: Erhöht er den Preis eines Gutes sinkt die Nachfrage; senkt er ihn wird von den Konsumenten mehr gekauft. Sie besitzt daher eine negative Steigung.
Welches der vielen Produktionsniveaus (abzulesen auf der Abszisse) dieser Kurve er verwirklichen soll, lässt sich durch Ermittlung des Schnittpunktes von Grenzerlös- und Grenzkostenkurve bestimmen:
Die Grenzerlöskurve gibt jeweils an, welchen Erlöszuwachs die Unternehmung bei Erhöhung der Ausbringungsmenge um eine Einheit realisieren würde.
Da Grenz- und Durchschnittserlös der ersten verkauften Einheit gleich sind, entspringt die negativ geneigte Grenzerlöskurve dem gleichen Punkt wie die Nachfragekurve. Diese gibt, da der Preis dem Durchschnittserlös entspricht, genau den mittleren Stückertrag an. Allerdings liegen die Grenzerlöse stets unter dem Durchschnittspreis der Güter, weil die Nachfragekurve (s.o.) fallend ist (vgl. Abb. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, warum Monopol- und Oligopolstellungen für Unternehmer attraktiv sind und welche Rolle die Marktmacht in Bezug auf die Konkurrenz spielt.
2. Begriffsbestimmung: Hier werden die theoretischen Grundlagen für die Einteilung der Märkte in Polypol, Oligopol und Monopol geschaffen.
3. Gewinnmöglichkeiten im Monopol: Das Kapitel erläutert die Ermittlung des gewinnoptimalen Outputs via Cournot-Punkt sowie die Möglichkeiten der Preisdifferenzierung zur Gewinnmaximierung.
4. Gewinnmöglichkeiten im Oligopol: Es wird untersucht, wie Oligopolisten durch Kartellbildung oder wettbewerbsbeschränkendes Verhalten versuchen, ihre Gewinne zu steigern.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Monopole für Unternehmen deutlich reizvoller sind als oligopolistische Strukturen, da letztere oft an Koordinationsproblemen und inkonsequentem Verhalten der Partner scheitern.
Schlüsselwörter
Monopol, Oligopol, Gewinnmaximierung, Cournot-Punkt, Marktmacht, Preisdifferenzierung, Kartell, Kollusion, Grenzerlös, Grenzkosten, Wettbewerbsbeschränkung, Preisnehmer, Preissetzer, Konsumentenrente, Nash-Gleichgewicht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Anreizen und Methoden, mit denen Unternehmen in Monopolen und Oligopolen ihre Gewinne im Vergleich zu wettbewerbsintensiven Märkten zu maximieren versuchen.
Welche sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Preissetzungsmacht des Monopolisten, die Instabilität von Kartellen im Oligopol und verschiedene Methoden zur Wettbewerbsbeschränkung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum eine Monopol- oder Oligopolstellung attraktiv für Unternehmer ist und wie diese ihre Gewinnspanne durch geschickte Preissetzung und Marktmanipulation optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer mikroökonomischen Literaturanalyse, bei der klassische Marktmodelle und Standardwerke der Volkswirtschaftslehre herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ermittlung des gewinnoptimalen Outputs, die Strategien der Preisdifferenzierung sowie die Herausforderungen bei der Koordination von Kartellen und vertikalen bzw. horizontalen Wettbewerbsbeschränkungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Marktmacht, Cournot-Punkt, Kartell, Kollusion, Preisdifferenzierung und Nash-Gleichgewicht.
Was ist der COURNOT'sche Punkt?
Er beschreibt den Schnittpunkt von Grenzerlös- und Grenzkostenkurve, bei dem der Monopolist sein gewinnoptimales Produktionsniveau erreicht.
Warum neigen Kartelle zur Instabilität?
Kartelle sind instabil, da für jedes Mitglied ein starker Anreiz besteht, die Abmachungen zur Outputbeschränkung zu brechen und durch eine erhöhte eigene Produktion einseitig vom hohen Preisniveau zu profitieren.
- Quote paper
- David Wagener (Author), 2006, Gewinnmöglichkeiten im Monopol und im Oligopol, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66618